<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Beziehung Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<atom:link href="https://demenz-zeitung.de/tag/beziehung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/beziehung/</link>
	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 Sep 2026 17:45:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>Beziehung Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/beziehung/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Nehmen Sie es nicht persönlich“ – was ist das eigentlich für ein Rat?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/22/nehmen-sie-es-nicht-persoenlich-was-ist-das-eigentlich-fuer-ein-rat/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/22/nehmen-sie-es-nicht-persoenlich-was-ist-das-eigentlich-fuer-ein-rat/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 11:01:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[aggression bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigenberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Beschimpfungen]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Belastung]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionsregulation]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt in der pflege]]></category>
		<category><![CDATA[handgreiflichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[noncomplaiens]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[pflegende angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Umgang mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[verweigerung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3831</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Nehmen Sie es nicht persönlich.“ &#8211; haben Sie das schon mal zu einem Kollegin oder Kollegen in der Pflege nach einem Vorfall mit einem Menschen mit Demenz gesagt? Oder einem&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/22/nehmen-sie-es-nicht-persoenlich-was-ist-das-eigentlich-fuer-ein-rat/">„Nehmen Sie es nicht persönlich“ – was ist das eigentlich für ein Rat?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Nehmen Sie es nicht persönlich.“ &#8211; haben Sie das schon mal zu einem Kollegin oder Kollegen in der Pflege nach einem Vorfall mit einem Menschen mit Demenz gesagt? Oder einem Angehörigen? Oder haben Sie diesen Rat selbst schon mal bekommen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Ratgeber zur Demenz liest, Angehörigenschulungen besucht oder sich über den Umgang mit verändertem Verhalten informiert, begegnet diesem Rat immer wieder. Wahrscheinlich habe ich das selbst schon mal irgendwo geschrieben für irgendwen. Der Rat klingt ja auch so schön vernünftig. Schließlich können Beschimpfungen, Anschuldigungen, Zurückweisungen oder körperliche Aggression mit der Demenz zusammenhängen. Sie müssen natürlich nicht das ausdrücken, was ein Mensch tatsächlich über seine Tochter, seinen Ehemann oder seine Partnerin denkt. Und schon gar nicht über mich als Pflegefachperson, denn &#8222;der kennt mich doch gar nicht.&#8220;. Oder?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten kommen bei einem Teil der Menschen mit Demenz vor. Das zu wissen, kann helfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber kann man solche Verhaltensweisen deshalb einfach nicht persönlich nehmen? Was ist mit der Ehefrau, die von ihrem Mann geohrfeigt wird? Mit dem Sohn, den seine Mutter plötzlich einen Dieb nennt, nach der Polizei ruft oder schlecht bei den Nachbarn über ihn spricht, während er sich um die Post und Finanzen kümmert? Was ist mit der Tochter, die sich täglich kümmert und eines Tages zu hören bekommt:„Verschwinde, ich will Dich nie wieder sehen“? </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vielleicht liegt das Problem schon in der Formulierung. Denn „Nehmen Sie es nicht persönlich“ kann etwas Sinnvolles bedeuten. Es kann aber auch wie die Aufforderung klingen, nicht verletzt, wütend, erschrocken, bestürzt oder traurig zu sein. Und das ist was völlig anderes. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen nehmen Dinge persönlich</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir sind nunmal keine neutralen Beobachter unserer eigenen Beziehungen. Wenn uns ein Fremder beschimpft, kann uns das treffen. Damit es uns schlimmer trifft, muss mir die Person aber nicht zwingend sehr nahestehen. Oder kann sich jemand vielleicht an seine Schulzeit erinnern, wie er von einem Lehrer wegen seiner &#8222;Dummheit&#8220; vor der ganzen Klasse vorgeführt wurde? Und wie sehr ihn das verletzt hat? Kommen verletzende Worte oder sogar Handgreiflichkeiten von einem Menschen den wir lieben, mit dem wir Jahrzehnte verbracht haben, oder für den wir einen großen Teil unseres Alltags verändert haben und Verzicht üben, besitzen sie doch noch eine ganz andere Bedeutung und Schwere.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade weil uns ein Mensch nahesteht, sind wir für das empfänglich, was von ihm kommt.Das ist zunächst nichts Krankhaftes und auch kein Zeichen dafür, mit einer Demenz nicht angemessen umgehen zu können. Nähe bedeutet immer auch Verletzlichkeit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die psychologische Forschung zur Emotionsregulation geht zudem nicht davon aus, dass Menschen ihre emotionale Reaktion beliebig abschalten können. Sie unterscheidet vielmehr unterschiedliche Möglichkeiten, mit einer entstandenen oder entstehenden Emotion umzugehen. Eine davon ist die Neubewertung: Wir verändern unsere Interpretation einer Situation. Davon zu unterscheiden ist das bloße Unterdrücken einer emotionalen Reaktion. Die Forschung von James Gross zeigt, dass Neubewertung Gefühle abschwächen kann, während das Unterdrücken ihres Ausdrucks die innere Reaktion nicht einfach verschwinden lässt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau deshalb ist „Nehmen Sie es nicht persönlich“ als pauschaler Rat problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht verletzt sein – oder anders einordnen?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Beschimpfung kann verletzen. Eine Zurückweisung kann traurig machen. Ein Schlag kann erschrecken oder wütend machen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Wissen um die Demenz hebt diese Reaktionen nicht auf. Es kann aber helfen, das Geschehene später anders einzuordnen: Eine Tochter kann verletzt sein und trotzdem wissen, dass die Beschimpfung nicht zwingend ausdrückt, was ihre Mutter tatsächlich über sie denkt. Ein Ehemann kann unter dem „Geh weg!“ seiner Frau leiden, ohne daraus schließen zu müssen, dass ihre gemeinsame Beziehung bedeutungslos geworden ist. Nicht das Gefühl muss verschwinden. Entscheidend ist, welche Bedeutung wir dem Geschehen anschließend geben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bei Angehörigen trifft ein Satz auf eine ganze Beziehung</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f4; border-left:5px solid #708c79; padding:20px 22px; margin:30px 0;">
  <h3 style="margin-top:0;">Aggression gegenüber Angehörigen ist kein Randphänomen</h3>

  <p>In der britischen CARD-Studie wurden 220 Angehörige von Menschen mit Demenz befragt.</p>

  <p style="font-size:1.35em; margin-bottom:4px;">37,3 %</p>
  <p style="margin-top:0;">berichteten, innerhalb der vorausgegangenen drei Monate zumindest gelegentlich psychisch oder körperlich übergriffiges Verhalten durch den Menschen mit Demenz erlebt zu haben.</p>

  <p style="font-size:1.35em; margin-bottom:4px;">36,4 %</p>
  <p style="margin-top:0;">berichteten psychisch übergriffiges Verhalten.</p>

  <p style="font-size:1.35em; margin-bottom:4px;">5,9 %</p>
  <p style="margin-top:0;">berichteten körperlich übergriffiges Verhalten.</p>

  <p style="margin-bottom:0;">Angehörige, die häufiger solche Situationen erlebten, beschrieben auch eine stärkere Verschlechterung der Beziehung zum Menschen mit Demenz.</p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine systematische Übersichtsarbeit mit 25 hochwertigen Studien untersuchte, warum verändertes Verhalten bei Demenz von Angehörigen als besonders belastend erlebt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei ging es gerade nicht nur darum, wie häufig bestimmte Verhaltensweisen auftreten. Eine zentrale Rolle spielten Veränderungen von Kommunikation und Beziehung. Angehörige beschrieben ein Gefühl des Verlustes und eine sich verändernde Beziehung zum erkrankten Menschen. Die Forschenden kommen deshalb zu dem Schluss, dass Unterstützung auch die psychischen Bedürfnisse der Angehörigen berücksichtigen muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist wichtig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn eine Beschimpfung findet nicht im luftleeren Raum statt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vielleicht kommt sie von der Mutter, deren Anerkennung für die Tochter immer wichtig war. Vom Ehemann, von dem solche Worte früher undenkbar gewesen wären. Oder von einem Vater, für dessen Versorgung der Sohn inzwischen sein halbes Leben organisiert.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Und manchmal enthält eine Beschimpfung sogar Worte, die an alte Konflikte oder empfindliche Stellen einer Beziehung rühren. Da hilft die Information „Das ist die Demenz!“ möglicherweise bei der Einordnung. Aber sie löscht die Beziehungsgeschichte nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Das ist die Krankheit“ – und trotzdem kann es wehtun</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zu verstehen, warum sich ein Mensch mit Demenz verändert, kann entlasten. Angst, Desorientierung, Schmerzen oder Überforderung können Verhalten beeinflussen und helfen, eine Situation anders einzuordnen. Doch zwischen „Ich verstehe, woher das kommen könnte oder was die Ursache ist“ und „Es macht mir nichts aus.“ liegt ein großer Unterschied.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vielleicht ist deshalb ein anderer Gedanke realistischer: Es trifft mich. Aber ich kann lernen, mit diesem Getroffensein umzugehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Übrigens: auch Pflegefachpersonen sind nicht unberührbar. Fachwissen und professionelle Erfahrung helfen, Verhalten einzuordnen. Sie machen aber nicht immun gegen Beschimpfung oder Gewalt. Studien zeigen bei Pflegepersonen nach aggressiven oder gewalttätigen Situationen unter anderem Stress, Ärger, psychische Belastung sowie erhöhte Risiken für Burnout und traumatische Belastungsreaktionen. Professionalität bedeutet also nicht, dass eine Ohrfeige, eine massive Beschimpfung oder angespuckt zu werden emotional bedeutungslos bleiben muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang kann man Kolleginnen und Kollegen nur davor warnen, sich auch Stellenazeigen zu bewerben, die irgendwas mit &#8222;Engel&#8220; beinhalten. Gesucht werden dort offenbar Übermenschen, direkt gottgesandt &#8211; die natürlich weder Fehler machen noch durch irgendwas irdisches belastet sein können, oder? </p>



<h2 class="wp-block-heading">Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen Angehörigen und Profis</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es wäre falsch, beide Versorgungssituationen einfach gleichzusetzen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Pflegefachperson begegnet dem Menschen in einer beruflichen Rolle. Im Idealfall stehen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung. Eine Situation kann übergeben, besprochen und analysiert werden. Es gibt eine professionelle Organisation und irgendwann ein Dienstende. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch das schützt keineswegs vollständig. Aber es schafft einen anderen Rahmen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Angehörigen findet die Situation häufig mitten in der eigenen Beziehung und im eigenen Zuhause statt. Da hat nicht „ein Patient“ zugeschlagen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es war der eigene Mann. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht „eine Bewohnerin“ hat gesagt: „Ich hasse Dich.“. Es war die eigene Mutter. Und eine halbe Stunde später müssen vielleicht trotzdem das Abendessen vorbereitet, Medikamente gerichtet oder der Toilettengang begleitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f6f4f1; border-left:5px solid #92765e; padding:20px 22px; margin:30px 0;">
  <h3 style="margin-top:0;">Angehörige und Profis: unterschiedliche Belastung</h3>

  <p>Eine deutsche Studie verglich jeweils 25 Angehörige und 25 professionell Pflegende von Menschen mit Demenz.</p>

  <p>Auf der Skala zur Belastung durch aggressives und desorientiertes Verhalten lagen die Mittelwerte bei:</p>

  <p style="font-size:1.35em; margin-bottom:4px;">Angehörige: 8,84 Punkte</p>
  <p style="font-size:1.35em; margin-top:4px;">Professionell Pflegende: 4,12 Punkte</p>

  <p>Die Skala reicht von 0 bis 20 Punkten. Auch durch kognitive Beeinträchtigungen fühlten sich die Angehörigen stärker belastet.</p>

  <p style="margin-bottom:0;"><em>Einordnung:</em> Mit jeweils nur 25 Personen war die Studie klein. Aus den Zahlen lässt sich daher nicht ableiten, dass Angehörige grundsätzlich „doppelt so stark“ belastet sind. Der Unterschied zeigt aber, warum familiäre und berufliche Pflege nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden sollten.</p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kleine deutsche Untersuchung, in der Angehörige und professionell Pflegende unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt des Menschen mit Demenz verglichen wurden, zeigt zumindest, dass diese unterschiedlichen Rollen für das Belastungserleben relevant sein können. Die Unterschiede bei der Belastung durch aggressives und desorientiertes Verhalten waren in dieser Untersuchung statistisch signifikant. Bei der Belastung durch die eigentlichen Pflegeaufgaben zeigte sich dagegen kein entsprechender Unterschied.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das macht den Befund besonders interessant: Nicht unbedingt die Tätigkeit selbst unterschied die Gruppen, sondern insbesondere das Erleben bestimmter Veränderungen des Menschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Nicht persönlich nehmen“ ist emotionale Arbeit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kanadische Studie beschreibt „Nicht-persönlich-Nehmen“ bei Beschäftigten im Gesundheitswesen ausdrücklich als emotionale Arbeit. <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/">Aggression musste erklärt, relativiert und innerlich verarbeitet werden.</a> Problematisch wird es, wenn dadurch Gewalt normalisiert oder ihre Wirkung unterschätzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn selbst professionell Pflegende dafür emotionale Arbeit leisten müssen, ist &#8211; nehmen Sie es nicht persönlich &#8211; kaum zu erwarten, dass Angehörige einfach unberührt bleiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Entscheidend ist die Reaktion danach</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die wichtigere Frage lautet deshalb nicht: „Wie schaffe ich es, dass mich das nicht mehr verletzt?“. Und es ist keinesfalls ein Versagen, durch Aussagen oder Handlungen eines Menschen mit Demenz verletzt zu werden. Nach dem Motto: ist er zu stark bist Du zu schwach.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Sondern: „Wie gehe ich damit um, wenn es mich verletzt hat?“. Wut, Kränkung oder Angst sind zunächst Gefühle. Entscheidend ist, was daraus folgt: Abstand herstellen, nicht zurückschlagen, eine Situation beenden, später nach Ursachen suchen oder Unterstützung holen. Nicht Gefühle abzutrainieren sollte das Ziel sein, sondern Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstehen heißt nicht aushalten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Demenz kann erklären helfen, warum ein Mensch schlägt, tritt, kratzt, beißt oder spuckt. Sie verpflichtet aber niemanden, Gewalt auszuhalten. Wer bedroht oder angegriffen wird, darf Abstand herstellen und Hilfe holen. Bei wiederholter oder neuer Aggression sollte nach möglichen Auslösern wie Schmerzen, Delir, Angst oder Überforderung gesucht werden. Empathie und Selbstschutz schließen einander nicht aus. Ich darf jemanden &#8211; in aller (Nächsten-)Liebe &#8211; von seinem Tun abhalten. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Brauchen wir einen anderen Satz?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Nehmen Sie es nicht persönlich“ muss nicht automatisch völlig falsch sein. Wenn damit gemeint ist: „Versuchen Sie, das Verhalten nicht als verlässliche Aussage darüber zu verstehen, was dieser Mensch von Ihnen hält“, kann darin eine ausgesprochen hilfreiche Neubewertung liegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Als Aufforderung, nach einer Beschimpfung, einer Zurückweisung, einem Schlag oder dem Angespucktwerden nicht verletzt, wütend, traurig oder erschrocken zu sein, ist der Satz dagegen fragwürdig – bei Angehörigen ebenso wie bei professionell Pflegenden. Frei nach dem Motto: &#8222;Who cares?&#8220; &#8211; darf unsere Antwort lauten: &#8222;Me!&#8220;. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Pflege und Beratung müssen wir uns und andere ernst nehmen. Und das bedeutet, anzuerkennen, dass Menschen keine professionell programmierbaren Beobachter ihrer Beziehungen sind. Wir nehmen Dinge persönlich. Das ist normal. &#8222;Seid Menschen!&#8220; &#8211; auch in Pflege und Betreuung. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir müssen jedoch die Arbeit leisten, mit unserem Getroffensein, mit unseren Gefühlen umzugehen und unsere Reaktionen zu steuern. Das ist wesentlich für die Versorgung von Menschen mit Demenz. <br><br>Jochen Gust<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Informationen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Cooper C, Selwood A, Blanchard M, Livingston G. (2010): „Abusive behaviour experienced by family carers from people with dementia: the CARD study.“ Journal of Neurology, Neurosurgery &amp; Psychiatry 81(6), 592–596. DOI: 10.1136/jnnp.2009.190934. Die Studie mit 220 Angehörigen enthält die im Artikel genannten Häufigkeiten zu psychisch und körperlich übergriffigem Verhalten. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19955110/?utm_source=chatgpt.com">PubMed-Eintrag zur CARD-Studie</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Feast A, Orrell M, Charlesworth G, Melunsky N, Poland F, Moniz-Cook E. (2016): „Behavioural and psychological symptoms in dementia and the challenges for family carers: systematic review.“ British Journal of Psychiatry 208(5), 429–434. DOI: 10.1192/bjp.bp.114.153684. Die systematische Übersicht analysiert insbesondere die Bedeutung von Beziehungs- und Kommunikationsveränderungen für Angehörige. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4853642/?utm_source=chatgpt.com">Volltext der systematischen Übersichtsarbeit</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seidel D, Thyrian JR. (2019): „Burden of caring for people with dementia – comparing family caregivers and professional caregivers. A descriptive study.“ Journal of Multidisciplinary Healthcare 12, 655–663. DOI: 10.2147/JMDH.S209106. Untersucht wurde das unterschiedliche Belastungserleben von 25 Angehörigen und 25 professionell Pflegenden. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31616154/?utm_source=chatgpt.com">PubMed-Eintrag zur Vergleichsstudie</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gross JJ. (2002): „Emotion regulation: affective, cognitive, and social consequences.“ Psychophysiology 39(3), 281–291. DOI: 10.1017/S0048577201393198. Grundlagenarbeit zur Unterscheidung von Neubewertung und Unterdrückung emotionaler Reaktionen. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12212647/?utm_source=chatgpt.com">PubMed-Eintrag zur Emotionsregulation</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Funk L, Spencer D, Herron R. (2021): „Making sense of violence and victimization in health care work: The emotional labour of ‘not taking it personally’.“ International Review of Victimology 27(1), 94–110. DOI: 10.1177/0269758020953760. Die qualitative Studie beschäftigt sich unmittelbar mit dem „Nicht-persönlich-Nehmen“ als emotionaler Arbeit im Gesundheitswesen. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0269758020953760?utm_source=chatgpt.com">Studie bei SAGE Journals</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Holst A, Skär L. (2017): „Formal caregivers’ experiences of aggressive behaviour in older people living with dementia in nursing homes: A systematic review.“ International Journal of Older People Nursing 12(4), e12158. DOI: 10.1111/opn.12158. Die Übersicht untersucht die Auswirkungen aggressiver Reaktionen auf professionell Pflegende in der Demenzversorgung. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/opn.12158?utm_source=chatgpt.com">Systematische Übersichtsarbeit bei Wiley</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wang J et al. (2022): „Workplace violence and the risk of post-traumatic stress disorder and burnout among nurses: A systematic review and meta-analysis.“ Journal of Nursing Management 30(7), 2854–2868. DOI: 10.1111/jonm.13809. Die Metaanalyse untersucht psychische Folgen von Gewalterfahrungen bei Pflegepersonen. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36122417/?utm_source=chatgpt.com">PubMed-Eintrag zur Metaanalyse</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als deutschsprachige praktische Weiterinformation bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Hinweise zum Umgang mit verändertem Verhalten und Aggressivität. <a target="_blank" rel="noopener" href="https://www.deutsche-alzheimer.de/mit-demenz-leben/umgang-und-kommunikation?utm_source=chatgpt.com">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Umgang und Kommunikation</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/22/nehmen-sie-es-nicht-persoenlich-was-ist-das-eigentlich-fuer-ein-rat/">„Nehmen Sie es nicht persönlich“ – was ist das eigentlich für ein Rat?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/22/nehmen-sie-es-nicht-persoenlich-was-ist-das-eigentlich-fuer-ein-rat/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>6 Gründe, warum Clowns keine alten Menschen betreuen sollten</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2021/01/20/6-gruende-warum-clowns-keine-alten-menschen-betreuen-sollten/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2021/01/20/6-gruende-warum-clowns-keine-alten-menschen-betreuen-sollten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jan 2021 10:40:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Clown]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Freude]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=650</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8211; und wie diese sich widerlegen lassen. Ein Gastartikel von Ulrich Fey. Der ehemalige Lehrer und Redakteur arbeitet heute als freier Journalist und professioneller Clown. Als Clown „Albert“ arbeitet er&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2021/01/20/6-gruende-warum-clowns-keine-alten-menschen-betreuen-sollten/">6 Gründe, warum Clowns keine alten Menschen betreuen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><span style="color:#1177aa" class="has-inline-color"><strong>&#8211; und wie diese sich widerlegen lassen.</strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gastartikel von <a href="https://clownsundmehr.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ulrich Fey</a>. Der ehemalige Lehrer und Redakteur arbeitet heute als freier Journalist und professioneller Clown. Als Clown „Albert“ arbeitet er seit vielen Jahren auch mit Menschen mit Demenz in Pflegeheimen oder Kliniken. Er ist Autor des Buches „Clowns für Menschen mit Demenz – das Potenzial einer komischen Kunst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Clowns und Menschen mit Demenz – passt das zusammen? Seine Erfahrung über Befürchtungen und Argumente hat Ulrich Fey für uns hier einmal zusammengefasst.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>1. Clowns machen alte Menschen lächerlich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Erfahrung haben viele schon gemacht, die einen Zirkus besucht haben – und in der ersten Reihe sitzen mussten. Dieser Zusatz genügt meist schon, um ein unangenehmes Gefühl hervorzurufen. Es ist das schlimmste aller denkbaren Ereignisse im Zirkus, wenn eine grell-bunt bemalte Person mit absurd großen Schuhen und albernen, zu weiten Klamotten auf einen zugeht und in die Manege zieht. Wer widersetzt sich da? Und dann: Alle lachen, nur einer nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Gefühl, lächerlich zu sein, sich zu blamieren, zu schämen, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die wir vor allem als Kinder und Jugendliche gemacht haben. Und wir strengen uns an, diesen Schmerz nicht wieder fühlen zu müssen. Ebenso unternehmen wir jede Mühe, die uns anvertrauten Menschen – besonders die schutzbedürftigen alten und dementen – davor zu bewahren. Und bei Clowns weiß man nie.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em><strong>Widerspruch</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es vielleicht erstaunt, diese Widerrede beginnt mit einer Zustimmung. Ja, es gibt solche Clowns. Clowns, die sich einen Spaß daraus machen, andere Menschen vorzuführen, auf deren Kosten die Lacher des Publikums einzuheimsen. Humor besitzt nicht nur eine nette und harmlose Seite. Humor wird auch im Sinne der Macht und der Erniedrigung eingesetzt. Und das nicht nur von schlechten Clowns, sondern auch von schlechten Chefs oder schlechten Eltern. Insofern stellen Clowns nichts Besonderes dar, auch wenn es bei ihnen als Experten für Humor und Komik schwerer wiegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nun kommt das Aber. Diese vielleicht traumatische Erfahrung im Zirkus ist nur eine traumatische Erfahrung im Zirkus. Sie steht weder im Zusammenhang mit alten Menschen noch mit Clowns, die diese besuchen. Clowns, die in sozialen Kontexten arbeiten, haben allenfalls die rote Nase mit den Kollegen im Zirkus gemein. Clowns, die alte Menschen besuchen, wollen keine Lacher erzeugen, sondern Kontakt. Sie offerieren diesen einen Freiraum, den sie füllen können – frei von Bedingungen oder Hintergedanken. Das bietet sonst niemand.</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>2. Clowns machen zusätzliche Arbeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Clowns auftreten, dann auf einer Bühne vor Publikum. Wenn Clowns also in einer Einrichtung auftreten, bedeutet das für alle, die sowieso schon viel Arbeit haben: zusätzliche Arbeit. Schließlich müssen die Bewohnerinnen dorthin geführt, gestützt, gefahren werden, wo die Clowns auftreten. Und nach dem Auftritt alles wieder retour. Zudem sind manche Bewohnerinnen durch die Vorstellung vermutlich so durcheinander, dass sie beruhigt werden müssen. Und diese Art der Aktivierung soll noch den Angehörigen gegenüber gerechtfertigt werden.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>Widerspruch</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dieser Punkt ist von alten Zirkusklischees getragen. Clowns im Altenheim machen keine Vorstellung. Wenn Clowns in Altenheimen doch eine Vorstellung geben und damit Arbeit machen – so beruht dies meist auf Impulsen der Leitungskräfte, die eben Clowns mit einer Vorstellung verbinden. Zudem lassen sich dank dieser Vorstellung in vielen Bewohnerbögen Häkchen machen unter der Rubrik „Aktivierung“. Die wenigsten Clowns indes wollen eine Vorstellung geben. Die meisten machen Einzelbesuche und damit genau das Gegenteil von mehr Arbeit.</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>3. Clowns bringen Unruhe ins Haus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kennt Clowns oder clownsähnliche Figuren zur Genüge: Sie verursachen Durcheinander und Unordnung, machen Lärm und ernsthaft Arbeitende auch noch lächerlich. Alles schon erlebt. Oder gesehen. Oder erzählt bekommen. Oder so ähnlich.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>Widerspruch</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da wird es etwas dünn und diffus. Kein Wunder. Diese Argumentation beruht auf Vorurteilen und Klischees, die keine Berührungspunkte mit Altenheimen haben. Allerdings – ein Punkt trifft zu: Clowns zählen nicht zum hierarchischen System, scheren sich auch nicht sonderlich darum. Überraschung: Das hierarchische System kann dadurch für alle flexibler, luftiger werden.</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>4. Clowns sind bei alten Menschen überfordert</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.mabuse-verlag.de/mabuse/mabuse-verlag/clowns-fuer-menschen-mit-demenz-pflege_pid_100_17713.html"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/01/202015gr.jpg" alt="" class="wp-image-654" width="322" height="500" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/01/202015gr.jpg 643w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/01/202015gr-193x300.jpg 193w" sizes="(max-width: 322px) 100vw, 322px" /></a><figcaption><strong>Verlag:</strong> <a href="https://www.mabuse-verlag.de/Verlag/Produkte/Mabuse/id/2b34717b-42a6-a688-b9c5-533cce48444b">Mabuse</a>; 224 Seiten, 3. Auflage, <br><strong>Erscheinungsjahr:</strong> 2016, <strong>ISBN:</strong> 9783863210151</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Witze machen, Torten werfen oder gegen einen Schrank laufen – gut, wem das bei Clowns gefällt. Aber meist sind es Kinder, die darüber lachen. Alte Menschen verstehen das oft nicht. Die brauchen eine sensible, einfühlsame Ansprache von Fachkräften, keine Schenkelklopfer von Tollpatschen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong><em>Widerspruch</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Offensichtlich auch hier: Unwissen ist kombiniert mit Vorurteilen. Seit vielen Jahren begleiten Clowns alte Menschen, seit vielen Jahren besuchen Clowns sogar Hospize. Seit vielen Jahren gibt es zudem Kurse explizit für Clowns, die alte Menschen besuchen wollen. Seit vielen Jahren lässt sich Woche für Woche im Alltag verfolgen, wie wertschätzend, wie fachkundig Clowns ihre Besuche gestalten. Und wie freudig diese aufgenommen werden.</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>5. Clowns lassen sich nicht abrechnen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Musiktherapeutinnen, Hundetherapeutinnen, Ergo- und andere therapeutinnen müssen finanziert werden. Nun sollen Clowns noch dazu kommen. Beim MDK sind sie aber nicht vorgesehen &lt;-– diesen Satz würde ich gerne streichen, da fürs KH nicht relevant.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Widerspruch</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesem Grund lässt sich nichts entgegnen: Clowns lassen sich in der Tat nicht als Kassenleistung abrechnen. Streichen, da im KH DRG-Abrechnung:. jedenfalls nicht über den Katalog des MDK. So weit, so gut. Wenn also professionelle Clowns honoriert werden sollen, muss das frei oder über Umwege geschehen. Das macht Arbeit. Da stellt sich schnell die Frage: Was sind Clowns dem Haus wert?</p>



<p class="has-text-align-center has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>6. Clowns sind nicht lustig</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dick und Doof sind komisch, Mr. Bean auch – aber Clowns? Im Zirkus, auf der Straße? Ihre Gags und Aktionen sind oft albern bis peinlich, bemüht bis berechenbar. Da muss man schon Kind sein oder sehr naiv, um darüber lachen zu können.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Widerspruch</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen davon, dass Geschmack und Humor sehr individuell geprägt sind, trifft der sechste und letzte Grund absolut zu: Clowns sind nicht lustig. Nie. Clowns haben lediglich einen komischen Effekt, wenn sie sehr ernsthaft eine etwas absurde Arbeit erledigen. Allein der Kontrast bewirkt die Komik. Zudem sind Clowns bei alten Menschen nicht als Humorbeauftragte unterwegs. Aber das hatten wir schon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Clowns sind keine Staubsauger</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu Clowns haben Staubsauger kein Problem, ihre Wirksamkeit zu belegen. Ein Beispiel: Da stehen drei, preislich unterschiedliche Modelle vor Staub, Sand und Erdbröckchen, die auf Parkett und Teppich verteilt sind. Der preislich günstigste entfernt alles so lala. Der preislich mittlere saugt schon besser, allerdings auch nicht ganz. Der teuerste nimmt alles mit, ohne jede Beanstandung. Dafür kostet der das doppelte. Klare Ergebnisse für eine klare Entscheidung. Doch ein Clown ist kein Staubsauger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie lässt sich nun feststellen, ob ein Clown in die Einrichtung passt, ob er oder sie einen positiven Effekt hat auf die Bewohnerinnen? Ausprobieren! In den meisten Orten gibt es Clownsvereine oder einzelne Clowns, die Erfahrung haben im Besuch alter Menschen. Wer also einen Versuch mit Clowns unternehmen will, sollte sich einen oder eine einladen. In deren Kontakt zu den alten Menschen lässt sich dann schnell spüren, ob es eine gemeinsame Basis gibt oder nicht.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Ulrich Fey</em></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Foto: Ulrich Fey</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2021/01/20/6-gruende-warum-clowns-keine-alten-menschen-betreuen-sollten/">6 Gründe, warum Clowns keine alten Menschen betreuen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2021/01/20/6-gruende-warum-clowns-keine-alten-menschen-betreuen-sollten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
