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	<title>bluthochdruck Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>bluthochdruck Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Neue WHO-Leitlinie: Was Demenzprävention leisten kann – und was nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 11:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Leitlinie zur Verringerung des Risikos für kognitiven Abbau und Demenz grundlegend überarbeitet. Die zweite Auflage bewertet, welche konkreten Maßnahmen bei bekannten Risikofaktoren tatsächlich einen Nutzen für&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/07/20/neue-who-leitlinie-was-demenzpraevention-leisten-kann-und-was-nicht/">Neue WHO-Leitlinie: Was Demenzprävention leisten kann – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Leitlinie zur Verringerung des Risikos für kognitiven Abbau und Demenz grundlegend überarbeitet. Die zweite Auflage bewertet, welche konkreten Maßnahmen bei bekannten Risikofaktoren tatsächlich einen Nutzen für die Kognition oder das Demenzrisiko zeigen. Dabei fällt die WHO vielfach deutlich vorsichtiger aus, als es manche öffentliche Botschaft über Demenzprävention vermuten lässt. Manche Schlagzeile verfälscht völlig, was wir über das Thema Prävention bei Demenz wissen &#8211; und dabei <a href="https://www.sciencemediacenter.de/angebote/praevention-von-14-risikofaktoren-koennte-demenzfaelle-verhindern-24109?utm_source=chatgpt.com">spielen &#8222;45%&#8220; eine besondere Rolle</a>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Risikofaktor ist noch keine wirksame Präventionsmaßnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen oder Schlafprobleme können mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden sein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass ihre Behandlung nachweislich eine Demenz verhindert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die WHO unterscheidet deshalb zwischen allgemeinen medizinischen Empfehlungen und einem zusätzlichen demenzpräventiven Nutzen. Depressionen und Schlafstörungen sollen selbstverständlich behandelt werden. Für die Aussage, dass ihre Behandlung zugleich das spätere Demenzrisiko senkt, reicht die bisherige Evidenz jedoch nicht aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was neu ist oder aktualisiert wurde</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neu ist eine bedingte Empfehlung für kognitive Stimulation, etwa durch Lesen, Erzählen, Spiele oder strukturierte Gruppenangebote. Die Evidenzsicherheit ist allerdings sehr gering. Auch soziale Aktivitäten können nun bedingt empfohlen werden. <strong>Ob sie ursächlich vor Demenz schützen, ist damit nicht bewiesen.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neu aufgenommen wurden außerdem Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung sowie individuell zugeschnittene Programme, die mehrere vorhandene Risikofaktoren gleichzeitig angehen. Bei diesen Mehrkomponentenprogrammen stuft die WHO die Evidenzsicherheit teilweise als moderat bis hoch ein. Das beschreibt jedoch nicht die Größe der Wirkung, sondern wie verlässlich das gefundene Ergebnis ist. Und dieses Ergebnis fällt ernüchternd aus: In den wenigen Studien, die neu auftretende Demenzerkrankungen erfassten, hatten solche Programme wenig oder keinen Effekt. Verbesserungen in kognitiven Tests waren sehr klein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aktualisiert wurden unter anderem <a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557">die Empfehlungen</a> zu ausgewogener Ernährung, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Hörgeräten. Die meisten dieser Empfehlungen bleiben bedingt; die Evidenz reicht je nach Maßnahme von sehr gering bis moderat.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3698" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle-1024x768.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle-300x225.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle-768x576.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle-1320x990.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/WhoTabelle.png 1448w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was die WHO nicht empfiehlt</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Von Vitamin B und E, Omega-3-Fettsäuren sowie Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten zur gezielten Demenzprävention rät die WHO bei Menschen ohne nachgewiesenen Mangel ab. Hier spricht sie eine starke Empfehlung aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine menopausale Hormontherapie soll bei Frauen ab 65 Jahren ebenfalls nicht eigens begonnen oder eingesetzt werden, um kognitiven Abbau oder Demenz zu verhindern. Für jüngere Frauen reicht die Evidenz weder für eine Empfehlung dafür noch dagegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Keine ausreichenden Belege sieht die WHO außerdem für einen demenzpräventiven Nutzen der Behandlung von Depressionen, Schlafstörungen und Sehbeeinträchtigungen sowie bestimmter Maßnahmen nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. <strong>Das bedeutet nicht, diese Erkrankungen oder Beeinträchtigungen unbehandelt zu lassen.</strong> Es markiert vielmehr die Grenze dessen, was derzeit über eine zusätzliche Wirkung auf das Demenzrisiko behauptet werden sollte.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<aside style="margin: 2rem 0; padding: 1.4rem 1.6rem; background-color: #f3f7f8; border-left: 5px solid #39778a; border-radius: 4px;" aria-labelledby="infokasten-praevention">

  <h3 id="infokasten-praevention" style="margin: 0 0 0.8rem 0; font-size: 1.2em; line-height: 1.35;">
    Was bedeutet die Zahl von 45 Prozent?
  </h3>

  <p style="margin: 0; line-height: 1.65;">
    Die WHO verweist auf eine Modellschätzung der Lancet-Kommission, nach der
    <strong>14 veränderbare Risikofaktoren zusammengenommen mit bis zu 45 Prozent des weltweiten Demenzgeschehens verbunden sein könnten.</strong>
  </p>

  <p style="margin: 1rem 0 0 0; padding: 0.9rem 1rem; line-height: 1.65; background-color: #ffffff; border: 2px solid #39778a; border-radius: 4px;">
    <strong>Wichtig:</strong> Die Zahl von 45 Prozent bedeutet nicht, dass tatsächlich 45 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindert werden können. Sie bedeutet ebenso wenig, dass ein einzelner Mensch sein persönliches Demenzrisiko durch einen gesunden Lebensstil annähernd halbieren kann.
  </p>

  <p style="margin: 1rem 0 0 0; line-height: 1.65;">
    Die neue WHO-Leitlinie prüft vielmehr, welche konkreten Interventionen nachweislich wirken – und fällt dabei wesentlich zurückhaltender aus.
  </p>

</aside>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Prävention ist keine persönliche Vollkaskoversicherung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Rauchstopp und die Behandlung gesundheitlicher Risiken sind sinnvoll. Einen garantierten Schutz vor Demenz bieten sie nicht. Zudem liegen viele Voraussetzungen nicht allein in der Hand des Einzelnen. Bildungschancen, medizinische Versorgung, soziale Teilhabe, sichere Lebensbedingungen und saubere Luft sind auch gesellschaftliche und politische Aufgaben.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Zahl von 45 Prozent notwendig. Sie lässt sich leicht in die scheinbar eingängige Botschaft übersetzen, ein Mensch könne sein persönliches Demenzrisiko durch 14 Maßnahmen nahezu halbieren. <strong>Das sagen weder die zugrunde liegende Modellrechnung noch die neue WHO-Leitlinie. Eine vollständige Beseitigung aller Risikofaktoren ist unrealistisch, und selbst aufwendige Programme verhindern Demenz nicht zuverlässig.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Überschriften, die dennoch eine persönliche Halbierung des Risikos versprechen, vermitteln eine Illusion umfassender Kontrolle. Im schlimmsten Fall entsteht daraus sogar der rückblickende Verdacht, Erkrankte hätten nicht gesund, aktiv oder diszipliniert genug gelebt. Das alles schrammt stets hart an der Grenze entlang, Betroffenen letztlich selbstverschulden zu unterstellen. Prävention verdient eine ernsthafte Debatte – aber kein Versprechen, das die Wissenschaft nicht einlösen kann. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade Gesundheitsberufler, aber auch Redaktionen die sich als seriös betrachten, sollten dem Thema Demenz mit der notwendigen Ernsthaftigkeit begegnen. Schlagzeilen wie &#8222;So halbieren Sie Ihr Demenzrisiko&#8220; mögen Klicks bringen &#8211; gerade im Umgang mit Erkrankungen wäre es aber angebracht, wenn sich Journalistinnen und Journalisten selbst verpflichtet sähen, Informationen zu bieten und diese einzuordnen, statt Luftblasen &#8211; oder sogar Falschinformationen, zu verbreiten. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kolleginnen und Kollegen der Pflege sind auch aufgerufen, solche Behauptungen nicht unkommentiert weiterzuverbreiten. Das heißt auch, entsprechende Beiträge in den sozialen Medien nicht zu teilen / liken. Das mag im Zeitalter der Sekundenaufmerksamkeit vielleicht nicht viel bedeuten. Fördern muss man unsinnige / unbelegte Behauptungen jedoch auch nicht. <br><br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Grafiken mit KI erstellt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Auszug verwendeter Quellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WHO-Leitlinie, zweite Auflage:</strong><br><a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557?utm_source=chatgpt.com">https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WHO-Pressemitteilung zur neuen Leitlinie:</strong><br><a href="https://www.who.int/news/item/15-07-2026-new-who-guidelines--up-to-45--of-dementia-risk-could-be-prevented-or-delayed?utm_source=chatgpt.com">https://www.who.int/news/item/15-07-2026-new-who-guidelines&#8211;up-to-45&#8211;of-dementia-risk-could-be-prevented-or-delayed</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lancet Commission 2024:</strong><br><a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2824%2901296-0/fulltext?utm_source=chatgpt.com">https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2824%2901296-0/fulltext</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deutsches Ärzteblatt:</strong><br><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/neue-empfehlungen-der-weltgesundheitsorganisation-gegen-demenz-erschienen-4511b953-9ff1-4640-8192-e30c604727a8?utm_source=chatgpt.com">https://www.aerzteblatt.de/news/neue-empfehlungen-der-weltgesundheitsorganisation-gegen-demenz-erschienen-4511b953-9ff1-4640-8192-e30c604727a8</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kritische Einordnung durch Fachleute beim Science Media Center Germany:</strong><br><a href="https://www.sciencemediacenter.de/angebote/praevention-von-14-risikofaktoren-koennte-demenzfaelle-verhindern-24109?utm_source=chatgpt.com">https://www.sciencemediacenter.de/angebote/praevention-von-14-risikofaktoren-koennte-demenzfaelle-verhindern-24109</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/07/20/neue-who-leitlinie-was-demenzpraevention-leisten-kann-und-was-nicht/">Neue WHO-Leitlinie: Was Demenzprävention leisten kann – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Blutdruckmessen bei Menschen mit Demenz</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/01/12/blutdruckmessen-bei-menschen-mit-demenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2025 11:51:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/01/12/blutdruckmessen-bei-menschen-mit-demenz/">Blutdruckmessen bei Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Inspiriert durch ein Posting auf X von @twundesminister, heute etwas zum Thema Blutdruckmessen. In seinem Post zeigte sich der Twundesminister verwundert (verärgert), über sein Erlebnis im Pflegeheim in dem es offenbar niemanden gab, der sich zu einer manuellen Blutdruckmessung und der Interpretation der Ergebnisse in der Lage sah. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4">Elektronisches Messen: üblich und alltagstauglich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als <a href="https://www.dhzc.charite.de/ratgeber/bluthochdruck/">die Hälfte der über 60jährigen</a> hat einen zu hohen Blutdruck. Natürlich sind auch Menschen mit Demenz betroffen. Aber auch andere verschiedenste Zustände und Anlässe geben in der Pflege Anlass, den Blutdruck von Patienten bzw. Pflegeempfängern zu kontrollieren. Vitalwerte geben nunmal Auskunft. Bei der Blutdruckmessung (Blutdruck, oft RR abgekürzt nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scipione_Riva-Rocci">Riva-Rocci</a>) kommen oft digitale, elektronische Messgeräte zum Einsatz. Ebenso wie beim manuellen Messen ist m.W. hinsichtlich der Genauigkeit nichts dagegen einzuwenden, sofern die Handhabung korrekt ist (Armhaltung etc.). Auch kann man annehmen, dass die Entwicklung von elektronischen Blutdruckmessgeräten auch in sofern ein Segen sind, dass auch Laien damit leicht umgehen können. Manschette um, auf den Knopf drücken, Werte ablesen. So weit, so gut. Die Geräte sind Alltag geworden &#8211; ob in der professionellen Pflege oder in der privaten Nutzung. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5">Medikamente können den Blutdruck beeinflussen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist wichtig um mögliche Veränderungen des Blutdrucks zu wissen, wenn es um die Einnahme bzw. Gabe von Medikamenten geht. Das gilt auch für Antidementiva oder andere Medikamente, die nicht selten Menschen mit Demenz verordnet werden. Ob und wie stark der individuelle Blutdruck beeinflusst wird, gilt es zu beobachten und Veränderungen dem behandelnden Arzt/Ärztin mitzuteilen. In der Tendenz ist eine Senkung des Blutdrucks häufiger zu erwarten.    </p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Medikamente</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Wirkstoffgruppe</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Auswirkungen auf den Blutdruck</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Info </td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Donepezil</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Cholinesterase-Hemmer</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Senkung oder keine signifikante Änderung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Schwindel möglich,  Blutdrucksenkung möglich bei sensibel ansprechenden Patienten</td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Rivastigmin</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Cholinesterase-Hemmer</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Selten Senkung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center"></td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Galantamin</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Cholinesterase-Hemmer</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Selten Senkung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Blutdruckveränderungen sind selten</td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Memantin</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">NMDA-Antagonist</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Erhöhung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Kann zu leichtem Bluthochdruck führen</td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Risperidon</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Antipsychotikum</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Senkung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Risiko für Schwindel und orthostatische Hypotonie</td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Quetiapin</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Antipsychotikum</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Senkung</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">kann das Risiko für Stürze bei älteren Patienten erhöhen</td></tr><tr><td class="has-text-align-center" data-align="center">Antidepressiva (z. B. SSRI)</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Antidepressivum</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">je nach Subtyp</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">Individuelle Reaktion auf das Medikament beachten</td></tr></tbody></table><figcaption class="wp-element-caption">Alle Angaben ohne Gewähr; bitte sprechen Sie Einnahme und Gabe jeglicher Medikamente stets mit einer Ärztin / einem Arzt ab und weisen sie unverzüglich auf Veränderungen von Blutdruck- oder anderen Werten hin. </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6">Weshalb ich immer wieder zur manuellen Messung zurückkehre</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist manchmal eine persönliche Präferenz. Ein Gefühl. Ich will das sehen, hören, fühlen, was ich da messe. Das mag &#8222;oldschool&#8220; sein &#8211; kommt aber je nach Situation vor. Das heißt nicht, dass ich Blutdruckmessgeräten grundsätzlich misstraue &#8211; keineswegs. Es ist manchmal mein Gefühl, meinetwegen Intuition. Und ich neige dazu, ihre nachzugeben, wenn sie anklopft. <br>Aber es hat auch noch einen weiteren Grund. Den, der Akzeptanz von Menschen mit Demenz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergangenes Jahr: Ich wurde in ein Pflegeheim gebeten, weil ein ausgesprochen „wehrfähiger“, hochaltriger Herr mit Demenz die Versorgung fast durchgehend komplett verweigerte. Eine verbale Kommunikation war kaum mehr möglich, erschöpfte sich in Lauten und manchmal in Einwortsätzen. Man bat mich zu schauen, was vielleicht doch noch geht ohne eine Einweisung. Es dauerte, schließlich hatte ich ihn leidlich körperlich (Hygiene) versorgen können. Beim dritten Besuch bat man mich schließlich, den RR zu messen da er dies konsequent und wiederum auch aggressiv verweigerte. Dazu drückte man mir ein elektronisches Blutdruckmessgerät in die Hand.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="575" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-1024x575.jpg" alt="" class="wp-image-2603" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-1024x575.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-1536x863.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-2048x1151.jpg 2048w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/Leonardo_Vision_XL_A_nurse_barely_out_of_her_twenties_gently_t_1-1320x742.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bild zu Illustrationszwecken erstellt mit Leonardo AI</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich bat um Stethoskop und Manschette. Lächelnd kommentierte die Kollegin auf Station, dass sie sowas noch dahaben, weil manche „ältere Kollegen“ dies bevorzugen würden. Uff. <br>Ich bedankte mich. </p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Frühversorgung brachten wir relativ zügig hinter uns. Er blieb missgestimmt bis unterschwellig aggressiv und da die RR-Messung noch vor uns lag, hielt ich mich nicht lange damit auf ihn mehr Gründlichkeit ertragen zu lassen. Das hätte sein abwehrendes Verhalten nur weiter angeheizt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Blutdruckmessen lief nach einer kurzen Verschnaufspause relativ problemlos ab. Zeit ist hier, wie immer, sicher ein Faktor gewesen. Ich habe mir aber grundsätzlich zumindest den Versuch der manuellen Messung des RR angewöhnt, wenn Menschen mit Demenz dabei große Schwierigkeiten machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist eine reine persönliche Erfahrung, keine allgemeingültige Aussage: manuelles Messen gelingt manchmal besser bzw. überhaupt erst, zumindest bei hochaltrigen Personen mit weit fortgeschrittener Demenz. Ich vermute stark, dass dies einfach „medizinischer“, „doktorartiger“ wirkt, wenn man mit Stethoskop und im Kasack vor dem Gegenüber steht. Vielleicht ist Menschen mit Demenz bei diesem Anblick einfach klarer was passieren wird bzw. soll &#8211;  weil sie vielleicht zumindest das Stethoskop einordnen können. Ähnliche Erfahrungen gibt es z.B. auch mit elektrischer und manueller Zahnbürste.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also, liebe Kolleginnen und Kollegen: bewahrt Euch die „alte Art“ und versucht es mal damit, falls die Messung immer wieder zuvor mit der elektronischen Variante gescheitert ist. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><br>Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/01/12/blutdruckmessen-bei-menschen-mit-demenz/">Blutdruckmessen bei Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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