<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>demenzdiagnostik Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<atom:link href="https://demenz-zeitung.de/tag/demenzdiagnostik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/demenzdiagnostik/</link>
	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
	<lastBuildDate>Wed, 02 Sep 2026 09:17:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>demenzdiagnostik Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/demenzdiagnostik/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 09:17:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ältere Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[demenzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[früherkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive einschränkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungslosenhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungslosigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3730</guid>

					<description><![CDATA[<p>Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, könnten deutlich häufiger und früher an einer Demenz erkranken als bislang angenommen. Darauf weist eine aktuelle Meta-Analyse im „Journal of the American Geriatrics Society“&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/">Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, könnten deutlich häufiger und früher an einer Demenz erkranken als bislang angenommen. Darauf weist eine aktuelle Meta-Analyse im „Journal of the American Geriatrics Society“ hin.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden werteten 36 Studien mit insgesamt mehr als 500.000 Menschen aus, die Wohnungslosigkeit erlebt hatten. Das gewichtete Durchschnittsalter lag bei rund 63 Jahren. Insgesamt wurde bei 6,8 Prozent eine Demenz festgestellt. In vergleichbaren Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit nach Angaben der Forschenden bei unter drei Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auffällig früh betroffen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen scheinen bei wohnungslosen Menschen teilweise bereits in einem Alter aufzutreten, in dem sie in der Allgemeinbevölkerung noch vergleichsweise selten sind. Als mögliche Erklärungen diskutieren die Autoren unter anderem eine beschleunigte gesundheitliche Alterung sowie die hohe Belastung durch bekannte Demenzrisikofaktoren. In den untersuchten Gruppen waren psychische Erkrankungen, Substanzkonsum, Schädel-Hirn-Verletzungen, Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig: <strong>Die Studie beweist nicht, dass Wohnungslosigkeit selbst eine Demenz verursacht.</strong> Die Daten zur Frage, ob Wohnungslosigkeit das Erkrankungsrisiko tatsächlich erhöht, waren sehr uneinheitlich. Denkbar ist zudem die umgekehrte Richtung: Eine beginnende Demenz kann dazu beitragen, dass Menschen Rechnungen, Behördenangelegenheiten oder ihre Wohnsituation nicht mehr bewältigen und schließlich ihre Wohnung verlieren.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background-color:#f3f6f8; border-left:5px solid #4f6f7a; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:4px;">
  <div style="font-size:1.1em; font-weight:600; margin-bottom:10px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f50e.png" alt="🔎" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Der entscheidende Punkt
  </div>

  <p style="margin:0; line-height:1.6;">
    Verwirrtheit, Vergesslichkeit und Orientierungsschwierigkeiten bei wohnungslosen Menschen sind nicht automatisch Folgen von Alkohol, Drogen, psychischer Erkrankung oder des Lebens auf der Straße. Gerade bei älteren Betroffenen sollte auch eine Demenz als mögliche Ursache abgeklärt werden.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für Deutschland?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Thema betrifft auch die deutsche Versorgung. Zum 31. Januar 2026 waren hierzulande rund 452.900 wohnungslose Menschen behördlich untergebracht; mehr als 43.000 von ihnen waren bereits 60 Jahre oder älter. Menschen, die auf der Straße leben oder verdeckt wohnungslos sind, sind in dieser Statistik noch nicht enthalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei älteren wohnungslosen Menschen sollten deshalb Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder auffällige Veränderungen nicht vorschnell ausschließlich Alkohol, psychischen Erkrankungen oder einfach &#8222;den schwierigen Lebensumständen&#8220; zugeschrieben werden. Eine Demenz muss als mögliche Ursache mitgedacht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Autoren plädieren zudem dafür, in der Wohnungslosenhilfe nicht starr an Altersgrenzen wie 65 Jahren festzuhalten. Sinnvoll wären niedrigschwellige Möglichkeiten zur Abklärung kognitiver Veränderungen sowie eine engere Zusammenarbeit von Wohnungslosenhilfe, Medizin, Psychiatrie, Suchthilfe, Pflege und Sozialarbeit. Nach einer Diagnose braucht es außerdem Wohn- und Versorgungsangebote, die auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen tatsächlich erreichen können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie macht damit auf eine Versorgungslücke aufmerksam: Demenz ist nicht ausschließlich ein Thema des hohen Alters – und sie kann gerade bei Menschen in besonders prekären Lebenssituationen leicht übersehen werden.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://agsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jgs.70072">Hoang PM et al. „Prevalence and Risk of Dementia Among Adults Who Have Experienced Homelessness, a Meta-Analysis“. Journal of the American Geriatrics Society, 2026.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/">Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 05:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostikstandard]]></category>
		<category><![CDATA[falsch-positive Befunde]]></category>
		<category><![CDATA[früherkennung]]></category>
		<category><![CDATA[hausarztpraxis]]></category>
		<category><![CDATA[JAMA Neurology]]></category>
		<category><![CDATA[ki]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive beeinträchtigung]]></category>
		<category><![CDATA[künstliche intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[moca]]></category>
		<category><![CDATA[screening]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachanalyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3662</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie in JAMA Neurology untersucht, ob künstliche Intelligenz aus kurzen Mitschnitten normaler Gespräche zwischen Patienten und Hausärzten Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen erkennen kann. Ausgewertet wurden Audioaufnahmen von 966&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/">KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue Studie in JAMA Neurology untersucht, ob künstliche Intelligenz aus kurzen Mitschnitten normaler Gespräche zwischen Patienten und Hausärzten Hinweise auf kognitive Beeinträchtigungen erkennen kann. Ausgewertet wurden Audioaufnahmen von 966 englischsprachigen Menschen ab 55 Jahren, bei denen bislang keine Demenz oder leichte kognitive Beeinträchtigung dokumentiert war. Als Vergleich diente der Montreal Cognitive Assessment, kurz MoCA.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtig: Es geht um Screening, nicht um Diagnose</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis klingt zunächst interessant: Das beste Modell erreichte in der externen Validierungsgruppe eine Sensitivität von 68,2 Prozent und eine Spezifität von 63,6 Prozent. Der positive Vorhersagewert lag jedoch nur bei 30,4 Prozent. Praktisch bedeutet das: Viele auffällige KI-Hinweise wären falsch positiv. Anders gesagt: Von den Personen, die das System als auffällig markiert, hätte ein großer Teil nach dem Studienkriterium keine kognitive Beeinträchtigung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Praxis heißt das: Solche Verfahren könnten künftig helfen, in der Hausarztpraxis frühzeitig genauer hinzuschauen. Sie ersetzen aber keinen diagnostischen Standard. Eine Demenzdiagnose bleibt eine fachliche Gesamteinschätzung mit Anamnese, Fremdanamnese, kognitiver Testung, Alltagsbezug, Ausschluss anderer Ursachen und gegebenenfalls weiterführender fachärztlicher Diagnostik. Die Studie zeigt also nicht: „KI erkennt Demenz.“ Sie zeigt: Sprach- und Stimmmerkmale könnten ein zusätzlicher Hinweisgeber sein – mehr nicht.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="Quelle: Joseph T. Colonel, Jacqueline Becker, Lili Chan et al.: Acoustic Analysis of Primary Care Patient–Clinician Conversations to Screen for Cognitive Impairment. JAMA Neurology. Online veröffentlicht am 15. Juni 2026. doi: 10.1001/jamaneurol.2026.1868.">Quelle: Joseph T. Colonel, Jacqueline Becker, Lili Chan et al.: Acoustic Analysis of Primary Care Patient–Clinician Conversations to Screen for Cognitive Impairment. JAMA Neurology. Online veröffentlicht am 15. Juni 2026. doi: 10.1001/jamaneurol.2026.1868.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/">KI-Sprachanalyse kann Hinweise geben – ersetzt aber keine Demenzdiagnostik</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/06/17/ki-sprachanalyse-kann-hinweise-geben-ersetzt-aber-keine-demenzdiagnostik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2025 16:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer-Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante Versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[BMG-Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[case management]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Demenzkosten]]></category>
		<category><![CDATA[demenztherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Entlastungsangebote]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[evidenzbasierte Versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnisambulanz]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Hausarztversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[interprofessionelle Zusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[multimodale Versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[pflegeberatung]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[pflegende angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätssicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Rapid Review]]></category>
		<category><![CDATA[Schnittstellenmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[sektorenübergreifende versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[versorgungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungspfad]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3329</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das IGES Institut und der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Projekts einen Rapid Review vorgelegt. Ziel ist die Entwicklung&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/">Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.iges.com/">IGES Institut </a>und der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben im Rahmen eines vom <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/index.html">Bundesministerium für Gesundheit</a> beauftragten Projekts einen Rapid Review vorgelegt. Ziel ist die Entwicklung eines „realistischen“ Versorgungspfades für Menschen mit Alzheimer-Demenz und ihre Angehörigen – evidenzbasiert und umsetzbar mit den verfügbaren Mitteln im ambulanten Versorgungssetting.</p>



<h2 class="wp-block-heading"> <br>Ergebnis: Was der Rapid Review liefert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Zentrum steht eine strukturierte Auswertung von 442 wissenschaftlichen Publikationen (identifiziert: 2.125 Quellen; eingeschlossen: 442) aus dem Zeitraum ab 2018. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenz">Die Evidenz</a> wurde thematisch in fünf Bereiche gebündelt: Ursachen und Risikofaktoren, Prävention, Diagnostik, Therapie sowie Versorgungsangebote.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die zusammengefassten Befunde unterstreichen, dass Alzheimer-Demenz einen personzentrierten, interdisziplinären Versorgungsansatz erfordert – und dass ein zukunftsfähiger Versorgungspfad multimodal, flexibel und sektorenübergreifend angelegt sein sollte. Also nichts, was wir nicht eigentlich schon wissen. Besonders deutlich wird im Review jedoch auch der Handlungsdruck aus Versorgungsperspektive: Pflegende Angehörige übernehmen einen Großteil der Unterstützung und berichten häufig, dass die Navigation im komplexen Gesundheitssystem schwierig ist.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#e9f4ff;border:1px solid #cfe6ff;border-radius:10px;padding:14px 16px;margin:16px 0;line-height:1.45;">
  <div style="font-size:1.05em;margin:0 0 8px 0;">Was ist ein Rapid Review?</div>
  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein Rapid Review ist eine beschleunigte Form der Literaturübersicht. Er bündelt den aktuellen Stand der Forschung zu einer klaren Fragestellung in kurzer Zeit, um Entscheidungen in Praxis und Politik zu unterstützen.
  </p>
  <ul style="margin:0;padding-left:18px;">
    <li>arbeitet mit transparenten, vorab definierten Such- und Auswahlkriterien</li>
    <li>nutzt pragmatische Abkürzungen (z. B. begrenzter Zeitraum, weniger Datenbanken, teils weniger Doppelprüfung)</li>
    <li>liefert schneller Ergebnisse als ein klassisches systematisches Review, kann aber einzelne Studien eher übersehen</li>
  </ul>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Parallel steigen die volkswirtschaftlichen Belastungen: Für Deutschland werden die Demenzkosten für 2020 auf rund 20,4 Milliarden Euro geschätzt; der Anteil an allen Krankheitskosten stieg von 3,6 Prozent (2002) auf 4,7 Prozent (2020).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Anforderungen sich für den Versorgungspfad ableiten lassen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Ergebnissen leiten die Autorinnen und Autoren konkrete Implikationen ab. Dazu gehören insbesondere: ein modularer Aufbau (passend zu Risikoprofil, Erkrankungsstadium und Begleiterkrankungen), klar definierte Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege zwischen den beteiligten Akteuren sowie die feste Integration von Prävention, gestufter Diagnostik, abgestuften Therapiebausteinen (pharmakologisch und nicht-pharmakologisch) und palliativen Aspekten in späteren Stadien. Ebenfalls ausdrücklich genannt: systematische Entlastungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige sowie Qualitätssicherung und Evaluation, damit Innovationen nur bei nachgewiesenem Versorgungsnutzen in den Pfad übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worauf das Gesamtprojekt hinausläuft</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das dreijährige Forschungsprojekt verfolgt zwei Kernziele: (1) die sektorenübergreifende Zusammenarbeit der an der Versorgung beteiligten Akteure zu stärken und (2) die Versorgungsqualität für Menschen mit Alzheimer-Demenz im Vergleich zur derzeitigen Versorgung messbar zu verbessern und abzusichern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auf den Rapid Review folgt eine Analyse des Soll-Zustands (unter Einbezug weiterer Quellen) und dann der Ist-Zustand mit Versorgungsdefiziten und Hürden in der ambulanten medizinischen Versorgung. Geplant sind Experteninterviews (Oktober bis Dezember 2025), Fokusgruppen (Februar/März 2026) sowie anschließend bundesweite Befragungen relevanter Akteursgruppen und danach auch Betroffener und Angehöriger. Der Ansatz ist ausdrücklich partizipativ, um einen praxistauglichen, bedarfs- und bedürfnisgerechten Versorgungspfad zu entwickeln.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.versorgungspfad-demenz.de/">Mehr Informationen unter versorgungspfad-demenz.de. </a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/">Alzheimer-Demenz: Rapid Review bündelt Evidenz und setzt Leitplanken für eine einheitlichere Versorgung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2025/12/22/alzheimer-demenz-rapid-review-buendelt-evidenz-und-setzt-leitplanken-fuer-eine-einheitlichere-versorgung/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2025 19:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinmedizin und Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Ambulante Pflege Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige von Demenzkranken]]></category>
		<category><![CDATA[delir und demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz Care Management]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz im Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Demenzversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Depression oder Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Frühdiagnose Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnisambulanz]]></category>
		<category><![CDATA[hausarztpraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Einschränkungen im Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Demenzstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege und Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeblog]]></category>
		<category><![CDATA[Rolle der Pflegekräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Unterdiagnostik Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsforschung Demenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3280</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Sommer 2025 machten Meldungen die Runde, in deutschen Arztpraxen würden „weniger Demenzen“ diagnostiziert. Grundlage waren Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ausgewertet wurden:&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/">Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Sommer 2025 machten Meldungen die Runde, in deutschen Arztpraxen würden „weniger Demenzen“ diagnostiziert. Grundlage waren Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ausgewertet wurden: zwischen 2015 und 2022 ist die Zahl der in Praxen kodierten Demenzdiagnosen gesunken, während Diagnosen wie „leichte kognitive Störung“ zunahmen. Das klingt wie eine gute Nachricht – ist aber vor allem ein Hinweis darauf, wie sich Diagnostik und Kodierung verändern. Gezählt wurde, wie oft Ärztinnen und Ärzte Demenz in ihre EDV eingeben, nicht, wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leider griffen manche Medien und auch einige &#8222;Fachleute&#8220; online die Auswertung in einer unangemessenen Weise auf. Sie erweckten den Eindruck, man könne aus diesen Daten schließen, dass es weniger Fälle von Demenz in Deutschland gäbe. Das ist falsch. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht erkannt und nicht kodiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bevölkerungsbezogene Daten zeichnen weiterhin ein anderes Bild: Demenz bleibt im höheren Alter häufig, und die Gesamtzahl der Betroffenen steigt mit der Alterung der Bevölkerung eher an. Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gehen derzeit von rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland aus, Tendenz bis 2030 deutlich steigend. Der eigentliche Befund lautet deshalb nicht „Demenz wird seltener“, sondern: Ein großer Teil der Fälle wird gar nicht oder spät als Demenz erkannt und kodiert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die bekannte Aussage „nur etwa jede zweite Demenz ist diagnostiziert“ kommt aus dem Vergleich zweier Zahlen: Prävalenzstudien zeigen, wie häufig Demenz in bestimmten Altersgruppen objektiv auftritt – unabhängig von Akteneinträgen. Routinedaten aus Praxen und Kassen zeigen, bei wie vielen dieser Menschen tatsächlich eine Demenzdiagnose dokumentiert ist. Zwischen beiden Linien bleibt eine stabile Lücke: Formell diagnostiziert ist etwa die Hälfte dessen, was epidemiologisch zu erwarten wäre; in manchen Analysen etwas mehr, in anderen etwas weniger.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Deshalb wird so oft nicht diagnostiziert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Gründe für diese Unterdiagnostik sind bekannt: auf der Seite der Betroffenen und Angehörigen spielen Angst vor Stigmatisierung, Scham und der Wunsch, „das Problem nicht groß zu machen“, eine große Rolle. Vergesslichkeit wird als normales Altwerden abgetan, Verhaltensänderungen als „Eigenart“. Dazu kommen Sprach- und Kulturbarrieren, mangelnde Information und die Sorge, mit einer Demenzdiagnose sei die Selbstständigkeit sofort in Gefahr.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Strukturelle Rahmenbedingungen verstärken das Problem: Gedächtnisambulanzen sind regional ungleich verteilt, Wartezeiten lang, Krankenhausstrukturen oft nicht demenzsensibel. In der Konsequenz gibt es viele Menschen, bei denen „eigentlich alle sehen, dass etwas nicht stimmt“, ohne dass es je zu einer konsequenten diagnostischen Klärung und sauberen Dokumentation kommt.<br><br>Trotz aller strukturellen Probleme bleibt die Hausarztpraxis der Dreh- und Angelpunkt: Fast alle älteren Menschen werden dort regelmäßig gesehen, nur ein kleiner Teil landet je in einer Gedächtnisambulanz – und wenn, dann meist spät. Leitlinien verlangen dabei kein „Mini-Gedächtniszentrum“, sondern eine realistische Basisdiagnostik: gezielte Anamnese und Fremdanamnese, ein kurzer kognitiver Test, eine orientierende körperlich-neurologische Untersuchung, Basislabor und eine Entscheidung, ob und an wen weiterüberwiesen wird. Spezialambulanzen bauen auf dieser Grundlage auf, sie können sie nicht ersetzen. Wenn diese Basis in der Primärversorgung aus Zeitdruck, Unsicherheit oder Skepsis heraus nur zögerlich genutzt wird, bleiben viele Demenzen zwangsläufig unsichtbar.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#e6f4ff; border:1px solid #bcd7f5; padding:20px 24px; border-radius:10px; max-width:900px; font-size:20px; line-height:1.6; margin:24px 0;">
  <p style="margin-top:0; margin-bottom:12px; font-size:24px;">
    Demenzdiagnostik in der Hausarztpraxis: Warum so viel liegen bleibt
  </p>

  <p style="margin:0 0 10px 0;">
    In der hausärztlichen Versorgung kommt ein ganzes Bündel an Faktoren zusammen, die dazu beitragen, dass Demenzen oft spät oder gar nicht diagnostiziert werden:
  </p>

  <ul style="margin:0 0 4px 24px; padding:0;">
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Qualitative Studien zeigen bei vielen Hausärztinnen und Hausärzten eine distanzierte Haltung zur Demenzdiagnostik.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Demenz wird eher als Thema von Neurologie, Psychiatrie oder Gedächtnisambulanzen gesehen.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Der Nutzen einer frühen Diagnose wird unterschätzt, weil keine Heilung möglich ist.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Die anspruchsvolle Differenzialdiagnose zwischen Demenz, Depression, Delir und „normalem Altern“ gilt im knappen Praxisalltag als kaum leistbar.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Zeit- und Vergütungsdruck erschweren ausführliche Gespräche, Fremdanamnese und Testung.
    </li>
    <li style="margin-bottom:8px;">
      Es besteht die Sorge, die Arzt-Patient-Beziehung mit dem Thema „Demenz“ zu belasten.
    </li>
    <li>
      Zudem gibt es Skepsis gegenüber standardisierten Tests, die als wenig alltagsnah empfunden werden.
    </li>
  </ul>
</div>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegefachpersonen als Hinweisgeber und Diagnostik-Ermöglicher</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau an dieser Stelle wird die Rolle der Pflegeberufe zentral – nicht als Diagnostiker, sondern als Ermöglicher von Diagnostik. Pflegeprofis sehen die Betroffenen im Alltag, über Tage, Wochen und Monate. Sie erleben schleichende Veränderungen in Orientierung, Alltagskompetenzen, Verhalten und Emotionen, die in einer Zehn-Minuten-Sprechstunde leicht untergehen. Wenn diese Beobachtungen konkret beschrieben und in Arztkontakten, Visiten oder Berichten benannt werden – etwa mit Angaben dazu, seit wann bestimmte Probleme bestehen und wie sie sich im Verlauf verändert haben –, entsteht überhaupt erst ein begründeter Anlass, an Demenzdiagnostik zu denken. Entsprechend wichtig ist der Austausch mit Betroffenen, Angehörigen und Vollmachtinhabern / Betreuern. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Überhaupt: viele Familien schildern ihre Sorgen zuerst dem Pflegeteam. Pflegefachleute können diese ernst nehmen, erläutern, warum eine Abklärung beim Hausarzt sinnvoll ist, und helfen, das Thema in der Praxis anzusprechen, ohne gleich von „Demenz“ sprechen zu müssen. Je besser Pflege, Hausarztpraxis und ggf. spezialisierte Dienste hier zusammenarbeiten, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass offensichtliche Veränderungen über Jahre im Hintergrund bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vereinfachte Diagnose wird immer wichtiger</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund sind vereinfachte, alltagstaugliche Test- und Screeningverfahren und neue Versorgungsmodelle kein Luxus, sondern eine logische Reaktion auf die Unterdiagnostik. Kurze, gut handhabbare Verfahren und klare Algorithmen und Modelle in denen Pflegefachpersonen eng mit Hausärztinnen und Hausärzten zusammenarbeiten, können helfen, aus subjektiven Eindrücken strukturierte Verdachtsdiagnosen zu machen – und damit die Lücke zwischen „eigentlich sieht man es doch“ und „es steht als Diagnose im System“ kleiner werden zu lassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die sinkenden Demenzkodierungen in KV-Statistiken sind in diesem Zusammenhang weniger eine Entwarnung als ein weiterer Hinweis darauf, wie stark Diagnostik und Sichtbarkeit von Demenz vom Verhalten der Akteure und von den Rahmenbedingungen abhängen. Ob Menschen mit Demenz rechtzeitig passende Behandlung, Pflege und Entlastung erhalten, entscheidet sich nicht in Zahlenkolonnen, sondern im Zusammenspiel von Hausarztpraxis, Spezialambulanzen und Pflege. Und genau hier haben Pflegeberufe mit ihrem Blick auf den Alltag und ihrer Nähe zu Angehörigen eine Schlüsselrolle.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nehmen wir sie an.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Weiterlesen: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31811446/">Dementia diagnostics in general practitioner care : Do general practitioners have reservations? The findings of a qualitative study in Germany</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1016/j.dadm.2014.11.007">Rates of formal diagnosis of dementia in primary care: The effect of screening</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/">Warum die fehlenden Diagnosen auch ein Auftrag für die Pflege sind</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2025/11/29/warum-die-fehlenden-diagnosen-auch-ein-auftrag-fuer-die-pflege-sind/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Psychometrische Tests zur Feststellung kognitiver Beeinträchtigungen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 11:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[CERAD-Test Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Clock drawing test]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz test]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[demenztest]]></category>
		<category><![CDATA[DemTect]]></category>
		<category><![CDATA[DemTect+]]></category>
		<category><![CDATA[diagnose demenz]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive beeinträchtigung]]></category>
		<category><![CDATA[mini-mental-status-test]]></category>
		<category><![CDATA[mmse]]></category>
		<category><![CDATA[mmst]]></category>
		<category><![CDATA[moca]]></category>
		<category><![CDATA[NIA]]></category>
		<category><![CDATA[Nürnberger Alters Inventar]]></category>
		<category><![CDATA[odem]]></category>
		<category><![CDATA[Trail-Making-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Uhrentest Demenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=2387</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine Vielzahl von Verfahren um relevante kognitive Beeinträchtigungen festzustellen. Wichtig ist, dass die Anwendung in einem angemessenen Rahmen und unter passenden Umständen stattfindet &#8211; und sie nicht der&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/">Psychometrische Tests zur Feststellung kognitiver Beeinträchtigungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine Vielzahl von Verfahren um relevante kognitive Beeinträchtigungen festzustellen. Wichtig ist, dass die Anwendung in einem angemessenen Rahmen und unter passenden Umständen stattfindet &#8211; und sie nicht der Endpunkt der Diagnostik sind. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5">Eine frühe Diagnose eröffnet Möglichkeiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist gut, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein und Wissen rund ums Thema Demenz in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Eine frühe Diagnose ermöglicht Betroffenen nicht nur Entscheidungen zu Behandlungswegen zu treffen. Auch Festlegungen wer für sie einmal entscheiden soll falls notwendig, können noch getroffen werden. Frühzeitig auf kognitive Beeinträchtigungen zu reagieren ist für die gesamte weitere Lebensplanung wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6">Ein Phänomen mit vielen möglichen Ursachen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kognitive Beeinträchtigungen können eine Menge Ursachen haben. Eine Demenz kann ursächlich sein, muss es aber nicht. Vergiftungen, Flüssigkeitsmangel, Depressionen etc. können Testergebnisse verfälschen, zu Falsch-Positiven Ergebnissen führen. Gerade Laien wissen dies oft nicht. Ein bestimmter Punktewert den sie nun am heimischen Küchentisch mit Oma herausbekommen haben, bedeutet dann: Alzheimer.<br> Problematisch ist in dieser Hinsicht, dass auch in Artikeln oder auf Webseiten von und für Pflege und Medizin immer wieder im Rahmen dieser Tests dargestellt wird, dass damit eine Demenz diagnostiziert würde. Punktewert – und fertig.<br>Am Klügsten ist es daher sicherlich, von „innerfamilären Alleingängen“ abzuraten und Testungen in Zusammenarbeit mit dafür geschulten Gesundheitsfachleuten durchzuführen. Und stets klarzustellen, dass normalerweise weitere diagnostische Schritte notwendig sind.  </p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7">Testungen nehmen keine Rücksicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gängige Tests haben auch Schwächen. Z.B. greifen bestimmte Tests eher im frühen Stadium, manche erst bei mittelschwerer Ausprägung einer Demenz. Es kann ein bestimmtes kognitives Vorniveau verlangt sein um Testaufgaben erfolgreich zu bestehen, oder die ausreichende Funktion von Hör- und Sehfähigkeit vorausgesetzt sein. Mediziner und Pflegefachleute wissen dies. Und auch, dass eine Testung einen passenden Rahmen braucht und in bestimmten Situationen<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/"> oder Zuständen</a> eine Testung nicht sinnvoll ist.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiele für gängige Testungen sind</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.arztpraxistreusch.de/pdfs/mmst.pdf">Mini-Mental-Status-Test</a> (MMST od. engl. MMSE) &#8211; Ein häufig verwendetes Screening-Tool zur Bewertung von kognitiven Funktionen, insbesondere bei älteren Erwachsenen.</li>



<li><a href="https://www.geriatrie-bochum.de/assessment/demtect.php">DemTect</a> &#8211; beinhaltet Tests zur Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und sprachlichen Fähigkeiten.</li>



<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Uhren-Zeichen-Test">Clock-Drawing Test</a> (CDT) &#8211; Ein einfacher Test, bei dem die Testperson eine Uhr zeichnet, um kognitive Fähigkeiten wie Planung, visuelle Wahrnehmung und Exekutivfunktionen zu bewerten.</li>



<li><a href="https://www.center-tbi.eu/files/approved-translations/German/GERMAN_TMT.pdf">Trail-Making-Test (TMT)</a> &#8211; Ein Test, der die visuelle Such- und Aufmerksamkeitsfunktionen sowie die Geschwindigkeit der Verarbeitung misst. Er besteht aus zwei Teilen (TMT-A und TMT-B), die unterschiedliche kognitive Fähigkeiten testen.</li>



<li><a href="https://www.dr-kurscheid.de/wp-content/uploads/2017/04/MOCA-Test.pdf">Montreal Cognitive Assessment</a> (MoCA) &#8211; Ein weiteres Screening-Tool zur Identifizierung von kognitiven Beeinträchtigungen, das verschiedene kognitive Bereiche wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und visuell-räumliche Fähigkeiten umfasst.</li>



<li><a href="https://psychscenehub.com/wp-content/uploads/2018/07/Frontal_FAB_Scale.pdf">Frontal Assessment Battery</a> (FAB) &#8211; Ein Test, der speziell auf die Bewertung frontaler kognitiver Funktionen und Exekutivfunktionen ausgerichtet ist, einschließlich der Fähigkeit zur Planung, zur Durchführung abstrakter Denkaufgaben und zur kognitiven Flexibilität.</li>



<li><a href="https://www.memoryclinic.ch/de/main-navigation/neuropsychologen/cerad-plus/">Der CERAD-Test (CERAD+)</a> (Consortium to Establish a Registry for Alzheimer&#8217;s Disease) ist ein neuropsychologischer Test, der entwickelt wurde, um verschiedene kognitive Funktionen zu bewerten und insbesondere Hinweise auf Alzheimer-Krankheit und andere Formen von Demenz zu erkennen.</li>



<li><a href="https://www.demenzforschung-oswald.de/nai/">Nürnberger Altersinventar (NAI)</a> &#8211; ein Verfahren zur Diagnostik von kognitiven Leistungen älterer Menschen. Das NAI wurde speziell für den Einsatz in der gerontopsychologischen Diagnostik konzipiert und umfasst eine Reihe von Tests und Fragebögen, die verschiedene kognitive Bereiche abdecken.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-8">Depression, Seh- und Hörbehinderungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Ursachen die eine Pseudodemenz vorspiegeln können, gehören Depressionen. Daher wurde zur Abgrenzung ein <a href="https://www.kcgeriatrie.de/fileadmin/Kcgeriatrie/Assessments/tfdd_manual.pdf">eigenes Testverfahren entwickelt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seh- und Hörbeeinträchtigungen können die Ergebnisse von psychometrischen Tests der kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen oder verfälschen. In der Praxis führt dies einerseits dazu, dass die Testungen aufgrund der Beeinträchtigungen nicht durchgeführt oder abgebrochen werden. Oder sie werden mangels Alternative dennoch durchgeführt, mit fraglichen Ergebnissen. Falsch-positive Ergebnisse können die Folge sein. Daher wurden erweiterte Testungen entwickelt, die darauf Rücksicht nehmen. Etwas <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/Forschungsfoerderung/DemTect_kurze_Publikation.pdf">zum DemTectEye+Ear finden Sie hier</a>. <br>Ein neuerer Test der praxistauglich die Testung bei Menschen mit Hörbeeinträchtigungen ermöglichst, ist <a href="https://www.researchgate.net/publication/371922317_O-DEM_Kognitiver_Screeningtest_fur_Horgeschadigte">der O-DEM</a>. Er wurde von einem Team um Wissenschaftlerin Isabell Ballasch entwickelt. In der Mai-Ausgabe von im Fokus: Demenzpflege werde ich diesen ausführlich vorstellen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Informiert zum Thema Demenz bleiben Sie über den Newsletter dieser Seite oder abonnieren Sie den <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/23/demenzinfos-auf-dem-smartphone-whatsapp-kanal-demenz-gestartet/">Whatsapp-Kanal Demenz</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/">Psychometrische Tests zur Feststellung kognitiver Beeinträchtigungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2024/04/05/psychometrische-tests-zur-feststellung-kognitiver-beeintraechtigungen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
