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	<title>geriatrie Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>geriatrie Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<item>
		<title>Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 20:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die individuelle Risikosituation verändern.<br></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb reicht es nicht, Entlassungsbrief und Medikamentenplan entgegenzunehmen und anschließend die bisherige Versorgung fortzusetzen. Nach der Rückkehr muss geklärt werden: Was ist noch wie vorher – und was hat sich verändert? Aus aktuellem Anlass der mit reichlich Ärger und auch womöglich vermeidbarem Leid verbunden war ein Artikel zum Thema Rückkehr nach dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn auch die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) nehmen diese Schnittstelle ausdrücklich in den Blick. Krankenhausaufenthalte gehören für viele Menschen mit Demenz zur Versorgungsrealität. Rechnerisch kommen auf 100 Menschen mit Demenz rund 90 Krankenhausaufenthalte pro Jahr. Das bedeutet natürlich nicht, dass 90 von 100 Betroffenen jedes Jahr ins Krankenhaus kommen: Manche Menschen werden mehrfach aufgenommen, andere gar nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bis 2040 könnte die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenz nach der Projektion des BARMER Krankenhausreports von 1,04 Millionen auf rund 1,36 Millionen steigen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigste Frage nach der Rückkehr: Was ist jetzt anders?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Herr M. hat im Krankenhaus stark abgebaut.“ &#8211; ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen: welche Information bietet das? Auch schon gefunden: &#8222;Kam völlig verändert aus dem KH zurück.&#8220;.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Klar, ein solcher Satz fällt im Pflegealltag schnell. Ganz kurz die nächste Schicht auf eine veränderte Lage hinweisen &#8211; okay. Aber das hilft für die weitere Versorgung wirklich nur sehr begrenzt, oder? Pflegefachlich entscheidend ist der konkrete Vergleich mit dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bsp.: vor der Einweisung ging Herr M. mit seinem Rollator selbstständig vom Zimmer in den Speiseraum. Nach der Rückkehr benötigt er Unterstützung beim Aufstehen und Begleitung über die gesamte Gehstrecke.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Erst ein solcher Vergleich macht sichtbar, wo neuer Unterstützungs-, Beobachtungs- oder Abklärungsbedarf entstanden ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In der stationären Pflege verlangt die QPR eine erneute Einschätzung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen ist die Überleitung bei Krankenhausaufenthalten ein eigener Qualitätsaspekt der QPR. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die innerhalb der vergangenen sechs Monate im Krankenhaus behandelt wurden, wird unter anderem geprüft, ob nach der Rückkehr die Bedarfseinschätzung aktualisiert und die Maßnahmenplanung bei Bedarf angepasst wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Rückkehr soll beurteilt werden,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ob sich der Pflegebedarf verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob sich die Risikosituation verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob die individuelle Maßnahmenplanung angepasst werden muss und</li>



<li class="has-medium-font-size">ob notwendige Folgetermine beziehungsweise die Information behandelnder Ärztinnen oder Ärzte organisiert wurden.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine feste Frist von beispielsweise 24 Stunden nennen die QPR hierfür nicht. Die Formulierung „unmittelbar nach Rückkehr“ macht jedoch deutlich, dass erkennbare Veränderungen zeitnah aufgegriffen werden müssen, nicht irgendwann wenn die Pflegeplanung gerade turnusgemäß überarbeitet werden soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum neuen Assessment gehört auch körperliches Hinschauen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR schreiben nach einer Krankenhausrückkehr keine standardisierte Ganzkörperuntersuchung vor. Die geforderte erneute Einschätzung des Pflegebedarfs und der Risiken kann jedoch eine gezielte körperliche Einschätzung notwendig machen. Das gilt beispielsweise bei neuer Immobilität, Schmerzen, Wunden oder Hämatomen, Ödemen, Atemproblemen oder neu hinzugekommenen Kathetern, Verbänden und anderen Versorgungen. Auch Mobilität und Transfers lassen sich nicht allein aus dem Entlassungsbrief beurteilen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz reicht zudem eine reine Befragung häufig nicht aus. Beschwerden können möglicherweise nicht zuverlässig benannt oder Veränderungen nicht selbst eingeordnet werden. Beobachtung und – soweit erforderlich und von der Person akzeptiert – gezielte körperliche Inspektion gehören dann zur pflegefachlichen Einschätzung. Eine besondere „Ganzkörperkontrolle nach Krankenhausaufenthalt“ schreiben die QPR also nicht vor. Die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs gehört nach § 4 Pflegeberufegesetz jedoch ausdrücklich zu den vorbehaltenen Aufgaben von Pflegefachpersonen. Wie umfassend dabei körperlich eingeschätzt werden muss, richtet sich nach dem aktuellen Zustand und den erkennbaren Risiken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Anpassungen ausbleiben, wird es zum Qualitätsproblem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR unterscheiden zwischen verspäteter Dokumentation und einer tatsächlich fehlenden Reaktion auf veränderten Pflegebedarf. Wird eine notwendige Anpassung zwar umgesetzt, aber erst später dokumentiert, kann dies als Auffälligkeit ohne erwartbare negative Folgen bewertet werden. Bleibt die Maßnahmenplanung trotz verändertem Bedarf unverändert, liegt dagegen ein Defizit mit Risiko negativer Folgen vor. Wird auch die tatsächliche Versorgung nicht angepasst, können bereits negative Folgen eingetreten sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht die Menge der Dokumentation, sondern dass Veränderungen erkannt und in die Versorgung übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch ambulant ist die Krankenhausrückkehr Prüfthema</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die seit 30. Juli 2026 geltenden QPR für ambulante Pflegedienste erfassen die Rückkehr aus dem Krankenhaus im Qualitätsaspekt „Aufnahmemanagement“. Bei einer Wiederaufnahme müssen die wesentlichen Informationen zur aktuellen Pflegesituation erhoben und für die weitere Versorgung berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere aktuelle Einschränkungen, Ressourcen und Fähigkeiten, die Sicht der betroffenen Person beziehungsweise ihrer An- und Zugehörigen sowie relevante Angaben zu Diagnosen, Medikation, Folgen der Krankenhausbehandlung und anderen beteiligten Versorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade ambulant muss zusätzlich geprüft werden, ob die bisherige Versorgung zu Hause unter den veränderten Bedingungen noch ausreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht alles neu schreiben – aber Veränderungen nachvollziehbar erfassen</h2>



<div style="
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  <div style="
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  ">
    Nach der Rückkehr konkret prüfen
  </div>

  <div style="
    margin-bottom: 22px;
    color: #5d686b;
    line-height: 1.5;
  ">
    Die wichtigsten Punkte für die pflegefachliche Einschätzung nach einem Krankenhausaufenthalt:
  </div>


  <div style="display: grid; gap: 12px;">

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Unterlagen</strong><br>
        Sind Entlassungsbrief, Befunde, Verordnungen und Nachsorgetermine vorhanden?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Medikation</strong><br>
        Was wurde neu angesetzt, abgesetzt, anders dosiert oder nur vorübergehend verordnet?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Kognition und Aufmerksamkeit</strong><br>
        Bestehen neue Verwirrtheit, Unaufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder deutliche Schwankungen?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Mobilität</strong><br>
        Haben sich Aufstehen, Transfer oder Gehen verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Essen und Trinken</strong><br>
        Haben sich Selbstständigkeit, Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, Kauen oder Schlucken verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Schmerzen und Beschwerden</strong><br>
        Gibt es neue oder verstärkte Schmerzen, Fieber, Atemnot oder andere Auffälligkeiten?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Ausscheidung</strong><br>
        Bestehen Veränderungen bei Kontinenz, Miktion oder Stuhlgang?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Selbstversorgung</strong><br>
        Wird mehr Unterstützung bei Körperpflege, Ankleiden oder Toilettengang benötigt?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Neue Versorgungserfordernisse</strong><br>
        Gibt es neue Wunden, Katheter, ein Stoma, Hilfsmittel oder andere medizinisch-pflegerische Anforderungen?
      </div>
    </div>

    <div style="
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      gap:12px;
      align-items:flex-start;
      padding:14px;
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    ">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Konsequenzen</strong><br>
        Was muss abgeklärt, weitergegeben oder in der Maßnahmenplanung verändert werden?
      </div>
    </div>

  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dokumentiert werden sollten vor allem konkrete Veränderungen gegenüber dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt. Pauschale Formulierungen wie „deutlich abgebaut“, „verwirrter“ oder „Mobilität schlechter“ helfen dabei wenig. Aussagekräftiger ist eine Beschreibung dessen, was aktuell nicht mehr, anders oder nur mit zusätzlicher Unterstützung möglich ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei gilt nicht: Jede fehlende Einzelangabe ist automatisch ein Pflegefehler. Die QPR bewerten auch, ob relevante Informationen vorlagen und angemessen auf den tatsächlichen Bedarf reagiert wurde. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn wesentliche Veränderungen nicht erfasst werden und deshalb keinen Eingang in Planung und Versorgung finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch das Krankenhaus trägt Verantwortung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser sind nach § 39 Abs. 1a SGB V zu einem Entlassmanagement verpflichtet. Ziel ist ein möglichst nahtloser Übergang in die medizinische, rehabilitative oder pflegerische Anschlussversorgung. Fehlen nach der Rückkehr dennoch Informationen, die für eine sichere Versorgung notwendig sind, müssen Pflegefachpersonen diese Lücke erkennen und eine Klärung anstoßen. Die Verantwortung für ein unvollständiges Entlassmanagement liegt damit nicht allein bei Pflegeheim oder Pflegedienst – die sichere Weiterführung der Pflege darf daran aber ebenfalls nicht scheitern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Krankenhaus beginnt nicht einfach wieder die alte Pflege</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Rückkehr ist ein pflegefachlicher Übergang. Neu beurteilt werden müssen Pflegebedarf, Risiken, erhaltene Fähigkeiten und möglicher weiterer Abklärungsbedarf. Ebenso muss geprüft werden, ob die bisherige Maßnahmenplanung die aktuelle Situation noch abbildet. Gerade bei Menschen mit Demenz sollte deshalb nicht bei der Feststellung stehen geblieben werden, jemand habe „im Krankenhaus abgebaut“. Die entscheidende Frage lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was konnte dieser Mensch vor dem Krankenhausaufenthalt – und was braucht er jetzt? Aus diesem Vergleich ergeben sich die nächsten pflegerischen Schritte.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen &amp; weitere Infos</p>



<p class="wp-block-paragraph">BARMER: Krankenhausreport 2025 – Demenzerkrankungen in Deutschland.<br><a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf">https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege, insbesondere Qualitätsaspekt 4.2 „Überleitung bei Krankenhausaufenthalten“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien ambulante Pflege Teil 1a – Ambulante Pflegedienste, gültig ab 30. Juli 2026, insbesondere Qualitätsaspekt 1.1 „Aufnahmemanagement“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegeberufegesetz, § 4: Vorbehaltene Aufgaben.<br><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html">https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesministerium für Gesundheit: Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V.<br><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 18:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Mobilisation]]></category>
		<category><![CDATA[nonverbale Schmerzzeichen]]></category>
		<category><![CDATA[painad]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[pflegepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzassessment]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen erkennen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzskala]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3720</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu erklären, wo genau etwas wehtut.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann gewinnt die Beobachtung an Bedeutung: Verzieht der Mensch das Gesicht? Stöhnt er? Schützt er einen Körperteil? Verändert sich seine Haltung oder sein Verhalten? Für die Schmerzbeurteilung sind in der Pflege verschiedene Skalen etabliert. Doch dabei gibt es ein Problem: oftmals werden Schmerzskalen in relativer Ruhe benutzt. Konkret: die Pflegefachperson setzt sich neben den sitzenden oder liegenden Pflegebedürftigen und füllt das Formular aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber: es reicht möglicherweise nicht, sich neben einen ruhig sitzenden oder liegenden Menschen zu setzen und ihn einige Minuten zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Ruhe unauffällig – bei Bewegung Schmerzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie groß der Unterschied sein kann, zeigte eine britische Untersuchung mit 230 älteren Menschen mit Demenz, die ungeplant in ein Akutkrankenhaus aufgenommen worden waren. Während ihres Krankenhausaufenthaltes wurde wiederholt auf Schmerzverhalten geachtet – sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist bemerkenswert:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Bei 19 Prozent wurde mindestens einmal Schmerzverhalten in Ruhe beobachtet. Bei Bewegung waren es 57 Prozent.</strong> Das bedeutet nicht, dass alle diese Menschen dauerhaft Schmerzen hatten. Es zeigt aber sehr deutlich, wie stark die Situation beeinflussen kann, ob Schmerz überhaupt erkennbar wird. Eine spätere wissenschaftliche Auswertung derselben Patientengruppe kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die beobachteten Schmerzwerte waren während Aktivität deutlich höher als in Ruhe. Die Forschenden sprechen dabei von einem möglichen Floor-Effekt: In Ruhe sammeln sich die Werte am unteren Ende einer Beobachtungsskala. Der Mensch erscheint unauffällig – obwohl sich bei Bewegung durchaus Schmerzzeichen zeigen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Schmerz entsteht nicht erst beim Aufstehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Man kann sich das an einer alltäglichen Situation vorstellen. Eine Person sitzt ruhig in ihrem Sessel. Sie stöhnt nicht, ihr Gesicht wirkt entspannt, die Körperhaltung erscheint unauffällig. Dann soll sie aufstehen. Beim Vorbeugen verzieht sie plötzlich das Gesicht. Beim Hochkommen hält sie das rechte Bein steif. Sie klammert sich an der Armlehne fest und stöhnt. Der naheliegende Gedanke wäre: Jetzt hat sie Schmerzen. Genauer wäre jedoch:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jetzt werden die Schmerzen sichtbar.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bewegung muss den Schmerz nicht verursacht haben. Möglicherweise bestand beispielsweise bereits eine schmerzhafte Arthrose, eine Verletzung, eine Druckstelle oder ein muskuloskelettales Problem. Solange der betroffene Körperbereich nicht belastet oder bewegt wurde, war davon im Verhalten kaum etwas zu erkennen. Gerade bei Menschen, die ihre Beschwerden nicht mehr zuverlässig mitteilen können, kann dieser Unterschied entscheidend sein. Also auch bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3723" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-300x225.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-768x576.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1320x990.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png 1448w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Studien zeigen höhere Schmerzwerte bei Bewegung. Bereits 2010 untersuchten Forschende 60 Pflegeheimbewohner mit Demenz und bekannten Schmerzproblemen. Die Bewohner wurden sowohl in Ruhe als auch während standardisierter Bewegungen beobachtet. Bei unterschiedlichen Verfahren zur Schmerzbeobachtung zeigten sich während der Bewegung signifikant mehr Schmerzzeichen als in Ruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Forschungsgruppen haben deshalb gezielt Bewegungen in die Schmerzerfassung einbezogen. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Wer wissen möchte, ob beispielsweise Hüfte, Knie, Schulter oder Rücken Schmerzen verursachen, erhält möglicherweise mehr Informationen, wenn diese Körperbereiche bei einer ohnehin notwendigen Alltagshandlung bewegt oder belastet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beobachtung in Ruhe ist trotzdem nicht falsch</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Forschungsergebnissen sollte allerdings nicht der umgekehrte Schluss gezogen werden, Menschen müssten ausschließlich bei Bewegung beobachtet werden. Auch Schmerzen in Ruhe sind wichtig. Manche Erkrankungen verursachen gerade dann Beschwerden, wenn ein Mensch liegt oder längere Zeit dieselbe Position einnimmt.Sinnvoller ist deshalb die Kombination:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie verhält sich der Mensch in Ruhe – und was verändert sich bei Bewegung? </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f4f8fb; border-left:5px solid #3b82a0; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:6px; line-height:1.6;">
  
  <div style="font-size:1.15em; font-weight:700; margin-bottom:8px;">
    <span style="margin-right:7px;" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    Bewegung beobachten heißt nicht, Schmerzen zu provozieren
  </div>

  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein wichtiger Punkt darf dabei nicht missverstanden werden:
    Niemand sollte einen Menschen absichtlich in eine schmerzhafte Bewegung zwingen, nur um herauszufinden, ob etwas wehtut.
  </p>

  <p style="margin:0;">
    Es geht vielmehr darum, <strong>notwendige und ohnehin stattfindende Bewegungen bewusster zu beobachten</strong>.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch internationale Empfehlungen zur Schmerzerfassung bei Demenz weisen darauf hin, dass Beobachtungen sowohl in Ruhe als auch während Transfers und Aktivitäten des täglichen Lebens erfolgen sollten. Der Vergleich kann zusätzliche Informationen liefern, die eine einzelne Momentaufnahme nicht bietet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unauffälliges Verhalten in Ruhe beweist keine Schmerzfreiheit.</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wo eine verständliche Selbstauskunft noch möglich ist, sollte sie weiterhin genutzt werden. Fremdbeobachtung ergänzt diese Einschätzung insbesondere dann, wenn Kommunikation zunehmend schwierig wird. Vielleicht müssen wir nicht nur anders beobachten – sondern im richtigen Moment. In der Pflege wird viel darüber gesprochen, welches Instrument zur Schmerzerfassung verwendet werden sollte. Diese Frage ist wichtig. Aber möglicherweise beginnt das Problem noch früher.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn eine Pflegefachperson einen Menschen nur ruhig im Bett oder im Sessel erlebt, fehlen unter Umständen genau die Situationen, in denen sich Schmerzen bemerkbar machen. Die Forschung zeigt inzwischen recht deutlich, dass Schmerzverhalten bei Menschen mit Demenz während Bewegung wesentlich häufiger sichtbar werden kann als in Ruhe.</p>



<p class="has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb lohnt sich im Pflegealltag eine zusätzliche Frage. Nicht nur: <strong>„Welche Schmerzzeichen sehe ich?“, s</strong>ondern auch: <strong>„Wann schaue ich eigentlich hin?“</strong>.<br> Denn manchmal reicht Beobachten im Sitzen schlicht nicht aus.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br><br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und zum Weiterlesen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Sampson EL, White N, Lord K et al. (2015):</strong> Pain, agitation, and behavioural problems in people with dementia admitted to general hospital wards: a longitudinal cohort study. <em>Pain</em>.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Dunford E et al.</strong> <strong>(2022):</strong> Psychometric evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in an acute general hospital setting.<br><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ersek M et al. (2010):</strong> Comparing the psychometric properties of the Checklist of Nonverbal Pain Behaviors and the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in persons with dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Husebø BS et al.</strong> <strong>(2007):</strong> Mobilization-Observation-Behavior-Intensity-Dementia Pain Scale (MOBID): development and validation of a nurse-administered pain assessment tool for use in dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>International Association for the Study of Pain (IASP):</strong> Pain Assessment in Dementia.<br><a href="https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/">https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Lautenbacher S, Schreiber V, Grupp C et al.</strong> <strong>(2026):</strong> Pain differences in cognitive impairment appear only during active motor tasks. <em>Frontiers in Pain Research</em>.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full">https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 08:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Akutkrankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[barmer krankenhausreport]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzsensibles krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive beeinträchtigung]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhausaufnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Demenzstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[patientensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege im Krankenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv beeinträchtigt ist. Verändert hat sich vor allem etwas anderes: Wir verstehen heute wesentlich besser, welche Folgen eine Demenz für nahezu den gesamten Krankenhausaufenthalt haben kann.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht nicht mehr: Was müssen Mitarbeitende in  Krankenhäusern über Demenz lernen? Sondern: Warum gelingt es noch immer nicht überall, vorhandenes Wissen zuverlässig in Strukturen und Abläufe zu übersetzen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz gehört schon lange dazu</h2>



<div style="background:#f4f7f9; border-left:5px solid #4f7896; padding:20px 22px; margin:28px 0; border-radius:4px;">

  <div style="font-size:1.25em; font-weight:700; margin-bottom:16px;">
    Demenz im Krankenhaus – vier Zahlen
  </div>

  <div style="display:grid; grid-template-columns:repeat(auto-fit,minmax(180px,1fr)); gap:20px;">

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        18,4 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der untersuchten Krankenhauspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren hatten eine Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        nur 36,7 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der in der Studie festgestellten Demenzerkrankungen waren auch in der Krankenakte dokumentiert.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        +33 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        mehr Krankenhauseinweisungen gab es bei Menschen mit Demenz im Vergleich zu Menschen ohne Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        10,6 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der Krankenhausfälle mit Demenz hatten 2023 ein dokumentiertes Delir – gegenüber 3,4 % aller Krankenhausfälle ab 65 Jahren.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:0.82em; color:#666; margin-top:18px; border-top:1px solid #d7dee3; padding-top:10px;">
    Quellen: GHoSt; Motzek et al.; BARMER Krankenhausreport 2025
  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br>Die General Hospital Study (GHoSt) untersuchte 2014 und 2015 ältere Patientinnen und Patienten in deutschen Allgemeinkrankenhäusern. Bei 18,4 Prozent der über 65-Jährigen wurde eine Demenz festgestellt, weitere 19,8 Prozent hatten eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Insgesamt waren damit rund 40 Prozent kognitiv beeinträchtigt. Bemerkenswert ist ein anderer Befund: Nicht einmal bei vier von zehn der tatsächlich betroffenen Patientinnen und Patienten war die Demenz in der Krankenakte dokumentiert. Bei fast zwei Dritteln fehlte ein entsprechender Hinweis.<br><br>Das bedeutet wohl nicht, dass Krankenhäuser zwei Drittel aller Demenzerkrankungen schlicht „übersehen“ hätten. Manche Erkrankungen waren vermutlich zuvor nicht diagnostiziert, zudem kann die Abgrenzung zwischen Demenz, Delir und akuter kognitiver Verschlechterung schwierig sein. Für die Versorgung bleibt der Befund dennoch relevant: Ein Krankenhaus kann nicht darauf vertrauen, dass eine bestehende Demenz bei der Aufnahme bereits bekannt und dokumentiert ist. Und darf die Wirkung dieser Diagnose auf Behandlung und Verlauf des Krankenhausaufenthalts nicht unterschätzen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schon einige Jahre zuvor hatte eine Untersuchung im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein ähnliches Strukturproblem sichtbar gemacht. 2009 berichteten 81,9 Prozent der befragten Pflegekräfte, immer häufiger Menschen mit Demenz zu versorgen. Gleichzeitig fühlten sich nur rund 30 Prozent dafür ausreichend qualifiziert. Lediglich 27,7 Prozent der befragten Krankenhausleitungen konnten überhaupt ein demenzsensibles Versorgungskonzept benennen. Erfolgreiche Modellprojekte wurden damals noch als „Insellösungen“ beschrieben.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen mit Demenz kommen häufiger ins Krankenhaus</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob Menschen mit Demenz allerdings <strong>heute häufiger als früher</strong> ins Krankenhaus kommen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Zwar stiegen die dokumentierten Krankenhausfälle mit Demenz bis 2019, nach der Corona-Pandemie liegen sie aber unter diesem Höchststand. Zudem beeinflussen Demografie, Diagnostik und Kodierung die Zahlen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="
  background-color: #eef5f8;
  border-left: 5px solid #28708a;
  padding: 16px 18px;
  margin: 24px 0;
  border-radius: 4px;
  font-size: 1.05em;
  line-height: 1.5;
">
  <span style="font-size: 1.3em; margin-right: 8px;">&#128269;</span>
  <strong>Belegt ist das höhere Hospitalisierungsrisiko – nicht ein kontinuierlicher Anstieg über die Jahre.</strong>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Menschen mit Demenz im Krankenhaus behandelt werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Interessanter als die reine Zahl der Krankenhausaufenthalte ist möglicherweise der Blick auf ihre Ursachen. Menschen mit Demenz werden häufig aufgrund akuter Erkrankungen und Krisen aufgenommen – beispielsweise nach Frakturen und Verletzungen, bei Flüssigkeitsmangel oder Erkrankungen des Harnsystems.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png"><img decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3714" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-300x212.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-768x543.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1320x934.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade hier zeigt sich, dass Demenz weit mehr ist als eine zusätzliche Diagnose in der Patientenakte. Ein Mensch mit Demenz kann möglicherweise nicht zuverlässig daran denken, ausreichend zu trinken. Er kann die Aufforderung, nach einem Sturz nicht allein aufzustehen, wenige Minuten später vergessen haben. Eine Infektion äußert sich womöglich zunächst durch Unruhe, Rückzug oder Nahrungsverweigerung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Krankenhaus behandelt dann vielleicht eine Fraktur, eine Herzinsuffizienz oder einen Flüssigkeitsmangel – die Demenz beeinflusst jedoch maßgeblich, wie diese Erkrankung überhaupt behandelt werden kann bzw. das Outcome der Maßnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krankenhausaufenthalt bringt zusätzliche Risiken</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das beim Delir. 2023 wurde bei 10,6 Prozent der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz ein Delir dokumentiert. Bei allen Krankenhausfällen ab 65 Jahren waren es 3,4 Prozent. Bei Demenz in Verbindung mit einer Femurfraktur lag der Anteil sogar bei 18,6 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu kommen erhebliche Anforderungen an die Pflege. In der GHoSt-Studie berichteten Pflegefachleute bei 87,5 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Demenz und/oder Delir mindestens eine herausfordernde Pflegesituation. Bei 57 Prozent wurde mehr Pflegezeit als üblich benötigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist kein Hinweis darauf, dass Menschen mit Demenz „schwierige Patienten“ wären. Es zeigt vielmehr einen Konflikt zwischen kognitiven Einschränkungen und einem Versorgungssystem, das stark auf Orientierung, Gedächtnis, Kooperation und Selbstständigkeit angewiesen ist. Im ambulanten Bereich wird das Thema Delir häufig ebenfalls stark unterschätzt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel hat sich verändert – aber nicht überall</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Inzwischen ist demenzsensible Krankenhausversorgung auch gesundheitspolitisch längst kein Randthema mehr. Sie ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie. Kognitive Screenings, Angehörigenintegration, Delirprävention, kürzere Wartezeiten, Orientierungshilfen und angepasste Behandlungsabläufe werden seit Jahren diskutiert und erprobt. Wissen ist jedoch das eine, die Umsetzung eine andere. Es erstaunt mich immer wieder: in Schulungen in Krankenhäusern sind Teilnehmer manchmal regelrecht erstaunt zu hören, dass es im eigenen Haus einen speziellen Qualitätszirkel Demenz oder Delir gibt. Nie von gehört&#8230;. .</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts zeigte 2021/22 beispielsweise, dass zwar 52 Prozent der befragten Allgemeinkrankenhäuser in der Notaufnahme regelhaft ein kognitives Kurzscreening älterer Patienten durchführten. Eine Delirgefährdung war jedoch nur in 42 Prozent Bestandteil der Triage. Nur 28 Prozent gaben an, dass alle Beschäftigten in Notaufnahme beziehungsweise Rettungsdienst im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult seien. Einen akustisch und visuell abgeschirmten Wartebereich hatten lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit hat sich gegenüber den „Insellösungen“ von vor 15 Jahren zweifellos viel verändert. Von einer flächendeckend demenzsensiblen Krankenhausversorgung kann dennoch kaum gesprochen werden, betrachtet man diese Zahlen. Mein eigenes Erleben als Referent bestätigt das auch in der Hinsicht, dass Demenz immernoch &#8222;stiefmütterlich&#8220; behandelt wird und im Schulungsbereich häufig ein &#8222;nice to have&#8220; ist, aber nicht mehr. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Erkenntnisproblem mehr?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für viele Menschen mit Demenz ist ein Krankenhausaufenthalt zudem eine kritische Phase ihres weiteren Krankheits- und Pflegeverlaufs. Nach BARMER-Daten benötigten rund 19 Prozent der zuvor ambulant oder teilstationär versorgten Menschen mit Demenz nach dem Krankenhausaufenthalt Kurzzeitpflege oder eine vollstationäre Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Daraus darf nicht geschlossen werden, dass der Krankenhausaufenthalt diese Verschlechterung verursacht hat.</strong> Menschen kommen schließlich gerade deshalb ins Krankenhaus, weil sie akut erkrankt oder verletzt sind. Die Zahlen zeigen aber, wie vulnerabel diese Patientengruppe ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was Menschen mit Demenz im Krankenhaus benötigen, ist heute in vielen Bereichen bekannt. Die spannendere – und unbequemere – Frage lautet daher:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn wir so viel darüber wissen, warum hängt eine gute Versorgung noch immer so stark davon ab, in welchem Krankenhaus und auf welcher Station ein Mensch mit Demenz landet?</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 08:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Angst bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[anhaltendes Schreien]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz im Pflegealltag]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[jochen gust]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegefachliche Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[praxishilfe demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schmerz bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schreien und rufen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhe bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen von Schreien]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten bei Demenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3519</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/">Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird das Phänomen schnell als massive Störung erlebt. Gerade darin liegt ein Teil des Problems: Das Verhalten erzeugt Druck. Möglichst schnell soll wieder Ruhe einkehren. Doch wer Schreien und Rufen nur als Lärm oder gar als bloßes Fehlverhalten versteht, übersieht oft, worum es eigentlich geht und schränkt die eigenen Handlungsoptionen ein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn anhaltendes Schreien ist ein hochbelastendes Dauersignal. Es kann Ausdruck von Not, Überforderung, Schmerz, Angst, Stress, innerer Unruhe oder misslingender Kommunikation sein. In der Fachliteratur wird dieses Verhalten meist unter Begriffen wie „persistent vocalizations“ oder „disruptive vocalizations“ beschrieben. Zugleich zeigt die Forschung: Die Studienlage ist begrenzt und uneinheitlich, gerade deshalb ist im Alltag ein systematisches pflegefachliches Vorgehen so wichtig.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/SchreienKurzSketchFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/channel/UCBkAPMP0XeRVcd9TA2WlY-w">Weitere kurze, informative Filme zum Thema Demenz finden Sie auf dem Youtubekanal: Demenz: Aufmerksam gemacht. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur Lärm, sondern ein Signal</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schreien und Rufen ist bei Demenz nicht automatisch absichtsvoll, aggressiv oder „charakterbedingt“. Es kann zwar auch mit der Hirndegeneration selbst zusammenhängen, etwa als Teil neuropsychiatrischer Symptome. Fachlich wäre es aber zu kurz gegriffen, das Verhalten allein darauf zu reduzieren. Häufig ist es sinnvoller, von einem Zusammenspiel aus Hirnveränderungen, körperlichen Belastungen, Umweltreizen, Interaktion und unbefriedigten Bedürfnissen auszugehen. Genau deshalb lohnt es sich, hinter das Verhalten zu schauen, statt nur gegen das Symptom anzukämpfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist ein Perspektivwechsel: Nicht sofort fragen „Wie kriegen wir das weg?“, sondern zuerst „Was könnte hier gerade dahinterstecken?“ Diese Frage löst nicht alles. Aber sie schützt davor, vorschnell nur das Symptom zum Schweigen zu bringen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#dff1fb; padding:18px 20px; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  Schreien und Rufen lässt sich nicht immer vollständig beenden. Aber oft lässt sich die Situation besser verstehen, eingrenzen oder abschwächen. Dafür braucht es ein gemeinsames Vorgehen. Angehörige sollten nicht mit dem Eindruck alleinbleiben, sie hätten einfach „nicht genug beruhigt“. Pflegefachpersonen wiederum brauchen Rückhalt dafür, dass systematische Beobachtung und kleinschrittiges Ausprobieren keine Nebensache, sondern Kern der Versorgung sind.
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anhaltendes Schreien und Rufen bei Demenz ist so belastend, weil es fast nie nur Lärm ist. Es ist meist ein Signal für Not, Überforderung oder misslingende Kommunikation und trifft zugleich auf ein Versorgungssystem, in dem genau die nötige intensive Ursachenarbeit oft schwer umzusetzen ist. Gerade deshalb braucht es mehr als Beruhigen. Es braucht Beobachtung, Geduld, Dokumentation und den Mut, auch kleine Hinweise ernst zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie in anderen Artikeln zum <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/01/27/schreien-und-rufen-als-extremphaenomen/">Thema Schreien und Rufen</a> auf dieser Webseite. Ein <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/06/06/verhalten-im-grenzbereich-schreien-und-rufen-bei-demenz/">Interview mit einem Experten </a>finden Sie hier. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(Amazon Affiliate-Link): <a href="https://amzn.to/4meL4Np">Eine etwas umfangreichere Beschreibung des Phänomens und mögliche Lösungsschritte für die Pflege finden Sie in dieser Praxishilfe</a> (Amazon-Affiliate-Link). </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/">Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:14:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird der Löffel abgewehrt, beim Aufstehen die Hand zurückgezogen, beim Wechseln von Inkontinenzmaterial steigt plötzlich die Spannung. Schnell entsteht dann der Eindruck, jemand „mache nicht mit“ oder sei „schwierig“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft steckt dahinter Reaktanz: ein verständlicher innerer Widerstand gegen erlebten Druck, Fremdbestimmung oder Überrumpelung. Gerade bei Menschen mit Demenz ist dieses Thema im Pflegealltag zentral. Denn gute Pflege muss nicht nur fachlich richtig sein. Sie muss auch so gestaltet werden, dass ein Mensch sich nicht ausgeliefert fühlt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kompakte Information bietet dieser Film:</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/ReaktanzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=J7IMldNCI08">Diesen und weitere Info-Filme zum Thema Demenz können Sie auch über Youtube anschauen.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was Reaktanz bedeutet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz ist Widerstand, der entsteht, wenn Menschen sich gedrängt oder in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt fühlen. Einfach gesagt: Wenn jemand den Eindruck hat, „ich soll hier zu etwas gebracht werden“, kommt oft eine Gegenreaktion. Man will dann gerade nicht tun, was verlangt, empfohlen oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Psychologisch ist das gut nachvollziehbar. Menschen haben ein Grundbedürfnis nach Selbstbestimmung, Kontrolle und eigener Entscheidung. Sobald dieses Gefühl bedroht ist, entsteht innerer Widerstand. Dieser richtet sich oft nicht einmal gegen die Sache selbst, sondern gegen die Art, wie sie vermittelt oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Je stärker der Druck, desto größer oft die Reaktanz.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Reaktanz bei Menschen mit Demenz besonders wichtig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz erleben den Alltag häufig als unsicher, verwirrend oder schwer durchschaubar. Vieles ist unklar, manches fremd, manches beängstigend. Umso wichtiger wird das Gefühl, wenigstens über den eigenen Körper, den eigenen Abstand oder den aktuellen Moment <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">noch mitentscheiden zu können.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn dann jemand schnell, bestimmt, korrigierend oder ohne ausreichende Anbahnung auftritt, kann das leicht als Übergriff erlebt werden. Die betroffene Person kann ihr Unbehagen oft nicht mehr differenziert erklären. Stattdessen zeigt sich der Widerstand über Verhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz zeigt sich im pflegerischen Alltag besonders häufig in Situationen, die körpernah, schambesetzt oder mit Zeitdruck verbunden sind. Dazu gehören vor allem die Körperpflege, das Anreichen von Essen und Trinken, das Aufstehen oder Umsetzen, die Medikamentengabe, das Wechseln von Inkontinenzmaterial oder Maßnahmen, die gegen den erkennbaren Willen der Person „durchgesetzt“ werden sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Nähe, Tempo und Fremdbestimmung zusammenkommen, steigt das Risiko für Widerstand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jede Ablehnung ist Reaktanz</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So wichtig das Konzept ist: Nicht jede Ablehnung bei Demenz ist automatisch Reaktanz. Hinter Abwehr können auch Schmerzen, Angst, Scham, Kälte, Überforderung, Missverständnisse, Hörprobleme, eine ungünstige Tagesform oder eine depressive Stimmung stehen. Auch Hunger, Durst, Müdigkeit, eine ungewohnte Pflegeperson oder eine zu laute Umgebung können eine Rolle spielen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#dff3ff; border-left:6px solid #5aa9d6; padding:18px 20px; margin:20px 0; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  <p style="margin:0 0 12px 0;">
    Reaktanz ist deshalb nicht vorschnell eine Erklärung, sondern eher ein Hinweis: Die Person erlebt gerade etwas als zu viel, zu nah, zu schnell oder zu fremdbestimmt.
  </p>
  <p style="margin:0;">
    Für Pflegefachpersonen ist genau das entscheidend. Sie sollten Widerstand nicht vorschnell als „schwieriges Verhalten“ bewerten, sondern als Signal verstehen, dass die Situation anders gestaltet werden muss.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was Pflegefachpersonen besser nicht tun sollten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Reaktanz sichtbar wird, verschärft sich die Lage häufig durch gut gemeinte, aber ungünstige Reaktionen. Dazu gehören vor allem Drängen, Diskutieren, Korrigieren, mehrfaches Auffordern in kurzer Folge oder das Weitermachen gegen erkennbaren Widerstand.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch Sätze wie „Sie müssen jetzt“, „Stellen Sie sich nicht so an“ oder „Das haben wir doch eben erklärt“ erhöhen meist den Druck. Gleiches gilt, wenn Zeitnot sichtbar gemacht wird oder die betroffene Person vor anderen korrigiert wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Je deutlicher die Person das Gefühl bekommt, dass über sie hinweg entschieden wird, desto größer wird oft die Gegenreaktion.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was stattdessen sofort hilfreich sein kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In akuten Situationen ist nicht die perfekte Erklärung entscheidend, sondern ein ruhiger, klarer und entlastender Umgang.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist zunächst, kurz innezuhalten. Nicht sofort weiterarbeiten. Abstand und Tempo prüfen. Blickkontakt suchen, ohne zu bedrängen. Die Situation mit einem einfachen Satz entschärfen. Und, wenn möglich, eine kleine Wahlmöglichkeit anbieten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Beispiel:<br>„Ich mache langsam.“<br>„Sie entscheiden mit.“<br>„Wir können kurz warten.“<br>„Möchten Sie erst das Gesicht oder erst die Hände waschen?“<br>„Ich sehe, dass Ihnen das gerade unangenehm ist.“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Solche Sätze wirken nicht deshalb, weil sie besonders raffiniert sind. Sie wirken, weil sie (das Gefühl von) Kontrolle zurückgeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst Beziehung, dann Handlung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine der wichtigsten pflegerischen Regeln im Umgang mit Reaktanz lautet: Erst Beziehung, dann Handlung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das heißt konkret: nicht einfach anfangen, sondern erst ankommen. Mit Namen ansprechen. Sich bemerkbar machen. Die Situation knapp erklären. Nur einen Schritt auf einmal ankündigen. Den Menschen nicht sofort anfassen. Und auf Mimik, Körperspannung und Unruhe früh achten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele eskalierende Situationen entstehen nicht, weil eine Maßnahme grundsätzlich unmöglich wäre, sondern weil der Einstieg misslingt. Pflege gelingt häufig besser, wenn sie angebahnt statt befohlen wird. Wie viele andere Dinge übrigens auch &#8211; nicht nur bei Menschen mit Demenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 17:25:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln, Fixiertsein auf ein Thema. Die entscheidende Frage ist selten: &#8222;Wie kriege ich das weg?&#8220; – sondern: &#8222;Was will mir dieses Verhalten sagen, und was braucht die Person jetzt, damit sich die Situation normalisiert?&#8220;. Da der Pflegealltag vielerorts häufig von Zeitdruck geprägt ist, braucht es griffige, einprägsame Methoden. Schritte, die auch unter Druck gelingen sind wichtiger als der gute Rat: &#8222;Setzen Sie sich doch mal ne halbe Stunde zum Betroffenen.&#8220; &#8211; weil man &#8222;die halbe Stunde&#8220; im normalen Dienst einfach meist nicht hat. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herausforderndes Verhalten wirkt im Moment oft wie ein persönlicher Angriff oder wie „reine Unkooperativität“. Im Alltag hilft es, den emotionalen Impuls kurz zu parken und in einen strukturierten Modus zu wechseln: erst beobachten, dann prüfen, dann handeln – und das Ganze so dokumentieren, dass es in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht sofort nutzbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Merksätze, die Sie durch fast jede Situation tragen</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="538" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg" alt="" class="wp-image-3443" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-300x158.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-768x403.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1536x806.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-2048x1075.jpg 2048w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1320x693.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der einfache 5-Schritt-Algorithmus: STOPP – PRÜFEN – EINORDNEN – HANDELN – DOKUMENTIEREN</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">STOPP: Sichern Sie in den ersten 20 Sekunden Beziehung und Sicherheit, indem Sie Tempo rausnehmen (Merksatz: Langsam werden, um schneller zu werden). Halten Sie ggfs. Abstand, bleiben Sie offen in der Körperhaltung, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">sprechen Sie ruhig und in kurzen Sätzen</a>, reduzieren Sie nötigenfalls Reize (Licht, Lärm, Personenanzahl) und bieten Sie echte Wahlmöglichkeiten an (zwei akzeptable Optionen). Wenn möglich, spricht nur eine Bezugsperson. Mini-Sätze, die fast immer tragen: „Ich sehe, das ist gerade zu viel. Ich bleibe bei Ihnen.“ / „Wir machen erst eine kurze Pause. Dann schauen wir gemeinsam weiter.“ / „Sie müssen das nicht jetzt. Wollen Sie erst sitzen oder erst trinken?“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">PRÜFEN: Wechseln Sie direkt in den „Körper zuerst“-Schnellcheck, vor allem wenn das Verhalten plötzlich kippt (Merksatz: <strong>Wenn Verhalten plötzlich kippt, ist es oft Körper</strong>) und nicht auf den ersten Blick eine in Frage kommende Ursache wahrscheinlich ist. Prüfen Sie je nach Setting systematisch Schmerz (auch „stumm“: Mimik, Schonhaltung, Abwehr bei Berührung), Harndrang/Obstipation/Übelkeit, Atemnot/Hypoxie, Fieber/Infekt/Dehydratation, Hypo-/Hyperglykämie und Blutdruckentgleisung, Nebenwirkungen/Interaktionen (neue Medikamente, Dosisänderungen, Sedierung), Sinnesprobleme (Brille/Hörgerät fehlt, Blendung, Dunkelheit) sowie Entzug (Nikotin, Alkohol, Benzodiazepine) und Schlafmangel. Pragmatischer Merksatz: Wenn Sie keinen Auslöser finden: Abstimmung mit Team / Arzt und: behandeln Sie zuerst das Naheliegende, das gefährlich ist oder zu werden droht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">EINORDNEN: Trennen Sie konsequent Fakten von Deutung (Merksatz: Fakt ist messbar. Deutung ist eine Hypothese). Beschreiben Sie konkret, was passiert (was, wie lange, wie oft, in welcher Situation, mit welchen Worten) und markieren Sie erst danach Ihre Vermutung als Hypothese, statt sie als Eigenschaft der Person zu formulieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei robuste Interventionsblöcke, die fast immer helfen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">A) Orientierung und Kontrolle zurückgeben</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ankündigen, erklären, in kleine Schritte zerlegen</li>



<li class="has-medium-font-size">Zustimmung aktiv einholen (auch nonverbal)</li>



<li class="has-medium-font-size">Optionen: „Jetzt oder in 10 Minuten?“ – „Links oder rechts?“</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">B) Reiz und Tempo anpassen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Umgebung beruhigen, Personenzahl reduzieren</li>



<li class="has-medium-font-size">Pausen einbauen, Tätigkeiten verkürzen</li>



<li class="has-medium-font-size">bekannte Routinen nutzen (gleiche Reihenfolge, gleiche Worte)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">C) Beziehung und Würde schützen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">nicht diskutieren, nicht belehren, nicht „gewinnen“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Abwehr: „Rückzug statt Druck“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Angst: „Sicherheitssätze“ wiederholen, nicht argumentieren</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Gefahr im Verzug ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Teamruf, klare Rollen, Schutz vor Verletzungen</li>



<li class="has-medium-font-size">medizinische Abklärung priorisieren (z. B. akutes Delir, Hypoxie, Hypoglykämie)</li>



<li class="has-medium-font-size">freiheitsentziehende Maßnahmen sind Hochrisiko: immer verhältnismäßig, begründet, so kurz wie möglich, sauber dokumentiert und nach Hausstandard/gesetzlichen Vorgaben</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumentieren: Kurz, standardisiert, übergabefähig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Merksatz: Dokumentation ist Teamgedächtnis und Patientensicherheit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt. Am praktikabelsten ist ein kurzer Eintrag im Muster Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt.</p>



<!-- Infobox: S-O-V-M-E für Übergabe / Informationsweitergabe -->
<section class="infobox-so-vme" aria-label="S-O-V-M-E Schema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht">
  <div class="infobox-so-vme__header">
    <span class="infobox-so-vme__icon" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4e4.png" alt="📤" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    <h3 class="infobox-so-vme__title">Kurzschema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht</h3>
  </div>

  <p class="infobox-so-vme__lead">
    Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt:
  </p>

  <div class="infobox-so-vme__acronym">
    <span class="infobox-so-vme__tag">S-O-V-M-E</span>
    <span class="infobox-so-vme__meaning">(Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt)</span>
  </div>

  <ul class="infobox-so-vme__list">
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">S</span> Situation: Wann, wo, wodurch ausgelöst?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">O</span> Observation: Was genau, wie stark, wie lange?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">V</span> Vermutete Faktoren: Körper/Kopf/Kontext (nur als Hypothese markieren)</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">M</span> Maßnahme: Was wurde konkret getan?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">E</span> Effekt: Was hat sich geändert, woran erkennbar?</li>
  </ul>
</section>

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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir bewerten Verhalten nicht moralisch – wir lösen ein Versorgungsproblem. Wenn Ihr Team eine gemeinsame Sprache hat (Fakt vs. Deutung, Körper-Kopf-Kontext, S-O-V-M-E), sinkt das Konfliktpotential im Team, Übergaben werden kürzer, und die betroffene Person erlebt mehr Sicherheit und weniger Eskalation. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Gerade Krankenhäuser sollten zudem darauf achten, dass möglicher Mehraufwand auch dokumentiert wird.</a> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[1:1-Betreuung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag leicht hinter Routinewerten, ADL-Logiken und knappen Übergaben. Das Ergebnis ist eine paradoxe Lage: Die Station arbeitet sichtbar am Limit, aber in der Organisationslogik wirkt es wie Normalbetrieb.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führung und Pflegeleitung ist das kein „Pflegeproblem“, sondern ein Steuerungsproblem. Denn solange Zusatzaufwand und Risikodynamik nicht strukturiert abgebildet sind, werden sie weder planbar noch argumentierbar. Und was nicht planbar ist, wird im Akutbetrieb zwangsläufig reaktiv gelöst: mit Feuerwehrmodus, 1:1-Bindungen ohne Vorwarnung, fixierungsnahen Situationen, eskalierenden Angehörigengesprächen und vermeidbaren Komplikationen. Hinzu kommt, dass eine fehlende Abbildung den tatsächlichen Aufwand unsichtbar macht. Damit sind Ergebnisse schlecht steuerbar &#8211; und auch nicht nutzbar zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Nicht dokumentiert“ ist meist auch „nicht geplant“ </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser steuern über Daten, Routinen und Standards: Dienstbesetzung, Skill-Mix, Prozessdesign, Risiko- und Qualitätsmanagement, Schnittstellen zum Entlassmanagement. Wenn das abweichende Pflegeprofil bei Demenzpatienten in diesen Logiken nicht auftaucht, entsteht eine systematische Verzerrung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Der Aufwand wird als „Normalfall“ missverstanden. Personalplanung und Erwartungsmanagement passen nicht zur Realität.</li>



<li class="has-medium-font-size">Risiken werden zu Einzelfällen erklärt, statt als wiederkehrende Prozessrisiken behandelt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Ökonomische Argumente bleiben weich: Ohne strukturierte Abbildung wirkt der Hinweis auf Mehrarbeit wie subjektive Belastung, nicht wie nachvollziehbarer Leistungs- und Risikofaktor.</li>



<li class="has-medium-font-size">Lernen wird verhindert: Häufungen (z. B. „Nächte kippen“, „Diagnostik triggert Abwehr“, „Essen und Trinken eskaliert“) bleiben unsichtbar, weil es keine vergleichbare Sprache und keine Marker gibt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Verbesserungen und ergebnisse die das Krankenhaus hinsichtlich des handlings und Verhaltens der Betroffenen erzielen, bleiben ungesehen und ungenutzt. </li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Konsequenz: Nicht nur Mitarbeitende leiden unter &#8222;unerwarteter&#8220; Mehrbelastung. Auch die Organisation verliert Steuerungsfähigkeit. Sie sieht zu spät, wo Risiken entstehen, welche Maßnahmen wirken und wo Prozesse angepasst werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patientensicherheit als Prozessfrage: Delir, Sturz, Aspiration, Eskalationen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Krankenhaus sind die zentralen Gefährdungen bei Menschen mit Demenz selten „die Demenz“. An sich ist eine Demenz ohnehin nicht krankenhauspflichtig. Es sind akute Entgleisungen und Folgekaskaden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir und delirnahe Verläufe: wechselnde Aufmerksamkeit, Tag-Nacht-Umkehr, plötzliche Verwirrtheit, Halluzinationen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Stürze und Verletzungen: häufig als Folge von Unruhe, impulsivem Aufstehen, Überforderung in ungewohnter Umgebung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Aspiration, Pneumonie, Mangelernährung/Exsikkose: wenn Schluckauffälligkeiten und Ess- und Trinkunterstützung nicht früh genug sichtbar werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Eskalationen in körpernahen Situationen oder bei Diagnostik/Transport: Abwehr, Angst, Aggression, Fixierungs- oder Sedierungsdruck.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leitlinien betonen seit Jahren: Delir ist häufig, hat schwere Folgen (u. a. längere Verweildauer, höhere Mortalität, Funktionsverlust) und erfordert systematische Prävention, Erkennung und Behandlung.  Wichtig für die Führungslogik: Das sind keine „Patiententhemen“, sondern Prozessereignisse. Sie binden Personal, stören Abläufe, erzeugen Zusatzdiagnostik, Beschwerden, Dokumentationsaufwand und erschweren Entlassentscheidungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Typische Aufwandtreiber im Alltag: wo Zeit wirklich gebunden wird</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ich in Krankenhaus-Teams frage, wo Zeit „verschwindet“, kommen selten große Einzelaufgaben. Stattdessen sind es wiederkehrende Mikrointerventionen, die sich pro Schicht addieren. Das ist die reale Pflegearbeit. Sie wird nur häufig nicht als steuerungsrelevante Leistung codiert. Genau hier entsteht der Bruch zwischen „gefühlt viel mehr“ und „organisatorisch nicht sichtbar“.</p>



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  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin:0 0 10px 0;">
    Führungslogik in einem Satz
  </div>
  <div style="font-size:18px; margin:0;">
    Nicht zusätzliche Dokumentation ist das Ziel, sondern ein kurzer, standardisierter Datensatz, der Risiken früh sichtbar macht und Entscheidungen steuerbar macht.
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h2 class="wp-block-heading">Handlungsfähigkeit, ohne in Eurobeträge ausweichen zu müssen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Prozessanpassungen (Diagnostikabläufe, Transportlogik, Schlafschutz, Reizreduktion), ein passender Personal- und Skill-Mix (definierte Sicherheitszeiten, gezielte 1:1-Optionen, priorisierte Spitzenzeiten), gezielte Qualifizierung (Delirmanagement, Kommunikation, Ess- und Trinkunterstützung inklusive Schluckwarnzeichen) sowie klare Pfade und Standards (Delirpfad, Schluckauffälligkeits-Standard, Transferregeln, Eskalationsregeln) machen Versorgung planbar und sicherer. Gleichzeitig wird Rechtssicherheit greifbarer: Bei Stürzen, fixierungsnahen Situationen oder Beschwerden zählt häufig die nachvollziehbare Kette „erkannt – begründet – gehandelt“. Leitlinien betonen, dass strukturierte Erkennung und Management dokumentierbar und nachvollziehbar sein müssen, weil Delir und vergleichbare Risiken erhebliche Folgen haben.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Brücke zur Praxis: wie eine kurze Verlaufsdokumentation den Alltag stabilisiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kurze, verlaufsorientierte Dokumentation wirkt in der Praxis meist schneller als große Programme, weil sie genau an den neuralgischen Punkten ansetzt: Übergabequalität, Frühbesprechung, Eskalationsregeln, Entlassplanung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="675" height="367" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg" alt="" class="wp-image-3390" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg 675w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1-300x163.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>
</div>


<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aktuell passt dazu auch die Entwicklung der Leitlinienlandschaft: In Deutschland gibt es inzwischen eine S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ (AWMF-Register), die Prävention, Diagnostik und Therapie sektorenübergreifend adressiert. Das unterstreicht, dass Delir- und Risikomanagement im Krankenhaus kein Randthema ist, sondern Standard werden soll.</p>



<p class="has-light-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph">Mein Tipp für die Umsetzung (für Pflegeleitung und PDL)<br>Starten Sie nicht mit einem perfekten Konzept, sondern mit einem testbaren Minimal-Set auf einer Pilotstation: 8 Marker, 1 Zeitband, 1 Ereignisschema. Nach vier Wochen sehen Sie schon Muster (Schicht, Diagnostik, Aufnahmephase). Danach entscheiden Sie datenbasiert, was wirklich ergänzt werden muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unsichtbarer Mehraufwand ist kein individuelles Belastungsthema, sondern ein Systemfehler in der Steuerung. Menschen mit Demenz bringen im Krankenhaus ein anderes Pflegeprofil mit: Präsenz, Kommunikation, Prävention und Koordination. Wenn dieses Profil nicht strukturiert abgebildet wird, bleiben Risiken, Aufwand und wirksame Maßnahmen unsichtbar. Ein  standardisiertes Minimal-Set reicht häufig aus, um Patientensicherheit, Planbarkeit, Rechtssicherheit und Entlassqualität spürbar zu verbessern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sturzrisiko bei Demenz: Nicht nur die Medikamente zählen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 13:17:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz wird häufig schnell mit „zu vielen Medikamenten“ oder „Psychopharmaka“ erklärt. Ein aktueller Posterbeitrag (Posterpräsentation) aus Alzheimer’s &#38; Dementia setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt: In einer&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturzrisiko bei Demenz: Nicht nur die Medikamente zählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Sturzgefahr bei Menschen mit Demenz wird häufig schnell mit „zu vielen Medikamenten“ oder „Psychopharmaka“ erklärt. Ein aktueller Posterbeitrag (Posterpräsentation) aus Alzheimer’s &amp; Dementia setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt: In einer Stichprobe von 185 Menschen mit klinisch diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung und klinisch bedeutsamen neuropsychiatrischen Symptomen (zum Beispiel Unruhe oder Agitation) zeigte sich das Sturzrisiko vor allem in Abhängigkeit vom funktionellen Demenzstadium (FAST). Die Anzahl der Psychopharmaka und die Anzahl anderer Medikamente waren in den statistischen Modellen dagegen nicht signifikant mit dem Sturzrisiko (Morse Fall Scale) verbunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das bedeutet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In fortgeschrittenen Stadien ist das Grundrisiko zu Stürzen oft „stadiumsgetrieben“: eingeschränkte Stand- und Gangstabilität, Impulsaufstehen, fehlende Gefahreneinsicht, unsichere Transfers und nächtliche Wege sind zentrale Treiber. Entsprechend sollte Sturzprävention weniger als reine Medikationsfrage verstanden werden, sondern als konsequente Alltags- und Prozessarbeit: sichere Transfers (Bett–Stuhl–Toilette), ausreichende Begleitung in Hochrisikozeiten (Abend, Nacht, Schichtwechsel), klare Wegeführung, gutes Licht, passende Hilfsmittel, sichere Schuhe, sowie die dokumentierte Beobachtung typischer Auslöser und Situationen. Es unterstreicht die Wichtigkeit pflegerisch-therapeutischer Begleitung und Anleitung einerseits. Es ist aber auch ein Hinweis auf die enorme Bedeutung, die geriatrische Arbeit leisten kann, wenn sie &#8222;demenzgerecht&#8220; gemacht ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wichtige Einordnung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Medikamente „egal“ sind. Es bedeutet, dass die bloße Anzahl in <strong>dieser Gruppe kein verlässlicher Hebel</strong> war. Für die Praxis bleibt der Medikationscheck sinnvoll, aber zielgerichtet: Welche Substanzen begünstigen Sedierung, Orthostase, Gangunsicherheit oder Delir? Pflege kann hier durch präzise Beobachtungen nach Änderungen (Schwanken, Tagesmüdigkeit, Blutdruckabfälle, neue Verwirrtheit) die ärztliche Anpassung fachlich stützen. Gleichzeitig sollte der Schwerpunkt der Sturzprävention im Team sichtbar auf Funktionsniveau, Transfersicherheit und situativer Unterstützung liegen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alz70857_102061">Gok, S. et al. (2025). Fall Risk and Psychotropic and General Medication Use in Dementia with Neuropsychiatric Symptoms. Posterpräsentation (Posterabstract), Alzheimer’s &amp; Dementia, 21(Suppl. 3), e102061. DOI: 10.1002/alz70857_102061</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/14/sturzrisiko-bei-demenz-nicht-nur-die-medikamente-zaehlen/">Sturzrisiko bei Demenz: Nicht nur die Medikamente zählen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 08:12:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Delir gehört zu den häufigsten und zugleich folgenreichsten Komplikationen im höheren Lebensalter. Neu ist jetzt nicht, dass Delir „wichtig“ ist – neu ist, dass es erstmals eine S3-Leitlinie gibt, die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Delir gehört zu den<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/23/persistentes-delir-weit-verbreitet-und-langanhaltend/"> häufigsten und zugleich folgenreichsten</a> Komplikationen im höheren Lebensalter. Neu ist jetzt nicht, dass Delir „wichtig“ ist – neu ist, dass es erstmals eine S3-Leitlinie gibt, die das Thema konsequent über alle Versorgungsbereiche hinweg zusammenbindet: von der <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/25/delir-dauer-der-aufnahme-steigert-das-risiko/">Notaufnahme</a> über die Akutstation bis in die Langzeitpflege und die Nachsorge. Menschen mit Demenz sind besonders gefährdet, ein Delir zu erleiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet „S3“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„S3“ steht für die höchste Qualitätsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland. Das heißt: Empfehlungen entstehen nicht nur aus Expertenmeinungen, sondern auf Basis systematisch bewerteter Studienlage und eines formalen Konsensverfahrens. Für die Pflegepraxis bedeutet das: Die Empfehlungen sind in der Regel transparenter begründet und verlässlicher als bei S1 (Expertenkonsens ohne systematische Evidenzaufarbeitung) oder S2 (Teilschritte, aber nicht zwingend beides zusammen).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der große Unterschied zu früher: ein transsektoraler Rahmen statt „Insellösungen“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Einrichtungen kannten Delirempfehlungen bisher vor allem aus einzelnen Kontexten: neurologische Akutversorgung, Intensivstation, Alkoholentzugsdelir oder palliative Situationen. Die neue S3-Leitlinie <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/">„Delir im höheren Lebensalter“</a> setzt hier einen deutlich breiteren Rahmen: Sie richtet sich an Menschen über 65 Jahre, fokussiert auf nicht <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/05/antipsychotika-zur-delirbehandlung/">substanzbedingtes Delir </a>(ICD-10 F05) und beschreibt einen durchgängigen Versorgungspfad – inklusive Langzeitpflege sowie Nachsorge/Reha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist im Alltag wirklich neu?</p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir-Risiko früher und sichtbarer erfassen – auch in der Langzeitpflege<br>Die Leitlinie stärkt ein pragmatisches Delir-Risikoscreening als Standard: bereits in der Notaufnahme, im akutstationären Bereich und präoperativ im chirurgischen Setting. Für Pflegefachpersonen besonders relevant: Auch in der Langzeitpflege soll Delirrisiko bei Aufnahme sowie bei relevanten Veränderungen (z. B. Infekt, Immobilität, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">Medikationswechsel</a>) aktiv mitgedacht und in der Dokumentation sichtbar gekennzeichnet werden. </li>



<li class="has-medium-font-size">Delirscreening als Prozess – nicht nur als „wir machen das schon“<br>Dass Delir erkannt werden soll, ist nicht neu. Neu ist, wie deutlich die Leitlinie die Umsetzung als Prozess beschreibt: Screening gezielt bei Risiko und in Phasen hoher Vulnerabilität. Dabei sollen Frequenz und Dauer so angelegt sen, dass fluktuierende Symptome nicht übersehen werden. Und Schulung als Qualitätsstandard: vor Instrumenteneinsatz Delir-/Delirmanagement-Schulung plus Screening-Training; mindestens jährliche Schulungsangebote.</li>
</ol>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein wichtiger Praxispunkt ist außerdem der Umgang mit Belastung und Ablehnung: Wiederholtes Screening kann belastend sein; eine Ablehnung ist zu respektieren. Dann soll auf Fremdbeobachtung und besonders aufmerksames klinisches Beobachten ausgewichen werden. Das ist eine klare Leitplanke für die tägliche Arbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Überblick</h2>



<table style="width:100%; border-collapse:separate; border-spacing:0; font-family:Arial, sans-serif; font-size:15px; line-height:1.45; border:1px solid #d9d9d9; border-radius:8px; overflow:hidden;">
  <thead>
    <tr>
      <th style="width:50%; text-align:left; padding:14px 14px; background:#e9e9e9; color:#222; border-bottom:1px solid #d9d9d9; vertical-align:top;">
        Bisher / alt (typische Praxislage)
      </th>
      <th style="width:50%; text-align:left; padding:14px 14px; background:#dff0ff; color:#222; border-bottom:1px solid #d9d9d9; vertical-align:top;">
        Neu in der S3-Leitlinie 109-001 (pflegerelevant)
      </th>
    </tr>
  </thead>

  <tbody>
    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delir-Management war häufig settingabhängig und inhaltlich verteilt; Übergänge zwischen Krankenhaus und Langzeitpflege waren oft nicht sauber geregelt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Durchgängiger, transsektoraler Versorgungspfad: Empfehlungen sind ausdrücklich für Notaufnahme, Akutstation, Langzeitpflege und Nachsorge gedacht – mit Fokus auf Team-Umsetzbarkeit.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delirrisiko wurde in der Pflege oft eher implizit erkannt (Erfahrung), statt als Standardprozess dokumentiert.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Risikoscreening als strukturierter Standard: Notaufnahme, stationär und auch bei Aufnahme in die Langzeitpflege sowie bei relevanten Veränderungen; hohes Risiko soll sichtbar dokumentiert werden.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        In der Langzeitpflege wurde Delirprävention teils über einzelne Routinen gedacht (z. B. Bilanzierung als Hauptmaßnahme).
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Flüssigkeitsbilanzierung nicht als isolierte Einzelmaßnahme zur Delirprävention; stattdessen bedarfsgerechte Multikomponenten-Ansätze.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delirscreening: Häufigkeit/Timing uneinheitlich; fluktuierende Symptome wurden leichter übersehen.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Screening so häufig und so lange, dass fluktuierende Symptome erfasst werden; Algorithmus als Handreichung.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Schulungen zu Screening-Instrumenten waren unregelmäßig; Instrumente wurden uneinheitlich angewandt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Qualitätsanforderung: vor Einsatz Schulung zu Delir/Delirmanagement und Screening-Training; mindestens jährliche Schulungsangebote.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Bei Ablehnung oder Belastung durch Screening fehlte oft ein klarer Alternativweg.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Ablehnung ist zu respektieren; dann auf Fremdbeobachtung bzw. besonders engmaschige klinische Beobachtung ausweichen.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Instrumentenwahl war oft hausstandardgetrieben; Notaufnahme und Langzeitpflege blieben teils außen vor.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Settingbezogene Instrumentenempfehlungen: Notaufnahme z. B. 4AT oder CAM; Akutstation u. a. CAM-Algorithmus/4AT/Nu-DESC/DOS; Langzeitpflege vorrangig klinische Beobachtung, anlassbezogen ergänzt durch Instrumente.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Medikamentöse Präventionsideen (Melatonin, niedrig dosierte Antipsychotika, Benzodiazepine zur Beruhigung) kamen in der Praxis vor.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Klare Nicht-Empfehlungen zur Delirprävention: keine Benzodiazepine prä-/intraoperativ, keine Antipsychotika, kein Melatonin, keine Cholinesterasehemmer allein zur Prävention.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Prävention oft als Sammlung von Einzelmaßnahmen statt konsequenter Bündelansatz.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Multikomponentenprogramme werden priorisiert: bei chirurgischen Patienten mit Demenz täglich individualisiert; in der Langzeitpflege ebenfalls multikomponentig, angepasst an Bedarfe (z. B. Schlafförderung, Tagesaktivierung).
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Nach Delirereignissen gab es bei Verlegungen oder Entlassungen häufig Informationsverluste (Auslöser, Risiko, Status, Plan fehlen).
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Strukturierter Informationstransfer mit Mindestinhalten: Risiko, auslösende Faktoren, Delirereignis, aktueller kognitiver und physischer Status; ePA als Kommunikationsweg erwähnt.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Tertiärprävention (Folgen reduzieren, Rückfälle vermeiden) war pflegerisch oft nicht klar mit Bausteinen hinterlegt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Empfehlung zu individualisierten Maßnahmen zur kognitiven, sozialen und motorischen Aktivierung als Tertiärprävention.
      </td>
    </tr>
<tr>
  <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
    Akutphase: Sicherheitslogik dominierte; freiheitsentziehende Maßnahmen wurden teils früh erwogen.
  </td>
  <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
    Kernaussage: Ursachen/Auslöser behandeln, Therapie bis Symptomabklingen, körpernahe freiheitsentziehende Maßnahmen vermeiden.
  </td>
<td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
      </td></tr></tbody></table>



<div style="height:37px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Was heißt das konkret für Ihre Pflegepraxis?</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delirrisiko sichtbar machen (nicht nur „im Kopf behalten“), besonders bei Aufnahme und bei Veränderungen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Screening so organisieren, dass Fluktuation nicht durchrutscht (und das Team dafür schulen).</li>



<li class="has-medium-font-size">Prävention als Bündel denken (Schlaf, Aktivierung, Orientierung, Umgebung), nicht als Einzelroutine.</li>



<li class="has-medium-font-size">Bei Ablehnung von Screenings: respektieren, aber strukturiert über Beobachtung und Fremdanamnese auffangen und die Dokumenation nutzen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Übergaben nach Delirereignis verbindlich standardisieren (Risiko, Auslöser, aktueller Status, Plan).</li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen / weitere Information: <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001">AWMF Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“</a> (Reg.-Nr. 109-001, Version 1.0, Stand 30.04.2025). </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Überarbeitung: AWMF Leitlinienregister: S1-Leitlinie <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-006">„Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir“</a> (Reg.-Nr. 030-006).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 20:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schmerz ist bei älteren Menschen selten „nur ein Symptom“. Er ist häufig ein Kipppunkt: für Mobilität und Funktion, für Schlaf und Appetit, für Stimmung und Kooperation. Bei Menschen mit Demenz&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/">Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerz ist bei älteren Menschen selten „nur ein Symptom“. Er ist häufig ein Kipppunkt: für Mobilität und Funktion, für Schlaf und Appetit, für Stimmung und Kooperation. Bei Menschen mit Demenz nicht selten auch für Unruhe, Abwehr oder Rückzug. Genau deshalb ist es konsequent, dass die neue S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings“ (GeriPAIN) Schmerz nicht als Einzelthema behandelt, sondern als durchgängigen Versorgungsprozess.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Worum geht es in GeriPAIN – und für wen gilt die Leitlinie?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">GeriPAIN richtet sich an geriatrische Patienten, also an ältere Menschen mit typischerweise komplexer Multimorbidität, funktionellen Einschränkungen und besonderer Vulnerabilität. Die Leitlinie betont ausdrücklich die Versorgungsrealität dieser Patientengruppe: Polypharmazie, Frailty, kognitive Einschränkungen, häufige Sektorwechsel, mehrere beteiligte Professionen. Daraus leitet sie ihren Anspruch ab: Schmerzmanagement darf nicht bei der Skala stehen bleiben, sondern muss als strukturierter Prozess organisiert werden: wiederkehrende Screenings, gezieltem Assessments, Verlaufskontrolle, Therapieentscheidungen und Koordination.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Pflegefachpersonen bringt die neue S3-Leitlinie GeriPAIN vor allem drei praktische Veränderungen: Erstens wird Schmerzmanagement konsequent als Prozess definiert. Das macht Schmerzerfassung weniger zufällig und stärker routinisiert: Zuständigkeiten, Zeitpunkte und eine einheitliche Dokumentationslogik rücken in den Vordergrund. Zweitens schärft die Leitlinie den demenzsensiblen Blick: Auch bei kognitiver Beeinträchtigung soll die Selbstauskunft grundsätzlich versucht werden, aber bei Verdacht oder Vorliegen einer Einschränkung ist zusätzlich eine strukturierte Fremdeinschätzung vorgesehen. Drittens stärkt GeriPAIN die Rolle der Pflege in der Koordination: Interprofessionelle Abstimmung, saubere Übergaben und Versorgungskontinuität sind Kernaufgaben, inklusive der Möglichkeit, dass Pflegefachpersonen (je nach Setting und Qualifikation) koordinierende Funktionen übernehmen. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<section class="infokasten-geripain" style="border:1px solid #d9d9d9; border-left:6px solid #444; padding:16px 18px; margin:20px 0; background:#fafafa;">
  <h3 style="margin:0 0 10px 0; font-size:1.1em; line-height:1.3;">
    Ist die S3-Leitlinie GeriPAIN verpflichtend?
  </h3>

  <p style="margin:0 0 10px 0; line-height:1.5;">
    Nein – eine S3-Leitlinie wie GeriPAIN ist in Deutschland grundsätzlich keine gesetzlich verbindliche Muss-Vorschrift.
  </p>

  <ul style="margin:0; padding-left:18px; line-height:1.5;">
    <li>Keine Rechtsnorm: AWMF-Leitlinien sind Empfehlungen, keine Gesetze und keine G-BA-Richtlinien.</li>
    <li>Hoher Orientierungsmaßstab: S3-Leitlinien gelten als wichtiger Maßstab für fachlich anerkannte Versorgungsqualität und können in Haftungsfragen als Referenz herangezogen werden.</li>
    <li>Abweichen ist möglich: Abweichungen sind im Einzelfall zulässig, sollten aber begründet und dokumentiert werden (z. B. Patient:innenwunsch, Kontraindikationen, besondere Situation).</li>
    <li>Intern kann es verbindlich werden: Übernimmt eine Einrichtung Inhalte in SOPs, Pflegestandards oder QM-Vorgaben, entsteht eine organisationsinterne Verbindlichkeit.</li>
  </ul>
</section>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was wissen wir aktuell zur Schmerzlage bei Menschen mit Demenz?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vor allem dies: Schmerzen sind häufig, aber die Spannbreite der berichteten Häufigkeiten ist groß, weil sie stark davon abhängt, wie Schmerzen erfasst werden. Das ist keine akademische Nuance, sondern ein zentraler Grund für Untererkennung. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Beobachtungsstudien in Pflegeheimen berichtet je nach Studie und Messansatz Prävalenzen von unter 10 Prozent bis knapp 80 Prozent; gegen Lebensende lagen einzelne Werte ebenfalls in dieser Größenordnung. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37817061/">Die Autoren betonen, dass Messmethode und Erfassungsstrategie entscheidend sind und dass Beobachtungsinstrumente eine wichtige Rolle spielen</a>. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Praktisch heißt das: Wenn man sich nur auf spontanes Benennen oder auf reine Selbstauskunft verlässt, unterschätzt man Schmerz bei Menschen mit Demenz. Strukturierte Beobachtung, idealerweise auch in Aktivitätssituationen, erhöht die Chance, Schmerz überhaupt zu erkennen – ein Vorgehen, das durch die S3-Leitlinie GeriPAIN ausdrücklich gestützt wird. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-683x1024.png" alt="" class="wp-image-3317" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-683x1024.png 683w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-200x300.png 200w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21-768x1152.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/12/ChatGPT-Image-16.-Dez.-2025-19_24_21.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei den Schmerzorten dominieren – wie bei vielen älteren Menschen – muskuloskelettale Ursachen: Arthrose (häufig Knie, Hüfte, Hände), degenerative Wirbelsäulenveränderungen, chronischer Rückenschmerz, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Kontrakturen sowie Sturzfolgen und Frakturen. Das erklärt, warum geriatrische Schmerzleitlinien inhaltlich stark auf muskuloskelettale Schmerzbilder fokussieren. Gleichzeitig gibt es Bereiche, die in der Demenzversorgung besonders häufig übersehen werden. Dazu zählen orofaciale und dentale Schmerzen: Eine Meta-Analyse aus 2024 schätzt die gepoolte Prävalenz orofacialer Schmerzen bei Menschen mit Demenz oder leichter kognitiver Störung auf rund 19 Prozent. Mundschmerzen zeigen sich dabei oft unspezifisch, etwa durch Essverweigerung, Unruhe, Abwehr beim Zähneputzen oder eine veränderte Mimik. Ebenfalls unterschätzt werden „körperliche Basics“ mit hoher Schmerzlast wie Obstipation, Harnverhalt, Druckstellen, Hämatome, ungünstige Lagerung oder schlecht sitzende Hilfsmittel. <a href="https://www.jpain.org/article/S1526-5900(07)00601-3/fulltext">Ein klassischer Überblick zu Schmerz bei Demenz betont, dass Schmerz bei Demenz häufig und oft komplex ist und dass gerade behandelbare Ursachen konsequent gesucht werden sollten. </a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auslöser und Verstärker entstehen bei Demenz häufig aus einer Mischung von degenerativen, neuropathischen und situativen Faktoren. Immobilität, Schlafmangel, akute Erkrankungen sowie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten können bestehende Schmerzen verstärken oder neue Beschwerden auslösen. Erschwerend kommt hinzu: Bei Demenz werden solche Faktoren schneller übersehen, weil Schmerz nicht immer als „Ich habe Schmerzen“ formuliert wird, sondern sich als Verhalten zeigen kann.</p>
</div>
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<h2 class="wp-block-heading">Schmerzen professionell managen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">GeriPAIN ist eine Leitlinie, die die Versorgung neu ordnet: systematisch, interprofessionell, sektorübergreifend und mit einem besonderen Blick auf Risikokonstellationen wie kognitive Einschränkung. Gerade für die Demenzversorgung im Krankenhaus liefert sie ein starkes Argument: Wenn Schmerzen nicht verlässlich erkannt werden, entstehen Folgeprobleme, die dann viel mehr Ressourcen binden als ein strukturiertes Schmerzassessment und konsequentes Nachsteuern. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzsensibles Arbeiten im Krankenhaus ist ohne konsequentes Schmerzmanagement nicht vollständig. Und konsequentes Schmerzmanagement bei Demenz gelingt nur, wenn man Selbstauskunft und strukturierte Beobachtung systematisch kombiniert.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen und Weiterführendes<br><a href="AWMF-Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)“, Reg.-Nr. 145-005">AWMF-Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)“, Reg.-Nr. 145-005</a><br><a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/145-005l_S3_Schmerzmanagement-bei-geriatrischen-Patientinnen-in-allen-Versorgungssettings-GeriPAIN_2025-10.pdf">AWMF-Leitlinien-PDF (Langfassung, Version 1.0, 2025-10)</a><br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37817061/">Helvik AS et al. Systematic Review: Prävalenz von Schmerz bei Pflegeheimbewohner:innen mit Demenz (BMC Geriatrics, 2023)</a><br><a href="https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/leitlinien-zur-schmerzbehandlung/geripain">Deutsche Schmerzgesellschaft – Leitlinienübersicht GeriPAIN </a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/16/schmerzmanagement-im-alter-neu-sortiert-was-die-neue-s3-leitlinie-geripain-bringt/">Schmerzmanagement im Alter neu sortiert: Was die neue S3-Leitlinie GeriPAIN bringt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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