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	<title>klinik Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>klinik Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<item>
		<title>Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 20:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die individuelle Risikosituation verändern.<br></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb reicht es nicht, Entlassungsbrief und Medikamentenplan entgegenzunehmen und anschließend die bisherige Versorgung fortzusetzen. Nach der Rückkehr muss geklärt werden: Was ist noch wie vorher – und was hat sich verändert? Aus aktuellem Anlass der mit reichlich Ärger und auch womöglich vermeidbarem Leid verbunden war ein Artikel zum Thema Rückkehr nach dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn auch die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) nehmen diese Schnittstelle ausdrücklich in den Blick. Krankenhausaufenthalte gehören für viele Menschen mit Demenz zur Versorgungsrealität. Rechnerisch kommen auf 100 Menschen mit Demenz rund 90 Krankenhausaufenthalte pro Jahr. Das bedeutet natürlich nicht, dass 90 von 100 Betroffenen jedes Jahr ins Krankenhaus kommen: Manche Menschen werden mehrfach aufgenommen, andere gar nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bis 2040 könnte die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenz nach der Projektion des BARMER Krankenhausreports von 1,04 Millionen auf rund 1,36 Millionen steigen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigste Frage nach der Rückkehr: Was ist jetzt anders?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Herr M. hat im Krankenhaus stark abgebaut.“ &#8211; ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen: welche Information bietet das? Auch schon gefunden: &#8222;Kam völlig verändert aus dem KH zurück.&#8220;.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Klar, ein solcher Satz fällt im Pflegealltag schnell. Ganz kurz die nächste Schicht auf eine veränderte Lage hinweisen &#8211; okay. Aber das hilft für die weitere Versorgung wirklich nur sehr begrenzt, oder? Pflegefachlich entscheidend ist der konkrete Vergleich mit dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bsp.: vor der Einweisung ging Herr M. mit seinem Rollator selbstständig vom Zimmer in den Speiseraum. Nach der Rückkehr benötigt er Unterstützung beim Aufstehen und Begleitung über die gesamte Gehstrecke.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Erst ein solcher Vergleich macht sichtbar, wo neuer Unterstützungs-, Beobachtungs- oder Abklärungsbedarf entstanden ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In der stationären Pflege verlangt die QPR eine erneute Einschätzung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen ist die Überleitung bei Krankenhausaufenthalten ein eigener Qualitätsaspekt der QPR. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die innerhalb der vergangenen sechs Monate im Krankenhaus behandelt wurden, wird unter anderem geprüft, ob nach der Rückkehr die Bedarfseinschätzung aktualisiert und die Maßnahmenplanung bei Bedarf angepasst wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Rückkehr soll beurteilt werden,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ob sich der Pflegebedarf verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob sich die Risikosituation verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob die individuelle Maßnahmenplanung angepasst werden muss und</li>



<li class="has-medium-font-size">ob notwendige Folgetermine beziehungsweise die Information behandelnder Ärztinnen oder Ärzte organisiert wurden.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine feste Frist von beispielsweise 24 Stunden nennen die QPR hierfür nicht. Die Formulierung „unmittelbar nach Rückkehr“ macht jedoch deutlich, dass erkennbare Veränderungen zeitnah aufgegriffen werden müssen, nicht irgendwann wenn die Pflegeplanung gerade turnusgemäß überarbeitet werden soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum neuen Assessment gehört auch körperliches Hinschauen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR schreiben nach einer Krankenhausrückkehr keine standardisierte Ganzkörperuntersuchung vor. Die geforderte erneute Einschätzung des Pflegebedarfs und der Risiken kann jedoch eine gezielte körperliche Einschätzung notwendig machen. Das gilt beispielsweise bei neuer Immobilität, Schmerzen, Wunden oder Hämatomen, Ödemen, Atemproblemen oder neu hinzugekommenen Kathetern, Verbänden und anderen Versorgungen. Auch Mobilität und Transfers lassen sich nicht allein aus dem Entlassungsbrief beurteilen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz reicht zudem eine reine Befragung häufig nicht aus. Beschwerden können möglicherweise nicht zuverlässig benannt oder Veränderungen nicht selbst eingeordnet werden. Beobachtung und – soweit erforderlich und von der Person akzeptiert – gezielte körperliche Inspektion gehören dann zur pflegefachlichen Einschätzung. Eine besondere „Ganzkörperkontrolle nach Krankenhausaufenthalt“ schreiben die QPR also nicht vor. Die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs gehört nach § 4 Pflegeberufegesetz jedoch ausdrücklich zu den vorbehaltenen Aufgaben von Pflegefachpersonen. Wie umfassend dabei körperlich eingeschätzt werden muss, richtet sich nach dem aktuellen Zustand und den erkennbaren Risiken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Anpassungen ausbleiben, wird es zum Qualitätsproblem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR unterscheiden zwischen verspäteter Dokumentation und einer tatsächlich fehlenden Reaktion auf veränderten Pflegebedarf. Wird eine notwendige Anpassung zwar umgesetzt, aber erst später dokumentiert, kann dies als Auffälligkeit ohne erwartbare negative Folgen bewertet werden. Bleibt die Maßnahmenplanung trotz verändertem Bedarf unverändert, liegt dagegen ein Defizit mit Risiko negativer Folgen vor. Wird auch die tatsächliche Versorgung nicht angepasst, können bereits negative Folgen eingetreten sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht die Menge der Dokumentation, sondern dass Veränderungen erkannt und in die Versorgung übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch ambulant ist die Krankenhausrückkehr Prüfthema</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die seit 30. Juli 2026 geltenden QPR für ambulante Pflegedienste erfassen die Rückkehr aus dem Krankenhaus im Qualitätsaspekt „Aufnahmemanagement“. Bei einer Wiederaufnahme müssen die wesentlichen Informationen zur aktuellen Pflegesituation erhoben und für die weitere Versorgung berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere aktuelle Einschränkungen, Ressourcen und Fähigkeiten, die Sicht der betroffenen Person beziehungsweise ihrer An- und Zugehörigen sowie relevante Angaben zu Diagnosen, Medikation, Folgen der Krankenhausbehandlung und anderen beteiligten Versorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade ambulant muss zusätzlich geprüft werden, ob die bisherige Versorgung zu Hause unter den veränderten Bedingungen noch ausreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht alles neu schreiben – aber Veränderungen nachvollziehbar erfassen</h2>



<div style="
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  padding: 26px 28px;
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  <div style="
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  ">
    Nach der Rückkehr konkret prüfen
  </div>

  <div style="
    margin-bottom: 22px;
    color: #5d686b;
    line-height: 1.5;
  ">
    Die wichtigsten Punkte für die pflegefachliche Einschätzung nach einem Krankenhausaufenthalt:
  </div>


  <div style="display: grid; gap: 12px;">

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Unterlagen</strong><br>
        Sind Entlassungsbrief, Befunde, Verordnungen und Nachsorgetermine vorhanden?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Medikation</strong><br>
        Was wurde neu angesetzt, abgesetzt, anders dosiert oder nur vorübergehend verordnet?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Kognition und Aufmerksamkeit</strong><br>
        Bestehen neue Verwirrtheit, Unaufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder deutliche Schwankungen?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Mobilität</strong><br>
        Haben sich Aufstehen, Transfer oder Gehen verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Essen und Trinken</strong><br>
        Haben sich Selbstständigkeit, Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, Kauen oder Schlucken verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Schmerzen und Beschwerden</strong><br>
        Gibt es neue oder verstärkte Schmerzen, Fieber, Atemnot oder andere Auffälligkeiten?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Ausscheidung</strong><br>
        Bestehen Veränderungen bei Kontinenz, Miktion oder Stuhlgang?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Selbstversorgung</strong><br>
        Wird mehr Unterstützung bei Körperpflege, Ankleiden oder Toilettengang benötigt?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Neue Versorgungserfordernisse</strong><br>
        Gibt es neue Wunden, Katheter, ein Stoma, Hilfsmittel oder andere medizinisch-pflegerische Anforderungen?
      </div>
    </div>

    <div style="
      display:flex;
      gap:12px;
      align-items:flex-start;
      padding:14px;
      background:#e8f1f3;
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    ">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Konsequenzen</strong><br>
        Was muss abgeklärt, weitergegeben oder in der Maßnahmenplanung verändert werden?
      </div>
    </div>

  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dokumentiert werden sollten vor allem konkrete Veränderungen gegenüber dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt. Pauschale Formulierungen wie „deutlich abgebaut“, „verwirrter“ oder „Mobilität schlechter“ helfen dabei wenig. Aussagekräftiger ist eine Beschreibung dessen, was aktuell nicht mehr, anders oder nur mit zusätzlicher Unterstützung möglich ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei gilt nicht: Jede fehlende Einzelangabe ist automatisch ein Pflegefehler. Die QPR bewerten auch, ob relevante Informationen vorlagen und angemessen auf den tatsächlichen Bedarf reagiert wurde. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn wesentliche Veränderungen nicht erfasst werden und deshalb keinen Eingang in Planung und Versorgung finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch das Krankenhaus trägt Verantwortung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser sind nach § 39 Abs. 1a SGB V zu einem Entlassmanagement verpflichtet. Ziel ist ein möglichst nahtloser Übergang in die medizinische, rehabilitative oder pflegerische Anschlussversorgung. Fehlen nach der Rückkehr dennoch Informationen, die für eine sichere Versorgung notwendig sind, müssen Pflegefachpersonen diese Lücke erkennen und eine Klärung anstoßen. Die Verantwortung für ein unvollständiges Entlassmanagement liegt damit nicht allein bei Pflegeheim oder Pflegedienst – die sichere Weiterführung der Pflege darf daran aber ebenfalls nicht scheitern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Krankenhaus beginnt nicht einfach wieder die alte Pflege</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Rückkehr ist ein pflegefachlicher Übergang. Neu beurteilt werden müssen Pflegebedarf, Risiken, erhaltene Fähigkeiten und möglicher weiterer Abklärungsbedarf. Ebenso muss geprüft werden, ob die bisherige Maßnahmenplanung die aktuelle Situation noch abbildet. Gerade bei Menschen mit Demenz sollte deshalb nicht bei der Feststellung stehen geblieben werden, jemand habe „im Krankenhaus abgebaut“. Die entscheidende Frage lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was konnte dieser Mensch vor dem Krankenhausaufenthalt – und was braucht er jetzt? Aus diesem Vergleich ergeben sich die nächsten pflegerischen Schritte.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen &amp; weitere Infos</p>



<p class="wp-block-paragraph">BARMER: Krankenhausreport 2025 – Demenzerkrankungen in Deutschland.<br><a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf">https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege, insbesondere Qualitätsaspekt 4.2 „Überleitung bei Krankenhausaufenthalten“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien ambulante Pflege Teil 1a – Ambulante Pflegedienste, gültig ab 30. Juli 2026, insbesondere Qualitätsaspekt 1.1 „Aufnahmemanagement“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegeberufegesetz, § 4: Vorbehaltene Aufgaben.<br><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html">https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesministerium für Gesundheit: Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V.<br><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 18:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
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		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
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		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisation]]></category>
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		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[pflegepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzassessment]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen erkennen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzskala]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3720</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu erklären, wo genau etwas wehtut.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann gewinnt die Beobachtung an Bedeutung: Verzieht der Mensch das Gesicht? Stöhnt er? Schützt er einen Körperteil? Verändert sich seine Haltung oder sein Verhalten? Für die Schmerzbeurteilung sind in der Pflege verschiedene Skalen etabliert. Doch dabei gibt es ein Problem: oftmals werden Schmerzskalen in relativer Ruhe benutzt. Konkret: die Pflegefachperson setzt sich neben den sitzenden oder liegenden Pflegebedürftigen und füllt das Formular aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber: es reicht möglicherweise nicht, sich neben einen ruhig sitzenden oder liegenden Menschen zu setzen und ihn einige Minuten zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Ruhe unauffällig – bei Bewegung Schmerzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie groß der Unterschied sein kann, zeigte eine britische Untersuchung mit 230 älteren Menschen mit Demenz, die ungeplant in ein Akutkrankenhaus aufgenommen worden waren. Während ihres Krankenhausaufenthaltes wurde wiederholt auf Schmerzverhalten geachtet – sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist bemerkenswert:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Bei 19 Prozent wurde mindestens einmal Schmerzverhalten in Ruhe beobachtet. Bei Bewegung waren es 57 Prozent.</strong> Das bedeutet nicht, dass alle diese Menschen dauerhaft Schmerzen hatten. Es zeigt aber sehr deutlich, wie stark die Situation beeinflussen kann, ob Schmerz überhaupt erkennbar wird. Eine spätere wissenschaftliche Auswertung derselben Patientengruppe kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die beobachteten Schmerzwerte waren während Aktivität deutlich höher als in Ruhe. Die Forschenden sprechen dabei von einem möglichen Floor-Effekt: In Ruhe sammeln sich die Werte am unteren Ende einer Beobachtungsskala. Der Mensch erscheint unauffällig – obwohl sich bei Bewegung durchaus Schmerzzeichen zeigen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Schmerz entsteht nicht erst beim Aufstehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Man kann sich das an einer alltäglichen Situation vorstellen. Eine Person sitzt ruhig in ihrem Sessel. Sie stöhnt nicht, ihr Gesicht wirkt entspannt, die Körperhaltung erscheint unauffällig. Dann soll sie aufstehen. Beim Vorbeugen verzieht sie plötzlich das Gesicht. Beim Hochkommen hält sie das rechte Bein steif. Sie klammert sich an der Armlehne fest und stöhnt. Der naheliegende Gedanke wäre: Jetzt hat sie Schmerzen. Genauer wäre jedoch:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jetzt werden die Schmerzen sichtbar.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bewegung muss den Schmerz nicht verursacht haben. Möglicherweise bestand beispielsweise bereits eine schmerzhafte Arthrose, eine Verletzung, eine Druckstelle oder ein muskuloskelettales Problem. Solange der betroffene Körperbereich nicht belastet oder bewegt wurde, war davon im Verhalten kaum etwas zu erkennen. Gerade bei Menschen, die ihre Beschwerden nicht mehr zuverlässig mitteilen können, kann dieser Unterschied entscheidend sein. Also auch bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3723" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-300x225.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-768x576.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1320x990.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png 1448w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Studien zeigen höhere Schmerzwerte bei Bewegung. Bereits 2010 untersuchten Forschende 60 Pflegeheimbewohner mit Demenz und bekannten Schmerzproblemen. Die Bewohner wurden sowohl in Ruhe als auch während standardisierter Bewegungen beobachtet. Bei unterschiedlichen Verfahren zur Schmerzbeobachtung zeigten sich während der Bewegung signifikant mehr Schmerzzeichen als in Ruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Forschungsgruppen haben deshalb gezielt Bewegungen in die Schmerzerfassung einbezogen. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Wer wissen möchte, ob beispielsweise Hüfte, Knie, Schulter oder Rücken Schmerzen verursachen, erhält möglicherweise mehr Informationen, wenn diese Körperbereiche bei einer ohnehin notwendigen Alltagshandlung bewegt oder belastet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beobachtung in Ruhe ist trotzdem nicht falsch</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Forschungsergebnissen sollte allerdings nicht der umgekehrte Schluss gezogen werden, Menschen müssten ausschließlich bei Bewegung beobachtet werden. Auch Schmerzen in Ruhe sind wichtig. Manche Erkrankungen verursachen gerade dann Beschwerden, wenn ein Mensch liegt oder längere Zeit dieselbe Position einnimmt.Sinnvoller ist deshalb die Kombination:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie verhält sich der Mensch in Ruhe – und was verändert sich bei Bewegung? </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f4f8fb; border-left:5px solid #3b82a0; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:6px; line-height:1.6;">
  
  <div style="font-size:1.15em; font-weight:700; margin-bottom:8px;">
    <span style="margin-right:7px;" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    Bewegung beobachten heißt nicht, Schmerzen zu provozieren
  </div>

  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein wichtiger Punkt darf dabei nicht missverstanden werden:
    Niemand sollte einen Menschen absichtlich in eine schmerzhafte Bewegung zwingen, nur um herauszufinden, ob etwas wehtut.
  </p>

  <p style="margin:0;">
    Es geht vielmehr darum, <strong>notwendige und ohnehin stattfindende Bewegungen bewusster zu beobachten</strong>.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch internationale Empfehlungen zur Schmerzerfassung bei Demenz weisen darauf hin, dass Beobachtungen sowohl in Ruhe als auch während Transfers und Aktivitäten des täglichen Lebens erfolgen sollten. Der Vergleich kann zusätzliche Informationen liefern, die eine einzelne Momentaufnahme nicht bietet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unauffälliges Verhalten in Ruhe beweist keine Schmerzfreiheit.</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wo eine verständliche Selbstauskunft noch möglich ist, sollte sie weiterhin genutzt werden. Fremdbeobachtung ergänzt diese Einschätzung insbesondere dann, wenn Kommunikation zunehmend schwierig wird. Vielleicht müssen wir nicht nur anders beobachten – sondern im richtigen Moment. In der Pflege wird viel darüber gesprochen, welches Instrument zur Schmerzerfassung verwendet werden sollte. Diese Frage ist wichtig. Aber möglicherweise beginnt das Problem noch früher.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn eine Pflegefachperson einen Menschen nur ruhig im Bett oder im Sessel erlebt, fehlen unter Umständen genau die Situationen, in denen sich Schmerzen bemerkbar machen. Die Forschung zeigt inzwischen recht deutlich, dass Schmerzverhalten bei Menschen mit Demenz während Bewegung wesentlich häufiger sichtbar werden kann als in Ruhe.</p>



<p class="has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb lohnt sich im Pflegealltag eine zusätzliche Frage. Nicht nur: <strong>„Welche Schmerzzeichen sehe ich?“, s</strong>ondern auch: <strong>„Wann schaue ich eigentlich hin?“</strong>.<br> Denn manchmal reicht Beobachten im Sitzen schlicht nicht aus.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br><br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und zum Weiterlesen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Sampson EL, White N, Lord K et al. (2015):</strong> Pain, agitation, and behavioural problems in people with dementia admitted to general hospital wards: a longitudinal cohort study. <em>Pain</em>.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Dunford E et al.</strong> <strong>(2022):</strong> Psychometric evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in an acute general hospital setting.<br><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ersek M et al. (2010):</strong> Comparing the psychometric properties of the Checklist of Nonverbal Pain Behaviors and the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in persons with dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Husebø BS et al.</strong> <strong>(2007):</strong> Mobilization-Observation-Behavior-Intensity-Dementia Pain Scale (MOBID): development and validation of a nurse-administered pain assessment tool for use in dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>International Association for the Study of Pain (IASP):</strong> Pain Assessment in Dementia.<br><a href="https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/">https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Lautenbacher S, Schreiber V, Grupp C et al.</strong> <strong>(2026):</strong> Pain differences in cognitive impairment appear only during active motor tasks. <em>Frontiers in Pain Research</em>.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full">https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Medienbiografie und -bewußtsein werden Teil der Pflege werden</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/06/27/medienbiografie-und-bewusstsein-werden-teil-der-pflege-werden/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/06/27/medienbiografie-und-bewusstsein-werden-teil-der-pflege-werden/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 12:10:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[falsche Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[jochen gust]]></category>
		<category><![CDATA[KI-Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[KI-Videos]]></category>
		<category><![CDATA[klinik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbiografie]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege der Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[pflegeethik]]></category>
		<category><![CDATA[Schutzkonzepte]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die heutige Generation alter Menschen ist in einer Welt aufgewachsen, in der Erinnerungen vor allem aus eigenem Erleben, Familienerzählungen, Briefen, Fotos, Zeitungen, Radio und analogem Fernsehen gespeist wurden. Natürlich konnten&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/27/medienbiografie-und-bewusstsein-werden-teil-der-pflege-werden/">Medienbiografie und -bewußtsein werden Teil der Pflege werden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die heutige Generation alter Menschen ist in einer Welt aufgewachsen, in der Erinnerungen vor allem aus eigenem Erleben, Familienerzählungen, Briefen, Fotos, Zeitungen, Radio und analogem Fernsehen gespeist wurden. Natürlich konnten auch diese Medien Erinnerungen färben. Auch früher wurden Geschichten ausgeschmückt, Fotos falsch gedeutet, Filme mit dem eigenen Leben vermischt oder Ereignisse im Rückblick verändert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber etwas ist neu: Die kommenden Generationen werden ihr ganzes Leben lang von einer kaum überschaubaren Flut digitaler Bilder, Videos, Nachrichten, Reels, Chats, Computerspiele, Avatare und KI-generierter Inhalte begleitet worden sein. Sie werden nicht nur Erinnerungen an ihr eigenes Leben mitbringen, sondern auch Milliarden medialer Eindrücke, die sich über Jahrzehnte emotional aufgeladen, wiederholt, geteilt und gespeichert haben.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Entscheidende ist: Emotionen prüfen keine Echtheit. Ein KI-generiertes Video kann Angst, Trost oder Sehnsucht auslösen, auch wenn es kein reales Ereignis abbildet. Für das spätere Erinnern kann diese emotionale Aufladung trotzdem wirksam werden. Was oft gesehen, stark empfunden und immer wieder innerlich aufgerufen wird, kann sich im Gedächtnis mit einer Bedeutung festsetzen, die unabhängig davon ist, ob die Szene tatsächlich erlebt wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Versorgung von Menschen mit Demenz ist das keine technische Randfrage. Es wird eine der vielen fachlichen Herausforderungen der Zukunft werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erinnerung ist kein Archiv</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir neigen dazu, Erinnerung wie ein inneres Archiv zu verstehen: Was geschehen ist, wird abgelegt und später wieder hervorgeholt. So funktioniert das menschliche Gedächtnis aber nicht. Erinnern ist (auch) Rekonstruktion. Beim Erinnern werden Bruchstücke, Gefühle, Bedeutungen, Bilder, spätere Informationen und aktuelle Bedürfnisse neu zusammengesetzt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schon heute erleben Pflegende, dass Menschen mit Demenz Vergangenheit und Gegenwart vermischen, Orte verwechseln, Angehörige anders einordnen oder aus einer inneren Wirklichkeit heraus handeln, die für Außenstehende zunächst unverständlich wirkt. Das ist nicht neu. Neu ist aber die Frage, aus welchem Material diese innere Wirklichkeit künftig zusammengesetzt sein wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Falsche Erinnerungen können echtes Verhalten auslösen</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Erinnerung muss nicht faktisch richtig sein, um handlungsleitend zu werden. Eine Person kann Angst haben, weil sie etwas als bedrohlich erlebt. Sie kann Scham empfinden, weil eine innere Szene beschämend wirkt. Sie kann misstrauisch werden, weil eine Erklärung für eine Lücke im Gedächtnis gesucht wird. Sie kann aufbrechen wollen, weil ein alter oder medial geprägter Handlungsimpuls plötzlich Gegenwart wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau hier kann herausforderndes Verhalten entstehen. Nicht als bloße Folge einer „falschen Erinnerung“, sondern weil eine falsch zugeordnete Erinnerung zur Wirklichkeit des Augenblicks wird. Wenn ein inneres Bild Angst macht, ist die Angst echt. Wenn eine vermeintliche Verpflichtung drängt, ist der Druck echt. Wenn eine erlebte Kränkung als aktuell empfunden wird, ist die Abwehr echt. Das macht die Situation fachlich so anspruchsvoll. Pflegende dürfen falsche Aussagen nicht blind bestätigen. Aber sie dürfen die erlebte Not auch nicht einfach wegkorrigieren.<br></p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum die Quelle der Angst zählt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die erste Reaktion ist es oft egal, ob eine Erinnerung stimmt. Angst bleibt Angst. Wer sich bedroht fühlt, braucht Schutz, Ruhe und Orientierung. Für den weiteren Umgang ist die Quelle aber entscheidend. Denn Pflege muss nicht nur beruhigen, sondern verstehen, was die Not immer wieder auslöst. Kommt die Angst aus Schmerz, aus einer Verkennung, aus einer alten Lebenserfahrung — oder aus Bildern, Nachrichten, Social Media oder KI-Videos, die immer wieder innere Not aktivieren?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Davon hängt ab, wo Pflege ansetzt: bei der Ansprache, bei der Umgebung, bei Reizen im Zimmer, bei Gesprächen mit Angehörigen, beim Umgang mit digitalen Geräten oder bei der Auswahl von Bildern und Videos. Die Angst ist echt. Aber ihre Quelle entscheidet mit darüber, was Pflege verändern kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Werden Pflegende auch Medienwächter sein müssen?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine unbequeme Frage schließt sich daran an: Werden Pflegende künftig auch eine Art Medienwächter sein müssen? Ganz neu ist das Problem nicht. Schon heute achten Pflegefachpersonen darauf, was ein Mensch mit fortgeschrittener Demenz noch gut verarbeiten kann. Kriegsnachrichten, Katastrophenbilder, Thriller, Horrorfilme oder aufwühlende Fernsehsendungen können Unruhe, Angst, Schlaflosigkeit oder Misstrauen verstärken. Im Alltag wird dann oft pragmatisch reagiert: Das Programm wird gewechselt, der Fernseher ausgeschaltet, die Situation beruhigt, manchmal auch mit Angehörigen besprochen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Doch die digitale Zukunft macht diese Frage schwieriger. Wenn Smartphone, Tablet, Sprachassistenz, digitaler Bilderrahmen und Computer selbstverständlich verfügbar sind, liegt der Zugang zu belastenden Bildern, KI-Videos, Verschwörungserzählungen, Kriegsclips oder täuschend echten künstlichen Stimmen nicht mehr nur im Gemeinschaftsraum oder im Fernsehprogramm. Er liegt in der Hand, auf dem Nachttisch, im Chatverlauf, im Algorithmus, vielleicht auch jederzeit verfügbar und gegenwärtig z.B. in der smarten Brille, im ständig vernetzten Rollator oder Rollstuhl und in der smarten Uhr am Handgelenk. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer greift dann regulierend ein? Und mit welchem Recht?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflege hat keine pauschale Befugnis, Medienzugang einfach zu beschränken. Auch Menschen mit Demenz behalten Rechte, Vorlieben, Gewohnheiten und ein Recht auf Teilhabe. Ein Smartphone wegzunehmen, Apps zu sperren oder Inhalte zu filtern, nur weil sie irritierend wirken, wäre keine pflegerische Selbstverständlichkeit, sondern ein erheblicher Eingriff. Gleichzeitig hat Pflege eine Schutzaufgabe, wenn Inhalte erkennbar Angst auslösen, Verkennungen verstärken, herausforderndes Verhalten befeuern oder die Person überfordern. Genau darin liegt die Spannung: Nichtstun kann fachlich falsch sein, vorschnelles Eingreifen aber ebenfalls.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist: Bei Kindern und Jugendlichen wird derzeit intensiv darüber diskutiert, ob und wie der Zugang zu sozialen Medien begrenzt werden sollte. Es geht um Altersgrenzen, Plattformverantwortung, algorithmische Risiken, Suchtverhalten, schädliche Inhalte und technische Schutzmechanismen. Man muss Menschen mit Demenz nicht mit Kindern gleichsetzen, um festzustellen: Auch hier geht es um verletzliche Menschen, digitale Überforderung, Schutz und Teilhabe.<br></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#eaf6ff; border-left:6px solid #2b7dbd; border-radius:14px; padding:24px 26px; margin:32px 0; font-family:Arial, Helvetica, sans-serif; color:#1f2f3a; box-shadow:0 2px 10px rgba(0,0,0,0.06);">

  <div style="display:flex; align-items:center; gap:12px; margin-bottom:16px;">
    <div style="font-size:34px; line-height:1;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2753.png" alt="❓" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></div>
    <h3 style="margin:0; font-size:24px; line-height:1.3; color:#174f7a;">
      Offene Fragen für die Pflege der Zukunft
    </h3>
  </div>

  <p style="font-size:19px; line-height:1.65; margin:0 0 18px 0;">
    Wenn wir Schutzräume für Kinder im digitalen Raum diskutieren, müssen wir dann nicht auch über Schutzkonzepte für Menschen mit fortgeschrittener Demenz sprechen?
  </p>

  <p style="font-size:19px; line-height:1.65; margin:0 0 18px 0;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2696.png" alt="⚖" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Dürfen Pflegeeinrichtungen zum Beispiel bestimmte Apps oder Nachrichtenportale innerhalb ihres hauseigenen Netzwerks sperren, weil deren Aussagen nicht mit der eigenen politischen Haltung übereinstimmen?
  </p>

  <p style="font-size:19px; line-height:1.65; margin:0;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f6e1.png" alt="🛡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Wer verhindert, dass die Aussage <strong>„zum Schutz“</strong> am Ende nur der Zensur dient?
  </p>

</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflege wird diese Fragen nicht allein beantworten können. Vielleicht braucht es künftig klare ethische, rechtliche und fachliche Leitlinien dazu, wie mit digitalen Medien bei fortgeschrittener Demenz umzugehen ist. Nicht als Zensur. Nicht als Bevormundung. Sondern als verantwortliches Abwägen: Was gehört zur Autonomie dieses Menschen? Was beruhigt? Was überfordert? Was aktiviert Angst? Was verstärkt Verkennung? Und wann wird aus Mediennutzung ein Schutzthema? Medienbewusstsein in der Pflege bedeutet deshalb nicht, Pflegende zu Kontrolleuren zu machen. Es bedeutet, digitale Inhalte als mögliche Einflussfaktoren auf Erleben, Verhalten und Wohlbefinden ernst zu nehmen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Medienbiografie als neue Pflegefrage</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bisher fragt Biografiearbeit nach Familie, Beruf, Gewohnheiten, Verlusten, Rollen, Werten und prägenden Lebensereignissen. Das bleibt wichtig. Aber es wird nicht mehr reichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zur Lebensgeschichte wird künftig auch gehören, in welchen digitalen Räumen ein Mensch gelebt hat. Welche sozialen Netzwerke waren Alltag? Welche Plattformen haben Nähe, Angst, Empörung, Trost oder Zugehörigkeit erzeugt? Welche digitalen Routinen gehörten zum Leben? Welche beruflichen Tools wurden täglich genutzt? Gab es Chatbots, Avatare, KI-Bilder, rekonstruierte Stimmen oder Videos von Menschen und Orten, die emotional bedeutsam waren? Pflegekräfte werden das nicht lückenlos prüfen können. Niemand kann rekonstruieren, welche Inhalte ein Mensch über Jahrzehnte gesehen hat. Aber Medienbiografie muss als fachliche Kategorie ernst genommen werden. Nicht als digitale Spurensicherung, sondern als Teil der Frage: Aus welchen Bildern, Geschichten, Medien und Gefühlen baut dieser Mensch gerade seine Wirklichkeit?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist nicht nebensächlich. Wer nur nach klassischen biografischen Auslösern sucht, übersieht künftig möglicherweise einen Teil der Lebenswirklichkeit. Medienbiografie kann helfen, Verhalten besser einzuordnen, belastende Reize zu erkennen, Angehörige zu sensibilisieren und biografisches Material nicht unkritisch als Wahrheit zu übernehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nicht entlarven, sondern verstehen</strong></h2>



<p class="has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Aufgabe der Pflege wird nicht darin bestehen, Menschen mit Demenz ihre falschen Erinnerungen auszureden. Das wäre häufig beschämend, beziehungsgefährdend und vor allem zumindest akut wirkungslos. Die Aufgabe wird eher darin bestehen, zwischen Fakt und Gefühl zu unterscheiden. Ohne ausreichende Kompetenzen dazu, wird das schwierig. Es bleibt: die Aussage selbst kann falsch sein. Die Angst dahinter jedoch nicht. Die Erinnerung kann vermischt sein. Der Wunsch nach Sicherheit aber ist real. Der Anlass kann unklar sein. Die Handlungslogik aber kann verstehbar werden. Pflege hat gelernt, Verhalten nicht nur als Störung zu sehen, sondern als Ausdruck. Künftig müssen wir vielleicht noch einen Schritt weitergehen: Verhalten kann auch Ausdruck einer erinnerten, falsch erinnerten, medial geprägten oder sogar forcierten Stimmung oder künstlich verstärkten Wirklichkeit sein. <br><br>All das macht Pflege künftig möglicherweise nicht einfacher. Es wird jedoch zu den wichtigen Skills gehören, künftig mehr von KI, SocialMedia und Algorithmen zu verstehen. &#8222;Lustige&#8220; TikTok-Videos über Pflege oder banalste Aussagen in Instagramvideos über die Versorgung von Menschen mit Demenz werden nicht ausreichen.  <br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>



<ol start="1" class="wp-block-list"></ol>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/27/medienbiografie-und-bewusstsein-werden-teil-der-pflege-werden/">Medienbiografie und -bewußtsein werden Teil der Pflege werden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Neue Studie: Auch frühe Demenzen sind oft mit beeinflussbaren Risiken verbunden</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/11/fruehe-demenzen-sind-oft-mit-beeinflussbaren-risiken-verbunden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 05:53:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Demenzen vor dem 65. Lebensjahr gelten oft als vor allem genetisch bedingt. Eine neue Auswertung mehrerer großer Kohortenstudien zeichnet jedoch ein anderes Bild: Auch bei frühen Demenzen spielen modifizierbare Risikofaktoren&#8230;</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzen vor dem 65. Lebensjahr gelten oft als vor allem genetisch bedingt. Eine neue Auswertung mehrerer großer Kohortenstudien zeichnet jedoch ein anderes Bild: Auch bei frühen Demenzen spielen modifizierbare Risikofaktoren eine wichtige Rolle – teils sogar stärker als bei später einsetzenden Demenzen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Laut der im Fachjournal The Lancet Healthy Longevity veröffentlichten Untersuchung waren die meisten bekannten Risikofaktoren bei frühen Demenzen stärker mit dem Erkrankungsrisiko verbunden als bei spät beginnenden Demenzen. Ausnahmen waren laut Studienangaben unter anderem körperliche Inaktivität, Alkoholkonsum und „race“ als erfasste soziodemografische Variable.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur &#8222;Schicksal&#8220;</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist das vor allem für die Prävention: Die Studie stützt die Annahme, dass frühe Demenzen keineswegs nur Schicksal oder Genetik sind. Vielmehr rücken auch hier beeinflussbare Faktoren stärker in den Blick – etwa vaskuläre Risiken, psychische Belastungen oder Sinnesbeeinträchtigungen. Das passt zu den bereits bekannten Empfehlungen der Lancet-Kommission, nach denen ein erheblicher Teil von Demenzfällen durch Prävention zumindest verzögert werden könnte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Praxis heißt das: Wer über Demenzprävention spricht, sollte nicht nur an Hochaltrigkeit denken. Auch bei jüngeren Erwachsenen mit Belastungsfaktoren lohnt sich ein genauer Blick auf behandelbare und vermeidbare Risiken.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und weitere Infos: </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/fruhe-demenzen-haufiger-mit-modifizierbaren-risikofakt">Deutsches Ärzteblatt. (2026, 10. April). Frühe Demenzen häufiger mit modifizierbaren Risikofaktoren verbunden als spätere.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.thelancet.com/journals/lanhl/article/PIIS2666-7568(26)00015-2/fulltext">The Lancet Healthy Longevity. (2026, 2. April). Risk factors for early-onset and late-onset dementia.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/11/fruehe-demenzen-sind-oft-mit-beeinflussbaren-risiken-verbunden/">Neue Studie: Auch frühe Demenzen sind oft mit beeinflussbaren Risiken verbunden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:14:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird der Löffel abgewehrt, beim Aufstehen die Hand zurückgezogen, beim Wechseln von Inkontinenzmaterial steigt plötzlich die Spannung. Schnell entsteht dann der Eindruck, jemand „mache nicht mit“ oder sei „schwierig“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft steckt dahinter Reaktanz: ein verständlicher innerer Widerstand gegen erlebten Druck, Fremdbestimmung oder Überrumpelung. Gerade bei Menschen mit Demenz ist dieses Thema im Pflegealltag zentral. Denn gute Pflege muss nicht nur fachlich richtig sein. Sie muss auch so gestaltet werden, dass ein Mensch sich nicht ausgeliefert fühlt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kompakte Information bietet dieser Film:</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/ReaktanzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=J7IMldNCI08">Diesen und weitere Info-Filme zum Thema Demenz können Sie auch über Youtube anschauen.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was Reaktanz bedeutet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz ist Widerstand, der entsteht, wenn Menschen sich gedrängt oder in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt fühlen. Einfach gesagt: Wenn jemand den Eindruck hat, „ich soll hier zu etwas gebracht werden“, kommt oft eine Gegenreaktion. Man will dann gerade nicht tun, was verlangt, empfohlen oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Psychologisch ist das gut nachvollziehbar. Menschen haben ein Grundbedürfnis nach Selbstbestimmung, Kontrolle und eigener Entscheidung. Sobald dieses Gefühl bedroht ist, entsteht innerer Widerstand. Dieser richtet sich oft nicht einmal gegen die Sache selbst, sondern gegen die Art, wie sie vermittelt oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Je stärker der Druck, desto größer oft die Reaktanz.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Reaktanz bei Menschen mit Demenz besonders wichtig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz erleben den Alltag häufig als unsicher, verwirrend oder schwer durchschaubar. Vieles ist unklar, manches fremd, manches beängstigend. Umso wichtiger wird das Gefühl, wenigstens über den eigenen Körper, den eigenen Abstand oder den aktuellen Moment <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">noch mitentscheiden zu können.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn dann jemand schnell, bestimmt, korrigierend oder ohne ausreichende Anbahnung auftritt, kann das leicht als Übergriff erlebt werden. Die betroffene Person kann ihr Unbehagen oft nicht mehr differenziert erklären. Stattdessen zeigt sich der Widerstand über Verhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz zeigt sich im pflegerischen Alltag besonders häufig in Situationen, die körpernah, schambesetzt oder mit Zeitdruck verbunden sind. Dazu gehören vor allem die Körperpflege, das Anreichen von Essen und Trinken, das Aufstehen oder Umsetzen, die Medikamentengabe, das Wechseln von Inkontinenzmaterial oder Maßnahmen, die gegen den erkennbaren Willen der Person „durchgesetzt“ werden sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Nähe, Tempo und Fremdbestimmung zusammenkommen, steigt das Risiko für Widerstand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jede Ablehnung ist Reaktanz</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So wichtig das Konzept ist: Nicht jede Ablehnung bei Demenz ist automatisch Reaktanz. Hinter Abwehr können auch Schmerzen, Angst, Scham, Kälte, Überforderung, Missverständnisse, Hörprobleme, eine ungünstige Tagesform oder eine depressive Stimmung stehen. Auch Hunger, Durst, Müdigkeit, eine ungewohnte Pflegeperson oder eine zu laute Umgebung können eine Rolle spielen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#dff3ff; border-left:6px solid #5aa9d6; padding:18px 20px; margin:20px 0; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  <p style="margin:0 0 12px 0;">
    Reaktanz ist deshalb nicht vorschnell eine Erklärung, sondern eher ein Hinweis: Die Person erlebt gerade etwas als zu viel, zu nah, zu schnell oder zu fremdbestimmt.
  </p>
  <p style="margin:0;">
    Für Pflegefachpersonen ist genau das entscheidend. Sie sollten Widerstand nicht vorschnell als „schwieriges Verhalten“ bewerten, sondern als Signal verstehen, dass die Situation anders gestaltet werden muss.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was Pflegefachpersonen besser nicht tun sollten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Reaktanz sichtbar wird, verschärft sich die Lage häufig durch gut gemeinte, aber ungünstige Reaktionen. Dazu gehören vor allem Drängen, Diskutieren, Korrigieren, mehrfaches Auffordern in kurzer Folge oder das Weitermachen gegen erkennbaren Widerstand.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch Sätze wie „Sie müssen jetzt“, „Stellen Sie sich nicht so an“ oder „Das haben wir doch eben erklärt“ erhöhen meist den Druck. Gleiches gilt, wenn Zeitnot sichtbar gemacht wird oder die betroffene Person vor anderen korrigiert wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Je deutlicher die Person das Gefühl bekommt, dass über sie hinweg entschieden wird, desto größer wird oft die Gegenreaktion.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was stattdessen sofort hilfreich sein kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In akuten Situationen ist nicht die perfekte Erklärung entscheidend, sondern ein ruhiger, klarer und entlastender Umgang.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist zunächst, kurz innezuhalten. Nicht sofort weiterarbeiten. Abstand und Tempo prüfen. Blickkontakt suchen, ohne zu bedrängen. Die Situation mit einem einfachen Satz entschärfen. Und, wenn möglich, eine kleine Wahlmöglichkeit anbieten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Beispiel:<br>„Ich mache langsam.“<br>„Sie entscheiden mit.“<br>„Wir können kurz warten.“<br>„Möchten Sie erst das Gesicht oder erst die Hände waschen?“<br>„Ich sehe, dass Ihnen das gerade unangenehm ist.“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Solche Sätze wirken nicht deshalb, weil sie besonders raffiniert sind. Sie wirken, weil sie (das Gefühl von) Kontrolle zurückgeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst Beziehung, dann Handlung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine der wichtigsten pflegerischen Regeln im Umgang mit Reaktanz lautet: Erst Beziehung, dann Handlung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das heißt konkret: nicht einfach anfangen, sondern erst ankommen. Mit Namen ansprechen. Sich bemerkbar machen. Die Situation knapp erklären. Nur einen Schritt auf einmal ankündigen. Den Menschen nicht sofort anfassen. Und auf Mimik, Körperspannung und Unruhe früh achten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele eskalierende Situationen entstehen nicht, weil eine Maßnahme grundsätzlich unmöglich wäre, sondern weil der Einstieg misslingt. Pflege gelingt häufig besser, wenn sie angebahnt statt befohlen wird. Wie viele andere Dinge übrigens auch &#8211; nicht nur bei Menschen mit Demenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:49:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Advance Care Planning]]></category>
		<category><![CDATA[Akutkrankenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Krankenhausaufenthalt kann für Menschen mit Demenz medizinisch notwendig sein. Gleichzeitig ist er oft mit erheblichen Risiken verbunden. Genau das macht die Entscheidung so schwierig. Denn das Akutkrankenhaus ist vor&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt kann für Menschen mit Demenz medizinisch notwendig sein. Gleichzeitig ist er oft mit erheblichen Risiken verbunden. Genau das macht die Entscheidung so schwierig. Denn das Akutkrankenhaus ist vor allem für Diagnostik, Überwachung, Eingriffe und schnelle Abläufe gebaut – nicht für Orientierung, Beziehungskontinuität und langsame alltagsnahe Stabilisierung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Menschen mit Demenz beginnt die Belastung oft schon mit dem Ortswechsel. Vertraute Personen, Routinen und Orientierungspunkte fallen plötzlich weg. Was für andere nur eine Verlegung ist, kann bei Demenz massiven Stress auslösen: Angst, Unruhe, Abwehr,<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/"> Schlafstörungen</a>, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/18/mangel-und-unterernaehrung-bei-menschen-mit-demenz-ursachen-folgen-und-massnahmen/">Nahrungs- und Trinkprobleme</a> oder Rückzug, um nur einige zu nennen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/19/delir-im-krankenhaus-warum-menschen-mit-demenz-besonders-gefaehrdet-sind/">kommt das hohe Delirrisiko</a>. Eine Demenz ist ein unabhängiger <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">Prädikator für ein erhöhtes Delirrisiko</a>. Schmerzen, Infekte, Schlafmangel, Exsikkose, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Medikamente</a> und die ungewohnte Umgebung können rasch zu einer akuten Verschlechterung von Aufmerksamkeit, Denken und Verhalten führen. Auch Stürze, Funktionsverlust und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">weitere Komplikationen</a> werden wahrscheinlicher. Viele Betroffene kommen deshalb in den Augen von Angehörigen oder den Kolleginnen und Kollegen der ambulanten Versorgung schlechter zurück, als sie eingewiesen wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum man Probleme nicht einfach an die Klinik abgeben kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zu einfach, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">schwierige Situationen einfach an das Krankenhaus weiterzureichen</a> und zu erwarten, dass dort alles gelöst wird. Kliniken können akute medizinische Probleme behandeln. Sie können aber fehlende Vorausplanung, unklare Behandlungsziele, ungeklärte Zuständigkeiten oder uneinige Angehörige nicht einfach ersetzen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Demenz prallen hier oft zwei Logiken aufeinander: Akutmedizin auf der einen Seite, demenzgerechte Versorgung auf der anderen. Was medizinisch machbar ist, ist nicht automatisch sinnvoll, verhältnismäßig oder lebensqualitätsfördernd.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vor der Einweisung muss die eigentliche Frage klar sein</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht jede Krise ist automatisch eine Klinikkrise. Gerade bei fortgeschrittener Demenz braucht es eine bewusste Abwägung von Nutzen, Belastung und realistischer Zielsetzung – nicht nur eine schnelle Reaktion auf Unsicherheit oder Druck. Mehr dazu in diesem kurzen Film. </p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/03/KHvermeidenFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=y3d7IfwZuEM">Das Video finden Sie auch auf Youtube. </a></figcaption></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen in dieser Abwägung eine wichtige Rolle. Sie beobachten Veränderungen oft zuerst, schätzen Risiken mit ein, bringen Alternativen vor Ort ins Gespräch und helfen, Entscheidungen fachlich nachvollziehbar zu machen. Leitfragen können dabei helfen, in Akutsituationen strukturierter zu prüfen, statt reflexhaft einzuweisen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am Ende geht es nicht darum, jede Einweisung zu verhindern. Es geht darum, unnötige und belastende Einweisungsautomatismen zu vermeiden – und nur dann einzuweisen, wenn ein klares, realistisches und patientenzentriertes Ziel dahintersteht. Das ist meiner Erfahrung nach leider durchaus nicht immer der Fall. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">Warum Sie Krankenhauseinweisungen bei Demenz gut abwägen sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 17:25:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln, Fixiertsein auf ein Thema. Die entscheidende Frage ist selten: &#8222;Wie kriege ich das weg?&#8220; – sondern: &#8222;Was will mir dieses Verhalten sagen, und was braucht die Person jetzt, damit sich die Situation normalisiert?&#8220;. Da der Pflegealltag vielerorts häufig von Zeitdruck geprägt ist, braucht es griffige, einprägsame Methoden. Schritte, die auch unter Druck gelingen sind wichtiger als der gute Rat: &#8222;Setzen Sie sich doch mal ne halbe Stunde zum Betroffenen.&#8220; &#8211; weil man &#8222;die halbe Stunde&#8220; im normalen Dienst einfach meist nicht hat. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herausforderndes Verhalten wirkt im Moment oft wie ein persönlicher Angriff oder wie „reine Unkooperativität“. Im Alltag hilft es, den emotionalen Impuls kurz zu parken und in einen strukturierten Modus zu wechseln: erst beobachten, dann prüfen, dann handeln – und das Ganze so dokumentieren, dass es in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht sofort nutzbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Merksätze, die Sie durch fast jede Situation tragen</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="538" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg" alt="" class="wp-image-3443" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-300x158.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-768x403.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1536x806.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-2048x1075.jpg 2048w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1320x693.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der einfache 5-Schritt-Algorithmus: STOPP – PRÜFEN – EINORDNEN – HANDELN – DOKUMENTIEREN</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">STOPP: Sichern Sie in den ersten 20 Sekunden Beziehung und Sicherheit, indem Sie Tempo rausnehmen (Merksatz: Langsam werden, um schneller zu werden). Halten Sie ggfs. Abstand, bleiben Sie offen in der Körperhaltung, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">sprechen Sie ruhig und in kurzen Sätzen</a>, reduzieren Sie nötigenfalls Reize (Licht, Lärm, Personenanzahl) und bieten Sie echte Wahlmöglichkeiten an (zwei akzeptable Optionen). Wenn möglich, spricht nur eine Bezugsperson. Mini-Sätze, die fast immer tragen: „Ich sehe, das ist gerade zu viel. Ich bleibe bei Ihnen.“ / „Wir machen erst eine kurze Pause. Dann schauen wir gemeinsam weiter.“ / „Sie müssen das nicht jetzt. Wollen Sie erst sitzen oder erst trinken?“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">PRÜFEN: Wechseln Sie direkt in den „Körper zuerst“-Schnellcheck, vor allem wenn das Verhalten plötzlich kippt (Merksatz: <strong>Wenn Verhalten plötzlich kippt, ist es oft Körper</strong>) und nicht auf den ersten Blick eine in Frage kommende Ursache wahrscheinlich ist. Prüfen Sie je nach Setting systematisch Schmerz (auch „stumm“: Mimik, Schonhaltung, Abwehr bei Berührung), Harndrang/Obstipation/Übelkeit, Atemnot/Hypoxie, Fieber/Infekt/Dehydratation, Hypo-/Hyperglykämie und Blutdruckentgleisung, Nebenwirkungen/Interaktionen (neue Medikamente, Dosisänderungen, Sedierung), Sinnesprobleme (Brille/Hörgerät fehlt, Blendung, Dunkelheit) sowie Entzug (Nikotin, Alkohol, Benzodiazepine) und Schlafmangel. Pragmatischer Merksatz: Wenn Sie keinen Auslöser finden: Abstimmung mit Team / Arzt und: behandeln Sie zuerst das Naheliegende, das gefährlich ist oder zu werden droht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">EINORDNEN: Trennen Sie konsequent Fakten von Deutung (Merksatz: Fakt ist messbar. Deutung ist eine Hypothese). Beschreiben Sie konkret, was passiert (was, wie lange, wie oft, in welcher Situation, mit welchen Worten) und markieren Sie erst danach Ihre Vermutung als Hypothese, statt sie als Eigenschaft der Person zu formulieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei robuste Interventionsblöcke, die fast immer helfen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">A) Orientierung und Kontrolle zurückgeben</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ankündigen, erklären, in kleine Schritte zerlegen</li>



<li class="has-medium-font-size">Zustimmung aktiv einholen (auch nonverbal)</li>



<li class="has-medium-font-size">Optionen: „Jetzt oder in 10 Minuten?“ – „Links oder rechts?“</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">B) Reiz und Tempo anpassen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Umgebung beruhigen, Personenzahl reduzieren</li>



<li class="has-medium-font-size">Pausen einbauen, Tätigkeiten verkürzen</li>



<li class="has-medium-font-size">bekannte Routinen nutzen (gleiche Reihenfolge, gleiche Worte)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">C) Beziehung und Würde schützen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">nicht diskutieren, nicht belehren, nicht „gewinnen“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Abwehr: „Rückzug statt Druck“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Angst: „Sicherheitssätze“ wiederholen, nicht argumentieren</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Gefahr im Verzug ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Teamruf, klare Rollen, Schutz vor Verletzungen</li>



<li class="has-medium-font-size">medizinische Abklärung priorisieren (z. B. akutes Delir, Hypoxie, Hypoglykämie)</li>



<li class="has-medium-font-size">freiheitsentziehende Maßnahmen sind Hochrisiko: immer verhältnismäßig, begründet, so kurz wie möglich, sauber dokumentiert und nach Hausstandard/gesetzlichen Vorgaben</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumentieren: Kurz, standardisiert, übergabefähig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Merksatz: Dokumentation ist Teamgedächtnis und Patientensicherheit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt. Am praktikabelsten ist ein kurzer Eintrag im Muster Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt.</p>



<!-- Infobox: S-O-V-M-E für Übergabe / Informationsweitergabe -->
<section class="infobox-so-vme" aria-label="S-O-V-M-E Schema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht">
  <div class="infobox-so-vme__header">
    <span class="infobox-so-vme__icon" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4e4.png" alt="📤" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    <h3 class="infobox-so-vme__title">Kurzschema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht</h3>
  </div>

  <p class="infobox-so-vme__lead">
    Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt:
  </p>

  <div class="infobox-so-vme__acronym">
    <span class="infobox-so-vme__tag">S-O-V-M-E</span>
    <span class="infobox-so-vme__meaning">(Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt)</span>
  </div>

  <ul class="infobox-so-vme__list">
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">S</span> Situation: Wann, wo, wodurch ausgelöst?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">O</span> Observation: Was genau, wie stark, wie lange?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">V</span> Vermutete Faktoren: Körper/Kopf/Kontext (nur als Hypothese markieren)</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">M</span> Maßnahme: Was wurde konkret getan?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">E</span> Effekt: Was hat sich geändert, woran erkennbar?</li>
  </ul>
</section>

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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir bewerten Verhalten nicht moralisch – wir lösen ein Versorgungsproblem. Wenn Ihr Team eine gemeinsame Sprache hat (Fakt vs. Deutung, Körper-Kopf-Kontext, S-O-V-M-E), sinkt das Konfliktpotential im Team, Übergaben werden kürzer, und die betroffene Person erlebt mehr Sicherheit und weniger Eskalation. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Gerade Krankenhäuser sollten zudem darauf achten, dass möglicher Mehraufwand auch dokumentiert wird.</a> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jan 2026 10:45:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[1:1-Betreuung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"> Patienten mit Demenz bringen im Krankenhaus nicht automatisch „mehr Pflege“, sondern ein anderes Profil von Pflegearbeit: mehr Präsenz, mehr Kommunikation, mehr Prävention, mehr Koordination. Genau dieses Profil verschwindet im Alltag leicht hinter Routinewerten, ADL-Logiken und knappen Übergaben. Das Ergebnis ist eine paradoxe Lage: Die Station arbeitet sichtbar am Limit, aber in der Organisationslogik wirkt es wie Normalbetrieb.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Führung und Pflegeleitung ist das kein „Pflegeproblem“, sondern ein Steuerungsproblem. Denn solange Zusatzaufwand und Risikodynamik nicht strukturiert abgebildet sind, werden sie weder planbar noch argumentierbar. Und was nicht planbar ist, wird im Akutbetrieb zwangsläufig reaktiv gelöst: mit Feuerwehrmodus, 1:1-Bindungen ohne Vorwarnung, fixierungsnahen Situationen, eskalierenden Angehörigengesprächen und vermeidbaren Komplikationen. Hinzu kommt, dass eine fehlende Abbildung den tatsächlichen Aufwand unsichtbar macht. Damit sind Ergebnisse schlecht steuerbar &#8211; und auch nicht nutzbar zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit. </p>



<h2 class="wp-block-heading">„Nicht dokumentiert“ ist meist auch „nicht geplant“ </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser steuern über Daten, Routinen und Standards: Dienstbesetzung, Skill-Mix, Prozessdesign, Risiko- und Qualitätsmanagement, Schnittstellen zum Entlassmanagement. Wenn das abweichende Pflegeprofil bei Demenzpatienten in diesen Logiken nicht auftaucht, entsteht eine systematische Verzerrung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Der Aufwand wird als „Normalfall“ missverstanden. Personalplanung und Erwartungsmanagement passen nicht zur Realität.</li>



<li class="has-medium-font-size">Risiken werden zu Einzelfällen erklärt, statt als wiederkehrende Prozessrisiken behandelt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Ökonomische Argumente bleiben weich: Ohne strukturierte Abbildung wirkt der Hinweis auf Mehrarbeit wie subjektive Belastung, nicht wie nachvollziehbarer Leistungs- und Risikofaktor.</li>



<li class="has-medium-font-size">Lernen wird verhindert: Häufungen (z. B. „Nächte kippen“, „Diagnostik triggert Abwehr“, „Essen und Trinken eskaliert“) bleiben unsichtbar, weil es keine vergleichbare Sprache und keine Marker gibt.</li>



<li class="has-medium-font-size">Verbesserungen und ergebnisse die das Krankenhaus hinsichtlich des handlings und Verhaltens der Betroffenen erzielen, bleiben ungesehen und ungenutzt. </li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Konsequenz: Nicht nur Mitarbeitende leiden unter &#8222;unerwarteter&#8220; Mehrbelastung. Auch die Organisation verliert Steuerungsfähigkeit. Sie sieht zu spät, wo Risiken entstehen, welche Maßnahmen wirken und wo Prozesse angepasst werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Patientensicherheit als Prozessfrage: Delir, Sturz, Aspiration, Eskalationen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Krankenhaus sind die zentralen Gefährdungen bei Menschen mit Demenz selten „die Demenz“. An sich ist eine Demenz ohnehin nicht krankenhauspflichtig. Es sind akute Entgleisungen und Folgekaskaden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir und delirnahe Verläufe: wechselnde Aufmerksamkeit, Tag-Nacht-Umkehr, plötzliche Verwirrtheit, Halluzinationen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Stürze und Verletzungen: häufig als Folge von Unruhe, impulsivem Aufstehen, Überforderung in ungewohnter Umgebung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Aspiration, Pneumonie, Mangelernährung/Exsikkose: wenn Schluckauffälligkeiten und Ess- und Trinkunterstützung nicht früh genug sichtbar werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Eskalationen in körpernahen Situationen oder bei Diagnostik/Transport: Abwehr, Angst, Aggression, Fixierungs- oder Sedierungsdruck.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Leitlinien betonen seit Jahren: Delir ist häufig, hat schwere Folgen (u. a. längere Verweildauer, höhere Mortalität, Funktionsverlust) und erfordert systematische Prävention, Erkennung und Behandlung.  Wichtig für die Führungslogik: Das sind keine „Patiententhemen“, sondern Prozessereignisse. Sie binden Personal, stören Abläufe, erzeugen Zusatzdiagnostik, Beschwerden, Dokumentationsaufwand und erschweren Entlassentscheidungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Typische Aufwandtreiber im Alltag: wo Zeit wirklich gebunden wird</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ich in Krankenhaus-Teams frage, wo Zeit „verschwindet“, kommen selten große Einzelaufgaben. Stattdessen sind es wiederkehrende Mikrointerventionen, die sich pro Schicht addieren. Das ist die reale Pflegearbeit. Sie wird nur häufig nicht als steuerungsrelevante Leistung codiert. Genau hier entsteht der Bruch zwischen „gefühlt viel mehr“ und „organisatorisch nicht sichtbar“.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
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    Führungslogik in einem Satz
  </div>
  <div style="font-size:18px; margin:0;">
    Nicht zusätzliche Dokumentation ist das Ziel, sondern ein kurzer, standardisierter Datensatz, der Risiken früh sichtbar macht und Entscheidungen steuerbar macht.
  </div>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h2 class="wp-block-heading">Handlungsfähigkeit, ohne in Eurobeträge ausweichen zu müssen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Prozessanpassungen (Diagnostikabläufe, Transportlogik, Schlafschutz, Reizreduktion), ein passender Personal- und Skill-Mix (definierte Sicherheitszeiten, gezielte 1:1-Optionen, priorisierte Spitzenzeiten), gezielte Qualifizierung (Delirmanagement, Kommunikation, Ess- und Trinkunterstützung inklusive Schluckwarnzeichen) sowie klare Pfade und Standards (Delirpfad, Schluckauffälligkeits-Standard, Transferregeln, Eskalationsregeln) machen Versorgung planbar und sicherer. Gleichzeitig wird Rechtssicherheit greifbarer: Bei Stürzen, fixierungsnahen Situationen oder Beschwerden zählt häufig die nachvollziehbare Kette „erkannt – begründet – gehandelt“. Leitlinien betonen, dass strukturierte Erkennung und Management dokumentierbar und nachvollziehbar sein müssen, weil Delir und vergleichbare Risiken erhebliche Folgen haben.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Brücke zur Praxis: wie eine kurze Verlaufsdokumentation den Alltag stabilisiert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kurze, verlaufsorientierte Dokumentation wirkt in der Praxis meist schneller als große Programme, weil sie genau an den neuralgischen Punkten ansetzt: Übergabequalität, Frühbesprechung, Eskalationsregeln, Entlassplanung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="675" height="367" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg" alt="" class="wp-image-3390" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1.jpg 675w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/01/Steuerung1-300x163.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>
</div>


<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aktuell passt dazu auch die Entwicklung der Leitlinienlandschaft: In Deutschland gibt es inzwischen eine S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ (AWMF-Register), die Prävention, Diagnostik und Therapie sektorenübergreifend adressiert. Das unterstreicht, dass Delir- und Risikomanagement im Krankenhaus kein Randthema ist, sondern Standard werden soll.</p>



<p class="has-light-green-cyan-background-color has-background wp-block-paragraph">Mein Tipp für die Umsetzung (für Pflegeleitung und PDL)<br>Starten Sie nicht mit einem perfekten Konzept, sondern mit einem testbaren Minimal-Set auf einer Pilotstation: 8 Marker, 1 Zeitband, 1 Ereignisschema. Nach vier Wochen sehen Sie schon Muster (Schicht, Diagnostik, Aufnahmephase). Danach entscheiden Sie datenbasiert, was wirklich ergänzt werden muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unsichtbarer Mehraufwand ist kein individuelles Belastungsthema, sondern ein Systemfehler in der Steuerung. Menschen mit Demenz bringen im Krankenhaus ein anderes Pflegeprofil mit: Präsenz, Kommunikation, Prävention und Koordination. Wenn dieses Profil nicht strukturiert abgebildet wird, bleiben Risiken, Aufwand und wirksame Maßnahmen unsichtbar. Ein  standardisiertes Minimal-Set reicht häufig aus, um Patientensicherheit, Planbarkeit, Rechtssicherheit und Entlassqualität spürbar zu verbessern.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Unsichtbarer Mehraufwand: Demenz ist im Krankenhaus (auch) ein Steuerungsproblem</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 08:12:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Delir gehört zu den häufigsten und zugleich folgenreichsten Komplikationen im höheren Lebensalter. Neu ist jetzt nicht, dass Delir „wichtig“ ist – neu ist, dass es erstmals eine S3-Leitlinie gibt, die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Delir gehört zu den<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/23/persistentes-delir-weit-verbreitet-und-langanhaltend/"> häufigsten und zugleich folgenreichsten</a> Komplikationen im höheren Lebensalter. Neu ist jetzt nicht, dass Delir „wichtig“ ist – neu ist, dass es erstmals eine S3-Leitlinie gibt, die das Thema konsequent über alle Versorgungsbereiche hinweg zusammenbindet: von der <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/01/25/delir-dauer-der-aufnahme-steigert-das-risiko/">Notaufnahme</a> über die Akutstation bis in die Langzeitpflege und die Nachsorge. Menschen mit Demenz sind besonders gefährdet, ein Delir zu erleiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet „S3“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„S3“ steht für die höchste Qualitätsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland. Das heißt: Empfehlungen entstehen nicht nur aus Expertenmeinungen, sondern auf Basis systematisch bewerteter Studienlage und eines formalen Konsensverfahrens. Für die Pflegepraxis bedeutet das: Die Empfehlungen sind in der Regel transparenter begründet und verlässlicher als bei S1 (Expertenkonsens ohne systematische Evidenzaufarbeitung) oder S2 (Teilschritte, aber nicht zwingend beides zusammen).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der große Unterschied zu früher: ein transsektoraler Rahmen statt „Insellösungen“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Einrichtungen kannten Delirempfehlungen bisher vor allem aus einzelnen Kontexten: neurologische Akutversorgung, Intensivstation, Alkoholentzugsdelir oder palliative Situationen. Die neue S3-Leitlinie <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/09/01/aus-der-spur-geraten-patient-mit-demenz-und-delir/">„Delir im höheren Lebensalter“</a> setzt hier einen deutlich breiteren Rahmen: Sie richtet sich an Menschen über 65 Jahre, fokussiert auf nicht <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/03/05/antipsychotika-zur-delirbehandlung/">substanzbedingtes Delir </a>(ICD-10 F05) und beschreibt einen durchgängigen Versorgungspfad – inklusive Langzeitpflege sowie Nachsorge/Reha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist im Alltag wirklich neu?</p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delir-Risiko früher und sichtbarer erfassen – auch in der Langzeitpflege<br>Die Leitlinie stärkt ein pragmatisches Delir-Risikoscreening als Standard: bereits in der Notaufnahme, im akutstationären Bereich und präoperativ im chirurgischen Setting. Für Pflegefachpersonen besonders relevant: Auch in der Langzeitpflege soll Delirrisiko bei Aufnahme sowie bei relevanten Veränderungen (z. B. Infekt, Immobilität, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/22/delir-risiko-arzneimittel/">Medikationswechsel</a>) aktiv mitgedacht und in der Dokumentation sichtbar gekennzeichnet werden. </li>



<li class="has-medium-font-size">Delirscreening als Prozess – nicht nur als „wir machen das schon“<br>Dass Delir erkannt werden soll, ist nicht neu. Neu ist, wie deutlich die Leitlinie die Umsetzung als Prozess beschreibt: Screening gezielt bei Risiko und in Phasen hoher Vulnerabilität. Dabei sollen Frequenz und Dauer so angelegt sen, dass fluktuierende Symptome nicht übersehen werden. Und Schulung als Qualitätsstandard: vor Instrumenteneinsatz Delir-/Delirmanagement-Schulung plus Screening-Training; mindestens jährliche Schulungsangebote.</li>
</ol>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein wichtiger Praxispunkt ist außerdem der Umgang mit Belastung und Ablehnung: Wiederholtes Screening kann belastend sein; eine Ablehnung ist zu respektieren. Dann soll auf Fremdbeobachtung und besonders aufmerksames klinisches Beobachten ausgewichen werden. Das ist eine klare Leitplanke für die tägliche Arbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Überblick</h2>



<table style="width:100%; border-collapse:separate; border-spacing:0; font-family:Arial, sans-serif; font-size:15px; line-height:1.45; border:1px solid #d9d9d9; border-radius:8px; overflow:hidden;">
  <thead>
    <tr>
      <th style="width:50%; text-align:left; padding:14px 14px; background:#e9e9e9; color:#222; border-bottom:1px solid #d9d9d9; vertical-align:top;">
        Bisher / alt (typische Praxislage)
      </th>
      <th style="width:50%; text-align:left; padding:14px 14px; background:#dff0ff; color:#222; border-bottom:1px solid #d9d9d9; vertical-align:top;">
        Neu in der S3-Leitlinie 109-001 (pflegerelevant)
      </th>
    </tr>
  </thead>

  <tbody>
    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delir-Management war häufig settingabhängig und inhaltlich verteilt; Übergänge zwischen Krankenhaus und Langzeitpflege waren oft nicht sauber geregelt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Durchgängiger, transsektoraler Versorgungspfad: Empfehlungen sind ausdrücklich für Notaufnahme, Akutstation, Langzeitpflege und Nachsorge gedacht – mit Fokus auf Team-Umsetzbarkeit.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delirrisiko wurde in der Pflege oft eher implizit erkannt (Erfahrung), statt als Standardprozess dokumentiert.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Risikoscreening als strukturierter Standard: Notaufnahme, stationär und auch bei Aufnahme in die Langzeitpflege sowie bei relevanten Veränderungen; hohes Risiko soll sichtbar dokumentiert werden.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        In der Langzeitpflege wurde Delirprävention teils über einzelne Routinen gedacht (z. B. Bilanzierung als Hauptmaßnahme).
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Flüssigkeitsbilanzierung nicht als isolierte Einzelmaßnahme zur Delirprävention; stattdessen bedarfsgerechte Multikomponenten-Ansätze.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Delirscreening: Häufigkeit/Timing uneinheitlich; fluktuierende Symptome wurden leichter übersehen.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Screening so häufig und so lange, dass fluktuierende Symptome erfasst werden; Algorithmus als Handreichung.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Schulungen zu Screening-Instrumenten waren unregelmäßig; Instrumente wurden uneinheitlich angewandt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Qualitätsanforderung: vor Einsatz Schulung zu Delir/Delirmanagement und Screening-Training; mindestens jährliche Schulungsangebote.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Bei Ablehnung oder Belastung durch Screening fehlte oft ein klarer Alternativweg.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Ablehnung ist zu respektieren; dann auf Fremdbeobachtung bzw. besonders engmaschige klinische Beobachtung ausweichen.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Instrumentenwahl war oft hausstandardgetrieben; Notaufnahme und Langzeitpflege blieben teils außen vor.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Settingbezogene Instrumentenempfehlungen: Notaufnahme z. B. 4AT oder CAM; Akutstation u. a. CAM-Algorithmus/4AT/Nu-DESC/DOS; Langzeitpflege vorrangig klinische Beobachtung, anlassbezogen ergänzt durch Instrumente.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Medikamentöse Präventionsideen (Melatonin, niedrig dosierte Antipsychotika, Benzodiazepine zur Beruhigung) kamen in der Praxis vor.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Klare Nicht-Empfehlungen zur Delirprävention: keine Benzodiazepine prä-/intraoperativ, keine Antipsychotika, kein Melatonin, keine Cholinesterasehemmer allein zur Prävention.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Prävention oft als Sammlung von Einzelmaßnahmen statt konsequenter Bündelansatz.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Multikomponentenprogramme werden priorisiert: bei chirurgischen Patienten mit Demenz täglich individualisiert; in der Langzeitpflege ebenfalls multikomponentig, angepasst an Bedarfe (z. B. Schlafförderung, Tagesaktivierung).
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Nach Delirereignissen gab es bei Verlegungen oder Entlassungen häufig Informationsverluste (Auslöser, Risiko, Status, Plan fehlen).
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Strukturierter Informationstransfer mit Mindestinhalten: Risiko, auslösende Faktoren, Delirereignis, aktueller kognitiver und physischer Status; ePA als Kommunikationsweg erwähnt.
      </td>
    </tr>

    <tr>
      <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Tertiärprävention (Folgen reduzieren, Rückfälle vermeiden) war pflegerisch oft nicht klar mit Bausteinen hinterlegt.
      </td>
      <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
        Empfehlung zu individualisierten Maßnahmen zur kognitiven, sozialen und motorischen Aktivierung als Tertiärprävention.
      </td>
    </tr>
<tr>
  <td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
    Akutphase: Sicherheitslogik dominierte; freiheitsentziehende Maßnahmen wurden teils früh erwogen.
  </td>
  <td style="padding:14px 14px; background:#e8f4ff; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
    Kernaussage: Ursachen/Auslöser behandeln, Therapie bis Symptomabklingen, körpernahe freiheitsentziehende Maßnahmen vermeiden.
  </td>
<td style="padding:14px 14px; background:#f2f2f2; color:#222; border-top:1px solid #e6e6e6; vertical-align:top;">
      </td></tr></tbody></table>



<div style="height:37px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Was heißt das konkret für Ihre Pflegepraxis?</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Delirrisiko sichtbar machen (nicht nur „im Kopf behalten“), besonders bei Aufnahme und bei Veränderungen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Screening so organisieren, dass Fluktuation nicht durchrutscht (und das Team dafür schulen).</li>



<li class="has-medium-font-size">Prävention als Bündel denken (Schlaf, Aktivierung, Orientierung, Umgebung), nicht als Einzelroutine.</li>



<li class="has-medium-font-size">Bei Ablehnung von Screenings: respektieren, aber strukturiert über Beobachtung und Fremdanamnese auffangen und die Dokumenation nutzen.</li>



<li class="has-medium-font-size">Übergaben nach Delirereignis verbindlich standardisieren (Risiko, Auslöser, aktueller Status, Plan).</li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen / weitere Information: <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001">AWMF Leitlinienregister: S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“</a> (Reg.-Nr. 109-001, Version 1.0, Stand 30.04.2025). </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Überarbeitung: AWMF Leitlinienregister: S1-Leitlinie <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-006">„Delir und Verwirrtheitszustände inklusive Alkoholentzugsdelir“</a> (Reg.-Nr. 030-006).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“: Was ist neu?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 13:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Abendrituale]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächte sind in vielen Familien und Einrichtungen der „Stresstest“ der Versorgung von Menschen mit Demenz. Unruhe, häufiges Aufwachen, oder nächtliches Umhergehen treffen auf reduzierte Personalstärke, Müdigkeit und ein erhöhtes Risiko für Stürze. Häufig wird versucht, dem Problem allein mit Medikamenten zu begegnen. Das ist zumindest zum Teil einer Erklärung für die Feststellung, dass Menschen mit Demenz zu oft bzw. zu lange Psychopharmaka erhalten. Aus der momentanen „Einschlafhilfe“ wird eine Dauerverordnung für die Nachtruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In diesem kurzen Video finden Sie wichtige Informationen und Punkte zum Thema kompakt zusammengefasst.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="1080" style="aspect-ratio: 1084 / 1080;" width="1084" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/01/SchlafDemenzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://youtube.com/shorts/0zqFqkU8H0E">Hier können Sie das Video auf Youtube anschauen. Wenn es Ihnen gefällt, teilen Sie es gerne. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schlafprobleme sind typisch und häufig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schlafprobleme sind bei Demenz sehr verbreitet. Je nach Studie und Setting ist etwa ein Viertel bis knapp die Hälfte der Betroffenen in relevantem Ausmaß betroffen – in Pflegeheimen oft eher mehr als weniger.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Typische Muster:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">tagsüber viel Schlaf, nachts kaum müde</li>



<li class="has-medium-font-size">fragmentierter Schlaf (häufiges Erwachen, kurze Schlafphasen)</li>



<li class="has-medium-font-size">frühes Erwachen am Morgen</li>



<li class="has-medium-font-size">Einschlafprobleme oder Aufwachen und nicht wieder einschlafen</li>



<li class="has-medium-font-size">nächtliches Aufstehen und Umhergehen („Es ist doch schon Morgen“)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Warum das passiert: Ursachenblöcke</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Demenzbedingte Veränderungen<br>Die Erkrankung greift Steuerzentren an, die Schlaf-Wach-Rhythmus, Reizfilterung und Schlafphasen stabil halten. Folge: Die „innere Uhr“ läuft unzuverlässiger, Betroffene werden abends nicht müde oder nachts immer wieder wach.</li>



<li class="has-medium-font-size">Umgebung und Reize<br>Zu helles Licht am Abend (Bad, Flur), Geräusche, ungewohnte Räume oder ein unpassendes Raumklima können die Unruhe deutlich verstärken – gerade weil Reize schlechter ausgeblendet werden.</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Struktur und Umgang</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Nachtprobleme werden am Tag vorprogrammiert: zu wenig Aktivität, zu viel Tagschlaf, fehlende Rituale, zu späte oder schwere Mahlzeiten, zu wenig soziale Ansprache. Kritisch wird es auch, wenn nächtliche Unruhe reflexhaft als „Medikationsproblem“ behandelt wird, statt zuerst Struktur und Ursachen zu prüfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das mehr ist als „nur anstrengend“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nächtliche Unruhe erhöht das Risiko für Stürze und Verletzungen. Außerdem begünstigen Schlaf- und Beruhigungsmittel (je nach Wirkstoffgruppe) Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/02/demenz-und-desorientierung-viel-mehr-als-nicht-von-a-nach-b-zu-finden/">und Verwirrtheit</a>. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt werden. Im Ergebnis geraten Angehörige und Teams leichter an Grenzen – und die Versorgung zu Hause wird schwerer aufrechtzuerhalten. Sie kann gerade <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">für Angehörige</a>, sozusagen als „Zweitbetroffene“ der Schlafprobleme, unmöglich werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was in der Praxis meist am besten wirkt (Auszug)</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Am Tag aktivieren: Tageslicht, Bewegung, kleine Aufgaben, soziale Kontakte. Tagschlaf begrenzen, wenn möglich eher im Sessel als lange im Bett.</li>



<li class="has-medium-font-size">Abends Reize senken: Licht dimmen, ruhige Routine, vertraute Rituale beibehalten (Musik, Vorlesen, Gespräch).</li>



<li class="has-medium-font-size">Orientierung und Komfort sichern: vertraute Gegenstände, passende Temperatur, ggf. dezentes Orientierungslicht statt greller Beleuchtung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Sicherheit parallel mitdenken: Wege frei, Stolperfallen weg, gefährliche Stoffe bei Verwechslungsgefahr sicher verwahren; Bewegungsmelder.</li>



<li class="has-medium-font-size">Körperliche Ursachen abklären: Schmerz, Infekt, Harndrang, Atemprobleme, Nebenwirkungen oder ungünstige Einnahmezeiten von Medikamenten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Medikamente nur wenn nötig: niedrig dosiert, zeitlich begrenzt, eng beobachtet und dokumentiert – gemeinsam mit Ärzteschaft und Apotheke.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Einrichtungen gilt zusätzlich: Ohne tragfähiges Nachtkonzept bleibt es Stückwerk. Abendangebote sowie angepasste Routinen entlasten den Nachtdienst und verbessern die Lebensqualität – oft mehr als jede Einzelmaßnahme. Wenn eine <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/30/krankenhaus-report-2025-kliniken-unzureichend-vorbereitet-auf-steigende-zahl-hochaltriger-patienten-pflege-spielt-schluesselrolle/">Einrichtung oder Station</a> von sich behauptet, speziell für Menschen mit Demenz da zu sein, gehört zwingend ein Nachtkonzept dazu.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/01/05/die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-auch-nachts-eine-herausforderung/">Die Pflege von Menschen mit Demenz ist auch nachts eine Herausforderung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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