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	<title>Medikamente Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>Medikamente Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Pflanzliche Arzneimittel: Nicht ohne Rücksprache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 12:38:53 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen greifen bei gesundheitlichen Beschwerden gerne zu pflanzlichen Arzneimitteln, den sogenannten Phytopharmaka. Sie gelten als natürlich, sanft und oft sogar als frei von Nebenwirkungen. Doch dieser Trugschluss kann im Einzelfall sogar gefährlich werden. Denn anders als beim Zauberzucker (Homöopathie) können pflanzliche Arzneimittel durchaus Wirkung erzielen, die über den Placeboeffekt hinaus gehen. Das betrifft auch Menschen mit Demenz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz natürlich &#8211; Pflegefachpersonen in der Verantwortung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirkung von Arzneimitteln hängt nicht nur von ihrem Ursprung ab, sondern auch von Zusammensetzung, Dosierung und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Während synthetische Arzneistoffe meist gut untersucht sind und klare Wirkmechanismen haben, können pflanzliche Medikamente eine Vielzahl an Pflanzenextrakten enthalten, deren Zusammenspiel nicht immer vorhersehbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar können leichte Beschwerden wie Erkältungen oder Magenverstimmungen gut mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden, doch das bedeutet nicht, dass diese Mittel grundsätzlich unbedenklich sind. Gerade bei frei verkäuflichen Produkten aus dem Discounter, der Drogerie oder dem Internet besteht die Gefahr, dass ihre Wirkung unterschätzt wird. Pflegefachleute erleben nicht selten, dass sie durch Angehörige aufgefordert werden etwas Selbstgekauftes zu verabreichen. Man meint es gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege muss sicher sein können &#8211; es geht um Wirkung und Wechselwirkung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentliches Risiko pflanzlicher Arzneimittel besteht in unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Besonders gefährlich wird es, wenn Patienten oder ihre Angehörigen &#8222;sanfte&#8220; Mittel unkritisch einsetzen, ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker zu halten. Angehörige reagieren gelegentlich verärgert, wenn Pflegende sich weigern ohne Rücksprache bzw. Verordnung mit dem behandelnden Arzt das „natürliche“ Mittel Pflegebedürftigen zu geben. Besonders bei Menschen mit Demenz, die dazu selbst nicht (mehr) entscheiden und die Anwendung oder Einnahme auch selbst nicht bewerkstelligen können. Pflegefachleute dürfen in diesem Fall die Auseinandersetzung mit Angehörigen und Betreuern nicht scheuen. Beispiele für mögliche Wechselwirkungen bezogen auf die zur Behandlung von Demenz eingesetzten Medikamenten finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. </p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Pflanzlicher Wirkstoff</th><th>Häufige Anwendung</th><th>Mögliche Wechselwirkungen mit Antidementiva</th></tr></thead><tbody><tr><td>Ginkgo biloba</td><td>Gedächtnisförderung, Durchblutung</td><td>Kann die Wirkung von Antidementiva verstärken oder unkontrollierbar machen. Erhöht das <strong>Blutungsrisiko</strong>, insbesondere bei Kombination mit <strong>Memantin oder Acetylcholinesterase-Hemmern (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin)</strong>.</td></tr><tr><td>Johanniskraut<br></td><td>Depression, Stimmungsaufhellung</td><td>Fördert den Abbau von Medikamenten in der Leber und kann dadurch die <strong>Wirkung von Donepezil und Rivastigmin abschwächen</strong>. Kann außerdem das Risiko für <strong>unerwünschte Nebenwirkungen wie Unruhe und Schlafstörungen erhöhen</strong>.</td></tr><tr><td>Ginseng</td><td>Leistungssteigerung, Energie</td><td>Kann das <strong>Zentralnervensystem stimulieren</strong> und die Wirkung von Antidementiva verstärken, was zu <strong>Unruhe, Schlaflosigkeit oder erhöhter Reizbarkeit</strong> führen kann.</td></tr><tr><td>Baldrian</td><td>Beruhigung, Schlafstörungen</td><td>Kann die sedierende Wirkung von Antidementiva verstärken, was zu <strong>verstärkter Müdigkeit und Schläfrigkeit</strong> führen kann.</td></tr><tr><td>Echinacea</td><td>Immunsystemstärkung</td><td>Kann den Abbau von Antidementiva in der Leber beeinflussen, was deren Konzentration im Blut und damit ihre Wirkung verändern kann.</td></tr><tr><td>Knoblauch</td><td>Herzgesundheit, Blutdruck</td><td>Kann den <strong>Abbau von Memantin beeinflussen</strong> und möglicherweise die Konzentration im Blut verändern. Außerdem verstärkt es das <strong>Blutungsrisiko</strong> bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo.</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich betrifft dies nicht nur <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-45225-7_2">Antidementiva</a>. Auch Menschen mit Demenz, gerade wenn hochaltrig, nehmen häufig eine Vielzahl anderer Medikamente ein zur Behandlung anderer Zustände oder Erkrankungen. Pflanzliche Arzneistoffe können auch mit diesen Medikamenten interagieren, z.B. Ingwer (verstärkt Blutverdünner, kann mit Diabetes-Medikamenten interagieren), Süßholzwurzel (kann Kortikosteroide beeinflussen, erhöht Blutdruck), Passionsblume (kann Beruhigungsmittel verstärken), Pfefferminze (kann die Aufnahme bestimmter Medikamente im Magen-Darm-Trakt beeinflussen) und viele andere mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflanzlich bedeutet nicht gleich harmlos. Tollkirschen sind auch pflanzlich, trotzdem ist es lebensgefährlich sie zu essen – oder? Durch Selbstmedikation können Risiken entstehen. Pflegende sollten ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt keinen Bitten folgen, „irgendetwas“ zu verabreichen. Sie sind Gesundheitsprofis, deren Arbeit auf Wissenschaft beruht. Ihr Handeln muss auf Wissen, nicht auf Glauben beruhen. Es muss geklärt sein, ob pflanzliche und synthetische Arzneimittel gefahrlos kombiniert werden können. Selbiges gilt für sogenannte <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel">Nahrungsergänzungsmittel &#8211; die Verbraucherzentrale </a>bietet hier wichtige Infos verständlich aufbereitet. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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		<title>Dement, eine Menge Medikamente und der Sommer: eine gefährliche Mischung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2023 11:30:49 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Älteren Menschen und dabei besonders Menschen mit Pflegebedarf entstehen durch hohe Temperaturen besondere Gefahren, insbesondere wenn diese lange anhalten. Bei fortgeschrittener Demenz steigt das Risiko für lebensbedrohliche Situationen dadurch, dass sie selbst keine Maßnahmen ergreifen sich vor der Hitze zu schützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Der tägliche Kampf gegen Exsikkose</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ohnehin kann es in der Versorgung von Menschen mit Demenz eine tägliche Herausforderung sein dafür zu sorgen, dass Betroffene genug trinken, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Das Durstgefühl nimmt ab, auch der Appetit lässt nach. Aber nicht nur das – der Zeitdruck lässt in der professionellen Pflege immer häufiger nicht zu, dass „locker“ mit Getränken und Mahlzeiten umgegangen wird – die Atmosphäre stimmt. <em>„Sie müssen trinken!“</em> – ein Satz der häufig fällt und richtig ist – aber eben auch Widerstand provozieren kann. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Wer lässt sich schon gerne von einem Dritten sagen, was er muss?</a></p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Trocken ins Krankenhaus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nehmen Menschen mit Demenz zu wenig Flüssigkeit zu sich, kann das insbesondere im Sommer schnell zu bedrohlichen Situationen führen. Gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod können die Folge sein. Das Leitsymptom der Dehydratation ist die zunehmende körperlichen Schwäche und Verschlechterung der kognitiven Funktion. Diese Symptomatik kann sich sowohl langsam schleichend wie auch plötzlich entwickeln. Krankenhäuser nehmen in den Sommermonaten entsprechend viele Menschen mit Demenz auf, obwohl <a href="https://rd-factsheets.de/fs/exsikkose/">der Flüssigkeitsmangel</a> an sich keine Krankenhausbehandlung notwendig macht. Die Einweisung wird dadurch notwendig, dass Zuhause oder im Pflegeheim keine ausreichende Versorgung sichergestellt werden konnte. Keine Zeit, kein Personal. Für die Patienten mit Demenz kommt dann der Risikofaktor „Krankenhausaufenthalt“ hinzu, wenn dieses nicht ausreichend auf deren besondere Bedürfnisse vorbereitet ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Die Rolle der Medikamente wird häufig unterschätzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng-1024x576.png" alt="" class="wp-image-1738" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng-1024x576.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng-300x169.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng-768x432.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/06/sommerfolie1medispng.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Hilfreiche Informationen im Netz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Internet finden sich einige hilfreiche Informationen sowohl für Angehörige und Interessierte als auch Profis aus dem Gesundheitswesen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/menschen-ab-65-und-angehoerige/">Tipps für Menschen ab 65 und Angehörige der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).</a></li>



<li><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Alter_und_Hitze_RBK_BMG.pdf">Broschüre (pdf) Alter + Hitze &#8211; Tipps für ältere Menschen (Robert-Bosch-Krankenhaus).</a></li>



<li><a href="https://www.oekotest.de/gesundheit-medikamente/Medikamente-bei-Hitze-Diese-Medikamente-koennen-bei-Hitze-Nebenwirkungen-verursachen_10770_1.html">Öko-Test: Medikamente bei Hitze</a> mit Verweis auf diese <a href="https://www.klimawandel-gesundheit.de/wp-content/uploads/2019/06/Hintergrund-HITZE.pdf">Tabelle (ab Seite 2 pdf)</a>.</li>



<li><a href="http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Bildungsmodule-Aerzte/download/de/Klima3/Massnahmenplan/neu/LMU_Klinikum-Hitzemassnahmenplan_ONLINE.pdf">Broschüre (pdf) des LMU Klinikum Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin: Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege</a></li>
</ul>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche Ihnen schöne und sichere Sommertage. Achten Sie aber nicht nur auf die Ihnen anvertrauten Menschen, sondern auch auf sich selbst. Dazu könnte auch gehören, sich in den Newsletter dieser Seite einzutragen. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </p>
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		<title>Nachtisch mit Wirkstoff</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2022/04/25/nachtisch-mit-wirkstoff/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2022 11:28:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Menschen mit Demenz die Einnahme von Medikamenten verweigern, werden Tabletten und Tropfen häufig ins Essen gemischt. Medikamente ins Essen mischen ist in der Versorgung von Menschen mit Demenz –&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2022/04/25/nachtisch-mit-wirkstoff/">Nachtisch mit Wirkstoff</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz die Einnahme von Medikamenten verweigern, werden Tabletten und Tropfen häufig ins Essen gemischt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Medikamente ins Essen mischen ist in der Versorgung von Menschen mit Demenz  – als rein eminenzbasierte Aussage – keine Seltenheit. Eher Alltag. Das wird getan, obwohl oder auch wenn bekannt ist, dass das nicht erlaubt ist. Häufig wird begründet, dass gemörserte „Medikamente mit ein bisschen Apfelmus“ besser zu schlucken sind. Was im Einzelfall ja wahr sein kann und in Ordnung ist, sofern Betroffene einverstanden sind sie so zu bekommen.</p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Zwischen Annahmen und Paternalismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gründe für das Vorgehen, Medikamente (auch in Tropfenform) heimlich ins Essen zu mischen, gibt es viele. Und in Diskussionen wird häufig angeführt, dass ein Mensch mit Demenz die Folgen der Nichteinnahme nicht mehr abschätzen kann einerseits, andererseits wird angenommen, dass der Betroffene überhaupt nicht mehr mitbekommt, dass er mit dem Essen auch Arzneimittel zu sich nimmt. Kann stimmen im Einzelfall. Legalisiert das Vorgehen deshalb aber nicht. Nur weil mir der Nachtisch trotzdem schmeckt, möchte ich ihn nicht mit einem Wirkstoff versehen wissen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div><figcaption>Weitere Kurzfilme zum Thema Demenz finden Sie auf meinem Kanal: Demenz: Aufmerksam gemacht. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz abgesehen von der Frage, wie häufig die Ablehnung schlicht hinzunehmen ist (welche Folgen drohen?): es ist ein ganz praktisches Problem, wenn eine Zwangsbehandlung mit Medikamenten nur in einem Krankenhaus stattfinden kann. <a href="https://www.ra-siefarth.de/medikamente-heimlich-unter-das-essen-mischen-auch-das-ist-eine-zwangsmassnahme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Und Medikamente ins Essen zu mischen ist laut Urteil eine solche.</a> Die Verlegung (der Ortswechsel) kann harte negative Folgen nach sich ziehen – <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/02/05/es-ist-ein-unding-dass-es-keine-kriterien-dafuer-gibt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kliniken sind häufig keine besonders guten Aufenthaltsorte</a> für Menschen mit Demenz und noch immer gibt es zu wenige, die sich <a href="https://www.dggeriatrie.de/spezialstationen-fuer-patienten-mit-kognitiver-einschraenkung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf das Thema eingelassen haben</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die juristische Beurteilung dürfte regelmäßig eindeutig sein &#8211; und ist den Juristen überlassen. In der Praxis ist das gar nicht mal so selten durchaus auch bekannt. Und gerade bei pflegenden Angehörigen muss nach einem Vorgehen gesucht werden, das im Alltag funktioniert. Der reine Hinweis auf die juristische Sachlage löst noch kein Problem in einer Situation, an der Menschen häufig am Rande ihrer Kräfte und darüberhinaus versuchen, die häusliche Versorgung stabil zu halten. Natürlich kann man es sich so einfach machen und die Handlung lediglich mit: „Das dürfen Sie nicht!“, quittieren. Aber was dann? Nehmen wir wirklich an, dass keine Medikamente mehr ins Essen gemischt werden Zuhause, sobald wir die fremde Wohnung verlassen haben und die Familie wieder allein ist mit der Belastung?</p>



<h2 class="has-tertiary-color has-text-color wp-block-heading">Ablehnung als Pflegendenfehler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl in der ambulanten Pflege, im Pflegeheim als auch im Krankenhaus habe ich aber noch anderes beobachtet:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein Patient mit (aber auch ohne) Demenz sich geweigert hat seine Medikamente zu nehmen, wurde offen oder unterschwellig als Fehler der Pflegefachperson gewertet. Auf ganz verschiedene Arten. Von der Frage durch Kolleg*innen <em>„Andere kriegen das bei Frau Meier doch auch hin?“</em> bis hin zum Arzt der auf die Information mit <em>„Ja, wie Sie Ihre Arbeit machen sollen kann ich Ihnen auch nicht sagen. Ist doch Ihre Aufgabe, dass er die nimmt.“</em>.<br><br>Und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2020/12/11/pillen-statt-personal-die-pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-nicht-ausreichend-durch-kompetentes-personal-abgesichert/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der Fachkräftemangel verschärft das Problem und die Risiken weiter</a>, ob ausgesprochen oder nicht: Pflegende kennen „ihre Pappenheimer“ und wissen bei wem es ab und zu oder regelmäßig zu Schwierigkeiten bei der Gabe von Medikamenten kommt. Und gerade auf Spezialstationen hat man davon mehrere Kandidaten. Da gälte es womöglich bei 4 oder 5 Patienten / Bewohnern oder mehr zu den Mahlzeiten mehrere Anläufe zu nehmen oder im Gespräch Überzeugungsarbeit zu leisten, zu begründen und zu erklären. Zeitdruck verrührt die Tabletten dann buchstäblich zum Joghurt des geringsten Widerstands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hand aufs Herz – gibt es bei Ihnen eine standardisierte Vorgehensweise, wenn sich ein Mensch mit Demenz weigert die verordneten Medikamente zu nehmen? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2019/11/02/was-macht-eigentlich-ein-demenzbeauftragter-im-krankenhaus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Demenzbeauftragte</a> (nicht nur) im Krankenhaus, sollte das ein Thema sein.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2022/04/25/nachtisch-mit-wirkstoff/">Nachtisch mit Wirkstoff</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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