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	<title>personalmangel Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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		<title>Buchvorstellung: Prof. Klie und der Pflegenotstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 13:06:49 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/07/24/buchvorstellung-prof-klie-und-der-pflegenotstand/">Buchvorstellung: Prof. Klie und der Pflegenotstand</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Gerontologe und Rechtswissenschaftler Prof. Dr. habil. Thomas Klie hat sein neues Buch *<a href="https://amzn.to/3YfC9B6">„Pflegenotstand?: Eine Streitschrift“</a> betitelt. Im Vorwort zieht er unter anderem eine Parallele zwischen Pflegenotstand und Klimawandel. Als Gesellschaft wissen wir um die Probleme die damit auf uns zukommen oder bereits manifest sind, bleiben jedoch häufig zu passiv. Wir machen uns Sorgen, hoffen aber, dass es irgendwie schon alles klappen wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>DEN Pflegenotstand gibt es nicht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor zeigt ab S. 13 zunächst, dass es nicht den einen Pflegenotstand gibt, sondern verschiedene Varianten davon und reißt an, wie diese zustande gekommen sind. Pflegenotstände haben viele Gesichter – die sich auch gewandelt haben. Denn selbst wenn ausreichend Geld zur Finanzierung von Pflegefachleuten – z.B. in Kliniken – zur Verfügung steht ist deutlich: man kann nicht kaufen, was es nicht gibt. Heißt: trotz Geld – es fehlen Pflegefachleute. Jemanden einstellen, den es nicht gibt kann auch der beste Personaler nicht und auch keine gut gemachte SocialMedia-Kampagne zaubert Fachleute herbei, die nicht da sind. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dem Thema der Pflege durch Angehörige widmet er sich und warnt im Buch vor „Lobhudelei“ selbiger. Denn häufig wird vergessen, dass hinter dem „größten Pflegedienst der Nation“ auch prekäre, traurige und mitunter gefährliche Situationen und Schicksale völlig überforderter Angehöriger stehen. Klie nennt das den „heimlichen Pflegenotstand“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das möglicherweise gelöst – oder zumindest Verbesserungen erzielt werden, hat natürlich auch mit der Finanzierung dieser Pflege zu tun, worauf der Autor auch eingeht und deutlich macht, dass es da oft am politischen Willen fehlt, wirklich etwas zu verändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pflegefachleute braucht es in jeder Pflegekonstellation – aber nicht für jeden Handschlag</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit von den ohnehin zunehmend rarer gesäten Pflegefachleuten wird zu oft verschwendet mit Dingen, <a href="https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-07/ausbildung-pflegeassistenz-bundesfamilienministerium-gesetz-pflegehelfer">die geringer qualifizierte Menschen übernehmen können</a>. Begleitet, beraten, organisiert und auch kontrolliert von Pflegefachleuten, kann eine bessere Versorgung mit mehr Geringerqualifizierten gelingen. Zumindest aufrechterhalten. Muss es sogar – es wird gar nicht anders gehen – ist bloße Mathematik. Möglicherweise sind <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/07/05/pebem-in-der-langzeitpflege-nicht-mehr-sondern-anders-verteilt/">Personalbedarfsregulierungen</a> dafür entscheidende Schritte die bereits gegangen werden, ebenso wie die Vereinheitlichung der Ausbildung von Hilfs- und Assistenzberufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/3YfC9B6">Klie schreibt im *Buch (S. 39)</a>: <em>„Ein Gutteil der Sorge- und Unterstutzungsaufgaben verlangt zwar fachliche Begleitung und Beratung, aber nicht in jedem Fall den Einsatz von Professionellen. Dies wäre auch in keiner Weise darstellbar.“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Money money money – Pflege als Geschäft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das fünfte Kapitel seiner Streitschrift widmet Klie dem Wirtschaftsfaktor Pflege. Als Aufgabe der Daseinvorsorge sieht er die Kommunen in der Pflicht und erklärt dies auch anhand von Beispielen. Auch hier zeigt er Fehlentwicklungen und Fehlsteuerungen auf. Gesundheit als nichthandelbares Gut im Sinne pflegerischer (und ärztlicher) Ethik, aber auch aufgrund ihrer Wertebasis einer Gesellschaft machen diese Tätigkeiten schlecht – oder unvergleichbar mit anderen Wirtschaftsbereichen, wie Klie im Kapitel ausführt. Die verschiedenen Aspekte – und Dilemmata die das verursacht, zeigt der Autor gekonnt auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: eine lesenswerte Streitschrift für Pflegefachleute?</strong></h2>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kapitelübersicht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">1 Vorwort | Schicksalsfrage Pflege<br>2 Pflegenotstände – ein Dauerthema in verschiedenen Variationen und Kontexten <br>3 »Familienpflege«<br>4 Deutschland – eine pflegeerfahrene Nation<br>5 Pflege als Geschäft <br>6 Heime zwischen Versorgungs- und Abschreckungsfunktion <br>7 Die häusliche Pflege – das Rückgrat der gesundheitlichen Versorgung <br>8 24-Stunden-Betreuung: Die Live-Ins als eigener<br>Versorgungssektor<br>9 Professionalisierung und Pflegepersonalbedarf<br>in der Pflege <br>10 Zwischenfazit: Pflegemythen <br>11 Solidarische Sorge und professionelle<br>Pflege – neue Mixturen der Vergesellschaftung von Pflegeaufgaben<br>12 Umgang mit und Wege aus den »Pflegenotständen« <br>13 Ausblick | Zeitenwende in der Pflege?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://amzn.to/46kONAR"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2480" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-683x1024.jpg 683w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-200x300.jpg 200w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-768x1152.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-1024x1536.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-1366x2048.jpg 1366w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover-1320x1979.jpg 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/9783777633824_cover.jpg 1654w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></a></figure>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Buchvorstellung ist bereits zu lang geraten. Mich jedenfalls hat Klie „gekriegt“. Aber was wäre ein solches Buch, eine Streitschrift, die sich lediglich darauf verlegt die schwierigen, besorgniserregenden Zustände zu beschreiben und einer, wenn auch trefflich aufbereiteten Analyse zu unterziehen? Zu wenig, denn lediglich auf Missstände und Probleme hinzuweisen – das geschieht seit Jahrzehnten und ist bis heute auch „Geschäftsgrundlage“ einiger Personen der Szene. Immer und immer wieder lautstark auf die sattsam bekannten Probleme hinweisen und das Schlagwortbingo der Deprofessionalisierung spielen: aber nie einen einzigen (durchdachten) Vorschlag zur Lösung beizutragen – mich jedenfalls langweilt man damit ziemlich zügig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau deshalb lohnt es sich für Pflegefachleute, die Streitschrift zu lesen. Anders als viele andere ist es nicht nur eine Beschreibung der Probleme mit der platten Forderung nach mehr Geld für irgendwen und irgendwas. Klie entwirft auch. Spätestens ab S. 155 die er treffend damit beginnt, dass es eben nicht den einen Weg raus aus dem Pflegenotstand geben kann und wird, wird es auch für Pflegeprofis nochmal interessant. Dann wird nochmal deutlich, was es nach Meinung des Autors braucht, um rauszukommen aus der Misere. Es fehlt auch nicht an Beispielen, nicht am Wissen – an der Einigkeit und am Tun. Und an einer gesellschaftlichen Haltung, die eine gute Pflege formt, die der Gegenwart und Zukunft gewachsen sein kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich empfehle die Lektüre all jenen, die noch Zeit und Energie haben sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Ja, es sind durchaus Sätze enthalten, die sehr „rechtswissenschaftlich formuliert“ sind – um nicht zu sagen eckig, gestelzt, den Lesefluss nicht leichter machend. Für mein Empfinden waren sie aber selten – und allen Kolleginnen und Kollegen die ganz und gar nicht bereit sind Pflege fatalistisch zu betrachten, sei die Streitschrift wirklich empfohlen. Als Pflegefachperson sollte man sie gelesen haben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In dieser Buchvorstellung:</strong> Pflegenotstand?: Eine Streitschrift von Prof. Dr. Thomas Klie, erschienen <a href="https://www.hirzel.de/">bei Hirzel </a>(06 / 2024); 24,00 Euro. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/category/rezensionen/">Weitere Buchvorstellungen finden Sie hier. </a></p>



<p class="has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph"><em>*Auf dieser Webseite / in einzelnen Artikeln sind bei einigen Links zu Produkten – Büchern z.B., sog. Amazon-Affiliate-Links gesetzt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen: für den Käufer ändert sich nichts, jedoch bekomme ich eine kleine Werbekostenerstattung.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/07/24/buchvorstellung-prof-klie-und-der-pflegenotstand/">Buchvorstellung: Prof. Klie und der Pflegenotstand</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>PeBeM in der Langzeitpflege: nicht mehr, sondern anders verteilt</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2024/07/05/pebem-in-der-langzeitpflege-nicht-mehr-sondern-anders-verteilt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jul 2024 08:22:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Fachkräftemangel ist schon lange Thema in der Pflege. Er war dort früher präsent als in anderen Branchen. Und es fehlt nicht nur an Fachkräften, sondern überhaupt an Mitarbeitenden –&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/07/05/pebem-in-der-langzeitpflege-nicht-mehr-sondern-anders-verteilt/">PeBeM in der Langzeitpflege: nicht mehr, sondern anders verteilt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Fachkräftemangel ist schon lange Thema in der Pflege. Er war dort früher präsent als in anderen Branchen. Und es fehlt nicht nur an Fachkräften, sondern überhaupt an Mitarbeitenden – auch Assistenzkräfte für die Pflege werden vielerorts händeringend gesucht. Wir haben in Sachen Pflege in Deutschland auch ein Masseproblem. Zu viele Pflegebedürftige, zu wenig von jenen, die sie versorgen können. Was bringt ein neues <a href="https://www.gs-qsa-pflege.de/wp-content/uploads/2020/09/Abschlussbericht_PeBeM.pdf">Personalbemessungsverfahren (PeBeM)</a>?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4"><strong>Einführung des Personalbemessungsverfahrens (PeBeM)</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel des Verfahrens nach § 113c Abs. 1 SGB XI ist es, die Qualität der Versorgung zu verbessern. Das möchte man durch eine verbindliche Festlegung der Verteilung personeller Ressourcen erreichen. Berechnungsgrundlage ist die Anzahl und Pflegegrad der zu pflegenden Personen – und die Qualifikation der Mitarbeitenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Kolleginnen und Kollegen der Altenhilfe ist das <a href="https://pflegenetzwerk-deutschland.de/faq-das-neue-personalbemessungsverfahren-in-der-langzeitpflege">Personalbemessungsverfahren noch eine Art Blackbox</a>. Effekte unbekannt, Befürchtungen groß. Ist die Qualität der Versorgung von Menschen mit Demenz durch PeBeM in Gefahr? Zeit also, mit einem Profi zu sprechen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Personalbemessungsinstrument berücksichtigt den zusätzlichen Aufwand für die Pflege von Menschen mit Demenz (&#8230;).&#8220;. &#8211; <a href="https://www.umbruch-pflege.de/">Nicole Böldt</a></p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5"><strong>Fragen an die PeBeM-Expertin </strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Frau Böldt, Sie beschäftigen sich schon lange und intensiv mit der Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens. Können Sie grob umreißen, was ich als Altenpflege im Pflegeheim davon konkret erwarten sollte?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicole Böldt:</strong> Ihre Aufgaben als Pflegefachmann werden hauptsächlich die Umsetzung der Vorbehaltsaufgaben sein. Dazu gehören das Planen und Steuern des Pflegeprozesses sowie die Versorgung der Bewohner*innen, die die Kompetenz einer Fachkraft benötigen. Das bedeutet, Sie werden weniger mit Tätigkeiten belastet, die Ihrem Qualifikationsniveau nicht entsprechen. Grundsätzlich wird mit den Personalressourcen effizienter umgegangen, was bedeutet, dass Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse optimal genutzt werden. So können Sie Ihre Arbeit effektiver gestalten und sich auf die wesentlichen pflegerischen Aufgaben konzentrieren.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.umbruch-pflege.de/"><img decoding="async" width="769" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB-769x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-2450" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB-769x1024.jpeg 769w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB-225x300.jpeg 225w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB-768x1022.jpeg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB-1154x1536.jpeg 1154w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PortraitNB.jpeg 1232w" sizes="(max-width: 769px) 100vw, 769px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.umbruch-pflege.de/">Nicole Böldt ist Inhaberin von Umbruch Pflege.</a> Die Pflegefachfrau ist Qualitätsmanagerin und mit ihrer Beratung auf die Veränderungen durch das Personalbemessungsverfahren spezialisiert.</figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Das PeBeM zielt darauf ab, die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner*innen besser zu berücksichtigen und gleichzeitig auch mehr Menschen wieder für die Pflege zu gewinnen. Dies wird einerseits durch eine detaillierte Analyse der Pflegebedarfe und eine darauf abgestimmte Tourenplanung ermöglicht und andererseits durch die zunehmende Flexibilisierung der Dienste und der Dienstzeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die klare Zuordnung von Aufgaben und die kompetenzbasierte Planung werden die Pflegequalität und die Zufriedenheit der Bewohner*innen gesteigert. Dies schafft ein angenehmeres Arbeitsumfeld für Sie und Ihre Kollegen.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Das Verhältnis <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/11/06/buchvorstellung-soziale-dienste-in-langzeitpflegeeinrichtungen/">zur sozialen Betreuung, zusätzlichen Betreuungskräften</a> wird sich ändern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicole Böldt:</strong> <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/06/15/betreuung-und-pflege-die-zusammenarbeit-ist-vielerorts-katastrophal-schlecht/">Die Zusammenarbeit zwischen der Pflege und der sozialen Betreuung wird sich zweifellos intensivieren und verbessern müssen</a>, um den Bedürfnissen der Bewohner*innen gerecht zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist notwendig, die soziale Betreuung weiter zu professionalisieren. Dies bedeutet, dass die Leitung dieses Bereichs genau weiß, wie viele Betreuungsstunden zur Verfügung stehen und wie diese effizient eingesetzt werden können. So können möglichst viele Bewohner*innen nach ihren individuellen Wünschen betreut werden. Durch die Professionalisierung wird die soziale Betreuung auf Augenhöhe mit der Pflege arbeiten. Dies führt zu einer gesteigerten Wertigkeit des Bereichs und fördert das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit. Einige Träger sind bereits dabei, Tourenplanungen auch für die soziale Betreuung einzuführen. Dies ermöglicht eine strukturierte und effiziente Arbeitsweise, die sowohl den Pflegekräften als auch den Betreuungskräften zugutekommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn beide Bereiche auf demselben Organisationssystem arbeiten, wird die Vernetzung wesentlich verbessert. Dies führt zu einer besseren Koordination und einem reibungslosen Ablauf im Alltag. Die Intensivierung der Zusammenarbeit und die Professionalisierung der sozialen Betreuung werden die Qualität der Pflege und Betreuung erheblich steigern. Beide Bereiche werden voneinander profitieren und gemeinsam die Bedürfnisse der Bewohner*innen besser erfüllen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6"><strong>Der zusätzliche Zeitaufwand für Menschen mit Demenz wird berücksichtigt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Berücksichtigt Ihrer Meinung nach PeBeM den zusätzlichen Aufwand, den es für Menschen mit Demenz benötigt, ausreichend? Ein Mensch mit Demenz mit Pflegegrad 3 ist doch schwerlich mit dem gleichen Aufwand zu bemessen wie jemand mit Pflegegrad 3 ohne Demenz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicole Böldt:</strong> Die Frage, ob das Personalbemessungsinstrument (PeBeM) den zusätzlichen Aufwand, der für die Pflege von Menschen mit Demenz erforderlich ist, ausreichend berücksichtigt, ist berechtigt. Die Pflegebedürftigkeit und die damit verbundenen Anforderungen unterscheiden sich erheblich zwischen Menschen mit und ohne Demenz, auch wenn beide den gleichen Pflegegrad haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Empfehlungen nach § 113c Abs. 4 SGB XI betonen die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Personalausstattung. Diese Empfehlungen beinhalten Regelungen, die sicherstellen sollen, dass auch spezielle Bedarfe, wie sie bei der Betreuung von Menschen mit Demenz auftreten, adäquat berücksichtigt werden. Die Mindestpersonalausstattung schließt auch pflegegradunabhängige Personalanhaltswerte für Sonderfunktionen ein, die für die Versorgung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen notwendig sind​​. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Personalbemessungsinstrument berücksichtigt den zusätzlichen Aufwand für die Pflege von Menschen mit Demenz, indem es spezifische Regelungen und Empfehlungen zur Personalmindestausstattung und zum Qualifikationsmix beinhaltet. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die besonderen Anforderungen dieser Personengruppe adäquat erfüllt werden. Es muss allerdings auch durch die Einrichtungen sichergestellt werden, dass die dafür ausgebildeten Fachkräfte auch bei den Bewohner*innen zum Einsatz kommen. Darin waren wir in der Vergangenheit überhaupt nicht gut. Mitarbeiter*innen mit speziellen Ausbildungen und Qualifizierungen sind nach ihren Qualifizierungsmaßnahmen leider nicht entsprechend ihren Kompetenzen eingesetzt worden. Das führte gerade bei unseren Fachkräften zu einer hohen Frustration und nicht selten auch zu Kündigungen. Deshalb sollten diese Empfehlungen aktiv umsetzen und ihren Personaleinsatz entsprechend organisieren, um die Pflegequalität für Menschen mit Demenz zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Vielfach wird von „Verbesserungen“ im Zusammenhang mit PeBeM gesprochen. Das darf aber nicht mit einem mehr an Pflegepersonen verwechselt werden, oder? Vielmehr handelt es sich doch um eine Optimierung der Verteilung. Konkret: es sorgt für den vermehrten Einsatz von Hilfs- / und Assistenzkräften. Mehr Mitarbeitende bringt PeBeM nicht – oder zumindest nicht automatisch, richtig?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicole Böldt:</strong> Ich habe in den vergangenen Tagen in einem Beitrag gelesen: „So viele Mitarbeitende in der Pflege, wie jetzt werden wir nie wieder sein.“ Ganz schön erschreckende Vorstellung. Gerade deshalb müssen wir den Pflegeberuf attraktiver gestalten.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Ihre Annahme ist also weitgehend korrekt. Bei der Personalbemessung in der Pflege, insbesondere im Kontext des Personalbemessungsinstruments (PeBeM), geht es primär um eine bessere Verteilung und einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Pflegekräfte, anstatt um eine automatische Erhöhung der Mitarbeiterzahl. In den meisten Fällen können durch die aktuellen Pflegesatzverhandlungen auch mehr Mitarbeiter*innen im Qualifikationsniveau 3, also Pflegehelfer*innen mit einer zusätzlichen einjährigen Ausbildung (in SH) eingestellt werden. Aber hier liegt auch die Herausforderung. Wir haben uns in den vergangenen Jahren nicht um eine entsprechende Qualifizierung unserer Pflegehelfer*innen gekümmert. Folglich sind diese Kollegen nun Mangelware auf dem Arbeitsmarkt. Hier müssen wir dringend nachqualifizieren.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1-576x1024.png" alt="" class="wp-image-2452" style="width:322px;height:auto" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1-576x1024.png 576w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1-169x300.png 169w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1-768x1365.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1-864x1536.png 864w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/07/PeBeMzwischenbild-1.png 1080w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Personalbemessungsinstrument hat mehrere Ziele. Es soll sicherstellen, dass die vorhandenen Pflegekräfte effizient und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Dabei wird vornehmlich darauf geachtet, dass die Aufgaben entsprechend der Qualifikation der Pflegekräfte zugeordnet werden. Wenn wir allerdings nur mehr Pflegehelfer*innen in unseren Einrichtungen einstellen, ohne auch die Abläufe in der Pflege zu verändern, wird diese Maßnahmen verpuffen und keine wirkliche Veränderung herbeiführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderung des Fachkräftemangels bleibt bestehen und erfordert weitergehende Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Attraktivität des Pflegeberufs.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust</strong>: Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



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<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Fotos: Jsme MILA on Pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/07/05/pebem-in-der-langzeitpflege-nicht-mehr-sondern-anders-verteilt/">PeBeM in der Langzeitpflege: nicht mehr, sondern anders verteilt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 06:36:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der überwiegende Teil Pflegebedürftiger wird in der eigenen Häuslichkeit versorgt. In der Regel durch nahestehende Angehörige die z.B. von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst unterstützt werden. Doch es knirscht im&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der überwiegende Teil Pflegebedürftiger wird in der eigenen Häuslichkeit versorgt. In der Regel durch nahestehende Angehörige die z.B. von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst unterstützt werden. Doch es knirscht im System.  Ob ambulanter Dienst, Tagespflege oder Kurzzeitpflege – immer öfter kann der eigentliche Bedarf an Unterstützung nicht gedeckt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-11">Nächstenpflege-Studie: finanzieller Druck und Gesundheitsrisiken</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.vdk-naechstenpflege.de/vdk-pflegestudie/">Die VdK-Nächstenpflege-Studie</a> hat die Bedarfe pflegender Angehörige untersucht. Nicht nur, dass Pflege Geld kostet bzw. daran hindert, Erwerbseinkommen zu erzielen und damit finanzielle Unsicherheit bis hin zur Armut bedeutet. <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/149896/Pflegende-Angehoerige-laut-Befragung-haeufiger-psychisch-erkrankt?fbclid=IwAR0BNmNCTwYt_9Yyb5g1YrETPGZmuykkFEO_zUB3rbicNRBPYXQQ1_ZVMZc">Auch die Gesundheit leidet.</a> Die dauernde „Rufbereitschaft“ führt zu Schlafstörungen, etwa ein Drittel ist sogar regelmäßig nachts mit der Versorgung ihres pflegebedürftigen Angehörigen beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile mehren sich die Berichte, dass Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen keinen oder erst nach intensiver und längerer Suche einen ambulanten Dienst zur Unterstützung finden konnten. „Ambulant vor stationär“ – das ist gesellschaftlich gewollt. Es zu verwirklichen kostet Kraft, Geld – und wird ganz ohne Unterstützung immer schwieriger oder unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/?fbclid=IwAR2YdnlNtz2I2VUiRF3TRACP1RaQUw0Fj7LpTxZ-dc2THkXI9WAO2ZMHijk">Mit Kurzzeitpflegeplätzen sieht es noch schwieriger aus.</a> Einrichtungsleiter geben mehr oder minder offen zu, dass sie <a href="https://www.waz.de/wirtschaft/article241622902/Triage-in-der-Altenpflege-Zu-krank-fuers-Heim.html?fbclid=IwAR2uaV5TCsqeBDPIz4cjt0sC1O9cuOotJAaIJtU-49iep713SIwmTtFw98o">nach Schwere der Fälle selektieren ob sie jemanden aufnehmen</a>. Die geschieht in Abwägung, wie stark die verbliebenen Mitarbeiter in der Pflege zusätzlich belastet würden &#8211;  aus Sorge, diese könnten kündigen. Gerade auch für herausfordernde Pflegesituationen, dünnt sich das Angebot aus. Z.b. berichtet der Soester Anzeiger hier über eine Änderung des Angebots der Caritas in Bad Sassendorf: <a href="https://www.soester-anzeiger.de/lokales/bad-sassendorf/caritas-mit-massiven-personalproblemen-pflegebeduerftige-bewohner-stehen-vor-ungewisser-zukunft-93009673.html">„Das neue Konzept für die drei WGs mit je acht Nutzern soll sich deshalb an Bewohner mit einem geringeren Unterstützungsgrad (Pflegegrad 2/3) richten, ohne ausgeprägte demenzielle Beeinträchtigungen.“,</a> kurz: aufgrund des Fachkräftemangels in der Pflege wird das Angebot auf leichte Fälle beschränkt.   </p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-12">Krankenhäuser im Stau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Krankenhäusern wiederum führt dies zum Patientenstau, oder „Flussstörungen“ in der Belegung: ohne eine gesicherte Weiterversorgung dürfen Patienten nicht entlassen werden<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">. Zwar wird Übergangspflege im Krankenhaus vergütet</a> – das schafft jedoch an sich noch keinen Kurzzeitpflegeplatz. Dadurch bleiben Pflegebedürftige mitunter deutlich länger in Kliniken als aus medizinischer Sicht notwendig – kommen aber aufgrund mangelnder ambulanter Versorgung nicht selten erst überhaupt dort hin. Medizinisch liegt kein wirklicher Grund für die Aufnahme vor – dieser muss dann für die Abrechnung vorgeschoben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-13">3 Fragen an Martin Kilimann, Referent für Pflegepolitik beim VdK-Bundesverband</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Die Studie des VdK hat die Bedarfe und Belastungen untersucht und belegt, die pflegenden Angehörigen entstehen. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird dazu führen, dass sich die Situation verschärft, wo Pflegebedürftige und Angehörige eigentlich Unterstützung erfahren sollten in der Versorgung. Was müsste aus Ihrer Sicht politisch sofort getan werden um pflegende Angehörige besser zu unterstützen?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Der wichtigste Schritt, den die Politik gehen muss, ist die Anerkennung der Arbeit der Angehörigen. Dafür muss sie endlich die Maßnahmen umzusetzen, die bereits auf dem Tisch liegen. Doch sowohl der Pflegelohn und die Lohnersatzleistung für die pflegenden Angehörigen als auch der umfangreiche Ausbau der Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze sind Lösungen, die es nicht umsonst gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher scheitert die Anerkennung der Nächstenpflege bisher vor allem an dem Wunsch der Politik, dass diese nichts kosten darf. Doch die erwähnten Maßnahmen sind dringend notwendig, um den Angehörigen den Rücken freizuhalten. Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen. </p>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png" alt="" class="wp-image-2395" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png 576w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-169x300.png 169w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-768x1365.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-864x1536.png 864w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
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</div>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist beispielsweise so gut wie unmöglich, deutschlandweit einen Nachtpflegeplatz zu erhalten. Darüber hinaus ist die Beantragung der Leistungen ein großes Problem. Sie kostet Angehörigen Zeit und Kraft, die sie eigentlich für die Pflege brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Verschiedene Verbände bzw. VertreterInnen der professionellen Pflege kritisieren eine „Deprofessionalisierung“, wenn immer mehr Hilfs- und Helferberufe zugelassen und deren Arbeit abseits des Ehrenamts refinanziert wird. Haben wir nicht schon jetzt und auch auf lange Sicht ein „Masseproblem“, welches die professionelle Pflege gar nicht wird auffangen können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Über die Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wissen wir, dass bis 2034 bis zu 350.000 Pflegekräfte fehlen werden. Diese Entwicklung lässt sich zum einen durch einen höheren Bedarf an Pflegekräften aufgrund von immer mehr Pflegebedürftigen erklären. Gleichzeitig halten sich die Berufseinsteiger und jene, die den Arbeitsmarkt verlassen, nicht die Waage. Diese beiden Seiten des demografischen Wandels führen zu dem von Ihnen genannten „Masseproblem“. Wie der kürzlich erschienene DAK-Pflegereport deutlich gemacht hat, stellt sich das aber in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich dar. Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird voraussichtlich keinen grundsätzlichen Engpass zu befürchten haben. Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege ist es wichtig, die vorhandenen Pflegekräfte deutlich gezielter zur Entlastung der Angehörigen einzusetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-14">Krankenhausreform – Sektorengrenzen überwinden </h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Eine Krankenhausreform war und ist notwendig. Zu teuer, zu viel, mancherorts auf zu niedrigem Niveau: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das heiße Eisen angefasst. Bei mir kommt es immer wieder zu Rückmeldungen von pflegenden Angehörigen, dass das Entlassmanagement nicht ausreichend gut funktioniert. In wie weit wäre aus Ihrer Sicht die Krankenhausreform ein geeignetes Mittel, das Entlassmanagement der Kliniken zu verbessern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Ein Ziel der Krankenhausreform ist, den Finanzierungsdruck aus dem System zu nehmen. Dabei kommt das Entlassmanagement derzeit noch etwas zu kurz. Dabei werden die Patientinnen und Patienten heute zum Teil viel zu früh entlassen, um die Betten schnell neu belegen zu können. Dieser Druck führt jedoch häufig zu einer Überforderung der Angehörigen, die die anschließende Pflege selbst stemmen müssen. Auch die kurzfristige Suche nach einem ambulanten oder gar stationären Pflegedienstleister gestaltet sich häufig schwierig. Der derzeitige Entwurf der Krankenhausreform macht hier einige interessante Vorschläge. So soll zum einen der stationäre und ambulante Bereich enger vernetzt werden, beispielsweise durch sektorenübergreifende Versorgungszentren, aber auch eine Übergangspflege soll im Krankenhaus ermöglicht werden. Dies soll im Besonderen dann geschehen, wenn im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung andere Pflegeleistungen nach dem SGB XI nicht erbracht werden können. Es ist ein richtiger Schritt, die harten Sektorengrenzen zwischen SGB V und SGB XI abzubauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Informiert zum Thema Demenz bleiben Sie über den Newsletter dieser Seite oder abonnieren Sie den <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/23/demenzinfos-auf-dem-smartphone-whatsapp-kanal-demenz-gestartet/">Whatsapp-Kanal Demenz</a>.<br></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbildhintergrund: Foto von La Miko via pexels; Frau am Tisch: Foto von Karolina Grabowska via pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>MAGS (NRW) rechnet mit Etablierung der Übergangspflege in 2023</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 08:17:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[entlassmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[heimplatzsuche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 01.01.2023 können Krankenhäuser in NRW eine Tagespauschale für Übergangspflege in Höhe von 237,50€ abrechnen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) erwartet eine Etablierung&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/07/01/mags-nrw-rechnet-mit-etablierung-der-uebergangspflege-in-2023/">MAGS (NRW) rechnet mit Etablierung der Übergangspflege in 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 01.01.2023 können Krankenhäuser in NRW eine Tagespauschale für Übergangspflege in Höhe von 237,50€ abrechnen. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) erwartet eine Etablierung in der Fläche in diesem Jahr</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Übergangspflege als Entlassungspuffer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übergangspflege im Krankenhaus ist im § 39e SGB V geregelt. Sie ist auf maximal 10 Tage beschränkt. Hintergrund ist, dass häufig nicht ausreichend Möglichkeiten der Weiterversorgung für Patienten vorhanden sind, die eigentlich entlassen werden sollten. Vor allem der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen führt immer wieder zu Versorgungsbrüchen, Drehtüreffekten und / oder zur Erlösminderung der behandelnden Klinik. Krankenhäuser haben nun die Möglichkeit, sich unter bestimmten Bedingung die Weiterversorgung eines eigentlich zu entlassenden Patienten vergüten zu lassen (Landesvertrag nach § 132m SGB V), quasi Kurzzeitpflege im Krankenhaus durchzuführen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">Eine Grundinformationen finden Sie hier.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Kurzzeitpflege soll gestärkt werden</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Antwort vom 30.06.2023 teilte das Ministerium mit, dass die Übergangspflege in diesem Jahr etabliert wird. Dementsprechend soll 2024 eine erste Auswertung erfolgen. Auf Landesebene soll die Anzahl der Kurzzeitpflegeplätze erhöht werden. Dazu werden in Nordrhein-Westfalen Maßnahmen auf den Weg gebracht wie</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine bessere Vergütung (30%) für Pflegeheime die ein bis zwei Plätze ausschließlich für Kurzzeitpflege vorhalten (sog. Fix/Flex-Regelung).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Möglichkeit, Kurzzeitpflegepatienten in Pflegeheimen nach Pflegegrad 3 statt 2 abzurechnen.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Beibehaltung von Doppelzimmern in Pflegeheimen, auch wenn die Einzelzimmerquote von 80% unterschritten wird sofern ausschließlich Kurzzeitpflegegäste dort aufgenommen wurden.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Obergrenze von 80 Plätzen je Einrichtung darf überschritten werden, wenn zusätzlich je Dauerpflegeplatz ein Kurzzeitpflegeplatz geschaffen wird bis zu einer Maximalkapazität von 120 Plätzen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Versorgungsprobleme nehmen zu</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Immer häufiger klagen gerade pflegende Angehörige über große Schwierigkeiten bei der Heimplatzsuche. Aber auch eine ambulante (Weiter-)Versorgung scheint immer öfter schwer zu finden. Der Fachkräftemangel schlägt auf die Versorgung durch – Anbieter kommen an die Grenzen, was ihnen leistbar ist und Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege wissen allesamt von Situationen zu berichten, in denen diese Grenzen überschritten wurden und werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übergangspflege zu etablieren ist ein sinnvoller Schritt, ebenso wie das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen zu erhöhen. Allerdings pflegen weder Räume noch Betten Menschen. Auf eine ausreichende Anzahl von Pflegeprofis kommt es an, damit weder Übergangs- noch Kurzzeitpflege mehr ist, als ein „Aufheben“ bis zur nächsten Eskalation.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbild: generiert via labs.openai</p>
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