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	<title>pflegegeld Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>pflegegeld Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2026 15:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/05/pflegende-angehoerige-drei-jahrzehnte-zwischen-mehr-unterstuetzung-und-wachsender-belastung/">Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die Unterstützung von Menschen verändert, die einen Angehörigen zu Hause pflegen? Und welche Rolle spielte dabei die Einführung der Pflegeversicherung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch auf europäischer Ebene ist die Situation pflegender Angehöriger inzwischen stärker in den Fokus gerückt: Seit 2020 wird auf Initiative des europäischen Netzwerks Eurocarers jährlich am 6. Oktober der European Carers Day begangen. Denn so selbstverständlich Pflegegeld, Verhinderungspflege oder Rentenbeiträge für Pflegepersonen heute erscheinen mögen: Viele dieser Leistungen sind vergleichsweise jung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1995: Pflege wird zum eigenen Zweig </strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung 1995 veränderte sich die Absicherung von Pflegebedürftigkeit grundlegend. Pflege war zwar auch danach ausdrücklich nicht vollständig durch die Versicherung finanziert. Aber erstmals gab es einen eigenen Sozialversicherungszweig, der auch die Pflege durch Angehörige systematisch unterstützte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige konnten beispielsweise Pflegegeld erhalten, wenn ihre Versorgung zu Hause sichergestellt wurde. In den damaligen drei Pflegestufen betrug es 400, 800 beziehungsweise 1.300 D-Mark monatlich. Unter bestimmten Voraussetzungen übernahm die Pflegeversicherung zudem Rentenversicherungsbeiträge für nicht erwerbsmäßig Pflegende. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Leistungen und Rechte hinzu: Entlastungsangebote, Pflegezeit, Familienpflegezeit, Pflegeunterstützungsgeld, Verhinderungspflege und eine umfangreichere soziale Absicherung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-3756" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1536x864.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1320x743.jpg 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg 1672w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie bedeutend Angehörige für die Versorgung sind, zeigen die Zahlen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei der ersten bundesweiten Pflegestatistik 1999 gab es rund 2,02 Millionen Pflegebedürftige. 1,44 Millionen von ihnen wurden zu Hause versorgt. Rund 1,03 Millionen erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt. 2023 waren bereits 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig. 4,89 Millionen – knapp 86 Prozent – lebten zu Hause. Rund 3,1 Millionen Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Zahlen sind allerdings nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar. Insbesondere der seit 2017 geltende, weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff führte dazu, dass heute auch Menschen als pflegebedürftig anerkannt werden, die nach den früheren Kriterien teilweise keinen oder nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch gehabt hätten.</p>



<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:18px; font-weight:600; margin-bottom:18px;">
    Pflege zu Hause: eine deutlich gewachsene Aufgabe für Angehörige
  </div>

  <div style="display:flex; flex-wrap:wrap; gap:30px;">

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        1999
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        1,03 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt.
      </div>
    </div>

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        2023
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        3,10 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:14px; line-height:1.5; margin-top:22px; padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <strong>Hinweis:</strong> Diese Zahlen bezeichnen Pflegebedürftige, nicht die Zahl der tatsächlich beteiligten pflegenden Angehörigen. An der Versorgung eines Menschen können mehrere Personen beteiligt sein.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demenz: Lange ein blinder Fleck</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz passten lange nur unzureichend in das System der Pflegeversicherung. Entscheidend war vor allem der körperliche Hilfebedarf – etwa beim Waschen, Anziehen oder Essen. Beaufsichtigung, Orientierung, Beruhigung oder die ständige Präsenz von Angehörigen wurden dagegen kaum erfasst.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ab 2002 kamen deshalb schrittweise zusätzliche Leistungen für Menschen mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ hinzu. Der grundlegende Wandel folgte 2017 mit der Einführung der fünf Pflegegrade. Seitdem zählt stärker, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann. Auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen werden berücksichtigt. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen war das ein entscheidender Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Unterstützung – aber ein System unter Druck</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden über drei Jahrzehnte erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die Leistungen erhalten, stark gestiegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bringt die soziale Pflegeversicherung zunehmend unter finanziellen Druck. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes entstand allein im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 770 Millionen Euro. Die Ausgaben lagen elf Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, die Beitragseinnahmen stiegen dagegen lediglich um 3,9 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger spielen steigende Kosten der Versorgung und der demografische Wandel eine Rolle. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kamen 1998 noch 29 Beitragszahlende auf einen Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung. 2025 waren es nur noch zehn. Die politische Diskussion dreht sich deshalb zunehmend um eine schwierige Frage: Wie kann die Unterstützung von Pflegebedürftigen und Angehörigen erhalten und verbessert werden, wenn gleichzeitig die Finanzierung stabilisiert werden muss?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:14px; font-weight:700; text-transform:uppercase; letter-spacing:0.5px; color:#2f6f8f; margin-bottom:6px;">
    Aktuell 2026
  </div>

  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin-bottom:14px;">
    Was ist politisch geplant?
  </div>

  <p>
    Mit dem geplanten <strong>Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)</strong> soll die Pflegeversicherung strukturell verändert und finanziell stabilisiert werden.
  </p>

  <p>
    Vorgesehen sind unter anderem mehr Prävention, Änderungen bei der Begutachtung, eine neue Pflegebegleitung für Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen sowie die Bündelung bisheriger Einzelleistungen in Budgets. Ab 2028 sollen die Leistungsbeträge außerdem jährlich entsprechend der Inflation angepasst werden.
  </p>

  <p>
    Für Kritik sorgte die geplante Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige auf <strong>70 Prozent</strong> der bisherigen Beträge.
  </p>

  <p>
    Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat inzwischen angekündigt, diese Kürzung nicht mittragen zu wollen und den Entwurf an dieser Stelle zu korrigieren.
  </p>

  <p style="margin-bottom:16px;">
    Noch ist die Änderung jedoch nicht beschlossen. Das Gesetz befindet sich weiterhin im politischen Verfahren – welche Regelungen am Ende tatsächlich gelten werden, ist daher offen.
  </p>

  <div style="padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-21-lp/pnog"
       target="_blank"
       rel="noopener noreferrer"
       style="color:#2f6f8f; font-weight:600; text-decoration:none;">
      → Bundesgesundheitsministerium: FAQ zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)
    </a>
  </div>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was nach 30 Jahren bleibt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die staatliche Unterstützung pflegender Angehöriger ist heute deutlich umfassender als zu Beginn der Pflegeversicherung. Und gerade bei Demenz hat sich auch das Verständnis davon verändert, was Pflege eigentlich bedeutet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Doch eine Konstante zieht sich durch die gesamte Geschichte: Der größte Teil der Pflege findet weiterhin nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause statt. Pflegende Angehörige sind deshalb nicht nur eine Gruppe, die Unterstützung durch das Pflegesystem benötigt. Ohne das, was Familien, Partner, Freunde und andere nahestehende Menschen jeden Tag leisten, wäre dieses Pflegesystem in seiner heutigen Form überhaupt nicht vorstellbar.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pflege Angehörige: Einkommen ok – aber überlastet</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 14:08:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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		<category><![CDATA[studie institut der deutschen wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland übernehmen Millionen Menschen Pflegeaufgaben für Angehörige. Was viele befürchten: dadurch in die Armut gedrängt zu werden. Das lässt sich nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">Pflege Angehörige: Einkommen ok – aber überlastet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Deutschland übernehmen Millionen Menschen Pflegeaufgaben für Angehörige. Was viele befürchten:  dadurch in die Armut gedrängt zu werden. Das lässt sich nach einer <a href="https://www.iwkoeln.de/">Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)</a> empirisch so nicht bestätigen. Sie zeigt: finanzielle Unterschiede zwischen pflegenden und nicht pflegenden Menschen sind vergleichsweise gering. Der eigentliche Engpass liegt woanders – bei der Zeit, die Pflege kostet, und bei der fehlenden Flexibilität im Arbeitsleben. Besonders junge Frauen tragen hier die größte Last.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer pflegt in Deutschland?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">2022 haben rund 5,65 Millionen Menschen in Deutschland Angehörige gepflegt. Darunter waren 4,22 Millionen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 66 Jahren. Sie gehören zu der sogenannten „Sandwich-Generation“: Menschen, die gleichzeitig Beruf, Familie und Pflegeaufgaben vereinbaren müssen. Auffällig ist die ungleiche Verteilung nach Geschlecht: Frauen übernehmen deutlich häufiger Pflege als Männer. In der Altersgruppe zwischen 18 und 50 Jahren liegt der Frauenanteil bei rund 65 Prozent. Auch im höheren Alter sind Frauen überrepräsentiert, wenn auch mit abnehmendem Abstand. Pflege bleibt also nach wie vor weiblich – mit Folgen für Einkommen und Lebenszufriedenheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einkommen: nur ein scheinbarer Nachteil?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Betrachtet man nur die individuellen Bruttoeinkommen, liegen pflegende Personen klar zurück. Jüngere Pflegende (18–50 Jahre): 3.023 € brutto im Monat, verglichen mit 3.607 € bei Nicht-Pflegenden. Ältere Pflegende (50–66 Jahre): 3.385 € brutto, verglichen mit 4.082 € bei Nicht-Pflegenden. Das entspricht etwa 86–87 Prozent des Einkommensniveaus von Nicht-Pflegenden. Besonders deutlich sind die Unterschiede bei Frauen: Pflegende Frauen zwischen 50 und 66 Jahren verdienen im Schnitt nur 2.598 € brutto, während Männer mit Pflegeverantwortung im gleichen Alter 4.617 € erzielen. Diese Zahlen deuten zunächst auf ein erhebliches Armutsrisiko hin. Doch die Studie zeigt, dass dieser Blick zu kurz greift.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Haushaltsnettoeinkommen: Ausgleich durch Transfers und Partner</h2>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist das Haushaltsnettoeinkommen, also das verfügbare Einkommen nach Steuern, Sozialabgaben und Transfers, geteilt durch die Haushaltsgröße. Hier schrumpfen die Unterschiede erheblich. Im Schnitt liegt das bedarfsgewichtete Haushaltsnettoeinkommen bei 2.351 € für Nicht-Pflegende und bei 2.285 € für Pflegende. Der Unterschied beträgt lt. der Untersuchung also gerade einmal 66 € im Monat.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- Mini-Balkendiagramm: Haushaltsnettoeinkommen (bedarfsgewichtet) -->
<figure style="display:block; margin:1rem auto; width:280px; max-width:100%; border:1px solid #e5e7eb; border-radius:10px; padding:12px; background:#ffffff; box-shadow:0 1px 2px rgba(0,0,0,.04); font-family:system-ui,-apple-system,Segoe UI,Roboto,Helvetica,Arial,sans-serif; color:#111827;">
  <figcaption style="font-size:14px; font-weight:600; margin-bottom:8px; text-align:center;">
    Haushaltsnettoeinkommen (bedarfsgewichtet)
  </figcaption>

  <!-- Achse / Chart-Wrapper -->
  <div role="img" aria-label="Vergleich bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen: Nicht-Pflegende 2.351 Euro, Pflegende 2.285 Euro." style="display:block; width:100%;">

    <!-- Nicht-Pflegende -->
    <div style="display:flex; align-items:center; justify-content:space-between; margin:6px 0 4px;">
      <span style="font-size:12px; line-height:1; color:#374151;">Nicht-Pflegende</span>
      <span style="font-size:12px; line-height:1; color:#374151;">2.351&nbsp;€</span>
    </div>
    <div style="height:14px; background:#f3f4f6; border-radius:7px; overflow:hidden;">
      <div style="width:100%; height:100%; background:#2563eb; border-radius:7px;"></div>
    </div>

    <!-- Pflegende -->
    <div style="display:flex; align-items:center; justify-content:space-between; margin:10px 0 4px;">
      <span style="font-size:12px; line-height:1; color:#374151;">Pflegende</span>
      <span style="font-size:12px; line-height:1; color:#374151;">2.285&nbsp;€</span>
    </div>
    <div style="height:14px; background:#f3f4f6; border-radius:7px; overflow:hidden;">
      <!-- 2.285 / 2.351 ≈ 97.2% -->
      <div style="width:97.2%; height:100%; background:#10b981; border-radius:7px;"></div>
    </div>
  </div>

  <!-- Legende -->
  <p style="margin:10px 0 0; font-size:11px; line-height:1.3; color:#6b7280; text-align:center;">
    Bedarfsgewichtung „übersetzt“ Haushaltseinkommen in ein vergleichbares Pro-Kopf-Maß.
  </p>
</figure>
</div>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch beim Armutsrisiko zeigt sich kaum eine Differenz: 15,3 Prozent der Nicht-Pflegenden und 15,9 Prozent der Pflegenden gelten als armutsgefährdet. Pflege führt also nicht automatisch in die Armut, wie oft befürchtet wird. Der Grund: Partner-Einkommen und staatliche Leistungen wie Pflegegeld (ab Pflegegrad 2) federn finanzielle Einbußen ab. In vielen Fällen ermöglicht erst dieser Ausgleich, dass Angehörige Pflege überhaupt übernehmen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die eigentliche Belastung: Zeit und Vereinbarkeit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Während die finanzielle Lage überraschend stabil wirkt, zeigt sich das eigentliche Problem an anderer Stelle: in der zeitlichen Belastung. Pflegeaufgaben summieren sich neben Beruf und Familie zu einer Mehrfachbelastung, die sich in der Zufriedenheit niederschlägt. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegende berichten durchweg von geringerer Zufriedenheit mit Arbeitsplatz, Einkommen und Gesundheit. Besonders junge Frauen zwischen 18 und 50 Jahren schneiden hier am schlechtesten ab – sie zählen zu den unzufriedensten Gruppen überhaupt. Das Institut kommt daher zum Schluss: Politisch sinnvoller als zusätzliche Geldleistungen wäre es, mehr zeitliche Flexibilität zu schaffen. Ein Beispiel ist die Umstellung von täglicher auf wöchentliche Höchstarbeitszeiten, wie sie im Koalitionsvertrag diskutiert wird. Für viele Pflegende wäre das eine entscheidende Entlastung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie weist auch darauf hin, dass es nicht nur um individuelle Entscheidungen geht, sondern auch um strukturelle Faktoren: Berufe mit geringerem Anforderungsniveau, fehlende Aufstiegsmöglichkeiten oder gesellschaftliche Erwartungen, dass Töchter und Ehefrauen eher pflegen als Söhne oder Männer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konsequenzen für Politik und Gesellschaft</h2>
</div></div>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2025/09/imtextbildiwstudie-683x1024.png" alt="" class="wp-image-3088" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/09/imtextbildiwstudie-683x1024.png 683w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/09/imtextbildiwstudie-200x300.png 200w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/09/imtextbildiwstudie-768x1152.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/09/imtextbildiwstudie.png 1024w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Zahlen belegen, dass Angehörigenpflege nicht automatisch zu einer finanziellen Katastrophe führt. Dennoch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pflegende mit erheblichen Belastungen leben. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflege ist keine Armutsfalle laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft. Die Unterschiede im Wohlstandsniveau sind gering, jedoch ist Zeit ist der entscheidende Faktor. Mehr Flexibilität im Arbeitsrecht wäre für Pflegende hilfreicher als zusätzliche Geldleistungen lt. dieser Untersuchung. Frauen tragen die Hauptlast. Junge Frauen unter 50 sind besonders stark belastet und unzufrieden. Wer über Pflegepolitik spricht, sollte daher den Blick weiten: Es geht nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern vor allem um Strukturen, die Pflege mit Beruf und Familie vereinbar machen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die IW-Studie zeigt ein differenziertes Bild: Pflege durch Angehörige ist finanziell weniger riskant, als viele denken. Aber sie ist ein Zeitfresser, der Karrieren hemmt, Gesundheit belastet und Lebenszufriedenheit mindert. Wenn Politik hier ansetzen will, dann nicht nur mit Geld – sondern mit flexiblen Arbeitszeiten, verlässlicher Unterstützung und einem Kulturwandel, der Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreift.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Quelle: Maximilian Stockhausen (2025): <a href="https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Trends/PDF/2025/IW-Trends_2025-02-05_Stockhausen.pdf">Einkommen und Pflege – Eine Analyse der finanziellen Situation von privat Pflegenden. IW-Trends 2/2025</a>, Institut der deutschen Wirtschaft Köln.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/09/11/pflege-angehoerige-einkommen-ok-aber-ueberlastet/">Pflege Angehörige: Einkommen ok – aber überlastet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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