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	<title>verhinderungspflege Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>verhinderungspflege Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2026 15:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/05/pflegende-angehoerige-drei-jahrzehnte-zwischen-mehr-unterstuetzung-und-wachsender-belastung/">Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die Unterstützung von Menschen verändert, die einen Angehörigen zu Hause pflegen? Und welche Rolle spielte dabei die Einführung der Pflegeversicherung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch auf europäischer Ebene ist die Situation pflegender Angehöriger inzwischen stärker in den Fokus gerückt: Seit 2020 wird auf Initiative des europäischen Netzwerks Eurocarers jährlich am 6. Oktober der European Carers Day begangen. Denn so selbstverständlich Pflegegeld, Verhinderungspflege oder Rentenbeiträge für Pflegepersonen heute erscheinen mögen: Viele dieser Leistungen sind vergleichsweise jung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1995: Pflege wird zum eigenen Zweig </strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung 1995 veränderte sich die Absicherung von Pflegebedürftigkeit grundlegend. Pflege war zwar auch danach ausdrücklich nicht vollständig durch die Versicherung finanziert. Aber erstmals gab es einen eigenen Sozialversicherungszweig, der auch die Pflege durch Angehörige systematisch unterstützte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige konnten beispielsweise Pflegegeld erhalten, wenn ihre Versorgung zu Hause sichergestellt wurde. In den damaligen drei Pflegestufen betrug es 400, 800 beziehungsweise 1.300 D-Mark monatlich. Unter bestimmten Voraussetzungen übernahm die Pflegeversicherung zudem Rentenversicherungsbeiträge für nicht erwerbsmäßig Pflegende. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Leistungen und Rechte hinzu: Entlastungsangebote, Pflegezeit, Familienpflegezeit, Pflegeunterstützungsgeld, Verhinderungspflege und eine umfangreichere soziale Absicherung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-3756" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1536x864.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1320x743.jpg 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg 1672w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie bedeutend Angehörige für die Versorgung sind, zeigen die Zahlen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei der ersten bundesweiten Pflegestatistik 1999 gab es rund 2,02 Millionen Pflegebedürftige. 1,44 Millionen von ihnen wurden zu Hause versorgt. Rund 1,03 Millionen erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt. 2023 waren bereits 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig. 4,89 Millionen – knapp 86 Prozent – lebten zu Hause. Rund 3,1 Millionen Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Zahlen sind allerdings nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar. Insbesondere der seit 2017 geltende, weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff führte dazu, dass heute auch Menschen als pflegebedürftig anerkannt werden, die nach den früheren Kriterien teilweise keinen oder nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch gehabt hätten.</p>



<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:18px; font-weight:600; margin-bottom:18px;">
    Pflege zu Hause: eine deutlich gewachsene Aufgabe für Angehörige
  </div>

  <div style="display:flex; flex-wrap:wrap; gap:30px;">

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        1999
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        1,03 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt.
      </div>
    </div>

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        2023
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        3,10 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:14px; line-height:1.5; margin-top:22px; padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <strong>Hinweis:</strong> Diese Zahlen bezeichnen Pflegebedürftige, nicht die Zahl der tatsächlich beteiligten pflegenden Angehörigen. An der Versorgung eines Menschen können mehrere Personen beteiligt sein.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demenz: Lange ein blinder Fleck</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz passten lange nur unzureichend in das System der Pflegeversicherung. Entscheidend war vor allem der körperliche Hilfebedarf – etwa beim Waschen, Anziehen oder Essen. Beaufsichtigung, Orientierung, Beruhigung oder die ständige Präsenz von Angehörigen wurden dagegen kaum erfasst.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ab 2002 kamen deshalb schrittweise zusätzliche Leistungen für Menschen mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ hinzu. Der grundlegende Wandel folgte 2017 mit der Einführung der fünf Pflegegrade. Seitdem zählt stärker, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann. Auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen werden berücksichtigt. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen war das ein entscheidender Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Unterstützung – aber ein System unter Druck</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden über drei Jahrzehnte erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die Leistungen erhalten, stark gestiegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bringt die soziale Pflegeversicherung zunehmend unter finanziellen Druck. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes entstand allein im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 770 Millionen Euro. Die Ausgaben lagen elf Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, die Beitragseinnahmen stiegen dagegen lediglich um 3,9 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger spielen steigende Kosten der Versorgung und der demografische Wandel eine Rolle. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kamen 1998 noch 29 Beitragszahlende auf einen Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung. 2025 waren es nur noch zehn. Die politische Diskussion dreht sich deshalb zunehmend um eine schwierige Frage: Wie kann die Unterstützung von Pflegebedürftigen und Angehörigen erhalten und verbessert werden, wenn gleichzeitig die Finanzierung stabilisiert werden muss?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:14px; font-weight:700; text-transform:uppercase; letter-spacing:0.5px; color:#2f6f8f; margin-bottom:6px;">
    Aktuell 2026
  </div>

  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin-bottom:14px;">
    Was ist politisch geplant?
  </div>

  <p>
    Mit dem geplanten <strong>Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)</strong> soll die Pflegeversicherung strukturell verändert und finanziell stabilisiert werden.
  </p>

  <p>
    Vorgesehen sind unter anderem mehr Prävention, Änderungen bei der Begutachtung, eine neue Pflegebegleitung für Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen sowie die Bündelung bisheriger Einzelleistungen in Budgets. Ab 2028 sollen die Leistungsbeträge außerdem jährlich entsprechend der Inflation angepasst werden.
  </p>

  <p>
    Für Kritik sorgte die geplante Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige auf <strong>70 Prozent</strong> der bisherigen Beträge.
  </p>

  <p>
    Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat inzwischen angekündigt, diese Kürzung nicht mittragen zu wollen und den Entwurf an dieser Stelle zu korrigieren.
  </p>

  <p style="margin-bottom:16px;">
    Noch ist die Änderung jedoch nicht beschlossen. Das Gesetz befindet sich weiterhin im politischen Verfahren – welche Regelungen am Ende tatsächlich gelten werden, ist daher offen.
  </p>

  <div style="padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-21-lp/pnog"
       target="_blank"
       rel="noopener noreferrer"
       style="color:#2f6f8f; font-weight:600; text-decoration:none;">
      → Bundesgesundheitsministerium: FAQ zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)
    </a>
  </div>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was nach 30 Jahren bleibt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die staatliche Unterstützung pflegender Angehöriger ist heute deutlich umfassender als zu Beginn der Pflegeversicherung. Und gerade bei Demenz hat sich auch das Verständnis davon verändert, was Pflege eigentlich bedeutet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Doch eine Konstante zieht sich durch die gesamte Geschichte: Der größte Teil der Pflege findet weiterhin nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause statt. Pflegende Angehörige sind deshalb nicht nur eine Gruppe, die Unterstützung durch das Pflegesystem benötigt. Ohne das, was Familien, Partner, Freunde und andere nahestehende Menschen jeden Tag leisten, wäre dieses Pflegesystem in seiner heutigen Form überhaupt nicht vorstellbar.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mangel an Kurzzeitpflege: der Druck steigt </title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2024 17:53:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für pflegende und betreuende Angehörige ist es manchmal zum Verzweifeln, für Krankenhäuser ein zunehmendes Problem und Pflegeheime würden gerne mehr, können aber nicht: es fehlt an Plätzen für Kurzzeitpflege. Kurzzeitpflege&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/">Mangel an Kurzzeitpflege: der Druck steigt </a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Für pflegende und betreuende Angehörige ist es manchmal zum Verzweifeln, für Krankenhäuser ein zunehmendes Problem und Pflegeheime würden gerne mehr, können aber nicht: es fehlt an Plätzen für Kurzzeitpflege.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurzzeitpflege in der Krise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzzeitpflege bedeutet, über einen begrenzten Zeitraum vollstationäre Pflege in Anspruch zu nehmen. Dies geschieht oft in Krisensituationen – z.B., wenn pflegende und betreuende Angehörige selbst erkranken und als Hauptpflegepersonen ausfallen. Aber auch nach Krankenhausaufenthalten, wenn noch nicht abschließend entschieden ist, ob ein Patient künftig dauerhaft in einem Pflegeheim leben wird, ist es üblich zunächst Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen. Häufig auch, weil die Zeit bis zum Ende der Kurzzeitpflege benötigt wird, um alles Weitere für die Versorgung zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer öfter berichten pflegende Angehörige, dass es ihnen zumindest nicht zeitnah und häufig auch nicht wohnortnah möglich ist, einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden. Für Krankenhäuser entsteht das Problem, dass sie einerseits den Patienten nicht entlassen können und dürfen, wenn seine Weiterversorgung nicht sichergestellt ist, andererseits Patienten im Krankenhaus Bett belegen, die eigentlich für andere Patienten benötigt würden. Mitarbeitende im Entlassmanagement berichten vom hohen Druck zur Entlassung, der auch den wirtschaftlichen Interessen der Kliniken entspricht – und gleichzeitig den immer größeren Schwierigkeiten, einen Kurzzeitpflegeplatz zu bekommen. Die Übergangspflege scheint den Druck bisher nicht abzumildern, stellt aber für Patienten und Krankenhäuser zumindest einen (leidlich gegenfinanzierten) Puffer dar. In Zukunft werden Krankenhäuser ihr Entlassmanagement und die darin tätigen Mitarbeiter weniger als Ausführende einer lästigen Gesetzespflicht sehen können, sondern als SpezialistInnen die entscheidend zum Patientenfluss beitragen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Es fehlt an Mitarbeitenden: Deprofessionalisierung ist die Folge</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptgrund für die Misere dürften in erster Linie die fehlenden Pflegefachleute sein. Ein Problem, dass sich nicht einfach entschärfen lassen wird. Denn die – woher auch immer – hinzukommende Zahl an Pflegefachleuten wird auch mittel- und langfristig nicht mit dem weiter steigenden Bedarf Schritt halten. Heißt: es wird wesentliche Änderungen geben in der Versorgung – aufgrund eines schieren „Masseproblems“. In einigen Jahren wird es immer öfter darum gehen, dass überhaupt noch jemand regelmäßig oder gar ständig da ist, für pflegebedürftige Menschen. An irgendeinem Punkt wird es leider eine Frage der Mathematik – und nicht mehr der Qualität sein. Das muss und sollte niemandem gefallen, denn die Folgen werden gravierend sein. Aufzuhalten ist das aber nicht mehr. Schon jetzt gibt es gerade für den ambulanten Bereich mehr und mehr Hilfs- und Helferberufe niedriger Qualifikation, die im Grunde nur den Mangel an Pflegefachleuten dämpfen (sollen). Schon jetzt „zerfasert“ das Unterstützungssystem für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in immer kleinteiligere, regionale „Inselprojekte“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Folge dessen ist es daher auch kaum vorstellbar, dass der Mangel an Pflegeprofis nicht auch in Pflegeheimen mehr werden wird – und via Absenkung des Qualitätsanspruchs an Pflege und erst recht an allem was die soziale Betreuung ausmacht, wird man mit dem Rücken zur Wand stehend, irgendwann nicht mehr daran vorbeikommen. Byebye, Fachkraftquote.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Zahlen der Länder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Kurzzeitpflegeplätze tatsächlich fehlen, scheint nicht klar zu sein. Insgesamt gibt es verschiedene Studien <a href="https://bulwiengesa.de/de/magazin/massiver-pflegeplatzmangel-bis-2040">und Reporte</a> dazu, die jeweils einen <a href="https://www.pflegemarkt.com/fachartikel/anzahl-und-statistik-der-altenheime-in-deutschland/">steigenden Bedarf an Plätzen insgesamt</a> darlegen. Zum Thema Kurzzeitpflege teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, dass laut Pflegestatistik 2021 etwa 56.692 Kurzeitpflegeplätze zur Verfügung stünden, wenn man solitär betriebene und flexibel in Pflegeheimen nutzenbare Plätze zusammenrechnet. Ein Aufwuchs um 9,8% im Vergleich zum Jahr 2019. Flexibel nutzbar heißt, wenn ein Platz frei (nicht belegt) ist im Pflegeheim, kann dieser auch als Kurzzeitpflegeplatz genutzt werden. Daten zum konkreten Bedarf und den Kapazitäten vor Ort (Länder), liegen dem Bundesgesundheitsministerium nicht vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Auch die Bundesländer können größtenteils nicht beziffern, wie hoch die Kapazitätslücke im eigenen Land konkret ausfällt. Die Mehrzahl der Landesgesundheitsministerien räumt auf Nachfrage ein, von den Problemen einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden zu wissen. Auch Fördermöglichkeiten bestehen zum Teil. Andere reagierten nicht auf Anfrage. Es zeigten sich wie bei vielen Pflegethemen deutliche Unterschiede in Interesse und Kenntnisstand. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2355" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/03/KzPBild190324.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">aktualisiert am 19.03.24</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherstelllung – Recht auf…?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nochmal das <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/index.html">Bundesministerium für Gesundheit</a>: <em>„Die Länder sind gemäß § 9 SGB XI verantwortlich für die Vorhaltung einer leistungsfähigen, zahlenmäßig ausreichenden und wirtschaftlichen pflegerischen Versorgungsstruktur (ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen). Es ist Aufgabe der Pflegekassen dafür zu sorgen, dass die Versicherten die ihnen zustehenden Leistungen der Pflegeversicherung auch tatsächlich in Anspruch nehmen können.“</em>.<br>Die Verantwortlichkeiten sind gesetzlich geregelt. Aber auch der diskutierte <a href="https://rp-online.de/politik/deutschland/pflegeplaetze-rechtsanspruch-fuer-alle-soll-lage-verbessern_aid-90730329">Rechtsanspruch auf einen Pflegeplatz</a> ist erstmal etwas, was ggfs. nach Klage zu Entschädigungszahlungen führen könnte. Aber eben nicht automatisch zu mehr Pflegefachleuten. Und Betten pflegen nicht.<br>Aktuell ist es bereits so: es gibt ein Heer von Beratungsangeboten. Institutionen und Einzelpersonen beraten was das Zeug hält, eine pdf-Datei nach der anderen wird neu erstellt, Broschüren gedruckt und ganze Webseiten erläutern, was Versicherten bereits alles zusteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/">Mangel an Kurzzeitpflege: der Druck steigt </a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erleichterung bei Versicherungsauskunft</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2023/12/28/erleichterung-bei-versicherungsauskunft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Dec 2023 13:26:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum 01.01.24 tritt unter anderem eine Regelung in Kraft, die regelmäßige Antragspflichten für Versicherte überflüssig macht. Künftig müssen die Kassen auf Wunsch von sich regelmäßig informieren. Ein einmaliger Antrag reicht&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/12/28/erleichterung-bei-versicherungsauskunft/">Erleichterung bei Versicherungsauskunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Zum 01.01.24 tritt unter anderem eine Regelung in Kraft, die regelmäßige Antragspflichten für Versicherte überflüssig macht. Künftig müssen die Kassen auf Wunsch von sich regelmäßig informieren. Ein einmaliger Antrag reicht dafür aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegebedürftige bzw. deren rechtliche Vertreter konnten via eines Antrages auf Versichertenauskunft bei ihrer Krankenkasse in Erfahrung bringen, welche Leistungen z.B. der Pflegedienst abgerechnet hat. Gerade beim Thema Demenz haben das bevollmächtigte Angehörige zum Teil auch genutzt, um festzustellen welche Leistungen ggfs. bisher bereits genutzt wurden hinsichtlich der Verhinderungspflege, Entlastungsleistungen oder auch Kurzzeitpflege. Insbesondere wenn die Demenzerkrankung fortschritt, bekommen Bevollmächtigte häufig keine genauen Auskünfte vom Betroffenen selbst und Unterlagen sind nicht leicht oder gar nicht auffindbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-2">Ein Antrag reicht künftig aus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang war es so, dass diese sogenannte Versichertenauskunft auf Antrag erteilt wurde. Neu ist nun, dass ab dem 01.01.2024 ein einmaliger Antrag reicht, um regelmäßig automatisch die Versichertenauskunft zugesandt zu bekommen. Eine Übersicht über die verbrauchten bzw. in Anspruch genommenen Leistungen erstellt die Kasse künftig nach Antrag halbjährlich und sendet sie entsprechend automatisch zu bzw. stellt die Informationen online zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Versicherte bzw. Bevollmächtigte die eine Versichertenauskunft beantragen, können dies formlos tun und auf den diesbezüglich <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/gesetze-und-verordnungen/guv-20-lp/pueg#c28292">geänderten §108 des SGB XI</a> hinweisen. Falls das online-Portal nicht genutzt wird, sollte um die schriftliche Zusendung gebeten werden.<br></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
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