Künstliche Intelligenz erkennt Demenzrisiko schon in der Notaufnahme

US-Forschende haben einen Algorithmus entwickelt, der erstmals direkt in der Notaufnahme ältere Patient:innen mit bisher unerkannter Demenz identifizieren kann. Das „Emergency Department Dementia Algorithm“ (EDDA) analysiert Routinedaten aus der elektronischen Patientenakte (z. B. Vorerkrankungen, Medikamente, Labordaten) mithilfe von maschinellem Lernen und erreichte in einer Testgruppe eine hohe Genauigkeit (AUROC bis 0,93).

Besonders wichtig: Bei 17 % der von der KI als demenzgefährdet erkannten Patient:innen war zuvor keine Demenz diagnostiziert. Damit könnte EDDA helfen, Demenz früher zu erkennen, Behandlungsentscheidungen in der Notaufnahme zu verbessern und Betroffene schneller in geeignete Versorgung zu vermitteln.

Die Forschenden betonen, dass Notaufnahmen bisher kaum zur Demenzfrüherkennung genutzt werden, obwohl Menschen mit Demenz dort besonders häufig und oft wiederholt vorgestellt werden. Mit EDDA könnten sich neue Chancen für präventive Versorgung und bessere Betreuung ergeben.

Quelle: Cohen et al. (2025), Alzheimer’s & Dementia, DOI: 10.1002/alz.70334

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent; Freiberufler

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