Caritas gegen Sawatzki-Schelte: Warum wir genauer auf die Altenpflege schauen müssen

Wenn prominente Menschen über Pflegeheime sprechen, hören viele zu. Genau deshalb haben die Aussagen der Schauspielerin Andrea Sawatzki in einem Interview der Westfälischen Nachrichten (15.11.) so eingeschlagen: Sie sagte, sie werde „vermeiden, in ein Heim zu kommen“ und zeichnete ein Bild, in dem Menschen mit schweren Erkrankungen und Demenz im Heim ihre Würde verlieren und nicht mehr am Leben teilhaben könnten.

Fairer Blick gefordert

Nun ist Frau Sawatzki sicher keine Expertin für die Altenpflege noch für das Thema Demenz. Die Reaktion aus der katholischen Altenhilfe im Bistum Münster ließ daher auch nicht lange auf sich warten. Die Caritas-Einrichtungen dort fordern einen „fairen Blick“ auf die Altenpflege – und wehren sich gegen das, was sie als falsches und pauschales Bild von Pflegeheimen empfinden.
Natürlich: Es gibt Missstände in der Pflege, es gibt schlechte Häuser und Haltungen in Teams die hochproblematisch sind. Personalmangel und Überlastung kommen häufig hinzu. Wer in der Altenpflege arbeitet oder Angehörige in Heimen hat, weiß das nur zu gut. Kritik ist notwendig – gerade wenn sie konkrete Zustände benennt und Veränderung anstößt.

Problematisch wird es dort, wo einzelne Erfahrungen oder zugespitzte Bilder verallgemeinert werden
Die Bandbreite der Reaktionen in den Einrichtungen reichte laut Bericht von Enttäuschung über Wut bis hin zu Entsetzen: bei Kirche & Leben können Sie weiterlesen.

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent; Freiberufler

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