Gürtelrose-Impfung mit geringerem Demenzrisiko verbunden

Eine Impfung gegen Herpes zoster, den Erreger der Gürtelrose, könnte möglicherweise mit einem geringeren Risiko für eine neu auftretende Demenz verbunden sein. Darauf weist eine große US-amerikanische Beobachtungsstudie mit Medicare-Versicherten ab 65 Jahren hin.

Daten von mehr als 1,5 Millionen ältere Menschen ausgewertet

Die Forschenden verglichen 502.845 Personen, die zwei Dosen des rekombinanten Herpes-zoster-Impfstoffs erhalten hatten, mit 1.005.690 nicht entsprechend geimpften Personen. Zu Beginn der Untersuchung lag bei keiner der eingeschlossenen Personen eine Demenzdiagnose vor. Die Gruppen wurden unter anderem nach Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit abgeglichen.

Weniger neue Demenzdiagnosen bei Geimpften

Im Beobachtungszeitraum traten bei den Geimpften 10,45 neue Demenzdiagnosen pro 1.000 Personenjahre auf, bei den Ungeimpften waren es 15,73. In den ersten drei Jahren nach der Impfung war das statistisch errechnete Risiko für eine neu diagnostizierte Demenz bei den Geimpften um 33 Prozent niedriger. Auch nach mehr als drei Jahren bestand noch ein um 26 Prozent niedrigeres Risiko. Vergleichbare Zusammenhänge zeigten sich sowohl für die Alzheimer-Krankheit als auch für vaskuläre Demenzen.

Einordnung: Kein Nachweis, dass die Impfung Demenz verhindert

Die Ergebnisse ergänzen frühere Untersuchungen, in denen ebenfalls ein Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen Gürtelrose und einem geringeren Demenzrisiko beobachtet wurde. Dennoch lässt sich aus der Studie nicht ableiten, dass die Impfung Demenz verhindert. Es handelt sich um eine Auswertung von Versorgungsdaten, nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie.

Wichtig zur Einordnung

Nicht erfasste Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Personen – etwa Gesundheitsverhalten, Bildungsstand, körperliche Aktivität oder die generelle Nutzung von Vorsorgeangeboten – könnten das Ergebnis mit beeinflusst haben.

Weitere Forschung ist nötig: Zudem konnten die Forschenden die Demenzdiagnosen nicht anhand der Krankenakten überprüfen. Für die weitere Forschung ist deshalb entscheidend, ob sich der beobachtete Zusammenhang in anderen Studien bestätigen lässt und welche biologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen könnten.

Quelle: Susan dos Reis, Phuong Tran, Kareshma Mohanty, Alejandro Amill-Rosario, Abree Johnson, Kathleen Ryan, Hannah Alsdurf, Driss Oraichi, Huifeng Yun: Reduced risk of dementia with recombinant zoster vaccine in US adults age 65 or older. Alzheimer’s & Dementia. 2026; 22(5): e71407. doi: 10.1002/alz.71407

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Jochen Gust

Pflegefachperson, Projektmitarbeiter, Demenzbeauftrager im Krankenhaus, Autor, Moderator, Dozent; Freiberufler

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