<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Apathie Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<atom:link href="https://demenz-zeitung.de/tag/apathie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/apathie/</link>
	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
	<lastBuildDate>Wed, 21 Oct 2026 11:16:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>Apathie Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/apathie/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wenn es nie still wird: Wie Geräusche Menschen mit Demenz belasten können &#8211; und was Sie tun können</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/10/21/geraeusche-bei-demenz/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/10/21/geraeusche-bei-demenz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2026 11:16:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Agitation]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Apathie]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Geräuschbelastung]]></category>
		<category><![CDATA[musiktherapie]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Reizüberflutung]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnesanregungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3927</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Fernseher läuft im Wohnzimmer, aus der Küche dringt das Radio, in der Tagespflege unterhalten sich mehrere Menschen gleichzeitig. Solche Geräusche gehören zum Alltag. Für Menschen mit Demenz können sie&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/10/21/geraeusche-bei-demenz/">Wenn es nie still wird: Wie Geräusche Menschen mit Demenz belasten können &#8211; und was Sie tun können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Fernseher läuft im Wohnzimmer, aus der Küche dringt das Radio, in der Tagespflege unterhalten sich mehrere Menschen gleichzeitig. Solche Geräusche gehören zum Alltag. Für Menschen mit Demenz können sie jedoch zur Belastung werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Zusammenhänge zwischen Geräuschbelastung, Unruhe und Schlafproblemen. Gleichzeitig können Musik und andere Sinnesanregungen positive Wirkungen entfalten. Wie passt das zusammen? Entscheidend ist nicht allein, wie viele Reize auf einen Menschen einwirken, sondern welche Bedeutung sie für ihn haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie belastend ist die alltägliche Geräuschkulisse?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob zu Hause, in der Tagespflege oder im Pflegeheim: Viele Geräusche entstehen nebenbei. Telefone klingeln, Haushaltsgeräte laufen, Menschen führen Gespräche. Häufig nehmen diejenigen, die diese Geräusche verursachen, sie kaum noch bewusst wahr. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 untersuchte die akustische Umgebung in Pflegeheimen. Die Forschenden werteten 35 Studien aus. Neun davon erfassten die Lautstärke und berichteten tagsüber durchschnittliche Geräuschpegel zwischen 55 und 68 Dezibel. Besonders häufig waren menschliche Stimmen und elektronische Geräte zu hören.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Einige Untersuchungen fanden Zusammenhänge zwischen stärkerer Geräuschbelastung, vermehrter Unruhe und beeinträchtigtem Nachtschlaf. Andere konnten entsprechende Auswirkungen nicht bestätigen. Die Ergebnisse belegen daher nicht, dass Lärm zwangsläufig Unruhe verursacht oder eine Verringerung des Geräuschpegels automatisch zu anderem Verhalten führt. Sie machen aber deutlich, dass die akustische Umgebung bei der Versorgung von Menschen mit Demenz Beachtung verdient.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Untersucht wurden überwiegend stationäre Einrichtungen. Die Frage, welche Geräusche hilfreich oder belastend sind, stellt sich allerdings ebenso in der eigenen Wohnung oder in der Tagespflege.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es geht um mehr als Lautstärke</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Geräusch kann angenehm, bedeutungslos oder belastend sein. Seine Wirkung hängt unter anderem davon ab, ob es vertraut ist, zur Situation passt und von der betroffenen Person eingeordnet werden kann. Die Stimme eines vertrauten Menschen, das Klappern von Geschirr beim gemeinsamen Kochen oder ein bestimmtes Musikstück können Orientierung vermitteln und positive Gefühle auslösen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dagegen können Gesprächsfetzen aus einem anderen Raum, ein unvermittelt klingelndes Telefon oder Stimmen aus dem Fernseher irritierend wirken. Besonders schwierig kann es werden, wenn mehrere Geräuschquellen gleichzeitig um Aufmerksamkeit konkurrieren. Dabei ist auch die persönliche Kontrolle entscheidend. Wer den Fernseher nicht mehr selbst ausschalten, die Lautstärke nicht verändern oder einen Raum nicht ohne Hilfe verlassen kann, ist auf andere Menschen angewiesen. Und genau das trifft zumeist auf Menschen mit fortgeschrittener Demenz zu. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft unterschätzt: Selbst ein zunächst angenehmer Reiz kann durch seine Dauer zur Belastung werden. Musik, die für einige Minuten Freude bereitet, muss nicht über Stunden erwünscht sein. Das dauerdudelnde Radio oder der ewig eingeschaltete Fernseher können zur echten Belastung werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Apathie lässt sich nicht einfach mit mehr Reizen bekämpfen</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein verbreiteter Gedanke in der Versorgung von Menschen mit Demenz lautet: Wer wenig Eigeninitiative zeigt, braucht mehr oder andere Beschäftigung und Anregung. Dabei wird leicht übersehen, dass Apathie nicht mit Langeweile gleichzusetzen ist.<br><br>Apathie bezeichnet unter anderem eine verminderte Eigeninitiative, Motivation und Beteiligung. Sie kann im Zusammenhang mit demenzbedingten Veränderungen auftreten. Auch Depressionen, körperliche Beschwerden oder andere behandelbare Einflussfaktoren müssen berücksichtigt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr Geräusche oder zusätzliche Beschäftigungsangebote sind deshalb keine automatische Lösung. Ein Mensch, der kaum auf seine Umgebung reagiert, muss nicht zwangsläufig unter einem Mangel an Sinnesreizen leiden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dennoch können gezielte Angebote hilfreich sein.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="723" height="1024" src="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/10/Ein-Reiz-–-drei-Wirkungen-723x1024.png" alt="" class="wp-image-3929" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/10/Ein-Reiz-–-drei-Wirkungen-723x1024.png 723w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/10/Ein-Reiz-–-drei-Wirkungen-212x300.png 212w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/10/Ein-Reiz-–-drei-Wirkungen-768x1087.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/10/Ein-Reiz-–-drei-Wirkungen.png 1054w" sizes="(max-width: 723px) 100vw, 723px" /></figure>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine 2025 veröffentlichte Metaanalyse von 16 Studien mit insgesamt 974 Teilnehmenden fand positive Effekte multisensorischer Interventionen auf verschiedene neuropsychiatrische Symptome, darunter Apathie und Agitation. Allerdings beruhten die Ergebnisse zur Apathie lediglich auf drei Studien mit 151 Teilnehmenden. Zudem unterschieden sich deren Ergebnisse erheblich. Die Untersuchungen liefern somit Hinweise auf einen möglichen Nutzen, erlauben aber keine pauschale Empfehlung, möglichst viele Reize anzubieten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch die Forschung zu musikbasierten Interventionen zeigt ein differenziertes Bild. Ein Cochrane-Review von 2025 mit 30 Studien und 1.720 Menschen mit Demenz fand Hinweise auf eine Verbesserung depressiver Symptome, jedoch keinen gesicherten Nutzen hinsichtlich Agitation und Aggression. Eine weitere Metaanalyse, die 2026 veröffentlicht wurde, berichtete dagegen einen moderaten positiven Effekt auf Agitation. Die Studien untersuchten unterschiedliche Interventionen und sind deshalb nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Für die Praxis bleibt eine wichtige Unterscheidung:</strong> Eine gezielte Aktivität, bei der sich ein Mensch beteiligt und Interesse entwickelt, ist etwas anderes als zusätzliche Hintergrundbeschallung. Ein eingeschaltetes Radio kann eine individuell sinnvolle Beschäftigung nicht ersetzen. Gerade in der stationären Pflege erlebe ich da manchmal fast schon &#8222;automatisiertes&#8220; Einschalten von <a href="https://demenz-zeitung.de/2020/06/30/musik-die-uns-fehlt/">Musik</a>, Radio, Fernseher. Weil die Leute da sonst &#8222;nichts haben&#8220; im Augenblick. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Darf ein Reiz auch einmal unangenehm sein?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht jeder hilfreiche Reiz muss von Anfang an vertraut oder beruhigend sein. Auch Neues kann Neugier, Aufmerksamkeit und Interesse auslösen. Das gilt beispielsweise für Musik. Es wäre zu einfach, Menschen mit Demenz grundsätzlich nur Stücke vorzuspielen, die sie bereits aus ihrer Vergangenheit kennen. Eine kleine Untersuchung aus dem Jahr 1998 mit 20 Menschen mit Demenz verglich die Wirkung bekannter und unbekannter Musik auf verschiedene Aufgaben. Bei autobiografischen Erinnerungsaufgaben zeigte sich unter Musik eine bessere Leistung als ohne Musik. Ob die Stücke vertraut waren, machte dabei keinen erkennbaren Unterschied. Die Ergebnisse sind aufgrund der kleinen Stichprobe begrenzt. Sie zeigen aber, dass eine positive Wirkung nicht zwingend an biografische Vertrautheit gebunden sein muss.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Noch interessanter ist die Frage nach emotional unangenehmen Reaktionen.<br>Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung analysierte 108 Videoaufnahmen von 45 Menschen mit überwiegend schwerer Demenz beim Hören individuell ausgewählter Musik. Die Forschenden unterschieden zehn Reaktionsmuster. Dazu gehörten Freude, konzentriertes Zuhören und das Teilen von Erinnerungen. Es wurden aber auch Traurigkeit, emotionales Angesprochensein und ablehnende Reaktionen beobachtet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein aufschlussreiches Ergebnis der Untersuchung: Manche Menschen empfanden Musik gleichzeitig als schön und traurig, zeigten Tränen, wollten aber dennoch weiterhören. Traurigkeit ist also nicht automatisch ein Zeichen von Belastung. Anders verhält es sich bei Angst, Abwehr oder erkennbarer Überforderung. Auch ungewohnte Musik kann anregend wirken. <br><strong>Menschen jedoch gezielt unangenehmen Reizen auszusetzen, um Apathie zu überwinden, ist wissenschaftlich nicht ausreichend begründet</strong>. Entscheidend ist nicht die bloße Reaktion, sondern wie die betroffene Person den Reiz erlebt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Sie konkret tun können</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die bisherigen Erkenntnisse lassen sich in allen Versorgungsformen nutzen. Dabei geht es weder um vollständige Stille noch um einen möglichst abwechslungsreichen Geräuschpegel.</p>



<div style="max-width:850px;margin:24px auto;padding:20px;background:#f3f7f8;border:1px solid #d8e4e7;border-radius:14px;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:#24343d;font-size:19px !important;line-height:1.6 !important;">

  <p style="font-size:19px !important;line-height:1.6 !important;margin:0 0 22px;">
    Ob zu Hause, in der Tagespflege oder im Pflegeheim:
    Entscheidend ist nicht möglichst viel oder möglichst
    wenig Anregung, sondern der passende Reiz zur
    richtigen Zeit.
  </p>

  <!-- 1. GERÄUSCHE -->
  <section style="background:#fff;border-left:5px solid #387887;border-radius:9px;padding:20px;margin-bottom:16px;">
    <h3 style="font-size:23px !important;line-height:1.35 !important;color:#235e6a;margin:0 0 15px;">
      1. Unnötige Dauergeräusche erkennen
    </h3>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#387887;">
      <span>Prüfen, ob Fernseher und Radio tatsächlich gewünscht oder bewusst genutzt werden.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#387887;">
      <span>Auf gleichzeitig auftretende Geräusche achten: Gespräche, Haushaltsgeräte, Telefone oder Gruppenaktivitäten.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#387887;">
      <span>Überflüssige Geräuschquellen abschalten oder zeitlich und räumlich voneinander trennen.</span>
    </label>
  </section>

  <!-- 2. ANREGUNG -->
  <section style="background:#fff;border-left:5px solid #bf933f;border-radius:9px;padding:20px;margin-bottom:16px;">
    <h3 style="font-size:23px !important;line-height:1.35 !important;color:#866322;margin:0 0 15px;">
      2. Anregung bewusst gestalten
    </h3>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#bf933f;">
      <span>Musik, Gespräche oder Alltagstätigkeiten passend zu Interessen und Bedürfnissen anbieten.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#bf933f;">
      <span>Bei Apathie mit persönlicher Ansprache und kleinen Angeboten beginnen, statt einfach mehr Reize einzusetzen.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#bf933f;">
      <span>Auch Neues ausprobieren. Dabei auf Interesse, Freude und Beteiligung achten, nicht bloß auf irgendeine Reaktion.</span>
    </label>
  </section>

  <!-- 3. RUHE -->
  <section style="background:#fff;border-left:5px solid #648e74;border-radius:9px;padding:20px;margin-bottom:16px;">
    <h3 style="font-size:23px !important;line-height:1.35 !important;color:#426b51;margin:0 0 15px;">
      3. Ruhe und Wahlmöglichkeiten ermöglichen
    </h3>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#648e74;">
      <span>Menschen möglichst selbst entscheiden lassen, ob und wie lange sie Musik oder anderen Geräuschen zuhören möchten.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#648e74;">
      <span>Bei eingeschränkter Selbstständigkeit aktiv Pausen, Abschalten oder einen ruhigeren Platz anbieten.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#648e74;">
      <span>Ruhe nicht mit Isolation verwechseln: Ein leises Gespräch oder gemeinsames Anschauen von Fotos kann ebenfalls anregen.</span>
    </label>
  </section>

  <!-- 4. BEOBACHTEN -->
  <section style="background:#fff;border-left:5px solid #ac665b;border-radius:9px;padding:20px;margin-bottom:16px;">
    <h3 style="font-size:23px !important;line-height:1.35 !important;color:#914b42;margin:0 0 15px;">
      4. Reaktionen und Veränderungen beobachten
    </h3>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#ac665b;">
      <span>Prüfen, ob Unruhe zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten Geräuschsituationen auftritt.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;margin-bottom:14px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#ac665b;">
      <span>Beobachten, ob sich das Verhalten nach Abschalten oder Verändern einer Geräuschquelle verändert.</span>
    </label>

    <label style="display:flex;align-items:flex-start;gap:12px;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;cursor:pointer;">
      <input type="checkbox" style="width:22px;height:22px;min-width:22px;margin-top:5px;accent-color:#ac665b;">
      <span>Angst, Abwehr und Anspannung ernst nehmen. Andere mögliche Ursachen wie Schmerzen, Schlafmangel oder ein Delir fachlich abklären.</span>
    </label>
  </section>

  <!-- MERKSATZ -->
  <div style="background:#dcebee;border-radius:9px;padding:18px 20px;color:#204e5a;font-size:19px !important;line-height:1.55 !important;">
    <strong>Merksatz:</strong> Nicht jeder Reiz hilft.
    Nicht jede Stille schadet. Entscheidend ist,
    wie der Mensch die Situation erlebt.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Nicht mehr Reize, sondern die richtigen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen weder permanente Beschäftigung noch eine möglichst geräuscharme Umgebung um jeden Preis. Die Forschung spricht dafür, belastende Geräuschkulissen kritisch zu hinterfragen und gezielte Sinnesanregungen individuell zu gestalten. Dabei können auch neue, ungewohnte oder emotional berührende Erfahrungen sinnvoll sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Apathie wäre es jedoch falsch, fehlende Beteiligung einfach durch eine Steigerung der Reizmenge beantworten zu wollen. Entscheidend ist nicht, dass ein Mensch auf einen Reiz reagiert. Entscheidend ist, was dieser Reiz für ihn bedeutet und wie er ihn erlebt.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und weitere Infos:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Janus, S. I. M. et al. (2021): <em>Sounds in nursing homes and their effect on health in dementia: a systematic review.</em> International Psychogeriatrics, 33(6), 627–644. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32594932/">PubMed</a></li>



<li>Octary, T. et al. (2025): <em>Multisensory stimulation reduces neuropsychiatric symptoms and enhances cognitive function in older adults with dementia.</em> The Journal of Prevention of Alzheimer&#8217;s Disease, 12(5), 100091. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39986906/">PubMed</a></li>



<li>van der Steen, J. T. et al. (2025): <em>Music-based therapeutic interventions for people with dementia.</em> Cochrane Database of Systematic Reviews. <a href="https://www.cochrane.org/de/evidence/CD003477_does-music-based-therapy-help-people-dementia">Cochrane</a></li>



<li>Hu, J. &amp; Xu, L. (2026): <em>The impact of music therapy on agitation in elderly patients with dementia.</em> Archives of Gerontology and Geriatrics, 140, 106048. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41046571/">PubMed</a></li>



<li>Foster, N. A. &amp; Valentine, E. R. (1998): <em>The Effect of Concurrent Music on Autobiographical Recall in Dementia Clients.</em> Musicae Scientiae, 2(2), 143–155. <a href="https://doi.org/10.1177/102986499800200203">DOI</a></li>



<li>Töpfer, N. F. et al. (2024): <em>Sounds of Difference: A Typology of Reactions of People With Dementia to Individualized Music in the Presence of a Monitoring Person.</em> The Gerontologist, 64(6). <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38127309/">PubMed</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/10/21/geraeusche-bei-demenz/">Wenn es nie still wird: Wie Geräusche Menschen mit Demenz belasten können &#8211; und was Sie tun können</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/10/21/geraeusche-bei-demenz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Apathie betrifft über die Hälfte der Menschen mit Lewy-Körper-Demenz</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/08/04/apathie-betrifft-ueber-die-haelfte-der-menschen-mit-lewy-koerper-demenz/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2025/08/04/apathie-betrifft-ueber-die-haelfte-der-menschen-mit-lewy-koerper-demenz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 20:34:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Links und Weiterführendes]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimerforschung]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimerforshcung]]></category>
		<category><![CDATA[Apathie]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzforschung]]></category>
		<category><![CDATA[fachjournal]]></category>
		<category><![CDATA[levy-body-demenz]]></category>
		<category><![CDATA[lewy-body-demenz]]></category>
		<category><![CDATA[MCI]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3011</guid>

					<description><![CDATA[<p>Apathie – also ein deutlich spürbarer Rückzug, Motivationsverlust und Teilnahmslosigkeit – zählt zu den häufigsten Begleitsymptomen der Lewy-Körper-Demenz. Eine neue Meta-Analyse, veröffentlicht im Fachjournal Alzheimer’s &#38; Dementia (Juli 2025), zeigt:&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/08/04/apathie-betrifft-ueber-die-haelfte-der-menschen-mit-lewy-koerper-demenz/">Apathie betrifft über die Hälfte der Menschen mit Lewy-Körper-Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Apathie – also ein deutlich spürbarer Rückzug, Motivationsverlust und Teilnahmslosigkeit – zählt zu den häufigsten Begleitsymptomen der Lewy-Körper-Demenz. Eine neue Meta-Analyse, veröffentlicht im Fachjournal Alzheimer’s &amp; Dementia (Juli 2025), zeigt: Mehr als die Hälfte der Betroffenen leidet darunter. Die gepoolte Prävalenz lag bei 57 % bei der Demenz mit Lewy-Körperchen (DLB) und 56 % bei der Parkinson-Demenz (PDD). </p>



<div style="max-width: 300px; margin: auto;">
  <canvas id="demenzenChart"></canvas>
</div>

<script src="https://cdn.jsdelivr.net/npm/chart.js"></script>
<script>
  const ctx = document.getElementById('demenzenChart').getContext('2d');
  new Chart(ctx, {
    type: 'pie',
    data: {
      labels: [
        'Alzheimer-Demenz (60 %)',
        'Vaskuläre Demenz (15 %)',
        'Lewy-Körper-Demenz (12 %)',
        'Andere Formen (13 %)'
      ],
      datasets: [{
        data: [60, 15, 12, 13],
        backgroundColor: [
          '#f39c12', // orange
          '#3498db', // blau
          '#9b59b6', // violett
          '#95a5a6'  // grau
        ],
        borderColor: '#fff',
        borderWidth: 1
      }]
    },
    options: {
      responsive: true,
      plugins: {
        legend: {
          position: 'bottom',
          labels: {
            boxWidth: 15
          }
        },
        title: {
          display: true,
          text: 'Anteile der Demenzformen in Prozent',
          font: {
            size: 16
          }
        },
        tooltip: {
          callbacks: {
            label: function(context) {
              return context.label;
            }
          }
        }
      }
    }
  });
</script>




<p class="wp-block-paragraph">Auch in frühen Krankheitsstadien, etwa bei einer milden kognitiven Beeinträchtigung (MCI), zeigte sich Apathie bereits bei bis zu 46 % der Fälle. Die Autor:innen sehen darin einen möglichen Frühindikator, um Lewy-Körper-Demenz besser und früher von anderen Demenzformen abgrenzen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle:</strong> Yu et al., The prevalence of apathy in Lewy body dementia, Alzheimer’s &amp; Dementia, 2025; DOI: <a>10.1002/alz.70425</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/08/04/apathie-betrifft-ueber-die-haelfte-der-menschen-mit-lewy-koerper-demenz/">Apathie betrifft über die Hälfte der Menschen mit Lewy-Körper-Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2025/08/04/apathie-betrifft-ueber-die-haelfte-der-menschen-mit-lewy-koerper-demenz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum wir den Schein wahren sollten</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2023 14:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Apathie]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beschämung]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[fassade]]></category>
		<category><![CDATA[fassadenbildung]]></category>
		<category><![CDATA[ftd]]></category>
		<category><![CDATA[gründe]]></category>
		<category><![CDATA[lüge]]></category>
		<category><![CDATA[lügen]]></category>
		<category><![CDATA[multiinfarkt demenz]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegegrad]]></category>
		<category><![CDATA[pflegerische versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[rückzug]]></category>
		<category><![CDATA[scham]]></category>
		<category><![CDATA[selbstwert]]></category>
		<category><![CDATA[selbstwertgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[vaskuläre demenz]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=2173</guid>

					<description><![CDATA[<p>Alle Menschen haben kontextabhängig ein Bild, das Sie von sich Dritten gegenüber gewahrt wissen wollen. Menschen mit Demenz genauso wie ohne. Wir alle tragen in gewisser Weise Masken, spielen Rollen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/">Warum wir den Schein wahren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Alle Menschen haben kontextabhängig ein Bild, das Sie von sich Dritten gegenüber gewahrt wissen wollen. Menschen mit Demenz genauso wie ohne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir alle tragen in gewisser Weise Masken, spielen Rollen und sorgen so dafür, dass wir unser Selbstbild aufrechterhalten und Dritte uns möglichst so wahrnehmen, wie wir es wünschen. Das hat verschiedene Gründe, die stark von der Persönlichkeit und vom jeweiligen Kontext abhängen, in dem wir uns befinden. Es ist natürlich und keineswegs ein „Demenz-Phänomen“, eine Fassade nach Außen aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal ehrlich: der entfernte Bekannte oder Nachbar, zu dem Sie kaum Kontakt haben, fragt Sie: „Wie geht´s Ihnen?“. Was antworten Sie da? „Danke, gut.“ – auch wenn es nicht stimmt? Lassen Sie sich anmerken, wie unsicher Sie vielleicht sind, wenn Sie den ersten Tag in der neuen Firma verbringen? Haben Sie vielleicht schon mal um des lieben Frieden willens ihre eigenen Gefühle vor jemandem verborgen? Und wie haben Sie sich gefühlt, als jemand etwas an Ihnen entdeckte, was Sie sorgfältig zu verstecken versuchten?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-3">Sie haben ein Recht auf Ihre Fassade – Menschen mit Demenz auch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig wird die Fassade die wir Dritten gegenüber aufrechterhalten wollen, (unbewußt) als ein Vorgang des Lügens betrachtet &#8211; zumindest bei Dritten. Eine Fassade zu haben sei falsch, führt zu falschen Annahmen, Angaben und Konsequenzen. Das kann im Einzelfall stimmen – z.B. wenn es um die Einschätzung des Grades der Hilfebedürftigkeit (Pflegegrad) geht oder auch darum, ob jemand noch Autofahren sollte oder er eine Gefahr für sich und andere darstellt. Es gibt Situationen und Gründe, eine Fassade beim Gegenüber zu durchbrechen. Aber auch dann stellt sich immer wieder die Frage, wie man das tun kann – und zwar ohne sein Gegenüber <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vltb_tT3Low">unnötig zu beschämen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist eine Fassade, die der Konfliktvermeidung dient, dem <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Erhalt des Selbstwertgefühls</a>, der Abwehr von Beschämung und der Herstellung von sozialer Akzeptanz verwerflich? Eine Fassade kann auch dazu dienen, die Privatsphäre zu schützen. Das verdecken, was mich verletzlich zeigt und macht. Sie hat darum eine wichtige Funktion – und es steht mir zu, selbst zu entscheiden. Immer wieder erlebe ich Szenen, in denen das Recht auf Selbstschutz und Privatsphäre von Menschen mit Demenz ausgehebelt, geradezu darüber hinweggerollt wird. Völlig außer Acht lassend, dass damit die Beziehung – und damit im Zweifel auch die pflegerische Versorgung der Betroffenen, massiv erschwert werden kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2174" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/12/FassadeBild.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Pflege- und Betreuungsprofis in der Versorgung von Menschen mit Demenz müssen behutsam mit dem Thema umgehen. Tagtäglich versuchen auch Patienten und Pflegebedürftige, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Die beste Seite darf nicht mit „der nettesten Seite“ verwechselt werden. Auch jemand der sich massiv darüber beschwert <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/13/und-dann-schlug-sie-ploetzlich-zu/">oder gar körperlich wird</a>, kann dies möglicherweise deshalb tun, weil seine Grenzen überschritten wurden. Solchermaßen als Eindringling aufgetreten, führt zur Abwehr und kann auch in einem dauerhaften Rückzug und verfrühter, höherer Hilfebedürftigkeit münden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-4">Wahrheit oder Pflicht?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meines Wissens gibt es keine Verpflichtung, Menschen wahrheitsgemäß auf ihre Fehler hinzuweisen und die Fassade zu durchbrechen, die sie sich zu halten bemühen. Nicht umsonst finden Arztgespräche, Fallbesprechungen und Übergaben ohne die Pflegebedürftigen statt – weil wir eben dort sagen müssen und sollten, was ist. Immer wieder wird angenommen, dass Menschen mit Demenz ihre eigenen Defizite nicht mehr wahrnehmen. Das mag ab einem bestimmten Krankheitsfortschritt so sein. Meiner Beobachtung nach ist es jedoch häufig so, dass auch Menschen mit Demenz lange bemüht sind, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Ihr Handeln oder Verweigern kann nicht selten durchaus damit erklärt werden, wenigstens zum Teil. Im Alltag gilt es Wege zu finden, anderen Menschen so gegenüber zu treten, dass sie sich angenommen, willkommen und respektiert fühlen – ohne Angst vor „Entdeckung“. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verhalten wir uns so, dass wir ihre Erlaubnis bekommen, uns wirklich zu nähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.institut-asta.ch/wp-content/uploads/2021/03/Ich_will_Geschichte_zum_Nachdenken.pdf">Ich will – Quiero</a></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/ueber-mich/">Jochen Gust</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: Polina Kovaleva on pexels</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/">Warum wir den Schein wahren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2023/12/18/warum-wir-den-schein-wahren-sollten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unterstützen, statt übernehmen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2023 17:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Apathie]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Entmündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Passicvität]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwirksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Teilnahmslosigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=1462</guid>

					<description><![CDATA[<p>Passiv den Rest Ihres Lebens ablaufen zu lassen – können Sie sich das vorstellen? Und zwar nicht deshalb, weil sie zu nichts mehr in der Lage sind, sondern weil Ihre&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Unterstützen, statt übernehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Passiv den Rest Ihres Lebens ablaufen zu lassen – können Sie sich das vorstellen? Und zwar nicht deshalb, weil sie zu nichts mehr in der Lage sind, sondern weil Ihre Umgebung es wahlweise gut mit Ihnen meint – oder auf höchste Effizienz getrimmt ist? Nein? Wird vermutlich auch nicht eintreten, so lange Sie noch nicht dement sind. Aber dann wird es kritisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Gutes tun – oder Gutes bewirken?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Kunst in der Versorgung von Menschen mit Demenz besteht darin, immer wieder auszutarieren, wie viel Unterstützung angemessen ist. Das gelingt in meinen Augen nicht immer besonders gut. Aus ganz verschiedenen Ursachen. Z.B. kann dahinterstehen, dass diejenigen die um den Menschen mit Demenz sind nicht sehr gut unterscheiden können zwischen „jemandem etwas Gutes tun“ oder etwas Gutes bewirken. Verständlich bei nahestehenden Angehörigen, problematisch bei Pflegefachleuten und Betreuungskräften. Auch Personalknappheit – vermeintliche Effizienz – kann ein Grund sein. Oder die Systematik der Finanzierung – also monetäre Anreize, dass jemand mehr Hilfe bedarf.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Fortgeschrittene Demenz: wir tun alles!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen mit fortgeschrittener Demenz lerne ich meistens in Gesundheitseinrichtungen kennen – also meist Pflegeheimen oder Kliniken. Vielfach wird buchstäblich „alles“ für sie getan. Und mit „alles“ meine ich: ohne die Betroffenen zu fragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Menschen mit Demenz ringen um ihre Autonomie und ihre Selbstwirksamkeit. Sie möchten Vertrauen haben können in ihre eigene Kompetenz, ihre Möglichkeiten Einfluss auf das zu nehmen, was um sie herum und mit ihnen geschieht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren.png"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren-1024x576.png" alt="" class="wp-image-1463" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren-1024x576.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren-300x169.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren-768x432.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/02/Autonomieefaktoren.png 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Richtig, eine fortgeschrittene Demenz schränkt die Möglichkeiten, auch die Urteilsfähigkeit ein. Nach und nach, immer stärker. Betroffene werden abhängiger im Verlauf. Das bedeutet aber nicht, dass ab einem bestimmten Stadium, einer bestimmten Höhe der Fehlleistungen oder falschen Aussagen das eigene Erleben von Selbstwirksamkeit und Autonomie keine Rolle mehr spielt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color">Fragt mehr!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Fragt mehr!“, fordere ich manchmal in Schulungen auf. Dann wird mir entgegengehalten, dass die Verwirrten ja gar nichts mehr entscheiden könnten, sie sich ja in Gefahr brächten. Und es ist richtig, dass die Entscheidungsspielräume an der ein oder anderen Stelle enger – oder auch nicht gegeben – sein können. Jemand brachte mal das Beispiel, ob ich mit meiner Haltung einem dementen Herrn der sich das jetzt wünsche, ein Flugzeug landen lassen würde. Sicher nicht. Nur – auch mich würde niemand, obwohl noch ohne Diagnose, ein Flugzeug landen lassen. Sprich: die wichtigen Dinge sind kleiner, stecken im Alltag – nicht notwendigerweise in den großen, irrwitzigen Überzeugungen und Wünschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber geht es im Alltag wirklich um solche Dinge, wenn wir vermeiden wollen Menschen mit Demenz frühzeitig passiv, zurückgezogen, „in sich selbst ruhend“ oder gar teilnahmslos zu sehen? Der Teufel steckt da häufig im Detail, in Abläufen. Und es ist gar nicht so einfach, sie zu beeinflussen, weil sie häufig lange Jahre eingefahren sind. Die Pflegeprofis – mal ehrlich: legt der Spätdienst die Kleidung für den Bewohner für den nächsten Morgen raus – mit oder ohne gefragt zu haben, was er anziehen möchte? Kommt die große Pumpkanne mit dem Kaffee auf Station – schon mit Milch drin? Gibt’s außer Früchtetee auch noch eine andere Sorte zur Auswahl? Und wie lange schon erhält Frau X. das fertig geschmierte Brötchen mit Marmelade jeden Morgen? Und kann ich Entscheidungen selbst dann akzeptieren, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=e8cmR3XHqd4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenn sie mich unter Druck bringen</a> &#8211; z.B. zeitlich?</p>



<figure class="wp-block-image size-post-thumbnail"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/AlternativenBild-1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="480" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/02/AlternativenBild-1-900x480.png" alt="" class="wp-image-1465"/></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen die das Gefühl haben, entscheiden zu dürfen, Einfluss nehmen zu können fühlen sich in der Regel eher nicht entmündigt und unterdrückt. Auch wenn Betroffene vielleicht nicht mehr selbst darüber entscheiden können, wo sie wohnen. Es gibt jeden Tag dutzende Dinge, die auch Menschen mit fortgeschrittener Demenz entscheiden können. Im Rahmen einer Schulung entgegnete mir eine Kollegin, sie kenne „ihre Bewohner“ gut genug, sie wisse, was diese mögen und was nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Grund zu fragen also? Doch, meiner Meinung nach schon. Selbstwirksamkeit empfindet man, oder? Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – Einfluss nehmen zu können &#8211; es geht um Gefühle, welche wir mit unseren Fragen, mit den Wahlmöglichkeiten die wir bieten, vermitteln können. Das hat Folgen. Und mal ganz abgesehen davon: Geschmack oder Vorlieben können sich auch ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerne genommen auch das Argument: Auswahlparadox. Zu viel Auswahl für Menschen mit fortgeschrittener Demenz überfordert diese. Stimmt. „Zu viel“. Aber das vernünftig zu steuern und anzupassen &#8211; gehört das nicht zum Job? &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Betreuer zu haben bedeutet keineswegs, entscheidungsunfähig zu sein. Die Entmündigung ist rechtlich doch längst abgeschafft. Schaffen wir das auch in der täglichen Versorgung?</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div></figure>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto v. pexels: susanne-jutzeler</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Unterstützen, statt übernehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
