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	<title>betreuung Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>betreuung Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2026 15:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/05/pflegende-angehoerige-drei-jahrzehnte-zwischen-mehr-unterstuetzung-und-wachsender-belastung/">Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die Unterstützung von Menschen verändert, die einen Angehörigen zu Hause pflegen? Und welche Rolle spielte dabei die Einführung der Pflegeversicherung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch auf europäischer Ebene ist die Situation pflegender Angehöriger inzwischen stärker in den Fokus gerückt: Seit 2020 wird auf Initiative des europäischen Netzwerks Eurocarers jährlich am 6. Oktober der European Carers Day begangen. Denn so selbstverständlich Pflegegeld, Verhinderungspflege oder Rentenbeiträge für Pflegepersonen heute erscheinen mögen: Viele dieser Leistungen sind vergleichsweise jung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1995: Pflege wird zum eigenen Zweig </strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung 1995 veränderte sich die Absicherung von Pflegebedürftigkeit grundlegend. Pflege war zwar auch danach ausdrücklich nicht vollständig durch die Versicherung finanziert. Aber erstmals gab es einen eigenen Sozialversicherungszweig, der auch die Pflege durch Angehörige systematisch unterstützte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige konnten beispielsweise Pflegegeld erhalten, wenn ihre Versorgung zu Hause sichergestellt wurde. In den damaligen drei Pflegestufen betrug es 400, 800 beziehungsweise 1.300 D-Mark monatlich. Unter bestimmten Voraussetzungen übernahm die Pflegeversicherung zudem Rentenversicherungsbeiträge für nicht erwerbsmäßig Pflegende. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Leistungen und Rechte hinzu: Entlastungsangebote, Pflegezeit, Familienpflegezeit, Pflegeunterstützungsgeld, Verhinderungspflege und eine umfangreichere soziale Absicherung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-3756" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1536x864.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1320x743.jpg 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg 1672w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie bedeutend Angehörige für die Versorgung sind, zeigen die Zahlen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei der ersten bundesweiten Pflegestatistik 1999 gab es rund 2,02 Millionen Pflegebedürftige. 1,44 Millionen von ihnen wurden zu Hause versorgt. Rund 1,03 Millionen erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt. 2023 waren bereits 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig. 4,89 Millionen – knapp 86 Prozent – lebten zu Hause. Rund 3,1 Millionen Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Zahlen sind allerdings nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar. Insbesondere der seit 2017 geltende, weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff führte dazu, dass heute auch Menschen als pflegebedürftig anerkannt werden, die nach den früheren Kriterien teilweise keinen oder nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch gehabt hätten.</p>



<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:18px; font-weight:600; margin-bottom:18px;">
    Pflege zu Hause: eine deutlich gewachsene Aufgabe für Angehörige
  </div>

  <div style="display:flex; flex-wrap:wrap; gap:30px;">

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        1999
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        1,03 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt.
      </div>
    </div>

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        2023
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        3,10 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:14px; line-height:1.5; margin-top:22px; padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <strong>Hinweis:</strong> Diese Zahlen bezeichnen Pflegebedürftige, nicht die Zahl der tatsächlich beteiligten pflegenden Angehörigen. An der Versorgung eines Menschen können mehrere Personen beteiligt sein.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demenz: Lange ein blinder Fleck</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz passten lange nur unzureichend in das System der Pflegeversicherung. Entscheidend war vor allem der körperliche Hilfebedarf – etwa beim Waschen, Anziehen oder Essen. Beaufsichtigung, Orientierung, Beruhigung oder die ständige Präsenz von Angehörigen wurden dagegen kaum erfasst.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ab 2002 kamen deshalb schrittweise zusätzliche Leistungen für Menschen mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ hinzu. Der grundlegende Wandel folgte 2017 mit der Einführung der fünf Pflegegrade. Seitdem zählt stärker, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann. Auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen werden berücksichtigt. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen war das ein entscheidender Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Unterstützung – aber ein System unter Druck</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden über drei Jahrzehnte erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die Leistungen erhalten, stark gestiegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bringt die soziale Pflegeversicherung zunehmend unter finanziellen Druck. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes entstand allein im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 770 Millionen Euro. Die Ausgaben lagen elf Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, die Beitragseinnahmen stiegen dagegen lediglich um 3,9 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger spielen steigende Kosten der Versorgung und der demografische Wandel eine Rolle. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kamen 1998 noch 29 Beitragszahlende auf einen Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung. 2025 waren es nur noch zehn. Die politische Diskussion dreht sich deshalb zunehmend um eine schwierige Frage: Wie kann die Unterstützung von Pflegebedürftigen und Angehörigen erhalten und verbessert werden, wenn gleichzeitig die Finanzierung stabilisiert werden muss?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:14px; font-weight:700; text-transform:uppercase; letter-spacing:0.5px; color:#2f6f8f; margin-bottom:6px;">
    Aktuell 2026
  </div>

  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin-bottom:14px;">
    Was ist politisch geplant?
  </div>

  <p>
    Mit dem geplanten <strong>Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)</strong> soll die Pflegeversicherung strukturell verändert und finanziell stabilisiert werden.
  </p>

  <p>
    Vorgesehen sind unter anderem mehr Prävention, Änderungen bei der Begutachtung, eine neue Pflegebegleitung für Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen sowie die Bündelung bisheriger Einzelleistungen in Budgets. Ab 2028 sollen die Leistungsbeträge außerdem jährlich entsprechend der Inflation angepasst werden.
  </p>

  <p>
    Für Kritik sorgte die geplante Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige auf <strong>70 Prozent</strong> der bisherigen Beträge.
  </p>

  <p>
    Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat inzwischen angekündigt, diese Kürzung nicht mittragen zu wollen und den Entwurf an dieser Stelle zu korrigieren.
  </p>

  <p style="margin-bottom:16px;">
    Noch ist die Änderung jedoch nicht beschlossen. Das Gesetz befindet sich weiterhin im politischen Verfahren – welche Regelungen am Ende tatsächlich gelten werden, ist daher offen.
  </p>

  <div style="padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-21-lp/pnog"
       target="_blank"
       rel="noopener noreferrer"
       style="color:#2f6f8f; font-weight:600; text-decoration:none;">
      → Bundesgesundheitsministerium: FAQ zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)
    </a>
  </div>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was nach 30 Jahren bleibt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die staatliche Unterstützung pflegender Angehöriger ist heute deutlich umfassender als zu Beginn der Pflegeversicherung. Und gerade bei Demenz hat sich auch das Verständnis davon verändert, was Pflege eigentlich bedeutet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Doch eine Konstante zieht sich durch die gesamte Geschichte: Der größte Teil der Pflege findet weiterhin nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause statt. Pflegende Angehörige sind deshalb nicht nur eine Gruppe, die Unterstützung durch das Pflegesystem benötigt. Ohne das, was Familien, Partner, Freunde und andere nahestehende Menschen jeden Tag leisten, wäre dieses Pflegesystem in seiner heutigen Form überhaupt nicht vorstellbar.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/05/pflegende-angehoerige-drei-jahrzehnte-zwischen-mehr-unterstuetzung-und-wachsender-belastung/">Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz im Krankenhaus: Diese Bescheinigung kann Angehörigen die Begleitung erleichtern</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/04/demenz-im-krankenhaus-diese-bescheinigung-kann-angehoerigen-die-begleitung-erleichtern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 10:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Mensch mit Demenz kommt ins Krankenhaus. Die Tochter oder der Sohn möchte bei ihm bleiben – vielleicht weil der Betroffene seine Beschwerden nicht zuverlässig schildern kann, Fragen und Anweisungen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/04/demenz-im-krankenhaus-diese-bescheinigung-kann-angehoerigen-die-begleitung-erleichtern/">Demenz im Krankenhaus: Diese Bescheinigung kann Angehörigen die Begleitung erleichtern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz kommt ins Krankenhaus. Die Tochter oder der Sohn möchte bei ihm bleiben – vielleicht weil der Betroffene seine Beschwerden nicht zuverlässig schildern kann, Fragen und Anweisungen nicht versteht oder in der fremden Umgebung zunehmend ängstlich und unruhig wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade in der Notaufnahme entstehen dabei immer wieder Konflikte. Angehörige sollen warten oder den Behandlungsbereich verlassen, obwohl sie wissen: Allein wird der Vater, die Mutter oder der Partner mit dieser Situation kaum zurechtkommen. Weniger bekannt ist: Die medizinische Notwendigkeit einer Begleitperson kann ärztlich bescheinigt werden. Eine solche Bescheinigung kann gerade dann hilfreich sein, wenn ein Krankenhausaufenthalt plötzlich notwendig wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann kann eine Begleitperson medizinisch notwendig sein?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer stationären Behandlung gehört die aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson grundsätzlich zu den <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__11.html">Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung</a>.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch bei einem Menschen mit Demenz kann eine solche Begleitung notwendig sein. Entscheidend ist aber nicht allein die Diagnose, sondern der konkrete Unterstützungsbedarf.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die betroffene Person</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Beschwerden, Schmerzen oder Bedürfnisse nicht zuverlässig mitteilen kann,</li>



<li class="has-medium-font-size">Fragen oder medizinische Anweisungen nicht ausreichend versteht,</li>



<li class="has-medium-font-size">in der fremden Umgebung erheblich desorientiert oder verängstigt ist,</li>



<li class="has-medium-font-size">Untersuchungen oder pflegerische Maßnahmen ohne vertraute Unterstützung kaum toleriert oder</li>



<li class="has-medium-font-size">bei der Kommunikation zwischen Patient und Behandlungsteam auf Hilfe angewiesen ist.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://gesund.bund.de/gesundheitsversorgung/begleitperson-im-krankenhaus">Auch das Bundesgesundheitsportal nennt Menschen mit Demenz ausdrücklich als eine Gruppe, bei der eine vertraute Begleitperson im Krankenhaus besonders wichtig sein kann.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur „Demenz – Begleitperson erforderlich“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer eine solche Bescheinigung beim behandelnden Arzt anspricht, sollte möglichst nicht nur um den Satz „Demenz – Begleitperson erforderlich“ bitten. Die Diagnose allein erklärt noch nicht, warum eine Begleitung medizinisch notwendig ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besser ist eine konkrete Beschreibung. Zum Beispiel:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Aufgrund erheblicher kognitiver Beeinträchtigungen kann der Patient seine Beschwerden und Bedürfnisse nicht zuverlässig mitteilen und medizinische Informationen und Anweisungen nicht ausreichend verstehen beziehungsweise umsetzen. Die Anwesenheit einer vertrauten Begleitperson ist daher aus medizinischen Gründen erforderlich.“.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist keine vorgeschriebene Musterformulierung. Bei einem anderen Menschen können beispielsweise erhebliche Ängste, fehlende Orientierung oder eine ausgeprägte Abwehr von Untersuchungen und Behandlungen im Vordergrund stehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht das Etikett „Demenz“, sondern die Frage: Warum benötigt diese Person im Krankenhaus konkret Unterstützung?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<div style="border-left: 5px solid #567a8f; background: #f3f6f8; padding: 18px 20px; margin: 25px 0; border-radius: 4px;">

  <p style="font-size: 1.15em; margin-top: 0;">
    <strong>Für den Arzttermin: Darum können Sie bitten</strong>
  </p>

  <p>
    Sprechen Sie Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder die behandelnde Fachärztin bzw. den Facharzt darauf an, ob der
    <strong>medizinische Unterstützungsbedarf einer Begleitperson im Krankenhaus schriftlich bescheinigt</strong>
    werden kann.
  </p>

  <p>
    Wichtig ist dabei möglichst eine konkrete Begründung. Zum Beispiel:
  </p>

  <ul>
    <li>Beschwerden und Bedürfnisse können nicht zuverlässig mitgeteilt werden.</li>
    <li>Fragen, Informationen oder medizinische Anweisungen werden nicht ausreichend verstanden.</li>
    <li>In der fremden Umgebung ist die Orientierung erheblich beeinträchtigt.</li>
    <li>Untersuchungen oder Behandlungen können ohne vertraute Unterstützung kaum nachvollzogen oder mitgetragen werden.</li>
    <li>Es kommt in unbekannter Umgebung zu erheblicher Angst, Unruhe oder Abwehr.</li>
  </ul>

  <p style="margin-bottom: 0;">
    <strong>Tipp:</strong> Nicht nur die Diagnose „Demenz“ bescheinigen lassen, sondern möglichst beschreiben lassen,
    warum die vertraute Begleitperson konkret benötigt wird.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegegrad, Demenz und Eingliederungshilfe sind nicht dasselbe</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">An dieser Stelle ist eine Unterscheidung wichtig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Pflegegrad sagt zunächst etwas über den Hilfebedarf im Alltag und Leistungen der Pflegeversicherung aus. Aus einem Pflegegrad ergibt sich nicht automatisch, dass ein Angehöriger im Krankenhaus mit aufgenommen werden muss.Umgekehrt kann eine Begleitperson medizinisch notwendig sein, ohne dass ein bestimmter Pflegegrad vorliegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Daneben gibt es die <a href="https://www.g-ba.de/richtlinien/132/">besondere Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie legt medizinische Kriterien für die Begleitung von Menschen mit Behinderung bei einer stationären Krankenhausbehandlung fest und steht insbesondere im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Krankengeldanspruch der Begleitperson.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für diesen Krankengeldanspruch gelten zusätzliche Voraussetzungen. Die begleitete Person muss unter anderem bestimmte Leistungen der Eingliederungshilfe <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__44b.html">oder gesetzlich gleichgestellte Leistungen </a>erhalten. Eine Demenzdiagnose oder ein Pflegegrad allein reichen dafür also nicht aus. Viele ältere Menschen mit Demenz erhalten Leistungen der Pflegeversicherung, aber keine Eingliederungshilfe. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wichtig:</strong> Das bedeutet nicht, dass sie keine medizinisch notwendige Begleitperson im Krankenhaus haben können. Die allgemeine Regelung über die medizinisch notwendige Mitaufnahme bei stationärer Behandlung besteht davon unabhängig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kurz gesagt: Ob eine Begleitung medizinisch notwendig ist und ob der begleitende Angehörige Anspruch auf Krankengeld hat, sind zwei unterschiedliche Fragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann man sich die Notwendigkeit schon vorher bescheinigen lassen?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Bundesgesundheitsportal weist darauf hin, dass eine behandelnde Ärztin oder ein behandelnder Arzt eine formlose Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit ausstellen kann. Gerade bei ungeplanten, notfallmäßigen oder wiederholten Krankenhausaufenthalten könne eine solche Bescheinigung hilfreich sein. Dort wird von einer Gültigkeit von in der Regel zwei Jahren gesprochen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch die <a href="https://www.g-ba.de/downloads/62-492-2951/KHB-RL_2022-08-18_iK-2022-11-01.pdf">Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> sieht ausdrücklich eine Bescheinigung unabhängig von einer konkreten Krankenhauseinweisung vor. Dort kann sie für bis zu zwei Jahre ausgestellt werden, wenn nach ärztlicher Einschätzung davon auszugehen ist, dass die zugrunde liegenden Beeinträchtigungen entsprechend lange fortbestehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei einer Demenzerkrankung kann das nachvollziehbar sein: Erhebliche Einschränkungen bei Kommunikation, Orientierung oder Mitwirkung sind in der Regel nicht nur für einige Wochen vorhanden. Die Zwei-Jahres-Frist sollte trotzdem nicht als eine Art automatischer Anspruch jedes Menschen mit Demenz verstanden werden. Entscheidend bleibt die ärztliche Einschätzung und – bei den besonderen sozialrechtlichen Regelungen – ob deren Voraussetzungen erfüllt sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besonders hilfreich kann die Bescheinigung im Notfall sein</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer geplanten Krankenhausaufnahme können Angehörige vieles vorher klären. In einem Notfall bleibt dafür oft keine Zeit. Plötzlich steht man mit einem Menschen mit Demenz in der Notaufnahme. Niemand dort kennt den Patienten. Mitarbeitende müssen schnell einschätzen, was er benötigt und warum die Anwesenheit einer vertrauten Person wichtig sein könnte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bereits vorhandene ärztliche Bescheinigung kann dann ein gewichtiges Argument sein. Sie macht deutlich, dass nicht nur ein besorgter Angehöriger „unbedingt dabei sein möchte“, sondern dass bereits zuvor ein medizinischer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber gerade bei der Notaufnahme gibt es eine wichtige Einschränkung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Notaufnahme bedeutet nicht automatisch stationäre Aufnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Behandlung in einer Notaufnahme ist nicht automatisch eine stationäre Krankenhausbehandlung. Solange die Behandlung ambulant erfolgt, lässt sich aus den Regelungen zur medizinisch notwendigen Mitaufnahme bei stationärer Behandlung kein allgemeiner Anspruch ableiten, während der gesamten Behandlung überall mitgehen zu dürfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bescheinigung kann auch dort hilfreich sein – sie ist aber keine zwingende „Eintrittskarte“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kommt es zu einer stationären Aufnahme, sieht die Situation anders aus: Dann kann die medizinisch notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson grundsätzlich Teil der Krankenhausleistung sein. Auch dann entscheidet letztlich das Krankenhaus beziehungsweise die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob die Anwesenheit einer Begleitperson medizinisch notwendig ist. Eine bereits vorhandene Bescheinigung kann diese Entscheidung unterstützen. Nach der besonderen <a href="https://www.g-ba.de/downloads/62-492-2951/KHB-RL_2022-08-18_iK-2022-11-01.pdf">Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> muss eine vorher ausgestellte Bescheinigung bei der Entscheidung des Krankenhauses sogar berücksichtigt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Bescheinigung ist also kein Persilschein. Sie kann aber die Ausgangslage erheblich verbessern, falls es zu Diskussionen um die Notwendigkeit der Begleitung kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Angehörige konkret tun können</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Sie bereits wissen, dass Ihr Angehöriger mit Demenz in einer fremden Krankenhausumgebung ohne vertraute Unterstützung erhebliche Schwierigkeiten hätte, sprechen Sie das beim nächsten Arzttermin an.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schildern Sie möglichst konkret, wobei Unterstützung benötigt wird: Kann die Person Schmerzen und Beschwerden zuverlässig schildern? Versteht sie Fragen und Anweisungen? Kann sie sich orientieren? Kann sie Untersuchungen und Behandlungen nachvollziehen und daran mitwirken? Kommt es in fremder Umgebung regelmäßig zu erheblicher Angst, Unruhe oder Abwehr?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Fragen Sie anschließend, ob dieser Unterstützungsbedarf schriftlich bescheinigt werden kann. Ist eine Bescheinigung vorhanden, sollte sie zusammen mit anderen wichtigen Unterlagen griffbereit aufbewahrt werden – etwa mit Medikamentenplan, Diagnosenübersicht, Kontaktdaten behandelnder Ärztinnen und Ärzte und vorhandenen Vorsorgeunterlagen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer Demenzerkrankung lässt sich ein Krankenhausaufenthalt nicht immer planen. Man kann aber dafür sorgen, dass der besondere Unterstützungsbedarf nicht erst dann erklärt werden muss, wenn der Notfall bereits eingetreten ist.<br><br>Eine ärztliche Bescheinigung garantiert nicht, dass ein Angehöriger jederzeit und überall beim Menschen mit Demenz bleiben darf. Sie kann aber ein sehr gewichtiges Argument dafür sein, warum seine Anwesenheit nicht nur erwünscht, sondern medizinisch sinnvoll oder notwendig ist.<br></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 5px solid #567a8f; background: #f3f6f8; padding: 18px 20px; margin: 28px 0; border-radius: 4px;">

  <p style="font-size: 1.15em; margin-top: 0;">
    <strong>Hilfreiche Links: Mit Demenz ins Krankenhaus</strong>
  </p>

  <p>
    Diese Informationen und Vorlagen können helfen, einen geplanten oder ungeplanten Krankenhausaufenthalt besser vorzubereiten:
  </p>

  <ul style="padding-left: 20px;">

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/publikationen/thema/krankenhaus-1" target="_blank" rel="noopener">
          Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Materialien zum Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Broschüre „Mit Demenz im Krankenhaus“ und Patienten-Informationsbogen zum kostenlosen Download.
    </li>

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/medizinisches/im-krankenhaus" target="_blank" rel="noopener">
          Wegweiser Demenz: Im Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Informationen zu Aufnahme, Aufenthalt, Entlassung, Rechten und Vorbereitung auf einen Notfall.
    </li>

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.blickwechseldemenz.de/materialien/materialien-vorgaengerprojekte" target="_blank" rel="noopener">
          Notfallmappe für Menschen mit Demenz
        </a>
      </strong><br>
      Vorlagen für wichtige Angaben zu Diagnosen, Medikamenten, Gewohnheiten und persönlichen Besonderheiten.
    </li>

    <li>
      <strong>
        <a href="https://gesund.bund.de/gesundheitsversorgung/begleitperson-im-krankenhaus" target="_blank" rel="noopener">
          Begleitperson im Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Informationen des Bundesgesundheitsportals zur medizinisch notwendigen Begleitung und zur ärztlichen Bescheinigung.
    </li>

  </ul>

  <p style="margin-bottom: 0;">
    <strong>Tipp:</strong> Informationsbogen, Medikamentenplan und wichtige Unterlagen am besten schon vor einem Notfall zusammenstellen.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/04/demenz-im-krankenhaus-diese-bescheinigung-kann-angehoerigen-die-begleitung-erleichtern/">Demenz im Krankenhaus: Diese Bescheinigung kann Angehörigen die Begleitung erleichtern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 07:07:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Briefwahl]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[politische Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlfälschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz dürfen wählen. Auch eine fortgeschrittene Demenz führt nicht automatisch zum Verlust des Wahlrechts. Gleichzeitig verlangt das Wahlrecht eines eindeutig: Die Entscheidung muss die Entscheidung des wahlberechtigten Menschen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/">Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz dürfen wählen. Auch eine fortgeschrittene Demenz führt nicht automatisch zum Verlust des Wahlrechts. Gleichzeitig verlangt das Wahlrecht eines eindeutig: Die Entscheidung muss die Entscheidung des wahlberechtigten Menschen selbst sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie wichtig diese Grenze ist, zeigt ein aktueller Verdachtsfall aus Sachsen-Anhalt – wenige Tage vor der Landtagswahl am 6. September 2026.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der aktuelle Fall</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/exklusiv-wahlbetrug-mit-der-stimme-einer-dementen-95-jaehrigen-bevollmaechtigter-stellt-strafanzeige-10353231">Die „Ostdeutsche Allgemeine“ </a>berichtet über eine 95-jährige Bewohnerin einer Seniorenresidenz in Dessau, die seit mehreren Jahren an Demenz erkrankt sein soll.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach Darstellung ihres Bevollmächtigten wurde ihm zunächst von einer Mitarbeiterin mitgeteilt, Wahlunterlagen von Bewohnerinnen und Bewohnern seien aus Zeitgründen eingesammelt und vernichtet worden. Als er später beim Wahlbüro nachfragte, habe er jedoch erfahren, dass für seine Tante bereits am 10. August Briefwahlunterlagen beantragt worden seien und sie bereits gewählt habe. Der Bevollmächtigte hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Stadt Dessau-Roßlau bestätigte der Zeitung, dass ihr der Vorgang bekannt sei. Die betroffene Einrichtung äußerte sich gegenüber der Zeitung zunächst nicht. Damit handelt es sich derzeit um einen Verdachtsfall – nicht um einen nachgewiesenen Wahlbetrug.<br><strong><a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a9ad741dde98c9236181f5c/dessau-rosslau-staatsanwaltschaft-findet-keine-belege-fuer-wahlmanipulation-im-seniorenheim.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen">UPDATE v. 04.09.: Laut der Tageszeitung Welt hat sich der Versdcht auf Wahlbetrug im genannten Fall NICHT erhärtet und die Ermittlungen sind eingestellt worden. </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:6px solid #2f5f78; padding:22px; margin:28px 0; font-size:18px; line-height:1.6;">
<p style="font-size:22px; font-weight:bold; margin:0 0 15px 0;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f5f3.png" alt="🗳" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Wahlrecht und Demenz – die wichtigsten Punkte</p>

<p>• Eine Demenzdiagnose bedeutet nicht, dass ein Mensch sein Wahlrecht verliert.</p>

<p>• Die Wahlentscheidung trifft ausschließlich die wahlberechtigte Person selbst.</p>

<p>• Eine andere Person darf niemals stellvertretend entscheiden, welche Partei oder welcher Kandidat gewählt wird.</p>

<p>• Auch eine rechtliche Betreuung oder eine Vollmacht berechtigt nicht dazu, anstelle des Betroffenen eine politische Wahlentscheidung zu treffen.</p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch eine gut gemeinte Motivation ändert daran nichts. Pflegepersonen sind Unterstützende – keine politischen Stellvertreter.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wenn keine Wahlentscheidung mehr möglich ist</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kann ein Mensch aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen keine eigene Wahlentscheidung mehr treffen oder äußern, darf niemand diese Entscheidung für ihn übernehmen. Das bedeutet nicht, dass ihm aufgrund seiner Demenz formal das Wahlrecht abgesprochen wird. Es bedeutet lediglich, dass eine andere Person seine Stimme nicht stellvertretend abgeben darf. Genau diese Grenze schützt sowohl das Wahlrecht des Menschen mit Demenz als auch die Freiheit und Geheimhaltung der Wahl.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mögliche strafrechtliche Folgen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Strafgesetzbuch ist an dieser Stelle ausgesprochen eindeutig. Nach § 107a StGB macht sich wegen Wahlfälschung strafbar, wer unbefugt wählt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gesetz stellt ausdrücklich klar, dass auch derjenige unbefugt wählt, der bei einer eigentlich zulässigen Assistenz entgegen der Wahlentscheidung eines Wahlberechtigten oder ohne dessen geäußerte Wahlentscheidung eine Stimme abgibt. Darauf stehen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Auch der Versuch ist strafbar.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob im aktuellen Fall in Dessau tatsächlich eine solche Straftat begangen wurde, müssen nun die Ermittlungen klären.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Fall zeigt jedoch bereits jetzt, wie sensibel Wahlunterstützung in Pflegeeinrichtungen ist: Unterstützung darf Teil guter Pflege sein. Die politische Entscheidung eines Bewohners zu ersetzen, darf es niemals sein.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/">Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 09:17:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ältere Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzdiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[demenzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[früherkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsversorgung]]></category>
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		<category><![CDATA[Meta-Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungslosenhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungslosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, könnten deutlich häufiger und früher an einer Demenz erkranken als bislang angenommen. Darauf weist eine aktuelle Meta-Analyse im „Journal of the American Geriatrics Society“&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/">Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, könnten deutlich häufiger und früher an einer Demenz erkranken als bislang angenommen. Darauf weist eine aktuelle Meta-Analyse im „Journal of the American Geriatrics Society“ hin.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschenden werteten 36 Studien mit insgesamt mehr als 500.000 Menschen aus, die Wohnungslosigkeit erlebt hatten. Das gewichtete Durchschnittsalter lag bei rund 63 Jahren. Insgesamt wurde bei 6,8 Prozent eine Demenz festgestellt. In vergleichbaren Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit nach Angaben der Forschenden bei unter drei Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auffällig früh betroffen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenzerkrankungen scheinen bei wohnungslosen Menschen teilweise bereits in einem Alter aufzutreten, in dem sie in der Allgemeinbevölkerung noch vergleichsweise selten sind. Als mögliche Erklärungen diskutieren die Autoren unter anderem eine beschleunigte gesundheitliche Alterung sowie die hohe Belastung durch bekannte Demenzrisikofaktoren. In den untersuchten Gruppen waren psychische Erkrankungen, Substanzkonsum, Schädel-Hirn-Verletzungen, Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig: <strong>Die Studie beweist nicht, dass Wohnungslosigkeit selbst eine Demenz verursacht.</strong> Die Daten zur Frage, ob Wohnungslosigkeit das Erkrankungsrisiko tatsächlich erhöht, waren sehr uneinheitlich. Denkbar ist zudem die umgekehrte Richtung: Eine beginnende Demenz kann dazu beitragen, dass Menschen Rechnungen, Behördenangelegenheiten oder ihre Wohnsituation nicht mehr bewältigen und schließlich ihre Wohnung verlieren.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background-color:#f3f6f8; border-left:5px solid #4f6f7a; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:4px;">
  <div style="font-size:1.1em; font-weight:600; margin-bottom:10px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f50e.png" alt="🔎" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Der entscheidende Punkt
  </div>

  <p style="margin:0; line-height:1.6;">
    Verwirrtheit, Vergesslichkeit und Orientierungsschwierigkeiten bei wohnungslosen Menschen sind nicht automatisch Folgen von Alkohol, Drogen, psychischer Erkrankung oder des Lebens auf der Straße. Gerade bei älteren Betroffenen sollte auch eine Demenz als mögliche Ursache abgeklärt werden.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für Deutschland?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Thema betrifft auch die deutsche Versorgung. Zum 31. Januar 2026 waren hierzulande rund 452.900 wohnungslose Menschen behördlich untergebracht; mehr als 43.000 von ihnen waren bereits 60 Jahre oder älter. Menschen, die auf der Straße leben oder verdeckt wohnungslos sind, sind in dieser Statistik noch nicht enthalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei älteren wohnungslosen Menschen sollten deshalb Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder auffällige Veränderungen nicht vorschnell ausschließlich Alkohol, psychischen Erkrankungen oder einfach &#8222;den schwierigen Lebensumständen&#8220; zugeschrieben werden. Eine Demenz muss als mögliche Ursache mitgedacht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Autoren plädieren zudem dafür, in der Wohnungslosenhilfe nicht starr an Altersgrenzen wie 65 Jahren festzuhalten. Sinnvoll wären niedrigschwellige Möglichkeiten zur Abklärung kognitiver Veränderungen sowie eine engere Zusammenarbeit von Wohnungslosenhilfe, Medizin, Psychiatrie, Suchthilfe, Pflege und Sozialarbeit. Nach einer Diagnose braucht es außerdem Wohn- und Versorgungsangebote, die auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen tatsächlich erreichen können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie macht damit auf eine Versorgungslücke aufmerksam: Demenz ist nicht ausschließlich ein Thema des hohen Alters – und sie kann gerade bei Menschen in besonders prekären Lebenssituationen leicht übersehen werden.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://agsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jgs.70072">Hoang PM et al. „Prevalence and Risk of Dementia Among Adults Who Have Experienced Homelessness, a Meta-Analysis“. Journal of the American Geriatrics Society, 2026.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/02/demenz-bei-wohnungslosen-menschen-ein-oft-uebersehenes-risiko/">Demenz bei wohnungslosen Menschen: Ein oft übersehenes Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 08:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Akutkrankenhaus]]></category>
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		<category><![CDATA[demenzsensibles krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive beeinträchtigung]]></category>
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		<category><![CDATA[Krankenhausaufnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Demenzstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[patientensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege im Krankenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv beeinträchtigt ist. Verändert hat sich vor allem etwas anderes: Wir verstehen heute wesentlich besser, welche Folgen eine Demenz für nahezu den gesamten Krankenhausaufenthalt haben kann.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht nicht mehr: Was müssen Mitarbeitende in  Krankenhäusern über Demenz lernen? Sondern: Warum gelingt es noch immer nicht überall, vorhandenes Wissen zuverlässig in Strukturen und Abläufe zu übersetzen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz gehört schon lange dazu</h2>



<div style="background:#f4f7f9; border-left:5px solid #4f7896; padding:20px 22px; margin:28px 0; border-radius:4px;">

  <div style="font-size:1.25em; font-weight:700; margin-bottom:16px;">
    Demenz im Krankenhaus – vier Zahlen
  </div>

  <div style="display:grid; grid-template-columns:repeat(auto-fit,minmax(180px,1fr)); gap:20px;">

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        18,4 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der untersuchten Krankenhauspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren hatten eine Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        nur 36,7 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der in der Studie festgestellten Demenzerkrankungen waren auch in der Krankenakte dokumentiert.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        +33 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        mehr Krankenhauseinweisungen gab es bei Menschen mit Demenz im Vergleich zu Menschen ohne Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        10,6 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der Krankenhausfälle mit Demenz hatten 2023 ein dokumentiertes Delir – gegenüber 3,4 % aller Krankenhausfälle ab 65 Jahren.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:0.82em; color:#666; margin-top:18px; border-top:1px solid #d7dee3; padding-top:10px;">
    Quellen: GHoSt; Motzek et al.; BARMER Krankenhausreport 2025
  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br>Die General Hospital Study (GHoSt) untersuchte 2014 und 2015 ältere Patientinnen und Patienten in deutschen Allgemeinkrankenhäusern. Bei 18,4 Prozent der über 65-Jährigen wurde eine Demenz festgestellt, weitere 19,8 Prozent hatten eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Insgesamt waren damit rund 40 Prozent kognitiv beeinträchtigt. Bemerkenswert ist ein anderer Befund: Nicht einmal bei vier von zehn der tatsächlich betroffenen Patientinnen und Patienten war die Demenz in der Krankenakte dokumentiert. Bei fast zwei Dritteln fehlte ein entsprechender Hinweis.<br><br>Das bedeutet wohl nicht, dass Krankenhäuser zwei Drittel aller Demenzerkrankungen schlicht „übersehen“ hätten. Manche Erkrankungen waren vermutlich zuvor nicht diagnostiziert, zudem kann die Abgrenzung zwischen Demenz, Delir und akuter kognitiver Verschlechterung schwierig sein. Für die Versorgung bleibt der Befund dennoch relevant: Ein Krankenhaus kann nicht darauf vertrauen, dass eine bestehende Demenz bei der Aufnahme bereits bekannt und dokumentiert ist. Und darf die Wirkung dieser Diagnose auf Behandlung und Verlauf des Krankenhausaufenthalts nicht unterschätzen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schon einige Jahre zuvor hatte eine Untersuchung im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein ähnliches Strukturproblem sichtbar gemacht. 2009 berichteten 81,9 Prozent der befragten Pflegekräfte, immer häufiger Menschen mit Demenz zu versorgen. Gleichzeitig fühlten sich nur rund 30 Prozent dafür ausreichend qualifiziert. Lediglich 27,7 Prozent der befragten Krankenhausleitungen konnten überhaupt ein demenzsensibles Versorgungskonzept benennen. Erfolgreiche Modellprojekte wurden damals noch als „Insellösungen“ beschrieben.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen mit Demenz kommen häufiger ins Krankenhaus</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob Menschen mit Demenz allerdings <strong>heute häufiger als früher</strong> ins Krankenhaus kommen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Zwar stiegen die dokumentierten Krankenhausfälle mit Demenz bis 2019, nach der Corona-Pandemie liegen sie aber unter diesem Höchststand. Zudem beeinflussen Demografie, Diagnostik und Kodierung die Zahlen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="
  background-color: #eef5f8;
  border-left: 5px solid #28708a;
  padding: 16px 18px;
  margin: 24px 0;
  border-radius: 4px;
  font-size: 1.05em;
  line-height: 1.5;
">
  <span style="font-size: 1.3em; margin-right: 8px;">&#128269;</span>
  <strong>Belegt ist das höhere Hospitalisierungsrisiko – nicht ein kontinuierlicher Anstieg über die Jahre.</strong>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Menschen mit Demenz im Krankenhaus behandelt werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Interessanter als die reine Zahl der Krankenhausaufenthalte ist möglicherweise der Blick auf ihre Ursachen. Menschen mit Demenz werden häufig aufgrund akuter Erkrankungen und Krisen aufgenommen – beispielsweise nach Frakturen und Verletzungen, bei Flüssigkeitsmangel oder Erkrankungen des Harnsystems.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png"><img decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3714" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-300x212.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-768x543.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1320x934.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png 1491w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade hier zeigt sich, dass Demenz weit mehr ist als eine zusätzliche Diagnose in der Patientenakte. Ein Mensch mit Demenz kann möglicherweise nicht zuverlässig daran denken, ausreichend zu trinken. Er kann die Aufforderung, nach einem Sturz nicht allein aufzustehen, wenige Minuten später vergessen haben. Eine Infektion äußert sich womöglich zunächst durch Unruhe, Rückzug oder Nahrungsverweigerung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Krankenhaus behandelt dann vielleicht eine Fraktur, eine Herzinsuffizienz oder einen Flüssigkeitsmangel – die Demenz beeinflusst jedoch maßgeblich, wie diese Erkrankung überhaupt behandelt werden kann bzw. das Outcome der Maßnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krankenhausaufenthalt bringt zusätzliche Risiken</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das beim Delir. 2023 wurde bei 10,6 Prozent der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz ein Delir dokumentiert. Bei allen Krankenhausfällen ab 65 Jahren waren es 3,4 Prozent. Bei Demenz in Verbindung mit einer Femurfraktur lag der Anteil sogar bei 18,6 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu kommen erhebliche Anforderungen an die Pflege. In der GHoSt-Studie berichteten Pflegefachleute bei 87,5 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Demenz und/oder Delir mindestens eine herausfordernde Pflegesituation. Bei 57 Prozent wurde mehr Pflegezeit als üblich benötigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist kein Hinweis darauf, dass Menschen mit Demenz „schwierige Patienten“ wären. Es zeigt vielmehr einen Konflikt zwischen kognitiven Einschränkungen und einem Versorgungssystem, das stark auf Orientierung, Gedächtnis, Kooperation und Selbstständigkeit angewiesen ist. Im ambulanten Bereich wird das Thema Delir häufig ebenfalls stark unterschätzt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel hat sich verändert – aber nicht überall</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Inzwischen ist demenzsensible Krankenhausversorgung auch gesundheitspolitisch längst kein Randthema mehr. Sie ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie. Kognitive Screenings, Angehörigenintegration, Delirprävention, kürzere Wartezeiten, Orientierungshilfen und angepasste Behandlungsabläufe werden seit Jahren diskutiert und erprobt. Wissen ist jedoch das eine, die Umsetzung eine andere. Es erstaunt mich immer wieder: in Schulungen in Krankenhäusern sind Teilnehmer manchmal regelrecht erstaunt zu hören, dass es im eigenen Haus einen speziellen Qualitätszirkel Demenz oder Delir gibt. Nie von gehört&#8230;. .</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts zeigte 2021/22 beispielsweise, dass zwar 52 Prozent der befragten Allgemeinkrankenhäuser in der Notaufnahme regelhaft ein kognitives Kurzscreening älterer Patienten durchführten. Eine Delirgefährdung war jedoch nur in 42 Prozent Bestandteil der Triage. Nur 28 Prozent gaben an, dass alle Beschäftigten in Notaufnahme beziehungsweise Rettungsdienst im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult seien. Einen akustisch und visuell abgeschirmten Wartebereich hatten lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit hat sich gegenüber den „Insellösungen“ von vor 15 Jahren zweifellos viel verändert. Von einer flächendeckend demenzsensiblen Krankenhausversorgung kann dennoch kaum gesprochen werden, betrachtet man diese Zahlen. Mein eigenes Erleben als Referent bestätigt das auch in der Hinsicht, dass Demenz immernoch &#8222;stiefmütterlich&#8220; behandelt wird und im Schulungsbereich häufig ein &#8222;nice to have&#8220; ist, aber nicht mehr. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Erkenntnisproblem mehr?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für viele Menschen mit Demenz ist ein Krankenhausaufenthalt zudem eine kritische Phase ihres weiteren Krankheits- und Pflegeverlaufs. Nach BARMER-Daten benötigten rund 19 Prozent der zuvor ambulant oder teilstationär versorgten Menschen mit Demenz nach dem Krankenhausaufenthalt Kurzzeitpflege oder eine vollstationäre Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Daraus darf nicht geschlossen werden, dass der Krankenhausaufenthalt diese Verschlechterung verursacht hat.</strong> Menschen kommen schließlich gerade deshalb ins Krankenhaus, weil sie akut erkrankt oder verletzt sind. Die Zahlen zeigen aber, wie vulnerabel diese Patientengruppe ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was Menschen mit Demenz im Krankenhaus benötigen, ist heute in vielen Bereichen bekannt. Die spannendere – und unbequemere – Frage lautet daher:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn wir so viel darüber wissen, warum hängt eine gute Versorgung noch immer so stark davon ab, in welchem Krankenhaus und auf welcher Station ein Mensch mit Demenz landet?</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/03/11/empathisch-leiden-lassen-warum-menschen-mit-demenz-mehr-brauchen-als-verstaendnis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/03/11/empathisch-leiden-lassen-warum-menschen-mit-demenz-mehr-brauchen-als-verstaendnis/">Empathisch leiden lassen: Warum Menschen mit Demenz mehr brauchen als Verständnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer mit Menschen mit Demenz arbeitet oder lebt, hört heute oft Sätze wie diese: Man müsse mehr mitfühlen. Man müsse verstehen, dass Verhalten Ausdruck von Not ist. Man brauche die richtige Haltung. Das alles stimmt. Und doch beginnt genau hier auch ein Problem, das mir immer wieder begegnet: Empathie allein lindert noch kein Leid.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz hat nicht weniger Schmerzen, nur weil wir ihm freundlich begegnen. Er ist nicht weniger verängstigt, nur weil wir verständnisvoll nicken. Er schläft nicht besser, weil wir sein nächtliches Rufen „einordnen“ können. Und eine Verstopfung, ein Harnwegsinfekt, Hunger, Durst, Reizüberflutung oder ein beginnendes Delir verschwinden nicht durch Zuwendung allein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das klingt härter, als es gemeint ist. Aber genau dieser Punkt wird im Alltag oft zu weich formuliert. Haltung ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Nur: Haltung ohne Analyse bleibt oft unzureichend. Und Unzulänglichkeit bedeutet für Betroffene nicht Neutralität, sondern häufig anhaltendes Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstehen ist nicht dasselbe wie helfen ist nicht dasselbe wie pflegerisches Handeln</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es ist zweifellos ein Fortschritt, dass in Schulungen heute weniger über „schwierige Bewohner“ und mehr über Bedürfnisse, Biografie, Würde und Beziehung gesprochen wird. Das war notwendig. Pflege hat lange genug unter einem Denken gelitten, das Verhalten vor allem kontrollieren wollte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nur ist die &#8222;Gegenbewegung&#8220; manchmal genauso verkürzt. Dann klingt es so, als genüge es schon, Verhalten anders zu bewerten: nicht als Störung, sondern als Ausdruck. Nicht als Angriff, sondern als Botschaft. Nicht als Widerstand, sondern als Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau an diesem Punkt wird es heikel. Denn mitunter entsteht der Eindruck, als könne Haltung fachliche Kompetenz ersetzen. Als reiche es aus, empathisch zu sein, um dem Menschen gerecht zu werden. Das tut es nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer zwar anerkennt, dass ein Verhalten einen Grund hat, diesen Grund aber nicht systematisch prüft, ändert für den betroffenen Menschen oft zu wenig. Dann wird aus einem an sich richtigen Gedanken schnell eine beruhigende Erzählung für Helfende: „Wir haben verstanden, warum er so ist.“ Für die betroffene Person kann das trotzdem heißen: Der Schmerz bleibt. Die Überforderung bleibt. Die Angst bleibt. Die Auslöser bleiben. Und mit ihnen das Leid.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Haltung und Empathie gehören fachlich dazu – aber sie sind nicht alles</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Empathie kann verhindern, dass wir Menschen moralisch abwerten. Sie ersetzt aber keine pflegerische Kompetenz. Jeder Laie kann mitfühlen. Das ist menschlich und wertvoll. Pflegefachpersonen müssen jedoch mehr leisten. Sie müssen beobachten, ohne sich vom ersten Eindruck täuschen zu lassen. Sie müssen Veränderungen wahrnehmen, Hypothesen bilden, Ursachen prüfen und gezielt handeln.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Demenz vermittelt, geschult oder konzeptionell begleitet wird, reicht es nicht, nur Haltung zu predigen. Wer professionell Verantwortung trägt, muss mehr vermitteln als Zugewandtheit. Es geht auch um Schmerzerkennung, Delir, Überforderung, Kommunikation, Umgebung, Auslöser, Verlauf und ganz konkrete Maßnahmen. Es ist teilweise erstaunlich, wer heute alles glaubt Pflegefachpersonen schulen zu können. Führungskräfte scheinen auch immer wieder vor lauter „Haltung“ zu vergessen, dass &#8222;Nettsein&#8220; nicht Aufgabe der Pflege ist. Vor diesem Hintergrund sind die &#8222;Pflege mit Herz&#8220;-Stelleanzeigen und ein &#8222;Wir-haben-alte-Menschen-doch-so-lieb&#8220;-Bild auf SocialMedia durchaus manchmal vielsagend. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Herausforderndes Verhalten ist ein Hinweis. Manchmal ein leiser, manchmal ein massiver</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unruhe kann auf Schmerzen hinweisen. Aggression kann Ausdruck von Angst sein. Abwehr bei der Körperpflege kann bedeuten, dass jemand friert, sich schämt, die Handlung nicht versteht oder eine Bewegung weh tut. Rückzug kann Überforderung sein – oder Depression. Nächtliches Rufen kann Einsamkeit bedeuten, aber auch Desorientierung, Durst, Schmerzen oder einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Ständiges Aufstehen kann Bewegungsdrang sein, aber ebenso Harndrang, innere Unruhe oder das Bedürfnis, „nach Hause“ zu müssen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#ffffff; border-left:6px solid #7a5aa6; padding:28px 32px; margin:32px 0; border-radius:10px; box-shadow:0 2px 8px rgba(0,0,0,0.04);">
  <p style="margin:0; font-size:1.65rem; line-height:1.7; color:#222222; font-weight:500;">
    Wer hier nur mitfühlt, aber nicht prüft, bleibt an der Oberfläche. Das kann freundlich aussehen und kurzfristig sogar beruhigend wirken – und dennoch unzureichend sein.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade darin liegt die fachliche Herausforderung: Das sichtbare Verhalten sagt noch nicht, was die Ursache ist. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: Wer Verhaltenssymptome nur als „demenztypisch“ hinnimmt oder nur beziehungsorientiert beantwortet, riskiert, behandelbare Ursachen zu übersehen. Das ist nicht nur ein fachliches Defizit. Es ist für den betroffenen Menschen eine reale Belastung. Wichtige und in der Praxis tragfähige und umsetzbare Strategien und Vorgehensweisen zu etablieren hat daher die größere Bedeutung, als &#8222;Freundlichkeit&#8220; zu trainieren. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Empathie ist unverzichtbar. Aber sie ist kein Ersatz für Analyse</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer Menschen mit Demenz wirklich helfen will, darf sich nicht damit zufriedengeben, Verhalten freundlich zu betrachten. Er muss nach Ursachen suchen, Auslöser erkennen, körperliche Belastungen mitdenken, Situationen verändern und die Wirkung seines Handelns prüfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mitgefühl ohne Fachlichkeit kann gut gemeint sein. Für Betroffene bleibt es trotzdem oft unzureichend. Oder zugespitzt gesagt: Nett sein nimmt keinem Menschen mit Demenz den Schmerz durch Harnverhalt. Fachlich gutes Handeln am Ende schon. Denken Sie immer daran: Haltung darf nicht gegen Analyse ausgespielt werden &#8211; und sie auch nicht überstimmen oder gar dazu führen, dass sie für Pflegeprofis obsolet wird. </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 20:40:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue niederländische Studie legt nahe: Großeltern, die ihre Enkelkinder betreuen, schneiden in kognitiven Tests besser ab – und bei Großmüttern zeigte sich über die Zeit ein geringerer kognitiver Abbau&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/21/enkel-betreuen-scheint-gut-fuers-gehirn-zu-sein/">Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine neue niederländische Studie legt nahe: Großeltern, die ihre Enkelkinder betreuen, schneiden in kognitiven Tests besser ab – und bei Großmüttern zeigte sich über die Zeit ein geringerer kognitiver Abbau als bei Nicht-Betreuenden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Untersucht wurden Daten von knapp 3.000 Großeltern (Durchschnittsalter rund 67 Jahre). Die Forschenden fanden höhere Werte bei Gedächtnis und verbaler Flüssigkeit, wenn Großeltern in den vergangenen zwölf Monaten an der Betreuung beteiligt waren. Auffällig: Es spielte in den Analysen weniger eine Rolle, wie häufig oder in welcher konkreten Form die Betreuung stattfand – entscheidender war offenbar, überhaupt als betreuende Großmutter bzw. betreuender Großvater eingebunden zu sein. Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich, dass es sich um einen Zusammenhang handelt; aus den Daten allein lässt sich nicht sicher ableiten, dass die Enkelbetreuung die Ursache für bessere kognitive Werte ist.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://doi.org/10.1037/pag0000958">Chereches, F. S., Olaru, G., Ballhausen, N., &amp; Brehmer, Y. (2026). Grandparents’ cognition and caregiving for grandchildren: Frequency, type, and variety of activities. Psychology and Aging.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">American Psychological Association (APA). (26.01.2026). Grandparenting is good for the brain (Pressemitteilung).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/21/enkel-betreuen-scheint-gut-fuers-gehirn-zu-sein/">Enkel betreuen scheint gut fürs Gehirn zu sein</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 17:25:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/verhalten-verstehen-und-handhaben/">Verhalten verstehen und handhaben – wie geht man sachlich und kriteriumsgeleitet vor?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Klinik, ambulanter Versorgung und Pflegeheimen begegnet Ihnen Verhalten, das als seltsam, auch als „abnorm“ oder „herausfordernd“ erlebt wird: Unruhe, Abwehr, Rufen, Aggression, Weglaufdrang, Misstrauen, Mitmachen verweigern, Entkleiden, dauerndes Klingeln, Fixiertsein auf ein Thema. Die entscheidende Frage ist selten: &#8222;Wie kriege ich das weg?&#8220; – sondern: &#8222;Was will mir dieses Verhalten sagen, und was braucht die Person jetzt, damit sich die Situation normalisiert?&#8220;. Da der Pflegealltag vielerorts häufig von Zeitdruck geprägt ist, braucht es griffige, einprägsame Methoden. Schritte, die auch unter Druck gelingen sind wichtiger als der gute Rat: &#8222;Setzen Sie sich doch mal ne halbe Stunde zum Betroffenen.&#8220; &#8211; weil man &#8222;die halbe Stunde&#8220; im normalen Dienst einfach meist nicht hat. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Herausforderndes Verhalten wirkt im Moment oft wie ein persönlicher Angriff oder wie „reine Unkooperativität“. Im Alltag hilft es, den emotionalen Impuls kurz zu parken und in einen strukturierten Modus zu wechseln: erst beobachten, dann prüfen, dann handeln – und das Ganze so dokumentieren, dass es in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht sofort nutzbar ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Merksätze, die Sie durch fast jede Situation tragen</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-scaled.jpg"><img decoding="async" width="1024" height="538" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg" alt="" class="wp-image-3443" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1024x538.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-300x158.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-768x403.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1536x806.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-2048x1075.jpg 2048w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/02/zwischenbild1-1-1320x693.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der einfache 5-Schritt-Algorithmus: STOPP – PRÜFEN – EINORDNEN – HANDELN – DOKUMENTIEREN</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">STOPP: Sichern Sie in den ersten 20 Sekunden Beziehung und Sicherheit, indem Sie Tempo rausnehmen (Merksatz: Langsam werden, um schneller zu werden). Halten Sie ggfs. Abstand, bleiben Sie offen in der Körperhaltung, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/03/19/stay-focused-kontakt-und-kommunikationsverhalten-verbessern/">sprechen Sie ruhig und in kurzen Sätzen</a>, reduzieren Sie nötigenfalls Reize (Licht, Lärm, Personenanzahl) und bieten Sie echte Wahlmöglichkeiten an (zwei akzeptable Optionen). Wenn möglich, spricht nur eine Bezugsperson. Mini-Sätze, die fast immer tragen: „Ich sehe, das ist gerade zu viel. Ich bleibe bei Ihnen.“ / „Wir machen erst eine kurze Pause. Dann schauen wir gemeinsam weiter.“ / „Sie müssen das nicht jetzt. Wollen Sie erst sitzen oder erst trinken?“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">PRÜFEN: Wechseln Sie direkt in den „Körper zuerst“-Schnellcheck, vor allem wenn das Verhalten plötzlich kippt (Merksatz: <strong>Wenn Verhalten plötzlich kippt, ist es oft Körper</strong>) und nicht auf den ersten Blick eine in Frage kommende Ursache wahrscheinlich ist. Prüfen Sie je nach Setting systematisch Schmerz (auch „stumm“: Mimik, Schonhaltung, Abwehr bei Berührung), Harndrang/Obstipation/Übelkeit, Atemnot/Hypoxie, Fieber/Infekt/Dehydratation, Hypo-/Hyperglykämie und Blutdruckentgleisung, Nebenwirkungen/Interaktionen (neue Medikamente, Dosisänderungen, Sedierung), Sinnesprobleme (Brille/Hörgerät fehlt, Blendung, Dunkelheit) sowie Entzug (Nikotin, Alkohol, Benzodiazepine) und Schlafmangel. Pragmatischer Merksatz: Wenn Sie keinen Auslöser finden: Abstimmung mit Team / Arzt und: behandeln Sie zuerst das Naheliegende, das gefährlich ist oder zu werden droht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">EINORDNEN: Trennen Sie konsequent Fakten von Deutung (Merksatz: Fakt ist messbar. Deutung ist eine Hypothese). Beschreiben Sie konkret, was passiert (was, wie lange, wie oft, in welcher Situation, mit welchen Worten) und markieren Sie erst danach Ihre Vermutung als Hypothese, statt sie als Eigenschaft der Person zu formulieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei robuste Interventionsblöcke, die fast immer helfen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">A) Orientierung und Kontrolle zurückgeben</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ankündigen, erklären, in kleine Schritte zerlegen</li>



<li class="has-medium-font-size">Zustimmung aktiv einholen (auch nonverbal)</li>



<li class="has-medium-font-size">Optionen: „Jetzt oder in 10 Minuten?“ – „Links oder rechts?“</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">B) Reiz und Tempo anpassen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Umgebung beruhigen, Personenzahl reduzieren</li>



<li class="has-medium-font-size">Pausen einbauen, Tätigkeiten verkürzen</li>



<li class="has-medium-font-size">bekannte Routinen nutzen (gleiche Reihenfolge, gleiche Worte)</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">C) Beziehung und Würde schützen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">nicht diskutieren, nicht belehren, nicht „gewinnen“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Abwehr: „Rückzug statt Druck“</li>



<li class="has-medium-font-size">bei Angst: „Sicherheitssätze“ wiederholen, nicht argumentieren</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Gefahr im Verzug ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Teamruf, klare Rollen, Schutz vor Verletzungen</li>



<li class="has-medium-font-size">medizinische Abklärung priorisieren (z. B. akutes Delir, Hypoxie, Hypoglykämie)</li>



<li class="has-medium-font-size">freiheitsentziehende Maßnahmen sind Hochrisiko: immer verhältnismäßig, begründet, so kurz wie möglich, sauber dokumentiert und nach Hausstandard/gesetzlichen Vorgaben</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumentieren: Kurz, standardisiert, übergabefähig</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Merksatz: Dokumentation ist Teamgedächtnis und Patientensicherheit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt. Am praktikabelsten ist ein kurzer Eintrag im Muster Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt.</p>



<!-- Infobox: S-O-V-M-E für Übergabe / Informationsweitergabe -->
<section class="infobox-so-vme" aria-label="S-O-V-M-E Schema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht">
  <div class="infobox-so-vme__header">
    <span class="infobox-so-vme__icon" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4e4.png" alt="📤" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    <h3 class="infobox-so-vme__title">Kurzschema für Übergabe, Visite und Verlegungsbericht</h3>
  </div>

  <p class="infobox-so-vme__lead">
    Nutzen Sie ein kurzes Schema, das in Übergabe, Visite und Verlegungsbericht andockt:
  </p>

  <div class="infobox-so-vme__acronym">
    <span class="infobox-so-vme__tag">S-O-V-M-E</span>
    <span class="infobox-so-vme__meaning">(Situation – Observation – Vermutete Faktoren – Maßnahme – Effekt)</span>
  </div>

  <ul class="infobox-so-vme__list">
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">S</span> Situation: Wann, wo, wodurch ausgelöst?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">O</span> Observation: Was genau, wie stark, wie lange?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">V</span> Vermutete Faktoren: Körper/Kopf/Kontext (nur als Hypothese markieren)</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">M</span> Maßnahme: Was wurde konkret getan?</li>
    <li><span class="infobox-so-vme__letter">E</span> Effekt: Was hat sich geändert, woran erkennbar?</li>
  </ul>
</section>

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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wir bewerten Verhalten nicht moralisch – wir lösen ein Versorgungsproblem. Wenn Ihr Team eine gemeinsame Sprache hat (Fakt vs. Deutung, Körper-Kopf-Kontext, S-O-V-M-E), sinkt das Konfliktpotential im Team, Übergaben werden kürzer, und die betroffene Person erlebt mehr Sicherheit und weniger Eskalation. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">Gerade Krankenhäuser sollten zudem darauf achten, dass möglicher Mehraufwand auch dokumentiert wird.</a> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zukunftspakt Pflege und die Chancen für die Versorgung von Menschen mit Demenz</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/12/13/zukunftspakt-pflege-und-die-chancen-fuer-die-versorgung-von-menschen-mit-demenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2025 08:35:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 11. Dezember 2025 hat die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ ihre fachliche Arbeit abgeschlossen und ein Papier mit Optionen für eine Struktur- und Finanzierungsreform der Pflegeversicherung samt Roadmap vorgelegt. Wichtig ist&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/13/zukunftspakt-pflege-und-die-chancen-fuer-die-versorgung-von-menschen-mit-demenz/">Zukunftspakt Pflege und die Chancen für die Versorgung von Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am 11. Dezember 2025 hat die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ ihre fachliche Arbeit abgeschlossen und ein Papier mit Optionen für eine Struktur- und Finanzierungsreform der Pflegeversicherung samt Roadmap vorgelegt.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist dabei: Das Dokument ist kein Gesetz. Es sind Vorschläge und Optionen „unter Finanzierungsvorbehalt“ – und außerdem steht im Papier als Maßgabe, dass keine Vorschläge gemacht werden sollen, die zu Mehrausgaben führen, soweit diese nicht unmittelbar demografisch bedingt sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Demenzversorgung würden die Vorschläge vor allem dann spürbar, wenn frühe Unterstützung (Prävention, Reha, Pflegegrad 1), verlässliche Lotsung („Kümmerer“) und Krisenhilfen außerhalb der Regelzeiten tatsächlich verbindlich umgesetzt werden. Risiko: Wenn im Zuge der Finanzierung Zugänge oder Leistungsansprüche in der Frühphase enger werden, kämen Hilfen später – und Krisen würden wahrscheinlicher.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<!-- Infokasten: Bund-Länder-Kommission (WordPress-HTML-Block) -->
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">
  <div style="font-size:22px; line-height:1.25; margin:0 0 10px 0;">
    Was ist eine Bund-Länder-Kommission in diesem Kontext?
  </div>

  <div style="font-size:18px; line-height:1.55; margin:0;">
    „Bund-Länder-Kommission“ ist hier keine einzelne Behörde, sondern ein politisch abgestimmtes Arbeitsformat:
    Bund und Länder setzen gemeinsam einen Arbeitsauftrag, lassen auf der Fachebene Vorschläge ausarbeiten und nutzen
    diese als Grundlage für spätere politische Entscheidungen und Gesetzgebung.
  </div>

  <div style="font-size:18px; line-height:1.55; margin:12px 0 0 0;">
    Im Papier wird das ausdrücklich so beschrieben: Die politische Ebene (Bundesministerin für Gesundheit und die für Pflege
    zuständigen Länder-Ministerinnen/Minister bzw. Senatorinnen/Senatoren) nimmt den Bericht der Fach-Arbeitsgemeinschaften
    zur Kenntnis und bewertet ihn als Grundlage für anstehende Entscheidungen.
  </div>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">5 Vorschläge und ihre mögliche Wirkung</h2>



<p class="has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-block-paragraph">Wichtig: bei den nachfolgend dargestellten Punkten handelt es sich um eine Auswahl, nicht etwa um das gesamte Ergebnis. Am Ende des Artikels finden Sie einen Link zum vollständigen Ergebnispapier. </p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Prävention und Reha stärken<br>Pflegerelevante Risiken sollen früher erkannt werden, u. a. durch die Erprobung freiwilliger regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen (Gesundheits-Check-up) für ältere Menschen. Außerdem sollen Strategien, Programme, Fördermittel und Leistungen der GKV sowie die Leistungserbringung in Pflegeeinrichtungen stärker auf präventive und rehabilitative Bedarfe ausgerichtet werden.</li>
</ol>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Wirkung in der Versorgung von Menschen mit Demenz:</strong> Früher erkennen, früher unterstützen; Funktionen und Selbstständigkeit können länger erhalten bleiben.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">2. „Kümmerer vor Ort“ in der Häuslichkeit<br>„Kümmerer vor Ort“: mehr fachliche Begleitung in der Häuslichkeit – inklusive Pflegekrisen<br>Die bisherigen Beratungs- und Schulungsansätze werden als zu punktuell und zu wenig abgestimmt beschrieben. Vorgeschlagen wird ein zusammengefasstes Angebot „fachlicher Begleitung und Unterstützung“, das Pflegebedürftigen (auch ohne Pflegedienst) und An- und Zugehörigen konkrete Hilfestellungen gibt, insbesondere in Pflegekrisen. Das kann auch durch Kommunen und weitere Akteure erbracht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Wirkung in der Versorgung von Menschen mit Demenz:</strong> Weniger „Zuständigkeits-Lücken“, mehr konkrete Anleitung und Krisenhilfe für Angehörige – bevor Situationen eskalieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">3. Notfallbudget (Nacht/Randzeiten/Wochenende)</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ergänzend soll ein Notfallbudget geschaffen werden, damit in der Nacht, zu Randzeiten, an Wochenenden sowie in Krisensituationen verlässlich Unterstützung verfügbar ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Wirkung in der Versorgung von Menschen mit Demenz:</strong> Akute Krisen (Unruhe, Sturz, Verwirrtheit) können häufiger durch kurzfristige Hilfen abgefedert werden statt durch Rettungsdienst oder Einweisung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">4. Gebündelte Budgets, weniger Bürokratie ambulant</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zur Vereinfachung des Leistungsrechts wird als erster Schritt vorgeschlagen, verschiedene ambulante Leistungen in einem Sachleistungs- und einem Entlastungsbudget zu bündeln, zu flexibilisieren und einfacher zugänglich zu machen. Zusätzlich soll ergebnisoffen geprüft werden, ob die heutigen Leistungen zu sektoren- und wohnformenunabhängigen Leistungsbudgets weiterentwickelt werden können.<br><strong>Mögliche Wirkung in der Versorgung von Menschen mit Demenz: </strong>Unterstützungsleistungen könnten passgenauer und schneller genutzt werden (z. B. Entlastung, Aufsicht, Alltagshilfen), mit weniger Antragshürden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">5. Flächenversorgung absichern und Finanzierung skizzieren</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei regionaler Unterversorgung sollen Pflegekassen und Kommunen mehr Möglichkeiten bekommen, selbst Träger von Pflegeeinrichtungen zu werden; zudem werden konkrete Unterstützungspflichten der Pflegekassen bei fehlenden Angeboten sowie bessere Datengrundlagen für Pflegeplanung und Pflege-(personal)-Monitoring genannt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Mögliche Wirkung in der Versorgung von Menschen mit Demenz:</strong> In Regionen mit Unterversorgung könnten Angebote schneller entstehen; zugleich hängt viel davon ab, ob frühe Zugänge (v. a. Pflegegrad 1) eher ausgebaut oder erschwert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Breite Kritik am Ergebnis</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am Ergebnispapier wird vor allem kritisiert, dass es eher eine Sammlung von Prüfaufträgen und Optionen ist als ein Paket mit klaren politischen Festlegungen. Die Finanzierung bleibt weitgehend offen („Finanzierungsvorbehalt“), wodurch unklar ist, welche Vorschläge überhaupt realistisch umgesetzt werden können. Besonders sensibel sind die angedeuteten Instrumente zur Ausgabendämpfung: Änderungen bei Zugangsschwellen oder eine reduzierte Leistung in der Anfangsphase könnten nach Ansicht von Kritikerinnen und Kritikern ausgerechnet dann entlastende Hilfen verzögern, wenn Familien sie am dringendsten brauchen (Frühphase, Pflegekrisen). Zudem wird die Umsetzbarkeit neuer Aufgaben wie „fachliche Begleitung/Kümmerer“ hinterfragt, solange kein belastbares Konzept für Personal, Qualifikationsmix und Zuständigkeiten vorliegt. Ein großes Problem: uns läuft die Zeit davon. Wirklich neu ist an den Vorschlägen nichts &#8211; die Politik muss endlich &#8222;ins Machen&#8220; kommen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/artikel/deutsche-alzheimer-gesellschaft-zu-ergebnissen-der-bund-laender-ag-zukunftspakt-pflege-ansaetze-vorhanden-loesungen-fehlen">Folgerichtig auch die Kritik der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) kommentiert die am 11.12.2025 vorgestellten Ergebnisse der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ und kommt im Kern zu dem Fazit: gute Ansätze, aber zu wenig konkrete, praxistaugliche Lösungen.</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/zukunftspakt-pflege-11-12-2025.html">Das vollständige Ergebnis der Bund-Länder-Kommission wurde vom Gesundheitsministerium hier veröffentlicht. Die Dokumente können dort heruntergeladen werden. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2025/12/13/zukunftspakt-pflege-und-die-chancen-fuer-die-versorgung-von-menschen-mit-demenz/">Zukunftspakt Pflege und die Chancen für die Versorgung von Menschen mit Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>BGH stärkt Rechte von Angehörigen bei der Betreuerauswahl</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2025/05/20/bgh-staerkt-rechte-von-angehoerigen-bei-der-betreuerauswahl/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2025 07:53:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Beschluss vom 5. März 2025 (Az.: XII ZB 260/24) die Rechte von Familienangehörigen bei der Bestellung zum rechtlichen Betreuer gestärkt. Demnach sollen nahe Angehörige&#8230;</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Beschluss vom 5. März 2025 (Az.: XII ZB 260/24) die Rechte von Familienangehörigen bei der Bestellung zum rechtlichen Betreuer gestärkt. Demnach sollen nahe Angehörige vorrangig zum Betreuer bestimmt werden, sofern sie geeignet sind. Dabei darf vergangenes Fehlverhalten nicht automatisch zur Ablehnung führen; vielmehr ist eine zukunftsorientierte Eignungsprüfung erforderlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf die Zukunft kommt es an</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Angehörigen erlebt man viele unterschiedliche Situationen und es ist enorm wichtig für die Versorgung, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelingt. Pflegeprofis tun in der Regel viel dafür, damit dies klappt &#8211; gerade auch, weil sie um die Belastungen pflegender Angehörige wissen. Bestehen ernsthafte Zweifel am Handeln eines Betreuers, kann unter bestimmten Voraussetzungen <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/09/28/vorsicht-vollmacht-wenn-menschen-mit-und-ohne-demenz-alles-verlieren/">eine Kontrollbetreuung</a> angeregt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegeeinrichtung berichtete von positiver Wendung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil erklärt, dass es bei der Beurteilung um die <em>Eignung</em> auf das künftige zu erwartende Verhalten ankommt. Im vorliegenden Fall wurde auch seitens der profressionellen Pflege eine positive Verhaltensänderung festgestellt und für die Zukunft erwartet, was wohl zur Entscheidung beigetragen haben dürfte. Aus dem Beschluss:<br><em>&#8222;Der Sohn sei gerne in der Einrichtung gesehen, da er das Pflegepersonal wesentlich bei der schweren und belastenden Arbeit entlaste und sich fürsorglich und beispielhaft um seine Mutter kümmere.&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;Sort=12288&amp;nr=141407&amp;anz=1138&amp;pos=19">Zum Beschluss des BGH: Az.: XII ZB 260/24 vom 5. März 2025</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><br></p>
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