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	<title>häusliche pflege Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>häusliche pflege Archive - Demenz-Zeitung</title>
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		<title>Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2026 15:28:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/05/pflegende-angehoerige-drei-jahrzehnte-zwischen-mehr-unterstuetzung-und-wachsender-belastung/">Pflegende Angehörige: Drei Jahrzehnte zwischen mehr Unterstützung und wachsender Belastung</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Am 8. September wird in Deutschland der Tag der pflegenden Angehörigen begangen. Ein Anlass, um nicht nur auf ihre heutige Situation zu schauen, sondern auch zurück: Wie hat sich die Unterstützung von Menschen verändert, die einen Angehörigen zu Hause pflegen? Und welche Rolle spielte dabei die Einführung der Pflegeversicherung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch auf europäischer Ebene ist die Situation pflegender Angehöriger inzwischen stärker in den Fokus gerückt: Seit 2020 wird auf Initiative des europäischen Netzwerks Eurocarers jährlich am 6. Oktober der European Carers Day begangen. Denn so selbstverständlich Pflegegeld, Verhinderungspflege oder Rentenbeiträge für Pflegepersonen heute erscheinen mögen: Viele dieser Leistungen sind vergleichsweise jung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>1995: Pflege wird zum eigenen Zweig </strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit der Einführung der sozialen Pflegeversicherung 1995 veränderte sich die Absicherung von Pflegebedürftigkeit grundlegend. Pflege war zwar auch danach ausdrücklich nicht vollständig durch die Versicherung finanziert. Aber erstmals gab es einen eigenen Sozialversicherungszweig, der auch die Pflege durch Angehörige systematisch unterstützte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige konnten beispielsweise Pflegegeld erhalten, wenn ihre Versorgung zu Hause sichergestellt wurde. In den damaligen drei Pflegestufen betrug es 400, 800 beziehungsweise 1.300 D-Mark monatlich. Unter bestimmten Voraussetzungen übernahm die Pflegeversicherung zudem Rentenversicherungsbeiträge für nicht erwerbsmäßig Pflegende. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Leistungen und Rechte hinzu: Entlastungsangebote, Pflegezeit, Familienpflegezeit, Pflegeunterstützungsgeld, Verhinderungspflege und eine umfangreichere soziale Absicherung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-3756" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1024x576.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-300x169.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-768x432.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1536x864.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung-1320x743.jpg 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/zeitstrahlpflegeversicherung.jpg 1672w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Immer mehr Menschen werden zu Hause gepflegt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie bedeutend Angehörige für die Versorgung sind, zeigen die Zahlen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei der ersten bundesweiten Pflegestatistik 1999 gab es rund 2,02 Millionen Pflegebedürftige. 1,44 Millionen von ihnen wurden zu Hause versorgt. Rund 1,03 Millionen erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt. 2023 waren bereits 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig. 4,89 Millionen – knapp 86 Prozent – lebten zu Hause. Rund 3,1 Millionen Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Zahlen sind allerdings nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar. Insbesondere der seit 2017 geltende, weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff führte dazu, dass heute auch Menschen als pflegebedürftig anerkannt werden, die nach den früheren Kriterien teilweise keinen oder nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch gehabt hätten.</p>



<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:18px; font-weight:600; margin-bottom:18px;">
    Pflege zu Hause: eine deutlich gewachsene Aufgabe für Angehörige
  </div>

  <div style="display:flex; flex-wrap:wrap; gap:30px;">

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        1999
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        1,03 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden in der Regel zu Hause durch Angehörige versorgt.
      </div>
    </div>

    <div style="flex:1; min-width:220px;">
      <div style="font-size:38px; font-weight:700; line-height:1; color:#2f6f8f;">
        2023
      </div>
      <div style="font-size:26px; font-weight:700; margin:8px 0 6px;">
        3,10 Millionen
      </div>
      <div>
        Pflegebedürftige erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:14px; line-height:1.5; margin-top:22px; padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <strong>Hinweis:</strong> Diese Zahlen bezeichnen Pflegebedürftige, nicht die Zahl der tatsächlich beteiligten pflegenden Angehörigen. An der Versorgung eines Menschen können mehrere Personen beteiligt sein.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Demenz: Lange ein blinder Fleck</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz passten lange nur unzureichend in das System der Pflegeversicherung. Entscheidend war vor allem der körperliche Hilfebedarf – etwa beim Waschen, Anziehen oder Essen. Beaufsichtigung, Orientierung, Beruhigung oder die ständige Präsenz von Angehörigen wurden dagegen kaum erfasst.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ab 2002 kamen deshalb schrittweise zusätzliche Leistungen für Menschen mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“ hinzu. Der grundlegende Wandel folgte 2017 mit der Einführung der fünf Pflegegrade. Seitdem zählt stärker, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann. Auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen werden berücksichtigt. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen war das ein entscheidender Fortschritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Unterstützung – aber ein System unter Druck</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leistungen der Pflegeversicherung wurden über drei Jahrzehnte erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die Leistungen erhalten, stark gestiegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bringt die soziale Pflegeversicherung zunehmend unter finanziellen Druck. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes entstand allein im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 770 Millionen Euro. Die Ausgaben lagen elf Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, die Beitragseinnahmen stiegen dagegen lediglich um 3,9 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Neben der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger spielen steigende Kosten der Versorgung und der demografische Wandel eine Rolle. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kamen 1998 noch 29 Beitragszahlende auf einen Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung. 2025 waren es nur noch zehn. Die politische Diskussion dreht sich deshalb zunehmend um eine schwierige Frage: Wie kann die Unterstützung von Pflegebedürftigen und Angehörigen erhalten und verbessert werden, wenn gleichzeitig die Finanzierung stabilisiert werden muss?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:5px solid #2f6f8f; padding:22px 24px; margin:28px 0;">

  <div style="font-size:14px; font-weight:700; text-transform:uppercase; letter-spacing:0.5px; color:#2f6f8f; margin-bottom:6px;">
    Aktuell 2026
  </div>

  <div style="font-size:22px; font-weight:700; margin-bottom:14px;">
    Was ist politisch geplant?
  </div>

  <p>
    Mit dem geplanten <strong>Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)</strong> soll die Pflegeversicherung strukturell verändert und finanziell stabilisiert werden.
  </p>

  <p>
    Vorgesehen sind unter anderem mehr Prävention, Änderungen bei der Begutachtung, eine neue Pflegebegleitung für Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen sowie die Bündelung bisheriger Einzelleistungen in Budgets. Ab 2028 sollen die Leistungsbeträge außerdem jährlich entsprechend der Inflation angepasst werden.
  </p>

  <p>
    Für Kritik sorgte die geplante Kürzung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige auf <strong>70 Prozent</strong> der bisherigen Beträge.
  </p>

  <p>
    Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat inzwischen angekündigt, diese Kürzung nicht mittragen zu wollen und den Entwurf an dieser Stelle zu korrigieren.
  </p>

  <p style="margin-bottom:16px;">
    Noch ist die Änderung jedoch nicht beschlossen. Das Gesetz befindet sich weiterhin im politischen Verfahren – welche Regelungen am Ende tatsächlich gelten werden, ist daher offen.
  </p>

  <div style="padding-top:14px; border-top:1px solid #ccd5da;">
    <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-21-lp/pnog"
       target="_blank"
       rel="noopener noreferrer"
       style="color:#2f6f8f; font-weight:600; text-decoration:none;">
      → Bundesgesundheitsministerium: FAQ zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG)
    </a>
  </div>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was nach 30 Jahren bleibt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die staatliche Unterstützung pflegender Angehöriger ist heute deutlich umfassender als zu Beginn der Pflegeversicherung. Und gerade bei Demenz hat sich auch das Verständnis davon verändert, was Pflege eigentlich bedeutet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Doch eine Konstante zieht sich durch die gesamte Geschichte: Der größte Teil der Pflege findet weiterhin nicht in Einrichtungen, sondern zu Hause statt. Pflegende Angehörige sind deshalb nicht nur eine Gruppe, die Unterstützung durch das Pflegesystem benötigt. Ohne das, was Familien, Partner, Freunde und andere nahestehende Menschen jeden Tag leisten, wäre dieses Pflegesystem in seiner heutigen Form überhaupt nicht vorstellbar.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 14:54:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Frau mit Demenz weist die Zahnbürste plötzlich zurück. Ein Mann mit Demenz kaut immer länger, spuckt Speisen aus oder lässt seine Zahnprothese liegen. Solche Veränderungen werden leicht als Folge der Erkrankung verstanden. Dahinter können jedoch Schmerzen, entzündetes Zahnfleisch, Mundtrockenheit oder eine schlecht sitzende Prothese stehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz ist Mundgesundheit mehr als Zahnpflege. Beschwerden im Mund können Essen und Trinken erschweren, die Lebensqualität beeinträchtigen und sich in Unruhe, Rückzug oder Abwehr zeigen. Umso problematischer ist ein Befund <a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1504958/aaa9bfee0d1a362ff717f042c0421896/dl-zahnreport-2026-data.pdf">des aktuellen Barmer-Zahnreports</a>: Ausgerechnet Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, erhalten besondere zahnärztliche Präventionsleistungen nur sehr selten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundprobleme werden bei Demenz leicht übersehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit fortschreitender Demenz können Betroffene Schmerzen oder Druckstellen im Mund häufig nicht mehr zuverlässig benennen. Manche finden nicht die richtigen Worte. Andere verstehen nicht mehr, weshalb ihnen eine Pflegeperson die Zähne reinigen oder eine Prothese herausnehmen möchte. Auch die eigenständige Mundpflege kann zunehmend lückenhaft werden, ohne dass dies sofort auffällt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pflegebedürftigkeit verschärft das Risiko</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ältere Menschen mit Pflegebedarf weisen häufiger eine beeinträchtigte Mundgesundheit auf als Gleichaltrige ohne Pflegebedarf. Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie zeigte unter anderem: Mehr als die Hälfte der untersuchten älteren Menschen mit Pflegebedarf war vollständig zahnlos. Fast 30 Prozent benötigten Unterstützung bei der Mundhygiene. Nur knapp 39 Prozent nutzten zahnärztliche Versorgung kontrollorientiert, also nicht erst bei akuten Beschwerden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zahnlosigkeit bedeutet dabei nicht, dass Mundgesundheit keine Rolle mehr spielt. Auch Menschen mit Vollprothesen können unter Druckstellen, Entzündungen, Pilzbefall, Belägen, Mundtrockenheit oder schlecht sitzendem Zahnersatz leiden. Bei Demenz kommen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu: Die betroffene Person kann notwendige Pflegeschritte vergessen, Mundpflege als bedrohlich erleben oder Beschwerden nicht mehr verständlich äußern. Deshalb ist es besonders wichtig, Probleme frühzeitig zu erkennen – bevor Schmerzen, Gewichtsverlust oder akute Behandlungen entstehen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Barmer-Zahnreport zeigt eine deutliche Versorgungslücke</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen. Dazu gehören ein Mundgesundheitsstatus, ein individueller Mundgesundheitsplan und eine Mundgesundheitsaufklärung. Diese Leistungen sollen dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die tägliche Mund-, Zahn- und Prothesenpflege an die individuelle Situation anzupassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt jedoch, dass diese Leistungen in der häuslichen Versorgung kaum ankommen. Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren bis einschließlich 2024. Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen lag die Inanspruchnahme der zentralen besonderen Präventionsleistungen im Jahr 2024 bei nur etwa drei Prozent. Bei stationär versorgten Pflegebedürftigen waren es mehr als 25 Prozent. Selbst bei ambulant versorgten Menschen mit Pflegegrad 5 erreichte die Quote lediglich gut sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das wiegt besonders schwer, weil nach den im Report herangezogenen Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 85 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Die größte Gruppe pflegebedürftiger Menschen wird von den eigens geschaffenen zahnärztlichen Präventionsangeboten also am wenigsten erreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum Pflegeheime besser erreicht werden</strong></h2>



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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In Pflegeheimen hat die Nutzung der besonderen Präventionsleistungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein wichtiger Grund sind Kooperationsverträge zwischen Einrichtungen und Zahnarztpraxen. In einem Pflegeheim kann eine Zahnarztpraxis mehrere Bewohner bei einem Besuch untersuchen. Zuständigkeiten und regelmäßige Kontakte lassen sich verbindlicher organisieren. Nach dem Barmer-Zahnreport wurden 2024 nahezu 80 Prozent der vor Ort erbrachten Leistungen zum Mundgesundheitsstatus in Einrichtungen mit einem zahnärztlichen Kooperationsvertrag erbracht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der häuslichen Pflege fehlt eine vergleichbare Struktur meist. Angehörige müssen wissen, dass der Anspruch besteht. Ein ambulanter Pflegedienst muss ein Problem erkennen und weitergeben. Eine Zahnarztpraxis muss bereit und organisatorisch in der Lage sein, einen Hausbesuch anzubieten. Gerade bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz oder eingeschränkter Mobilität kann der Praxisbesuch jedoch kaum noch realistisch sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Folge: Der Anspruch besteht, erreicht den Alltag aber häufig nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mit dem <a href="https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/Mundgesundheit/Mund_AV_Auszug.pdf">Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung</a> in der Pflege gibt es seit 2023 einen fachlichen Rahmen für professionelle Pflege. Er fordert, dass Pflegefachpersonen einen Unterstützungsbedarf bei der Mundpflege erkennen, Mundprobleme systematisch einschätzen, individuelle Maßnahmen planen, Betroffene und Angehörige beraten und bei Bedarf weitere Expertise hinzuziehen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<!-- Infokasten: Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026 -->
<aside class="barmer-zahnreport-box" aria-label="Kernaussagen des Barmer-Zahnreports 2026">
  <style>
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  <h3>Was der Barmer-Zahnreport 2026 zeigt</h3>
  <p class="box-intro">
    Pflegebedürftige haben Anspruch auf besondere zahnärztliche Präventionsleistungen.
    In der häuslichen Versorgung kommen diese jedoch kaum an.
  </p>

  <ul>
    <li>
      Bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen nutzten 2024 nur
      <span class="zahl">rund 3 Prozent</span> Leistungen wie Mundgesundheitsstatus,
      Mundgesundheitsplan und Mundgesundheitsaufklärung.
    </li>
    <li>
      In Pflegeheimen lag die Inanspruchnahme 2024 bei
      <span class="zahl">mehr als 25 Prozent</span> und hat sich seit 2019 etwa verdoppelt.
    </li>
    <li>
      Rund <span class="zahl">80 Prozent</span> der vor Ort erbrachten Leistungen
      zum Mundgesundheitsstatus und Mundgesundheitsplan fanden in Einrichtungen
      mit zahnärztlichem Kooperationsvertrag statt.
    </li>
    <li>
      Auch bei schwer Pflegebedürftigen bleibt die Versorgungslücke groß:
      Ambulant versorgte Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 erhielten die
      Präventionsleistungen zuletzt nur zu <span class="zahl">knapp 6 Prozent</span>.
    </li>
    <li>
      Der Zugang hängt stark vom Wohnort ab: Bei Pflegeheimbewohnern reichte
      die Quote 2024 von <span class="zahl">16,8 Prozent in Niedersachsen</span>
      bis <span class="zahl">45,5 Prozent in Berlin</span>.
    </li>
  </ul>

  <p class="quelle">
    Quelle: Barmer-Zahnreport 2026, Datenbasis: vertragszahnärztliche
    Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten ab 65 Jahren, Auswertungszeitraum
    2013 bis 2024.
    <a href="https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reporte/zahnreporte/zahnreport-2026-1504928"
       target="_blank" rel="noopener">
      Zur Veröffentlichung der Barmer
    </a>
  </p>
</aside>

</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es gibt einen Expertenstandard – weshalb bleibt die Lücke trotzdem bestehen?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können beobachten, ob eine Prothese nicht mehr getragen wird, ob eine Person beim Zähneputzen abwehrend reagiert oder ob Essen zunehmend schwerfällt. Sie können Mundpflege unterstützen, beraten, dokumentieren und eine zahnärztliche Abklärung anregen. Sie können aber keinen fehlenden Hausbesuch ersetzen und keine zahnärztliche Behandlung selbst durchführen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Genau hier liegt der Unterschied: Der Expertenstandard beschreibt gute pflegerische Begleitung. Der Barmer-Zahnreport misst, ob bestimmte zahnärztliche Präventionsleistungen tatsächlich erbracht und abgerechnet wurden. Dass die Quote in der ambulanten Versorgung so niedrig bleibt, spricht deshalb nicht automatisch gegen die Arbeit einzelner Pflegefachpersonen oder Angehöriger. Es zeigt vor allem, dass pflegerische Beobachtung und zahnärztlicher Zugang zu Hause noch nicht verlässlich miteinander verbunden sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Leistungen stehen Pflegebedürftigen zu?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gesetzlich versicherte Menschen mit Pflegegrad haben <a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Leistungen</a> zur Verhütung von Zahnerkrankungen. Dazu gehören:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsstatus: Einmal je Kalenderhalbjahr beurteilt die Zahnärztin oder der Zahnarzt den Zustand von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhäuten und gegebenenfalls vorhandenem Zahnersatz.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsplan: Auf Grundlage der Untersuchung werden individuelle Empfehlungen für Mund-, Zahn- und Prothesenpflege festgehalten.</li>



<li class="has-medium-font-size">Mundgesundheitsaufklärung: Einmal je Kalenderhalbjahr können die empfohlenen Maßnahmen erklärt und praktisch gezeigt werden. Mit Zustimmung der betroffenen Person können Angehörige oder andere unterstützende Personen einbezogen werden.</li>



<li class="has-medium-font-size">Entfernung harter Zahnbeläge: Pflegebedürftige haben einmal je Kalenderhalbjahr Anspruch auf die Entfernung von Zahnstein.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei eingeschränkter Mobilität können diese Leistungen auch im häuslichen Umfeld oder in einer Pflegeeinrichtung erbracht werden, sofern keine zahnmedizinischen Gründe dagegensprechen. Eine laienverständliche Patienteninformation hierzu bietet der Gemeinsame Bundesausschuss. Eine übersichtliche Online-Erklärung stellt außerdem die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung bereit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mundgesundheit darf kein Zufallsfund bleiben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der aktuelle Zahnreport zeigt: Es fehlt nicht an Wissen darüber, wie bedeutsam Mundgesundheit bei Pflegebedürftigkeit ist. Es gibt besondere Leistungsansprüche, einen pflegerischen Expertenstandard und Informationsmaterialien für Angehörige und Fachpersonen. Was weiterhin fehlt, ist ein verlässlicher Zugang – besonders für die vielen pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause leben. Bei Menschen mit Demenz ist diese Lücke besonders folgenreich. Sie können Zahnschmerzen, Druckstellen oder Entzündungen häufig nicht mehr eindeutig mitteilen. Mundprobleme zeigen sich dann möglicherweise als Abwehr, Rückzug oder verändertes Essverhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer solche Veränderungen beobachtet, sollte deshalb auch an den Mund denken. Nicht jede Ablehnung ist eine Folge der Demenz. Manchmal ist sie ein Hinweis darauf, dass etwas schmerzt – und dass eine zahnärztliche Abklärung längst notwendig wäre.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und nützliche Informationen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size"><a href="Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.">Barmer: Zahnreport 2/2026 – Versorgung Pflegebedürftiger und Inanspruchnahme besonderer Präventionsleistungen.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4557/2018-06-05_G-BA_Patienteninformation_Mundgesundheit_bf.pdf">Gemeinsamer Bundesausschuss: Patienteninformation „Zusätzliche zahnärztliche Leistungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt28-mundgesundheit-demenz-dalzg.pdf">Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Infoblatt 28 „Mundgesundheit und Demenz“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.">DNQP: Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“.</a></li>



<li class="has-medium-font-size"><a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-047">AWMF/DGZMK/DGAZ: S2k-Leitlinie „Zahnmedizinische Betreuung geriatrischer Patienten“, Version 1.1, 2026.</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/04/mundgesundheit-bei-demenz-warum-zahnvorsorge-zu-hause-kaum-ankommt/">Mundgesundheit bei Demenz: Warum Zahnvorsorge zu Hause kaum ankommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Pflegeversicherung: Gerechtigkeit hängt stärker vom Wohnort der Betroffenen ab als vom Pflegegrad</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/gerechtigkeit-in-der-pflegeversicherung/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/gerechtigkeit-in-der-pflegeversicherung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2026 07:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenanteil]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Pflegeversicherung]]></category>
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		<category><![CDATA[stationäre pflege]]></category>
		<category><![CDATA[versorgungslücken im gesundheitswesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Arbeitspapier der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB stellt der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) ein ungemütliches Zeugnis aus: Gerechtigkeitsfragen entstehen weniger nur durch „zu hohe Heimkosten“, sondern vor allem durch die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/gerechtigkeit-in-der-pflegeversicherung/">Pflegeversicherung: Gerechtigkeit hängt stärker vom Wohnort der Betroffenen ab als vom Pflegegrad</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Arbeitspapier der Fakultät für <a href="https://www.sowi.ruhr-uni-bochum.de/index.html.de">Sozialwissenschaft der RUB</a> stellt der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) ein ungemütliches Zeugnis aus: Gerechtigkeitsfragen entstehen weniger nur durch „zu hohe Heimkosten“, sondern vor allem durch die unterschiedliche Systemlogik zwischen häuslicher und stationärer Pflege.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Punkte stechen heraus</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Erstens: Die SPV ist zwar als Teilversicherung gedacht, aber es ist nicht klar definiert, welcher „Teil“ eigentlich abgesichert werden soll. Dadurch entsteht ein System, das je nach Versorgungssetting anders wirkt – mit schwer vermittelbaren Verteilungseffekten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zweitens: Pflegegrade bilden Hilfebedürftigkeit ab, aber nicht automatisch den konkreten Hilfebedarf und die entstehenden Kosten. Gleicher Pflegegrad kann in der Praxis sehr unterschiedliche Unterstützungsumfänge bedeuten – und damit auch sehr unterschiedliche finanzielle Belastungen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Drittens: Das Papier macht „unsichtbare Eigenanteile“ <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/28/bedingt-pflegebereit-weniger-als-die-haelfte-kann-sich-die-versorgung-angehoeriger-vorstellen/">in der Häuslichkeit sichtbar</a>, indem es informelle Pflegezeit monetarisiert. Ergebnis: Der geschätzte Eigenanteil zu Hause liegt im Median bei rund 2.085 Euro pro Monat; in höheren Belastungslagen deutlich darüber. Zum Vergleich werden für die stationäre Pflege (ohne Unterkunft und Verpflegung) durchschnittliche pflegebedingte Eigenanteile in einer Größenordnung von grob 910 bis 1.916 Euro pro Monat genannt – je nach Verweildauer. Daraus folgt: Für viele Haushalte kann <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/09/16/angehoerige-bleiben-groesster-pflegedienst-in-deutschland-politik-muss-strukturen-anpassen/">häusliche Pflege finanziell</a> (und organisatorisch) belastender sein als häufig angenommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Papier ist keine amtliche Reformvorlage, sondern eine Gerechtigkeitsanalyse</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade für die Häuslichkeit weist die Autorin ausdrücklich auf Datenlücken hin und arbeitet deshalb mit transparenten, eher konservativen Schätzannahmen. Trotzdem ist die Botschaft politisch relevant: Wer über „Fairness“ in der Pflegeversicherung spricht, sollte ambulante Belastungen und die Rolle von An- und Zugehörigen systematisch mitdenken – und nicht ausschließlich auf den Eigenanteil im Heim schauen.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Weitere Infos:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/pflegeversicherung-benachteiligt-hausliche-gegenuber-stationarer-pflege-7a575a1a-0cde-4c4a-b6c4-0bb3ddd722c8">Artikel beim Ärzteblatt</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://www.sowi.ruhr-uni-bochum.de/mam/fak/lehre/sozpol/wie_gerecht_ist_die_spv.pdf">Direkt zum Arbeitspapier (pdf)</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/02/11/gerechtigkeit-in-der-pflegeversicherung/">Pflegeversicherung: Gerechtigkeit hängt stärker vom Wohnort der Betroffenen ab als vom Pflegegrad</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 06:36:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der überwiegende Teil Pflegebedürftiger wird in der eigenen Häuslichkeit versorgt. In der Regel durch nahestehende Angehörige die z.B. von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst unterstützt werden. Doch es knirscht im&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der überwiegende Teil Pflegebedürftiger wird in der eigenen Häuslichkeit versorgt. In der Regel durch nahestehende Angehörige die z.B. von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst unterstützt werden. Doch es knirscht im System.  Ob ambulanter Dienst, Tagespflege oder Kurzzeitpflege – immer öfter kann der eigentliche Bedarf an Unterstützung nicht gedeckt werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-5">Nächstenpflege-Studie: finanzieller Druck und Gesundheitsrisiken</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.vdk-naechstenpflege.de/vdk-pflegestudie/">Die VdK-Nächstenpflege-Studie</a> hat die Bedarfe pflegender Angehörige untersucht. Nicht nur, dass Pflege Geld kostet bzw. daran hindert, Erwerbseinkommen zu erzielen und damit finanzielle Unsicherheit bis hin zur Armut bedeutet. <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/149896/Pflegende-Angehoerige-laut-Befragung-haeufiger-psychisch-erkrankt?fbclid=IwAR0BNmNCTwYt_9Yyb5g1YrETPGZmuykkFEO_zUB3rbicNRBPYXQQ1_ZVMZc">Auch die Gesundheit leidet.</a> Die dauernde „Rufbereitschaft“ führt zu Schlafstörungen, etwa ein Drittel ist sogar regelmäßig nachts mit der Versorgung ihres pflegebedürftigen Angehörigen beschäftigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile mehren sich die Berichte, dass Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen keinen oder erst nach intensiver und längerer Suche einen ambulanten Dienst zur Unterstützung finden konnten. „Ambulant vor stationär“ – das ist gesellschaftlich gewollt. Es zu verwirklichen kostet Kraft, Geld – und wird ganz ohne Unterstützung immer schwieriger oder unmöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/15/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht/?fbclid=IwAR2YdnlNtz2I2VUiRF3TRACP1RaQUw0Fj7LpTxZ-dc2THkXI9WAO2ZMHijk">Mit Kurzzeitpflegeplätzen sieht es noch schwieriger aus.</a> Einrichtungsleiter geben mehr oder minder offen zu, dass sie <a href="https://www.waz.de/wirtschaft/article241622902/Triage-in-der-Altenpflege-Zu-krank-fuers-Heim.html?fbclid=IwAR2uaV5TCsqeBDPIz4cjt0sC1O9cuOotJAaIJtU-49iep713SIwmTtFw98o">nach Schwere der Fälle selektieren ob sie jemanden aufnehmen</a>. Die geschieht in Abwägung, wie stark die verbliebenen Mitarbeiter in der Pflege zusätzlich belastet würden &#8211;  aus Sorge, diese könnten kündigen. Gerade auch für herausfordernde Pflegesituationen, dünnt sich das Angebot aus. Z.b. berichtet der Soester Anzeiger hier über eine Änderung des Angebots der Caritas in Bad Sassendorf: <a href="https://www.soester-anzeiger.de/lokales/bad-sassendorf/caritas-mit-massiven-personalproblemen-pflegebeduerftige-bewohner-stehen-vor-ungewisser-zukunft-93009673.html">„Das neue Konzept für die drei WGs mit je acht Nutzern soll sich deshalb an Bewohner mit einem geringeren Unterstützungsgrad (Pflegegrad 2/3) richten, ohne ausgeprägte demenzielle Beeinträchtigungen.“,</a> kurz: aufgrund des Fachkräftemangels in der Pflege wird das Angebot auf leichte Fälle beschränkt.   </p>



<h2 class="wp-block-heading has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-6">Krankenhäuser im Stau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Krankenhäusern wiederum führt dies zum Patientenstau, oder „Flussstörungen“ in der Belegung: ohne eine gesicherte Weiterversorgung dürfen Patienten nicht entlassen werden<a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">. Zwar wird Übergangspflege im Krankenhaus vergütet</a> – das schafft jedoch an sich noch keinen Kurzzeitpflegeplatz. Dadurch bleiben Pflegebedürftige mitunter deutlich länger in Kliniken als aus medizinischer Sicht notwendig – kommen aber aufgrund mangelnder ambulanter Versorgung nicht selten erst überhaupt dort hin. Medizinisch liegt kein wirklicher Grund für die Aufnahme vor – dieser muss dann für die Abrechnung vorgeschoben werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-tertiary-color has-text-color has-link-color wp-elements-7">3 Fragen an Martin Kilimann, Referent für Pflegepolitik beim VdK-Bundesverband</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Die Studie des VdK hat die Bedarfe und Belastungen untersucht und belegt, die pflegenden Angehörigen entstehen. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird dazu führen, dass sich die Situation verschärft, wo Pflegebedürftige und Angehörige eigentlich Unterstützung erfahren sollten in der Versorgung. Was müsste aus Ihrer Sicht politisch sofort getan werden um pflegende Angehörige besser zu unterstützen?</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Der wichtigste Schritt, den die Politik gehen muss, ist die Anerkennung der Arbeit der Angehörigen. Dafür muss sie endlich die Maßnahmen umzusetzen, die bereits auf dem Tisch liegen. Doch sowohl der Pflegelohn und die Lohnersatzleistung für die pflegenden Angehörigen als auch der umfangreiche Ausbau der Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze sind Lösungen, die es nicht umsonst gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher scheitert die Anerkennung der Nächstenpflege bisher vor allem an dem Wunsch der Politik, dass diese nichts kosten darf. Doch die erwähnten Maßnahmen sind dringend notwendig, um den Angehörigen den Rücken freizuhalten. Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen. </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png" alt="" class="wp-image-2395" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-576x1024.png 576w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-169x300.png 169w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-768x1365.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf-864x1536.png 864w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/04/Scheitern-weil-es-nichts-kosten-darf.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist beispielsweise so gut wie unmöglich, deutschlandweit einen Nachtpflegeplatz zu erhalten. Darüber hinaus ist die Beantragung der Leistungen ein großes Problem. Sie kostet Angehörigen Zeit und Kraft, die sie eigentlich für die Pflege brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Verschiedene Verbände bzw. VertreterInnen der professionellen Pflege kritisieren eine „Deprofessionalisierung“, wenn immer mehr Hilfs- und Helferberufe zugelassen und deren Arbeit abseits des Ehrenamts refinanziert wird. Haben wir nicht schon jetzt und auch auf lange Sicht ein „Masseproblem“, welches die professionelle Pflege gar nicht wird auffangen können?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Über die Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wissen wir, dass bis 2034 bis zu 350.000 Pflegekräfte fehlen werden. Diese Entwicklung lässt sich zum einen durch einen höheren Bedarf an Pflegekräften aufgrund von immer mehr Pflegebedürftigen erklären. Gleichzeitig halten sich die Berufseinsteiger und jene, die den Arbeitsmarkt verlassen, nicht die Waage. Diese beiden Seiten des demografischen Wandels führen zu dem von Ihnen genannten „Masseproblem“. Wie der kürzlich erschienene DAK-Pflegereport deutlich gemacht hat, stellt sich das aber in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich dar. Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird voraussichtlich keinen grundsätzlichen Engpass zu befürchten haben. Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege ist es wichtig, die vorhandenen Pflegekräfte deutlich gezielter zur Entlastung der Angehörigen einzusetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color has-link-color wp-elements-8">Krankenhausreform – Sektorengrenzen überwinden </h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Eine Krankenhausreform war und ist notwendig. Zu teuer, zu viel, mancherorts auf zu niedrigem Niveau: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das heiße Eisen angefasst. Bei mir kommt es immer wieder zu Rückmeldungen von pflegenden Angehörigen, dass das Entlassmanagement nicht ausreichend gut funktioniert. In wie weit wäre aus Ihrer Sicht die Krankenhausreform ein geeignetes Mittel, das Entlassmanagement der Kliniken zu verbessern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Martin Kilimann:</strong> Ein Ziel der Krankenhausreform ist, den Finanzierungsdruck aus dem System zu nehmen. Dabei kommt das Entlassmanagement derzeit noch etwas zu kurz. Dabei werden die Patientinnen und Patienten heute zum Teil viel zu früh entlassen, um die Betten schnell neu belegen zu können. Dieser Druck führt jedoch häufig zu einer Überforderung der Angehörigen, die die anschließende Pflege selbst stemmen müssen. Auch die kurzfristige Suche nach einem ambulanten oder gar stationären Pflegedienstleister gestaltet sich häufig schwierig. Der derzeitige Entwurf der Krankenhausreform macht hier einige interessante Vorschläge. So soll zum einen der stationäre und ambulante Bereich enger vernetzt werden, beispielsweise durch sektorenübergreifende Versorgungszentren, aber auch eine Übergangspflege soll im Krankenhaus ermöglicht werden. Dies soll im Besonderen dann geschehen, wenn im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung andere Pflegeleistungen nach dem SGB XI nicht erbracht werden können. Es ist ein richtiger Schritt, die harten Sektorengrenzen zwischen SGB V und SGB XI abzubauen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Jochen Gust:</strong> Ich danke Ihnen für Ihre Antworten.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Informiert zum Thema Demenz bleiben Sie über den Newsletter dieser Seite oder abonnieren Sie den <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/10/23/demenzinfos-auf-dem-smartphone-whatsapp-kanal-demenz-gestartet/">Whatsapp-Kanal Demenz</a>.<br></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelbildhintergrund: Foto von La Miko via pexels; Frau am Tisch: Foto von Karolina Grabowska via pexels</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2024/04/16/studie-oftmals-koennen-leistungen-nicht-in-anspruch-genommen-werden-weil-die-anbieter-oder-plaetze-fehlen/">Studie: „Oftmals können Leistungen nicht in Anspruch genommen werden, weil die Anbieter oder Plätze fehlen.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Bad Sassendorf: Innovationszentrum für die Pflege</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2023/01/19/bad-sassendorf-innovationszentrum-fuer-die-pflege/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2023 09:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kurort im Zentrum der Soester Börde zählt keine 13000 Einwohner – und doch tut sich hier etwas besonders in Sachen Pflege: noch in diesem Jahr wird dort ein Zentrum&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/01/19/bad-sassendorf-innovationszentrum-fuer-die-pflege/">Bad Sassendorf: Innovationszentrum für die Pflege</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Kurort im Zentrum der Soester Börde zählt keine 13000 Einwohner – und doch tut sich hier etwas besonders in Sachen Pflege: noch in diesem Jahr wird dort ein Zentrum für digitale Pflege eröffnet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Pflegefachleute von heute sind technologieoffen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Digitalisierung kann Pflegenden wie Pflegebedürftigen zu Gute kommen. Allzu oft wird unter Digitalisierung in der Pflege vor allem die Umstellung auf eine elektronische Aktenführung und Dokumentation verstanden. Schlimmstenfalls stehen Papierformulare dann im Intranet als pdf-Dateien zum Herunterladen zur Verfügung – und das war`s. Das genügt jedoch den heutigen Pflegeprofis schon lange nicht mehr. Und denen von Morgen, die wir als Auszubildende gewinnen wollen und dringend brauchen, erst recht nicht. <a href="https://www.ipsos.com/sites/default/files/2022-12/CARE_Klima-Index_2022_02Sep2022_SN.pdf?fbclid=IwAR299N_kCJxcU1hA_D2zwa5i55gygQaP_m9yM8B-8b4QWPquB02IhNG5Pzc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dabei stehen Pflegefachleute Digitalisierungsthemen offen gegenüber</a>. Wer nun direkt <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/15/roboter-in-pflege-und-betreuung-moeglichkeiten-und-grenzen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">an „Pflegeroboter“ denkt</a>, greift zu kurz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Vielzahl von Produkten, Innovationen und Entwicklungen sind am Markt – Digitalisierung ist ein Megathema für die Pflege – und die Gesundheitswirtschaft. Aber wie kommen Pflegefachleute, Auszubildende und auch Pflegebedürftige mit Ihnen in Berührung? Wo ist buchstäblich der Raum fürs Ausprobieren, Testen, Kennenlernen – und für Feedback an die Entwickler?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Bismarckstraße 5 – da wird die Zukunft greifbar</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kreis Soest meint es ernst in Sachen Pflege und Digitalisierung – und schafft 2023 mit eigenen Mitteln Fakten: die <a href="https://www.wfg-kreis-soest.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wirtschaftsförderung des Kreises Soest</a>, zu dem auch Bad Sassendorf gehört, hat federführend mit Marcel Frischkorn (Prokurist) schon 2020 ein Projekt vorgestellt, das nun realisiert wird. In einem Ladenlokal wird es in verschiedenen Bereichen Vorführräume für technische Innovationen geben. Geleitet von Benedikt Meyer zu Theenhausen wird das Zentrum für digitale Pflege aller Voraussicht nach noch in der ersten Jahreshälfte seine Türen öffnen können. Zahlreiche Partner und Interessenten sind bereits gewonnen und werden Pflegetechnologie „zum Anfassen und Erleben“ dort für Pflegeprofis und solche die es werden möchten, möglich machen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1406 size-full" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-768x1024.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-225x300.jpg 225w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-1152x1536.jpg 1152w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-1536x2048.jpg 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2023/01/Benedikt-Meyer-zu-Theenhausen2-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Er wird das Zentrum digitale Pflege in Bad Sassendorf leiten: <br><strong><em>Benedikt Meyer zu Theenhausen (29) ist gebürtiger Bielefelder und hat in seiner Heimatstadt sowie in Heidelberg Gesundheitswissenschaften und Versorgungsforschung (Master) studiert. Aus Tätigkeiten als Digital-Lotse für Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Vorstandsreferent einer Krankenkasse bringt er vielfältige Berufserfahrung aus der Branche in das Zentrum Digitale Pflege ein.</em></strong></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wird ein wichtiger Kontakt- und Kommunikationsraum geschaffen – ein Care-Working-Space sozusagen, der in weitem Umkreis seines Gleichen sucht. Das ist auch dringend notwendig – nicht nur, um den hochanspruchsvollen Beruf den Pflegefachleute ausüben aufzuwerten und an einer zukunftsfähigen Pflege zu arbeiten. Auch können hier möglicherweise Vorurteile abgebaut werden, die sich gelegentlich immer noch zwischen herzensgutem Pflegeengelchen und Urinkellner bewegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-primary-color has-text-color">Ausstellung zum Anfassen &#8211; mit Themenwechsel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zentrum für digitale Pflege in Bad Sassendorf wird offen für Besucher sein. Das heißt, ob in der Gruppe, mit Angehörigen oder allein: auch Menschen die pflegebedürftig sind, als Angehörige ein Familienmitglied versorgen oder sich für unterstützende Technologien, z.B. intelligente Rollatoren oder Sturz-Melde-Systeme sind im Zentrum richtig aufgehoben. Mit wechselnden Schwerpunkten wird es für Interessierte dort die Möglichkeit geben sich zu informieren – ganz ohne Druck, denn direkt im Zentrum kann kein Produkt erworben werden noch kostet der Besuch Eintritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Auftrag des Kreises stellt hier die Wirtschaftsförderung GmbH ein wichtiges Projekt auf die Beine. Möglich wird es, weil sich im Kreis parteiübergreifend bei diesem wichtigen Thema auf die Finanzierung geeinigt wurde – geht doch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell wird das Ladenlokal, ein ehemaliges Bekleidungsgeschäft, noch auf Vordermann gebracht und den Bedürfnissen für die künftige Nutzung durch Profis aus dem Handwerk angepasst. Deshalb gibt es noch keinen genauen Eröffnungstermin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde weiter berichten.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Titelfoto: cedric-fauntleroy</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2023/01/19/bad-sassendorf-innovationszentrum-fuer-die-pflege/">Bad Sassendorf: Innovationszentrum für die Pflege</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<title>Start-up aus Aachen möchte pflegende Angehörige unterstützen &#8211; App gestartet</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2021/10/07/start-up-aus-aachen-moechte-pflegende-angehoerige-unterstuetzen-app-gestartet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 12:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[aachen]]></category>
		<category><![CDATA[app]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[eldertech]]></category>
		<category><![CDATA[häusliche pflege]]></category>
		<category><![CDATA[nrw]]></category>
		<category><![CDATA[pflegende angehörige]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Deutschland leben mehr als 4 Mio. Menschen mit Pflegebedarf. Etwa 80% werden in der eigenen Häuslichkeit versorgt.Ungefähr die Hälfte davon ausschließlich durch Angehörige. Unterstützung dringend geboten Angehörige sind dabei&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2021/10/07/start-up-aus-aachen-moechte-pflegende-angehoerige-unterstuetzen-app-gestartet/">Start-up aus Aachen möchte pflegende Angehörige unterstützen &#8211; App gestartet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland leben mehr als 4 Mio. Menschen mit Pflegebedarf. Etwa 80% werden in der eigenen Häuslichkeit versorgt.Ungefähr die Hälfte davon ausschließlich durch Angehörige. </p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Unterstützung dringend geboten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angehörige sind dabei <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege-zu-hause.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vielfältigen Belastungen ausgesetzt</a>, die Versorgung des pflegebedürftigen Familienmitgliedes erfordert Kraft, Geld, Nerven und viel Zeit. Nicht immer reichen die bisherigen Hilfeformen aus, die Herausforderungen zu stemmen. Zwar haben in den <a href="https://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/pflege/83130/kaum_verbesserungen_vdk-tv_zeigt_wie_unzureichend_die_pflegereform_2021_ist" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vergangenen Jahren Pflegereformen</a> auch immer wieder zum Ziel gehabt, die häuslichen Situationen zu stützen und Belastung zu reduzieren, jedoch ist der Alltag der Angehörigen – überwiegend Frauen – noch immer von einer hohen Stressbelastung geprägt. Für die häusliche Versorgung eines Menschen mit Demenz ist ein stabiles sorgendes Umfeld ein entscheidender Faktor, damit es nicht zu einem verfrühten Heimübertritt kommt, den die meisten Menschen sich nicht wünschen. Anders formuliert: der Umzug ins Pflegeheim ist bei weitem nicht immer durch die Schwere der Erkrankung oder den Grad der Pflegebedürftigkeit getriggert: vielmehr bricht das sorgende häusliche System unter den vielfältigen Belastungen zusammen. In der Summe geht’s dann Zuhause nicht mehr.</p>



<h2 class="has-primary-color has-text-color wp-block-heading">Digitalisierung nimmt nicht alle Sorgen – kann sie aber mindern</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Pflege wird häufig unter Digitalisierung eine Dienstplansoftware verstanden oder ein Zeiterfassungssystem. Manchmal auch, dass umständliche Prozesse „digital gemacht“ werden – also Formular X halt auch als pdf zum Selbstausdrucken online zur Verfügung steht. Dabei bedeutet die Digitalisierung sowohl für die professionelle Pflege und Betreuung als auch die häusliche Versorgung umfassende Änderungen mit geradezu revolutionären Chancen, gerade auch wenn es um SmartHome-Anwendungen geht. </p>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2021/10/ELDERTECH-Team_vlnr-Anna-Lisa-Cramer-David-Fiebig-Andre-Fiebig-Laura-Hajek-Artur-Janiszek-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-830" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/10/ELDERTECH-Team_vlnr-Anna-Lisa-Cramer-David-Fiebig-Andre-Fiebig-Laura-Hajek-Artur-Janiszek-1024x681.jpg 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/10/ELDERTECH-Team_vlnr-Anna-Lisa-Cramer-David-Fiebig-Andre-Fiebig-Laura-Hajek-Artur-Janiszek-300x199.jpg 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/10/ELDERTECH-Team_vlnr-Anna-Lisa-Cramer-David-Fiebig-Andre-Fiebig-Laura-Hajek-Artur-Janiszek-768x511.jpg 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/10/ELDERTECH-Team_vlnr-Anna-Lisa-Cramer-David-Fiebig-Andre-Fiebig-Laura-Hajek-Artur-Janiszek.jpg 1411w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Das Team von Eldertech aus Aachen: vlnr Anna-Lisa Cramer, David Fiebig, André Fiebig, Laura Hajek, Artur Janiszek</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://eldertech.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Startup Eldertech</a> aus dem nordrhein-westfälischen Aachen stellt sich der Herausforderung und möchte – in einem ersten Schritt – Angehörige in der häuslichen Pflege unterstützen. Am 06. Oktober hat es seine App gelauncht, die nun bis zum Jahresende kostenfrei genutzt werden kann. Mittels der App soll eine vereinfachte Videotelefonie ermöglicht werden. Auch eine intelligente Steuerung bzw. Überwachung eines Tablettenspenders und Organisationstools zur Vereinfachung des Pflegealltags sind laut Eldertech möglich. „Wir legen großen Wert darauf, dass die App besonders einfach zu bedienen ist. Vor allem für die Senioren und Seniorinnen wollen wir durch möglichst wenig Nutzungsaktivitäten Technik-Frust vermeiden“, so Gründer André Fiebig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze <a href="https://eldertech.de/wp-content/uploads/2021/10/Pressemitteilung-App-Release-ELDERTECH-6.10.2021.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung lesen Sie hier</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Erfahrungen mit der Eldertech-App interessieren mich – schreiben Sie gerne einen Kommentar oder eine Nachricht.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2021/10/07/start-up-aus-aachen-moechte-pflegende-angehoerige-unterstuetzen-app-gestartet/">Start-up aus Aachen möchte pflegende Angehörige unterstützen &#8211; App gestartet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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