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	<title>krankenhaus Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
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	<title>krankenhaus Archive - Demenz-Zeitung</title>
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	<item>
		<title>Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 20:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die individuelle Risikosituation verändern.<br></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-819x1024.png" alt="" class="wp-image-3821" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-819x1024.png 819w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-240x300.png 240w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-768x960.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz.png 1122w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb reicht es nicht, Entlassungsbrief und Medikamentenplan entgegenzunehmen und anschließend die bisherige Versorgung fortzusetzen. Nach der Rückkehr muss geklärt werden: Was ist noch wie vorher – und was hat sich verändert? Aus aktuellem Anlass der mit reichlich Ärger und auch womöglich vermeidbarem Leid verbunden war ein Artikel zum Thema Rückkehr nach dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn auch die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) nehmen diese Schnittstelle ausdrücklich in den Blick. Krankenhausaufenthalte gehören für viele Menschen mit Demenz zur Versorgungsrealität. Rechnerisch kommen auf 100 Menschen mit Demenz rund 90 Krankenhausaufenthalte pro Jahr. Das bedeutet natürlich nicht, dass 90 von 100 Betroffenen jedes Jahr ins Krankenhaus kommen: Manche Menschen werden mehrfach aufgenommen, andere gar nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bis 2040 könnte die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenz nach der Projektion des BARMER Krankenhausreports von 1,04 Millionen auf rund 1,36 Millionen steigen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigste Frage nach der Rückkehr: Was ist jetzt anders?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Herr M. hat im Krankenhaus stark abgebaut.“ &#8211; ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen: welche Information bietet das? Auch schon gefunden: &#8222;Kam völlig verändert aus dem KH zurück.&#8220;.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Klar, ein solcher Satz fällt im Pflegealltag schnell. Ganz kurz die nächste Schicht auf eine veränderte Lage hinweisen &#8211; okay. Aber das hilft für die weitere Versorgung wirklich nur sehr begrenzt, oder? Pflegefachlich entscheidend ist der konkrete Vergleich mit dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bsp.: vor der Einweisung ging Herr M. mit seinem Rollator selbstständig vom Zimmer in den Speiseraum. Nach der Rückkehr benötigt er Unterstützung beim Aufstehen und Begleitung über die gesamte Gehstrecke.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Erst ein solcher Vergleich macht sichtbar, wo neuer Unterstützungs-, Beobachtungs- oder Abklärungsbedarf entstanden ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In der stationären Pflege verlangt die QPR eine erneute Einschätzung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen ist die Überleitung bei Krankenhausaufenthalten ein eigener Qualitätsaspekt der QPR. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die innerhalb der vergangenen sechs Monate im Krankenhaus behandelt wurden, wird unter anderem geprüft, ob nach der Rückkehr die Bedarfseinschätzung aktualisiert und die Maßnahmenplanung bei Bedarf angepasst wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Rückkehr soll beurteilt werden,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ob sich der Pflegebedarf verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob sich die Risikosituation verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob die individuelle Maßnahmenplanung angepasst werden muss und</li>



<li class="has-medium-font-size">ob notwendige Folgetermine beziehungsweise die Information behandelnder Ärztinnen oder Ärzte organisiert wurden.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine feste Frist von beispielsweise 24 Stunden nennen die QPR hierfür nicht. Die Formulierung „unmittelbar nach Rückkehr“ macht jedoch deutlich, dass erkennbare Veränderungen zeitnah aufgegriffen werden müssen, nicht irgendwann wenn die Pflegeplanung gerade turnusgemäß überarbeitet werden soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum neuen Assessment gehört auch körperliches Hinschauen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR schreiben nach einer Krankenhausrückkehr keine standardisierte Ganzkörperuntersuchung vor. Die geforderte erneute Einschätzung des Pflegebedarfs und der Risiken kann jedoch eine gezielte körperliche Einschätzung notwendig machen. Das gilt beispielsweise bei neuer Immobilität, Schmerzen, Wunden oder Hämatomen, Ödemen, Atemproblemen oder neu hinzugekommenen Kathetern, Verbänden und anderen Versorgungen. Auch Mobilität und Transfers lassen sich nicht allein aus dem Entlassungsbrief beurteilen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz reicht zudem eine reine Befragung häufig nicht aus. Beschwerden können möglicherweise nicht zuverlässig benannt oder Veränderungen nicht selbst eingeordnet werden. Beobachtung und – soweit erforderlich und von der Person akzeptiert – gezielte körperliche Inspektion gehören dann zur pflegefachlichen Einschätzung. Eine besondere „Ganzkörperkontrolle nach Krankenhausaufenthalt“ schreiben die QPR also nicht vor. Die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs gehört nach § 4 Pflegeberufegesetz jedoch ausdrücklich zu den vorbehaltenen Aufgaben von Pflegefachpersonen. Wie umfassend dabei körperlich eingeschätzt werden muss, richtet sich nach dem aktuellen Zustand und den erkennbaren Risiken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Anpassungen ausbleiben, wird es zum Qualitätsproblem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR unterscheiden zwischen verspäteter Dokumentation und einer tatsächlich fehlenden Reaktion auf veränderten Pflegebedarf. Wird eine notwendige Anpassung zwar umgesetzt, aber erst später dokumentiert, kann dies als Auffälligkeit ohne erwartbare negative Folgen bewertet werden. Bleibt die Maßnahmenplanung trotz verändertem Bedarf unverändert, liegt dagegen ein Defizit mit Risiko negativer Folgen vor. Wird auch die tatsächliche Versorgung nicht angepasst, können bereits negative Folgen eingetreten sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht die Menge der Dokumentation, sondern dass Veränderungen erkannt und in die Versorgung übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch ambulant ist die Krankenhausrückkehr Prüfthema</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die seit 30. Juli 2026 geltenden QPR für ambulante Pflegedienste erfassen die Rückkehr aus dem Krankenhaus im Qualitätsaspekt „Aufnahmemanagement“. Bei einer Wiederaufnahme müssen die wesentlichen Informationen zur aktuellen Pflegesituation erhoben und für die weitere Versorgung berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere aktuelle Einschränkungen, Ressourcen und Fähigkeiten, die Sicht der betroffenen Person beziehungsweise ihrer An- und Zugehörigen sowie relevante Angaben zu Diagnosen, Medikation, Folgen der Krankenhausbehandlung und anderen beteiligten Versorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade ambulant muss zusätzlich geprüft werden, ob die bisherige Versorgung zu Hause unter den veränderten Bedingungen noch ausreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht alles neu schreiben – aber Veränderungen nachvollziehbar erfassen</h2>



<div style="
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  <div style="
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  ">
    Nach der Rückkehr konkret prüfen
  </div>

  <div style="
    margin-bottom: 22px;
    color: #5d686b;
    line-height: 1.5;
  ">
    Die wichtigsten Punkte für die pflegefachliche Einschätzung nach einem Krankenhausaufenthalt:
  </div>


  <div style="display: grid; gap: 12px;">

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Unterlagen</strong><br>
        Sind Entlassungsbrief, Befunde, Verordnungen und Nachsorgetermine vorhanden?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Medikation</strong><br>
        Was wurde neu angesetzt, abgesetzt, anders dosiert oder nur vorübergehend verordnet?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Kognition und Aufmerksamkeit</strong><br>
        Bestehen neue Verwirrtheit, Unaufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder deutliche Schwankungen?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Mobilität</strong><br>
        Haben sich Aufstehen, Transfer oder Gehen verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Essen und Trinken</strong><br>
        Haben sich Selbstständigkeit, Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, Kauen oder Schlucken verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Schmerzen und Beschwerden</strong><br>
        Gibt es neue oder verstärkte Schmerzen, Fieber, Atemnot oder andere Auffälligkeiten?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Ausscheidung</strong><br>
        Bestehen Veränderungen bei Kontinenz, Miktion oder Stuhlgang?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Selbstversorgung</strong><br>
        Wird mehr Unterstützung bei Körperpflege, Ankleiden oder Toilettengang benötigt?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Neue Versorgungserfordernisse</strong><br>
        Gibt es neue Wunden, Katheter, ein Stoma, Hilfsmittel oder andere medizinisch-pflegerische Anforderungen?
      </div>
    </div>

    <div style="
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      gap:12px;
      align-items:flex-start;
      padding:14px;
      background:#e8f1f3;
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    ">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Konsequenzen</strong><br>
        Was muss abgeklärt, weitergegeben oder in der Maßnahmenplanung verändert werden?
      </div>
    </div>

  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dokumentiert werden sollten vor allem konkrete Veränderungen gegenüber dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt. Pauschale Formulierungen wie „deutlich abgebaut“, „verwirrter“ oder „Mobilität schlechter“ helfen dabei wenig. Aussagekräftiger ist eine Beschreibung dessen, was aktuell nicht mehr, anders oder nur mit zusätzlicher Unterstützung möglich ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei gilt nicht: Jede fehlende Einzelangabe ist automatisch ein Pflegefehler. Die QPR bewerten auch, ob relevante Informationen vorlagen und angemessen auf den tatsächlichen Bedarf reagiert wurde. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn wesentliche Veränderungen nicht erfasst werden und deshalb keinen Eingang in Planung und Versorgung finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch das Krankenhaus trägt Verantwortung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser sind nach § 39 Abs. 1a SGB V zu einem Entlassmanagement verpflichtet. Ziel ist ein möglichst nahtloser Übergang in die medizinische, rehabilitative oder pflegerische Anschlussversorgung. Fehlen nach der Rückkehr dennoch Informationen, die für eine sichere Versorgung notwendig sind, müssen Pflegefachpersonen diese Lücke erkennen und eine Klärung anstoßen. Die Verantwortung für ein unvollständiges Entlassmanagement liegt damit nicht allein bei Pflegeheim oder Pflegedienst – die sichere Weiterführung der Pflege darf daran aber ebenfalls nicht scheitern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Krankenhaus beginnt nicht einfach wieder die alte Pflege</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Rückkehr ist ein pflegefachlicher Übergang. Neu beurteilt werden müssen Pflegebedarf, Risiken, erhaltene Fähigkeiten und möglicher weiterer Abklärungsbedarf. Ebenso muss geprüft werden, ob die bisherige Maßnahmenplanung die aktuelle Situation noch abbildet. Gerade bei Menschen mit Demenz sollte deshalb nicht bei der Feststellung stehen geblieben werden, jemand habe „im Krankenhaus abgebaut“. Die entscheidende Frage lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was konnte dieser Mensch vor dem Krankenhausaufenthalt – und was braucht er jetzt? Aus diesem Vergleich ergeben sich die nächsten pflegerischen Schritte.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen &amp; weitere Infos</p>



<p class="wp-block-paragraph">BARMER: Krankenhausreport 2025 – Demenzerkrankungen in Deutschland.<br><a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf">https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege, insbesondere Qualitätsaspekt 4.2 „Überleitung bei Krankenhausaufenthalten“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien ambulante Pflege Teil 1a – Ambulante Pflegedienste, gültig ab 30. Juli 2026, insbesondere Qualitätsaspekt 1.1 „Aufnahmemanagement“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegeberufegesetz, § 4: Vorbehaltene Aufgaben.<br><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html">https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesministerium für Gesundheit: Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V.<br><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>4. Bayerischer Fachtag „Demenz im Krankenhaus“ am 24. November 2026</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/10/4-bayerischer-fachtag-demenz-im-krankenhaus-am-24-november-2026/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 08:50:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termininfo]]></category>
		<category><![CDATA[4. Bayerischer Fachtag]]></category>
		<category><![CDATA[Bayerischer Fachtag Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[bayern]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz im krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[demenzsensibles krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Fachtagung]]></category>
		<category><![CDATA[Fortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fürstenfeldbruck]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Hybridveranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie können Krankenhäuser demenzsensibler werden – und warum ist das nicht nur eine Frage guter Versorgung, sondern auch eine Investition in die Zukunft? Unter dem Titel „Das demenzsensible Krankenhaus –&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/10/4-bayerischer-fachtag-demenz-im-krankenhaus-am-24-november-2026/">4. Bayerischer Fachtag „Demenz im Krankenhaus“ am 24. November 2026</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie können Krankenhäuser demenzsensibler werden – und warum ist das nicht nur eine Frage guter Versorgung, sondern auch eine Investition in die Zukunft?</p>



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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/bayrdemenztag-819x1024.png" alt="" class="wp-image-3780" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/bayrdemenztag-819x1024.png 819w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/bayrdemenztag-240x300.png 240w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/bayrdemenztag-768x960.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/bayrdemenztag.png 1122w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Titel „Das demenzsensible Krankenhaus – eine Investition in die Zukunft“ findet am 24. November 2026 der 4. Bayerische Fachtag Demenz im Krankenhaus statt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte und Verantwortliche, die sich mit der Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus beschäftigen. <br><br>Der Fachtag findet von 10:00 bis 16:20 Uhr im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck statt und kann auch hybrid besucht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Teilnahme ist kostenfrei.<br><br>Termin: 24. November 2026<br>Zeit: 10:00–16:20 Uhr<br>Ort: Veranstaltungsforum Fürstenfeld, Fürstenfeldbruck / Hybrid<br>Anmeldung bis: 16. November 2026</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anmeldung:<br><a href="https://eveeno.com/4_fachtag_demenz_im_krankenhaus">https://eveeno.com/4_fachtag_demenz_im_krankenhaus</a></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/10/4-bayerischer-fachtag-demenz-im-krankenhaus-am-24-november-2026/">4. Bayerischer Fachtag „Demenz im Krankenhaus“ am 24. November 2026</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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		<item>
		<title>Demenz im Krankenhaus: Diese Bescheinigung kann Angehörigen die Begleitung erleichtern</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/04/demenz-im-krankenhaus-diese-bescheinigung-kann-angehoerigen-die-begleitung-erleichtern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 10:24:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Eingliederungshilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Mensch mit Demenz kommt ins Krankenhaus. Die Tochter oder der Sohn möchte bei ihm bleiben – vielleicht weil der Betroffene seine Beschwerden nicht zuverlässig schildern kann, Fragen und Anweisungen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/04/demenz-im-krankenhaus-diese-bescheinigung-kann-angehoerigen-die-begleitung-erleichtern/">Demenz im Krankenhaus: Diese Bescheinigung kann Angehörigen die Begleitung erleichtern</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz kommt ins Krankenhaus. Die Tochter oder der Sohn möchte bei ihm bleiben – vielleicht weil der Betroffene seine Beschwerden nicht zuverlässig schildern kann, Fragen und Anweisungen nicht versteht oder in der fremden Umgebung zunehmend ängstlich und unruhig wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade in der Notaufnahme entstehen dabei immer wieder Konflikte. Angehörige sollen warten oder den Behandlungsbereich verlassen, obwohl sie wissen: Allein wird der Vater, die Mutter oder der Partner mit dieser Situation kaum zurechtkommen. Weniger bekannt ist: Die medizinische Notwendigkeit einer Begleitperson kann ärztlich bescheinigt werden. Eine solche Bescheinigung kann gerade dann hilfreich sein, wenn ein Krankenhausaufenthalt plötzlich notwendig wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann kann eine Begleitperson medizinisch notwendig sein?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer stationären Behandlung gehört die aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson grundsätzlich zu den <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__11.html">Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung</a>.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch bei einem Menschen mit Demenz kann eine solche Begleitung notwendig sein. Entscheidend ist aber nicht allein die Diagnose, sondern der konkrete Unterstützungsbedarf.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die betroffene Person</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Beschwerden, Schmerzen oder Bedürfnisse nicht zuverlässig mitteilen kann,</li>



<li class="has-medium-font-size">Fragen oder medizinische Anweisungen nicht ausreichend versteht,</li>



<li class="has-medium-font-size">in der fremden Umgebung erheblich desorientiert oder verängstigt ist,</li>



<li class="has-medium-font-size">Untersuchungen oder pflegerische Maßnahmen ohne vertraute Unterstützung kaum toleriert oder</li>



<li class="has-medium-font-size">bei der Kommunikation zwischen Patient und Behandlungsteam auf Hilfe angewiesen ist.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://gesund.bund.de/gesundheitsversorgung/begleitperson-im-krankenhaus">Auch das Bundesgesundheitsportal nennt Menschen mit Demenz ausdrücklich als eine Gruppe, bei der eine vertraute Begleitperson im Krankenhaus besonders wichtig sein kann.</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur „Demenz – Begleitperson erforderlich“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wer eine solche Bescheinigung beim behandelnden Arzt anspricht, sollte möglichst nicht nur um den Satz „Demenz – Begleitperson erforderlich“ bitten. Die Diagnose allein erklärt noch nicht, warum eine Begleitung medizinisch notwendig ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besser ist eine konkrete Beschreibung. Zum Beispiel:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Aufgrund erheblicher kognitiver Beeinträchtigungen kann der Patient seine Beschwerden und Bedürfnisse nicht zuverlässig mitteilen und medizinische Informationen und Anweisungen nicht ausreichend verstehen beziehungsweise umsetzen. Die Anwesenheit einer vertrauten Begleitperson ist daher aus medizinischen Gründen erforderlich.“.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist keine vorgeschriebene Musterformulierung. Bei einem anderen Menschen können beispielsweise erhebliche Ängste, fehlende Orientierung oder eine ausgeprägte Abwehr von Untersuchungen und Behandlungen im Vordergrund stehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht das Etikett „Demenz“, sondern die Frage: Warum benötigt diese Person im Krankenhaus konkret Unterstützung?</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<div style="border-left: 5px solid #567a8f; background: #f3f6f8; padding: 18px 20px; margin: 25px 0; border-radius: 4px;">

  <p style="font-size: 1.15em; margin-top: 0;">
    <strong>Für den Arzttermin: Darum können Sie bitten</strong>
  </p>

  <p>
    Sprechen Sie Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder die behandelnde Fachärztin bzw. den Facharzt darauf an, ob der
    <strong>medizinische Unterstützungsbedarf einer Begleitperson im Krankenhaus schriftlich bescheinigt</strong>
    werden kann.
  </p>

  <p>
    Wichtig ist dabei möglichst eine konkrete Begründung. Zum Beispiel:
  </p>

  <ul>
    <li>Beschwerden und Bedürfnisse können nicht zuverlässig mitgeteilt werden.</li>
    <li>Fragen, Informationen oder medizinische Anweisungen werden nicht ausreichend verstanden.</li>
    <li>In der fremden Umgebung ist die Orientierung erheblich beeinträchtigt.</li>
    <li>Untersuchungen oder Behandlungen können ohne vertraute Unterstützung kaum nachvollzogen oder mitgetragen werden.</li>
    <li>Es kommt in unbekannter Umgebung zu erheblicher Angst, Unruhe oder Abwehr.</li>
  </ul>

  <p style="margin-bottom: 0;">
    <strong>Tipp:</strong> Nicht nur die Diagnose „Demenz“ bescheinigen lassen, sondern möglichst beschreiben lassen,
    warum die vertraute Begleitperson konkret benötigt wird.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflegegrad, Demenz und Eingliederungshilfe sind nicht dasselbe</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">An dieser Stelle ist eine Unterscheidung wichtig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Pflegegrad sagt zunächst etwas über den Hilfebedarf im Alltag und Leistungen der Pflegeversicherung aus. Aus einem Pflegegrad ergibt sich nicht automatisch, dass ein Angehöriger im Krankenhaus mit aufgenommen werden muss.Umgekehrt kann eine Begleitperson medizinisch notwendig sein, ohne dass ein bestimmter Pflegegrad vorliegt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Daneben gibt es die <a href="https://www.g-ba.de/richtlinien/132/">besondere Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie legt medizinische Kriterien für die Begleitung von Menschen mit Behinderung bei einer stationären Krankenhausbehandlung fest und steht insbesondere im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Krankengeldanspruch der Begleitperson.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für diesen Krankengeldanspruch gelten zusätzliche Voraussetzungen. Die begleitete Person muss unter anderem bestimmte Leistungen der Eingliederungshilfe <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__44b.html">oder gesetzlich gleichgestellte Leistungen </a>erhalten. Eine Demenzdiagnose oder ein Pflegegrad allein reichen dafür also nicht aus. Viele ältere Menschen mit Demenz erhalten Leistungen der Pflegeversicherung, aber keine Eingliederungshilfe. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wichtig:</strong> Das bedeutet nicht, dass sie keine medizinisch notwendige Begleitperson im Krankenhaus haben können. Die allgemeine Regelung über die medizinisch notwendige Mitaufnahme bei stationärer Behandlung besteht davon unabhängig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kurz gesagt: Ob eine Begleitung medizinisch notwendig ist und ob der begleitende Angehörige Anspruch auf Krankengeld hat, sind zwei unterschiedliche Fragen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann man sich die Notwendigkeit schon vorher bescheinigen lassen?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ja.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Bundesgesundheitsportal weist darauf hin, dass eine behandelnde Ärztin oder ein behandelnder Arzt eine formlose Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit ausstellen kann. Gerade bei ungeplanten, notfallmäßigen oder wiederholten Krankenhausaufenthalten könne eine solche Bescheinigung hilfreich sein. Dort wird von einer Gültigkeit von in der Regel zwei Jahren gesprochen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch die <a href="https://www.g-ba.de/downloads/62-492-2951/KHB-RL_2022-08-18_iK-2022-11-01.pdf">Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> sieht ausdrücklich eine Bescheinigung unabhängig von einer konkreten Krankenhauseinweisung vor. Dort kann sie für bis zu zwei Jahre ausgestellt werden, wenn nach ärztlicher Einschätzung davon auszugehen ist, dass die zugrunde liegenden Beeinträchtigungen entsprechend lange fortbestehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei einer Demenzerkrankung kann das nachvollziehbar sein: Erhebliche Einschränkungen bei Kommunikation, Orientierung oder Mitwirkung sind in der Regel nicht nur für einige Wochen vorhanden. Die Zwei-Jahres-Frist sollte trotzdem nicht als eine Art automatischer Anspruch jedes Menschen mit Demenz verstanden werden. Entscheidend bleibt die ärztliche Einschätzung und – bei den besonderen sozialrechtlichen Regelungen – ob deren Voraussetzungen erfüllt sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besonders hilfreich kann die Bescheinigung im Notfall sein</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer geplanten Krankenhausaufnahme können Angehörige vieles vorher klären. In einem Notfall bleibt dafür oft keine Zeit. Plötzlich steht man mit einem Menschen mit Demenz in der Notaufnahme. Niemand dort kennt den Patienten. Mitarbeitende müssen schnell einschätzen, was er benötigt und warum die Anwesenheit einer vertrauten Person wichtig sein könnte.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bereits vorhandene ärztliche Bescheinigung kann dann ein gewichtiges Argument sein. Sie macht deutlich, dass nicht nur ein besorgter Angehöriger „unbedingt dabei sein möchte“, sondern dass bereits zuvor ein medizinischer Unterstützungsbedarf festgestellt wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber gerade bei der Notaufnahme gibt es eine wichtige Einschränkung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Notaufnahme bedeutet nicht automatisch stationäre Aufnahme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Behandlung in einer Notaufnahme ist nicht automatisch eine stationäre Krankenhausbehandlung. Solange die Behandlung ambulant erfolgt, lässt sich aus den Regelungen zur medizinisch notwendigen Mitaufnahme bei stationärer Behandlung kein allgemeiner Anspruch ableiten, während der gesamten Behandlung überall mitgehen zu dürfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bescheinigung kann auch dort hilfreich sein – sie ist aber keine zwingende „Eintrittskarte“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kommt es zu einer stationären Aufnahme, sieht die Situation anders aus: Dann kann die medizinisch notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson grundsätzlich Teil der Krankenhausleistung sein. Auch dann entscheidet letztlich das Krankenhaus beziehungsweise die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob die Anwesenheit einer Begleitperson medizinisch notwendig ist. Eine bereits vorhandene Bescheinigung kann diese Entscheidung unterstützen. Nach der besonderen <a href="https://www.g-ba.de/downloads/62-492-2951/KHB-RL_2022-08-18_iK-2022-11-01.pdf">Krankenhausbegleitungs-Richtlinie</a> muss eine vorher ausgestellte Bescheinigung bei der Entscheidung des Krankenhauses sogar berücksichtigt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Bescheinigung ist also kein Persilschein. Sie kann aber die Ausgangslage erheblich verbessern, falls es zu Diskussionen um die Notwendigkeit der Begleitung kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was Angehörige konkret tun können</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Sie bereits wissen, dass Ihr Angehöriger mit Demenz in einer fremden Krankenhausumgebung ohne vertraute Unterstützung erhebliche Schwierigkeiten hätte, sprechen Sie das beim nächsten Arzttermin an.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schildern Sie möglichst konkret, wobei Unterstützung benötigt wird: Kann die Person Schmerzen und Beschwerden zuverlässig schildern? Versteht sie Fragen und Anweisungen? Kann sie sich orientieren? Kann sie Untersuchungen und Behandlungen nachvollziehen und daran mitwirken? Kommt es in fremder Umgebung regelmäßig zu erheblicher Angst, Unruhe oder Abwehr?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Fragen Sie anschließend, ob dieser Unterstützungsbedarf schriftlich bescheinigt werden kann. Ist eine Bescheinigung vorhanden, sollte sie zusammen mit anderen wichtigen Unterlagen griffbereit aufbewahrt werden – etwa mit Medikamentenplan, Diagnosenübersicht, Kontaktdaten behandelnder Ärztinnen und Ärzte und vorhandenen Vorsorgeunterlagen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer Demenzerkrankung lässt sich ein Krankenhausaufenthalt nicht immer planen. Man kann aber dafür sorgen, dass der besondere Unterstützungsbedarf nicht erst dann erklärt werden muss, wenn der Notfall bereits eingetreten ist.<br><br>Eine ärztliche Bescheinigung garantiert nicht, dass ein Angehöriger jederzeit und überall beim Menschen mit Demenz bleiben darf. Sie kann aber ein sehr gewichtiges Argument dafür sein, warum seine Anwesenheit nicht nur erwünscht, sondern medizinisch sinnvoll oder notwendig ist.<br></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 5px solid #567a8f; background: #f3f6f8; padding: 18px 20px; margin: 28px 0; border-radius: 4px;">

  <p style="font-size: 1.15em; margin-top: 0;">
    <strong>Hilfreiche Links: Mit Demenz ins Krankenhaus</strong>
  </p>

  <p>
    Diese Informationen und Vorlagen können helfen, einen geplanten oder ungeplanten Krankenhausaufenthalt besser vorzubereiten:
  </p>

  <ul style="padding-left: 20px;">

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.deutsche-alzheimer.de/publikationen/thema/krankenhaus-1" target="_blank" rel="noopener">
          Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Materialien zum Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Broschüre „Mit Demenz im Krankenhaus“ und Patienten-Informationsbogen zum kostenlosen Download.
    </li>

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/wwd/medizinisches/im-krankenhaus" target="_blank" rel="noopener">
          Wegweiser Demenz: Im Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Informationen zu Aufnahme, Aufenthalt, Entlassung, Rechten und Vorbereitung auf einen Notfall.
    </li>

    <li style="margin-bottom: 12px;">
      <strong>
        <a href="https://www.blickwechseldemenz.de/materialien/materialien-vorgaengerprojekte" target="_blank" rel="noopener">
          Notfallmappe für Menschen mit Demenz
        </a>
      </strong><br>
      Vorlagen für wichtige Angaben zu Diagnosen, Medikamenten, Gewohnheiten und persönlichen Besonderheiten.
    </li>

    <li>
      <strong>
        <a href="https://gesund.bund.de/gesundheitsversorgung/begleitperson-im-krankenhaus" target="_blank" rel="noopener">
          Begleitperson im Krankenhaus
        </a>
      </strong><br>
      Informationen des Bundesgesundheitsportals zur medizinisch notwendigen Begleitung und zur ärztlichen Bescheinigung.
    </li>

  </ul>

  <p style="margin-bottom: 0;">
    <strong>Tipp:</strong> Informationsbogen, Medikamentenplan und wichtige Unterlagen am besten schon vor einem Notfall zusammenstellen.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 18:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen erkennen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzskala]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu erklären, wo genau etwas wehtut.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann gewinnt die Beobachtung an Bedeutung: Verzieht der Mensch das Gesicht? Stöhnt er? Schützt er einen Körperteil? Verändert sich seine Haltung oder sein Verhalten? Für die Schmerzbeurteilung sind in der Pflege verschiedene Skalen etabliert. Doch dabei gibt es ein Problem: oftmals werden Schmerzskalen in relativer Ruhe benutzt. Konkret: die Pflegefachperson setzt sich neben den sitzenden oder liegenden Pflegebedürftigen und füllt das Formular aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber: es reicht möglicherweise nicht, sich neben einen ruhig sitzenden oder liegenden Menschen zu setzen und ihn einige Minuten zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Ruhe unauffällig – bei Bewegung Schmerzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie groß der Unterschied sein kann, zeigte eine britische Untersuchung mit 230 älteren Menschen mit Demenz, die ungeplant in ein Akutkrankenhaus aufgenommen worden waren. Während ihres Krankenhausaufenthaltes wurde wiederholt auf Schmerzverhalten geachtet – sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist bemerkenswert:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Bei 19 Prozent wurde mindestens einmal Schmerzverhalten in Ruhe beobachtet. Bei Bewegung waren es 57 Prozent.</strong> Das bedeutet nicht, dass alle diese Menschen dauerhaft Schmerzen hatten. Es zeigt aber sehr deutlich, wie stark die Situation beeinflussen kann, ob Schmerz überhaupt erkennbar wird. Eine spätere wissenschaftliche Auswertung derselben Patientengruppe kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die beobachteten Schmerzwerte waren während Aktivität deutlich höher als in Ruhe. Die Forschenden sprechen dabei von einem möglichen Floor-Effekt: In Ruhe sammeln sich die Werte am unteren Ende einer Beobachtungsskala. Der Mensch erscheint unauffällig – obwohl sich bei Bewegung durchaus Schmerzzeichen zeigen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Schmerz entsteht nicht erst beim Aufstehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Man kann sich das an einer alltäglichen Situation vorstellen. Eine Person sitzt ruhig in ihrem Sessel. Sie stöhnt nicht, ihr Gesicht wirkt entspannt, die Körperhaltung erscheint unauffällig. Dann soll sie aufstehen. Beim Vorbeugen verzieht sie plötzlich das Gesicht. Beim Hochkommen hält sie das rechte Bein steif. Sie klammert sich an der Armlehne fest und stöhnt. Der naheliegende Gedanke wäre: Jetzt hat sie Schmerzen. Genauer wäre jedoch:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jetzt werden die Schmerzen sichtbar.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bewegung muss den Schmerz nicht verursacht haben. Möglicherweise bestand beispielsweise bereits eine schmerzhafte Arthrose, eine Verletzung, eine Druckstelle oder ein muskuloskelettales Problem. Solange der betroffene Körperbereich nicht belastet oder bewegt wurde, war davon im Verhalten kaum etwas zu erkennen. Gerade bei Menschen, die ihre Beschwerden nicht mehr zuverlässig mitteilen können, kann dieser Unterschied entscheidend sein. Also auch bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3723" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-300x225.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-768x576.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1320x990.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png 1448w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Studien zeigen höhere Schmerzwerte bei Bewegung. Bereits 2010 untersuchten Forschende 60 Pflegeheimbewohner mit Demenz und bekannten Schmerzproblemen. Die Bewohner wurden sowohl in Ruhe als auch während standardisierter Bewegungen beobachtet. Bei unterschiedlichen Verfahren zur Schmerzbeobachtung zeigten sich während der Bewegung signifikant mehr Schmerzzeichen als in Ruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Forschungsgruppen haben deshalb gezielt Bewegungen in die Schmerzerfassung einbezogen. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Wer wissen möchte, ob beispielsweise Hüfte, Knie, Schulter oder Rücken Schmerzen verursachen, erhält möglicherweise mehr Informationen, wenn diese Körperbereiche bei einer ohnehin notwendigen Alltagshandlung bewegt oder belastet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beobachtung in Ruhe ist trotzdem nicht falsch</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Forschungsergebnissen sollte allerdings nicht der umgekehrte Schluss gezogen werden, Menschen müssten ausschließlich bei Bewegung beobachtet werden. Auch Schmerzen in Ruhe sind wichtig. Manche Erkrankungen verursachen gerade dann Beschwerden, wenn ein Mensch liegt oder längere Zeit dieselbe Position einnimmt.Sinnvoller ist deshalb die Kombination:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie verhält sich der Mensch in Ruhe – und was verändert sich bei Bewegung? </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f4f8fb; border-left:5px solid #3b82a0; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:6px; line-height:1.6;">
  
  <div style="font-size:1.15em; font-weight:700; margin-bottom:8px;">
    <span style="margin-right:7px;" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    Bewegung beobachten heißt nicht, Schmerzen zu provozieren
  </div>

  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein wichtiger Punkt darf dabei nicht missverstanden werden:
    Niemand sollte einen Menschen absichtlich in eine schmerzhafte Bewegung zwingen, nur um herauszufinden, ob etwas wehtut.
  </p>

  <p style="margin:0;">
    Es geht vielmehr darum, <strong>notwendige und ohnehin stattfindende Bewegungen bewusster zu beobachten</strong>.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch internationale Empfehlungen zur Schmerzerfassung bei Demenz weisen darauf hin, dass Beobachtungen sowohl in Ruhe als auch während Transfers und Aktivitäten des täglichen Lebens erfolgen sollten. Der Vergleich kann zusätzliche Informationen liefern, die eine einzelne Momentaufnahme nicht bietet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unauffälliges Verhalten in Ruhe beweist keine Schmerzfreiheit.</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wo eine verständliche Selbstauskunft noch möglich ist, sollte sie weiterhin genutzt werden. Fremdbeobachtung ergänzt diese Einschätzung insbesondere dann, wenn Kommunikation zunehmend schwierig wird. Vielleicht müssen wir nicht nur anders beobachten – sondern im richtigen Moment. In der Pflege wird viel darüber gesprochen, welches Instrument zur Schmerzerfassung verwendet werden sollte. Diese Frage ist wichtig. Aber möglicherweise beginnt das Problem noch früher.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn eine Pflegefachperson einen Menschen nur ruhig im Bett oder im Sessel erlebt, fehlen unter Umständen genau die Situationen, in denen sich Schmerzen bemerkbar machen. Die Forschung zeigt inzwischen recht deutlich, dass Schmerzverhalten bei Menschen mit Demenz während Bewegung wesentlich häufiger sichtbar werden kann als in Ruhe.</p>



<p class="has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb lohnt sich im Pflegealltag eine zusätzliche Frage. Nicht nur: <strong>„Welche Schmerzzeichen sehe ich?“, s</strong>ondern auch: <strong>„Wann schaue ich eigentlich hin?“</strong>.<br> Denn manchmal reicht Beobachten im Sitzen schlicht nicht aus.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br><br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und zum Weiterlesen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Sampson EL, White N, Lord K et al. (2015):</strong> Pain, agitation, and behavioural problems in people with dementia admitted to general hospital wards: a longitudinal cohort study. <em>Pain</em>.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Dunford E et al.</strong> <strong>(2022):</strong> Psychometric evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in an acute general hospital setting.<br><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ersek M et al. (2010):</strong> Comparing the psychometric properties of the Checklist of Nonverbal Pain Behaviors and the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in persons with dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Husebø BS et al.</strong> <strong>(2007):</strong> Mobilization-Observation-Behavior-Intensity-Dementia Pain Scale (MOBID): development and validation of a nurse-administered pain assessment tool for use in dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>International Association for the Study of Pain (IASP):</strong> Pain Assessment in Dementia.<br><a href="https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/">https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Lautenbacher S, Schreiber V, Grupp C et al.</strong> <strong>(2026):</strong> Pain differences in cognitive impairment appear only during active motor tasks. <em>Frontiers in Pain Research</em>.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full">https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 08:48:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Akutkrankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[barmer krankenhausreport]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzsensibles krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive beeinträchtigung]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhausaufnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Nationale Demenzstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[patientensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege im Krankenhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz gehören längst zum Alltag deutscher Krankenhäuser. Das ist keine neue Entwicklung. Schon vor vielen Jahren zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der älteren Krankenhauspatientinnen und -patienten kognitiv beeinträchtigt ist. Verändert hat sich vor allem etwas anderes: Wir verstehen heute wesentlich besser, welche Folgen eine Demenz für nahezu den gesamten Krankenhausaufenthalt haben kann.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht nicht mehr: Was müssen Mitarbeitende in  Krankenhäusern über Demenz lernen? Sondern: Warum gelingt es noch immer nicht überall, vorhandenes Wissen zuverlässig in Strukturen und Abläufe zu übersetzen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz gehört schon lange dazu</h2>



<div style="background:#f4f7f9; border-left:5px solid #4f7896; padding:20px 22px; margin:28px 0; border-radius:4px;">

  <div style="font-size:1.25em; font-weight:700; margin-bottom:16px;">
    Demenz im Krankenhaus – vier Zahlen
  </div>

  <div style="display:grid; grid-template-columns:repeat(auto-fit,minmax(180px,1fr)); gap:20px;">

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        18,4 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der untersuchten Krankenhauspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren hatten eine Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        nur 36,7 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der in der Studie festgestellten Demenzerkrankungen waren auch in der Krankenakte dokumentiert.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        +33 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        mehr Krankenhauseinweisungen gab es bei Menschen mit Demenz im Vergleich zu Menschen ohne Demenz.
      </div>
    </div>

    <div>
      <div style="font-size:1.8em; font-weight:700; color:#365f7d;">
        10,6 %
      </div>
      <div style="margin-top:5px;">
        der Krankenhausfälle mit Demenz hatten 2023 ein dokumentiertes Delir – gegenüber 3,4 % aller Krankenhausfälle ab 65 Jahren.
      </div>
    </div>

  </div>

  <div style="font-size:0.82em; color:#666; margin-top:18px; border-top:1px solid #d7dee3; padding-top:10px;">
    Quellen: GHoSt; Motzek et al.; BARMER Krankenhausreport 2025
  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br>Die General Hospital Study (GHoSt) untersuchte 2014 und 2015 ältere Patientinnen und Patienten in deutschen Allgemeinkrankenhäusern. Bei 18,4 Prozent der über 65-Jährigen wurde eine Demenz festgestellt, weitere 19,8 Prozent hatten eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Insgesamt waren damit rund 40 Prozent kognitiv beeinträchtigt. Bemerkenswert ist ein anderer Befund: Nicht einmal bei vier von zehn der tatsächlich betroffenen Patientinnen und Patienten war die Demenz in der Krankenakte dokumentiert. Bei fast zwei Dritteln fehlte ein entsprechender Hinweis.<br><br>Das bedeutet wohl nicht, dass Krankenhäuser zwei Drittel aller Demenzerkrankungen schlicht „übersehen“ hätten. Manche Erkrankungen waren vermutlich zuvor nicht diagnostiziert, zudem kann die Abgrenzung zwischen Demenz, Delir und akuter kognitiver Verschlechterung schwierig sein. Für die Versorgung bleibt der Befund dennoch relevant: Ein Krankenhaus kann nicht darauf vertrauen, dass eine bestehende Demenz bei der Aufnahme bereits bekannt und dokumentiert ist. Und darf die Wirkung dieser Diagnose auf Behandlung und Verlauf des Krankenhausaufenthalts nicht unterschätzen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schon einige Jahre zuvor hatte eine Untersuchung im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein ähnliches Strukturproblem sichtbar gemacht. 2009 berichteten 81,9 Prozent der befragten Pflegekräfte, immer häufiger Menschen mit Demenz zu versorgen. Gleichzeitig fühlten sich nur rund 30 Prozent dafür ausreichend qualifiziert. Lediglich 27,7 Prozent der befragten Krankenhausleitungen konnten überhaupt ein demenzsensibles Versorgungskonzept benennen. Erfolgreiche Modellprojekte wurden damals noch als „Insellösungen“ beschrieben.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschen mit Demenz kommen häufiger ins Krankenhaus</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob Menschen mit Demenz allerdings <strong>heute häufiger als früher</strong> ins Krankenhaus kommen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Zwar stiegen die dokumentierten Krankenhausfälle mit Demenz bis 2019, nach der Corona-Pandemie liegen sie aber unter diesem Höchststand. Zudem beeinflussen Demografie, Diagnostik und Kodierung die Zahlen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="
  background-color: #eef5f8;
  border-left: 5px solid #28708a;
  padding: 16px 18px;
  margin: 24px 0;
  border-radius: 4px;
  font-size: 1.05em;
  line-height: 1.5;
">
  <span style="font-size: 1.3em; margin-right: 8px;">&#128269;</span>
  <strong>Belegt ist das höhere Hospitalisierungsrisiko – nicht ein kontinuierlicher Anstieg über die Jahre.</strong>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Menschen mit Demenz im Krankenhaus behandelt werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Interessanter als die reine Zahl der Krankenhausaufenthalte ist möglicherweise der Blick auf ihre Ursachen. Menschen mit Demenz werden häufig aufgrund akuter Erkrankungen und Krisen aufgenommen – beispielsweise nach Frakturen und Verletzungen, bei Flüssigkeitsmangel oder Erkrankungen des Harnsystems.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png" alt="" class="wp-image-3714" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1024x725.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-300x212.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-768x543.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung-1320x934.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/statistikqueerbehandlung.png 1491w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade hier zeigt sich, dass Demenz weit mehr ist als eine zusätzliche Diagnose in der Patientenakte. Ein Mensch mit Demenz kann möglicherweise nicht zuverlässig daran denken, ausreichend zu trinken. Er kann die Aufforderung, nach einem Sturz nicht allein aufzustehen, wenige Minuten später vergessen haben. Eine Infektion äußert sich womöglich zunächst durch Unruhe, Rückzug oder Nahrungsverweigerung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Krankenhaus behandelt dann vielleicht eine Fraktur, eine Herzinsuffizienz oder einen Flüssigkeitsmangel – die Demenz beeinflusst jedoch maßgeblich, wie diese Erkrankung überhaupt behandelt werden kann bzw. das Outcome der Maßnahmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krankenhausaufenthalt bringt zusätzliche Risiken</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Besonders deutlich wird das beim Delir. 2023 wurde bei 10,6 Prozent der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz ein Delir dokumentiert. Bei allen Krankenhausfällen ab 65 Jahren waren es 3,4 Prozent. Bei Demenz in Verbindung mit einer Femurfraktur lag der Anteil sogar bei 18,6 Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinzu kommen erhebliche Anforderungen an die Pflege. In der GHoSt-Studie berichteten Pflegefachleute bei 87,5 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Demenz und/oder Delir mindestens eine herausfordernde Pflegesituation. Bei 57 Prozent wurde mehr Pflegezeit als üblich benötigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist kein Hinweis darauf, dass Menschen mit Demenz „schwierige Patienten“ wären. Es zeigt vielmehr einen Konflikt zwischen kognitiven Einschränkungen und einem Versorgungssystem, das stark auf Orientierung, Gedächtnis, Kooperation und Selbstständigkeit angewiesen ist. Im ambulanten Bereich wird das Thema Delir häufig ebenfalls stark unterschätzt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel hat sich verändert – aber nicht überall</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Inzwischen ist demenzsensible Krankenhausversorgung auch gesundheitspolitisch längst kein Randthema mehr. Sie ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie. Kognitive Screenings, Angehörigenintegration, Delirprävention, kürzere Wartezeiten, Orientierungshilfen und angepasste Behandlungsabläufe werden seit Jahren diskutiert und erprobt. Wissen ist jedoch das eine, die Umsetzung eine andere. Es erstaunt mich immer wieder: in Schulungen in Krankenhäusern sind Teilnehmer manchmal regelrecht erstaunt zu hören, dass es im eigenen Haus einen speziellen Qualitätszirkel Demenz oder Delir gibt. Nie von gehört&#8230;. .</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts zeigte 2021/22 beispielsweise, dass zwar 52 Prozent der befragten Allgemeinkrankenhäuser in der Notaufnahme regelhaft ein kognitives Kurzscreening älterer Patienten durchführten. Eine Delirgefährdung war jedoch nur in 42 Prozent Bestandteil der Triage. Nur 28 Prozent gaben an, dass alle Beschäftigten in Notaufnahme beziehungsweise Rettungsdienst im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult seien. Einen akustisch und visuell abgeschirmten Wartebereich hatten lediglich sieben Prozent.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit hat sich gegenüber den „Insellösungen“ von vor 15 Jahren zweifellos viel verändert. Von einer flächendeckend demenzsensiblen Krankenhausversorgung kann dennoch kaum gesprochen werden, betrachtet man diese Zahlen. Mein eigenes Erleben als Referent bestätigt das auch in der Hinsicht, dass Demenz immernoch &#8222;stiefmütterlich&#8220; behandelt wird und im Schulungsbereich häufig ein &#8222;nice to have&#8220; ist, aber nicht mehr. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Erkenntnisproblem mehr?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für viele Menschen mit Demenz ist ein Krankenhausaufenthalt zudem eine kritische Phase ihres weiteren Krankheits- und Pflegeverlaufs. Nach BARMER-Daten benötigten rund 19 Prozent der zuvor ambulant oder teilstationär versorgten Menschen mit Demenz nach dem Krankenhausaufenthalt Kurzzeitpflege oder eine vollstationäre Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Daraus darf nicht geschlossen werden, dass der Krankenhausaufenthalt diese Verschlechterung verursacht hat.</strong> Menschen kommen schließlich gerade deshalb ins Krankenhaus, weil sie akut erkrankt oder verletzt sind. Die Zahlen zeigen aber, wie vulnerabel diese Patientengruppe ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was Menschen mit Demenz im Krankenhaus benötigen, ist heute in vielen Bereichen bekannt. Die spannendere – und unbequemere – Frage lautet daher:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn wir so viel darüber wissen, warum hängt eine gute Versorgung noch immer so stark davon ab, in welchem Krankenhaus und auf welcher Station ein Mensch mit Demenz landet?</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/08/nicht-wegen-der-demenz-im-krankenhaus-sondern-mit-ihr/">Nicht wegen der Demenz im Krankenhaus – sondern mit ihr</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 16:33:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[4at]]></category>
		<category><![CDATA[Akutpflege]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[delir bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Delirnachsorge]]></category>
		<category><![CDATA[delirprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Delirrezidiv]]></category>
		<category><![CDATA[delirrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[delirscreening]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Desorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[entlassmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[exsikkose]]></category>
		<category><![CDATA[hypoaktives Delir]]></category>
		<category><![CDATA[Infekt]]></category>
		<category><![CDATA[jochen gust]]></category>
		<category><![CDATA[jochengust]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[langzeitpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamentenänderung]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege nach Delir]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeverlegungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Remission]]></category>
		<category><![CDATA[sturzrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensveränderung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3685</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Delir ist akut gefährlich. Aber auch nach dem scheinbaren Abklingen darf es pflegefachlich nicht abgehakt werden. Wenn Unruhe, Halluzinationen oder starke Desorientierung nachlassen, entsteht leicht der Eindruck von Stabilisierung.&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/">Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Delir ist akut gefährlich. Aber auch nach dem scheinbaren Abklingen darf es pflegefachlich nicht abgehakt werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Unruhe, Halluzinationen oder starke Desorientierung nachlassen, entsteht leicht der Eindruck von Stabilisierung. Dieser Eindruck kann trügen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/04/23/persistentes-delir-weit-verbreitet-und-langanhaltend/">Ein Delir kann persistieren</a>, hypoaktiv weiterbestehen oder zwar remittieren, aber neue funktionelle Risiken hinterlassen: weniger Mobilität, schlechtere Trinkmenge, mehr Stürze, Dysphagie, Schlafstörungen, neue Angst und ein erhöhtes Risiko für weitere Delire.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz ist das frühere Ausgangsniveau nach einem Delir nicht immer wieder erreichbar. Die entscheidende pflegefachliche Frage lautet deshalb nicht: Ist die Person wieder wie vorher? Sondern: Ist das Delir remittiert – und welche neuen oder verstärkten Risiken bleiben danach bestehen?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Pflegefachpersonen ist deshalb nicht nur die akute Delirerkennung wichtig. Entscheidend ist auch, was danach passiert. Und damit dann auch wieder erneut klar, wer die Hauptlast hinsichtlich Versorgung und auch Prävention trägt. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wann ist ein Delir denn vorbei?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Delir gilt fachlich als remittiert, wenn die delirtypischen Merkmale nicht mehr nachweisbar sind: keine akute oder fluktuierende Aufmerksamkeitsstörung, keine auffällige Veränderung von Bewusstsein, Wahrnehmung, Denken oder psychomotorischem Verhalten im Sinne des Delirs.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz ist das schwer zu beurteilen, weil Demenzsymptome und Delirsymptome überlappen. Maßstab ist der Zustand vor dem Delir – auch wenn dieser Zustand nach dem Delir nicht wieder vollständig erreicht wird. Dazu braucht es strukturierte Beobachtung, Fremdanamnese und bei Verdacht ein standardisiertes Screening. Geeignet sind je nach Setting zum Beispiel 4AT, Nu-DESC, DOS/DOSS, auf Intensivstationen CAM-ICU oder ICDSC. Der 4AT erfasst unter anderem Wachheit, Orientierung/Kognition, Aufmerksamkeit und akute Veränderung beziehungsweise fluktuierenden Verlauf. Bei schwerer Demenz muss das Ergebnis besonders vorsichtig im Verlauf und mit Fremdinformation interpretiert werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist: Ein Screening ersetzt nicht die fachliche Gesamtbeurteilung. Es verhindert aber, dass Pflege nur nach Eindruck dokumentiert: „besser“, „ruhiger“, „verwirrt“ oder „klarer“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie lange muss Pflege nach einem Delir aufmerksam bleiben?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflege muss immer aufmerksam sein. Deswegen verlangt professionelle Pflege eben auch mehr, als Laienpflege. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine harte Frist gibt es nachfolgend eines deliranten Zustandes so nicht. Fachlich sinnvoll ist eine gestufte Nachsorge.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für mindestens drei Monate sollte ein erlittenes Delir als aktives Risikoereignis präsent bleiben. Diese Frist ist keine starre Leitlinienvorgabe, aber sie ist pflegefachlich begründbar. Eine deutsche Nachbeobachtungsstudie zu Menschen mit Demenz beziehungsweise Delir auf Demenz fand, dass innerhalb der ersten drei Monate nach Entlassung 14 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Delir auf Demenz starben, aber keine Person aus der Vergleichsgruppe mit Demenz ohne Delir.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="border: 2px solid #8a4b00; background: #fff7e8; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 10px; font-family: inherit; color: #222; line-height: 1.55; font-size: 18px;">
  
  <div style="font-weight: 700; font-size: 20px; margin-bottom: 12px; color: #5c3200;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Delir bleibt ein Risikomarker
  </div>

  <p style="margin: 0 0 14px 0;">
    Auch nach dem scheinbaren Abklingen bleibt ein Delir dauerhaft 
    <strong>anlassbezogen relevant</strong>.
  </p>

  <ul style="margin: 12px 0 16px 0; padding-left: 1.2em;">
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9a0.png" alt="🦠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Infekt</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4a7.png" alt="💧" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Exsikkose</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1fa79.png" alt="🩹" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sturz oder Operation</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a1.png" alt="⚡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Schmerz</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f6bd.png" alt="🚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Harnverhalt oder Obstipation</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f48a.png" alt="💊" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Sedierung oder Medikamentenänderung</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f501.png" alt="🔁" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ortswechsel</li>
    <li><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9e0.png" alt="🧠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> auffällige Verhaltensänderung</li>
  </ul>

  <p style="margin: 0;">
    In diesen Situationen muss ein <strong>erneutes Delir früh mitgedacht</strong> werden. 
    Die S3-Leitlinie nennt ein Delir in der Vorgeschichte ausdrücklich als 
    <strong>Risikofaktor für ein weiteres Delir</strong>.
  </p>

</div>

</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir bedeutet „drei Monate aufmerksam bleiben“ nicht, dass täglich routinemäßig ein Delirbogen ausgefüllt werden muss. Ich meine damit eine niedrigere Schwelle für pflegefachliches Handeln. Jede akute Veränderung gegenüber dem bekannten Zustand muss ernst genommen werden: neue Schläfrigkeit, schwankende Aufmerksamkeit, Trinkmengenrückgang, Mobilitätsverlust, Sturz, Schmerzzeichen, Fieber, Harnverhalt, Obstipation, Halluzinationen, Angst oder auffällige Unruhe. Wer viel oder gar ausschließlich mit Menschen mit Demenz arbeitet, steht stets im Risiko Verhaltensveränderungen &#8222;der Demenz&#8220; zuzuordnen. Daher dieser Aufruf zur besonderen Sensibilität nach einer deliranten Episode. Das frühere Delir ist deshalb kein abgeschlossener Eintrag in der Vorgeschichte, sondern ein Risikohinweis für die aktuelle Versorgung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein durchgemachtes Delir erhöht das Risiko für weitere Delire</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage nach dem Rezidivrisiko lässt sich nicht mit einer einzigen belastbaren Prozentzahl für „Menschen mit Demenz nach Delir“ beantworten. Dafür unterscheiden sich Settings, Demenzschwere, Frailty, Multimorbidität, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/02/28/gegeben-aber-nicht-genommen-der-stille-medikationsfehler/">Medikation</a>, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/03/11/demenz-auf-falscher-faehrte-bei-infektionen-schmerzen/">Infektlast</a> und Erhebungsmethoden zu stark.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Richtung ist aber klar: Ein Delir in der Vorgeschichte gilt als Risikofaktor für ein weiteres Delir. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/10/s3-leitlinie-delir-im-hoeheren-lebensalter-was-ist-neu/">Die S3-Leitlinie</a> formuliert für die Tertiärprävention, dass die nach einem Delir relevanten Risikofaktoren und deren Management weiter bedeutsam bleiben. In der stationären Langzeitpflege seien präventive nicht-pharmakologische Maßnahmen essenziell, um erneute Delirien zu vermeiden. Zugleich sei kontinuierliche interdisziplinäre Beobachtung nötig, um ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen und eine rasche Ursachenbehandlung zu ermöglichen. Pflegefachlich folgt daraus: Wer einmal ein Delir hatte, gehört bei neuer akuter Belastung wieder in die Delir-Risikogruppe. Bei Menschen mit Demenz gilt das besonders.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Willkommen in der Drehtür: <strong>Entlassung nach Delir ohne Nachsorgeempfehlung bleibt Risiko</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/06/29/kurzzeitpflege-verzweifelt-gesucht-uebergangspflege/">Krankenhäuser entlassen Menschen mit Demenz</a> nicht selten nach einem behandelten oder sich bessernden Delir. Die akute Ursache ist therapiert, die Medikation angepasst, die Person wirkt ruhiger oder wieder besser erreichbar. Oder wehrt sich wenigstens weniger gegen die Versorgung. Hilfreich wäre, konkrete Aussage zur Delirnachsorge zu treffen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="725" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-725x1024.png" alt="" class="wp-image-3691" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-725x1024.png 725w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-212x300.png 212w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik-768x1085.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/07/delirnachsorgegrafik.png 1055w" sizes="auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn ein Mensch mit Demenz während des Aufenthalts ein Delir hatte, reicht es nicht, nur die Medikation zu übergeben. Die Anschlussversorgung muss wissen, ob das Delir remittiert war oder ob noch Auffälligkeiten bestanden, welche Form beobachtet wurde, welche Auslöser wahrscheinlich waren und worauf Pflege, Hausarztpraxis und Angehörige in den nächsten Tagen und Wochen achten sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser stehen hier in der Verantwortung. Ein behandeltes oder gebessertes Delir ist kein erledigtes Randereignis, sondern ein relevantes Risiko für die weitere Versorgung. Deshalb gehören in Arztbrief und Pflegeverlegungsbericht konkrete ärztliche und pflegefachliche Handlungsempfehlungen: Wann ist eine erneute ärztliche Rückmeldung nötig? Welche Warnzeichen sprechen für ein persistierendes oder erneutes Delir? Welche körperlichen Auslöser müssen weiter beobachtet werden? Welche Medikationsrisiken bestehen? Welche Einschränkungen sind neu hinzugekommen?</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Delirnachsorge muss deshalb Teil der Entlassungsqualität sein – ärztlich und pflegefachlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was Pflege konkret beobachten muss</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir reicht eine allgemeine Formulierung wie „weiter beobachten“ nicht aus. Beobachtung muss konkretisiert werden. Pflegefachlich relevant sind vor allem: Aufmerksamkeit und Wachheit bzw. Fluktuation, Mobilität und Transfers (Bedarf), Essen, Trinken und Schlucken, Ausscheidung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Schmerz und Infektzeichen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach einem Delir darf Pflege nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Auch wenn das Delir formal vorbei ist, bleibt es relevant: zunächst wegen möglicher Persistenz, dann wegen erhöhter Komplikations- und Sterberisiken, langfristig wegen des Risikos weiterer Delire. In Verlegungsberichten bzw. Entlassbriefen darf und sollte dieser Nachsorgebedarf deutlich betont werden. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen bzw. weitere Links zum Thema</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie / Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“. AWMF-Register Nr. 109-001. 2025/2026.<br>Wichtig für Risikofaktoren, Follow-up Care, Tertiärprävention und Informationstransfer.<br><a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001">https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Houdelet-Oertel, A., Lauer, R., Molitor, V., Walter, R., Dörner, J., Palm, R., Otte, I., Vollmar, H. C., &amp; Holle, B. Prevalence of delirium among older nursing home residents: a systematic review and meta-analysis. European Geriatric Medicine. 2026.<br>Wichtig für Delir im Pflegeheim.<br><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s41999-026-01422-0">https://link.springer.com/article/10.1007/s41999-026-01422-0</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Whitby, J., Nitchingham, A., Caplan, G., Davis, D., &amp; Tsui, A. Persistent delirium in older hospital patients: an updated systematic review and meta-analysis. Delirium. 2022.<br>Wichtig für persistierendes Delir nach der Akutphase.<br><a href="https://deliriumjournal.com/article/36822-persistent-delirium-in-older-hospital-patients-an-updated-systematic-review-and-meta-analysis">https://deliriumjournal.com/article/36822-persistent-delirium-in-older-hospital-patients-an-updated-systematic-review-and-meta-analysis</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnorr, T. S., Fleiner, T. F., Schroeder, H., Reupke, I., Woringen, F., Trumpf, R., Schroeder, S., Zijlstra, W., &amp; Haussermann, P. Post-discharge mortality in patients with delirium and dementia: A 3-year follow up study. Frontiers in Psychiatry. 2022.<br>Wichtig für die frühe Hochrisikophase nach Delir auf Demenz.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.835696/full">https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.835696/full</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">National Institute for Health and Care Excellence. Delirium in adults. Quality statement 5: Communication of diagnosis to GPs. NICE Quality Standard QS63.<br>Wichtig für die Forderung, ein aktuelles oder abgeklungenes Delir in der Entlassungskommunikation ausdrücklich zu benennen.<br><a href="https://www.nice.org.uk/guidance/qs63/chapter/quality-statement-5-communication-of-diagnosis-to-gps">https://www.nice.org.uk/guidance/qs63/chapter/quality-statement-5-communication-of-diagnosis-to-gps</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/">Delir bei Demenz: Wenn die Akutphase vorbei ist, bleibt dennoch das Risiko</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/07/07/delir-bei-demenz-wenn-die-akutphase-vorbei-ist-bleibt-dennoch-das-risiko/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2026 07:00:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Arbeitskreise haben einen guten Ruf. Sie klingen nach Beteiligung, Qualität, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung. Wenn ein Krankenhaus ein schwieriges Thema nicht liegenlassen will, wird häufig ein Arbeitskreis gegründet. Oder ein&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/">Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Arbeitskreise haben einen guten Ruf. Sie klingen nach Beteiligung, Qualität, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung. Wenn ein Krankenhaus ein schwieriges Thema nicht liegenlassen will, wird häufig ein Arbeitskreis gegründet. Oder ein Qualitätszirkel. Oder eine Projektgruppe. Das wirkt zunächst vernünftig. Schließlich sollen unterschiedliche Berufsgruppen beteiligt werden. Pflege, ärztlicher Dienst, Sozialdienst, Therapie, Qualitätsmanagement, Entlassmanagement, Leitung, vielleicht noch Seelsorge, Hygiene oder Patientenmanagement.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade beim Thema Demenz scheint das naheliegend. Menschen mit Demenz betreffen im Krankenhaus nicht nur eine Berufsgruppe. Ihre Versorgung berührt Aufnahme, Diagnostik, Visite, Pflege, Therapie, Ernährung, Delirprävention, Entlassplanung und Angehörigenkommunikation. Ohne Abstimmung geht es nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Und doch liegt genau hier ein Problem: Viele Arbeitskreise stimmen viel ab, verändern aber wenig. Sie werden gegründet, weil ein Thema wichtig ist. Sie tagen, weil das Thema kompliziert ist. Sie protokollieren, weil man zeigen will, dass etwas geschieht. Und sie vertagen, weil niemand die eigentliche Entscheidung trifft.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So kann aus einem Arbeitskreis ein Instrument werden, ein Thema totlaufen zu lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Bearbeitung Veränderung ersetzt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gefährliche an ineffizienten Arbeitskreisen ist nicht, dass dort nichts passiert. Im Gegenteil: Es passiert oft sehr viel. Es werden Termine vereinbart, Tagesordnungen verschickt, Protokolle geschrieben, Untergruppen gebildet, Konzepte gesammelt, Beispiele diskutiert und Zuständigkeiten geprüft.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dadurch entsteht der Eindruck von Bewegung. Aber Bewegung ist noch keine Veränderung. Auf Station bleibt der Ablauf gleich. Angehörigeninformationen verschwinden weiter irgendwo in der Akte. Delirrisiken werden nicht verbindlich eingeschätzt. Pflegefachpersonen improvisieren weiterhin. Entlassungen bleiben brüchig. Der / die Demenzbeauftragte wird gerufen, wenn es eskaliert – nicht eingebunden, bevor es schwierig wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann ist der Arbeitskreis kein Motor der Veränderung mehr. Er ist eine Warteschleife. Und oftmals auch etwas Schmuck für die Mitglieder. Man ist &#8222;wer&#8220;, einfach weil man dabei ist. Solange ein Thema im Arbeitskreis liegt, kann auch die Organisation sagen, sie kümmere sich darum. Kritik wird abgefedert. Beschwerden werden aufgenommen. Engagierte Mitarbeitende sind beschäftigt. Führungskräfte können auf laufende Prozesse verweisen. Nur: ändert sich dadurch tatsächlich etwas? <br>Ein Arbeitskreis kann Veränderung vorbereiten. Aber er kann Veränderung auch ersetzen. Genau dann wird er problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Arbeitskreise oft scheitern</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele Arbeitskreise scheitern nicht, weil die beteiligten Menschen unfähig oder unwillig wären. Häufig sitzen dort gerade die Engagierten. Menschen, die das Problem erkannt haben. Menschen, die bessere Versorgung wollen. Menschen, die fachlich viel beitragen könnten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Scheitern liegt oft in der Konstruktion. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Z.B.: </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Auftrag ist zu weich. „Wir müssen etwas zum Thema Demenz machen“ ist kein Auftrag. Das ist eine Absicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es fehlt Entscheidungsmacht. Viele Arbeitskreise dürfen empfehlen, aber nichts verbindlich festlegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitung bleibt auf Abstand. Wenn Geschäftsführung, Pflegedirektion oder ärztliche Leitung den Arbeitskreis zwar dulden, aber nicht sichtbar tragen, wird das Thema schnell zum Zusatzprojekt engagierter Einzelner.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es wird zu viel über Haltung gesprochen und zu wenig über Prozesse. Natürlich braucht gute Demenzversorgung Haltung. Aber Haltung allein organisiert keine Aufnahme, kein Delirscreening, keine Angehörigeninformation, keine Ess- und Trinkunterstützung und keine Entlassplanung. Arbeitskreise bleiben oft bei Sensibilisierung stehen. Sie sagen, was wichtig wäre, aber nicht, wie es morgen verbindlich ablaufen soll.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es wird nicht gemessen. Viele Gremien wissen nicht, ob ihre Arbeit wirkt. Ohne Prüfpunkte bleibt Erfolg ein Gefühl.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background: #eef7fb; border-left: 7px solid #2b6f95; padding: 24px 28px; margin: 28px 0; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #1f1f1f; line-height: 1.6; font-size: 18px; border-radius: 8px;">

  <h3 style="margin: 0 0 20px 0; color: #17445f; font-size: 1.55em; line-height: 1.25;">
    Woran Sie erkennen, dass ein Arbeitskreis das Thema totläuft
  </h3>

  <p style="margin: 0 0 24px 0; font-size: 1.05em;">
    Ein Arbeitskreis wird problematisch, wenn er nicht mehr Veränderung vorbereitet, sondern Stillstand organisiert. Typische Warnzeichen sind:
  </p>

  <div style="margin: 0 0 18px 0;">

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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        </svg>
      </span>
      <span>Die gleichen Themen stehen seit Monaten auf der Tagesordnung.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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        </svg>
      </span>
      <span>Es gibt Protokolle, aber keine verbindlichen Entscheidungen.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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      </span>
      <span>Niemand kann sagen, was sich auf Station konkret verändert hat.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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      </span>
      <span>Der Arbeitskreis darf empfehlen, aber nichts festlegen.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
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      </span>
      <span>Leitung nimmt Berichte entgegen, entscheidet aber nicht.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0 0 16px 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
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          <text x="50" y="68" text-anchor="middle" font-size="58" font-family="Arial" font-weight="bold" fill="#111">!</text>
        </svg>
      </span>
      <span>Es werden neue Untergruppen gebildet, statt Zuständigkeiten zu klären.</span>
    </p>

    <p style="margin: 0; display: flex; align-items: flex-start; gap: 12px;">
      <span style="flex: 0 0 28px; margin-top: 3px;">
        <svg width="26" height="24" viewBox="0 0 100 90" aria-hidden="true">
          <polygon points="50,5 95,85 5,85" fill="#facc15" stroke="#111" stroke-width="6"></polygon>
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        </svg>
      </span>
      <span>Erfolg wird nicht gemessen.</span>
    </p>

  </div>

  <p style="margin: 24px 0 0 0; padding: 16px 0 0 0; border-top: 1px solid #b7d8e8; font-size: 1.05em;">
    <span style="font-weight: 700; color: #17445f;">Merksatz:</span>
    Wenn ein Arbeitskreis nach sechs Monaten keine konkrete Veränderung benennen kann, ist er wahrscheinlich kein Motor der Entwicklung, sondern Teil des Stillstands.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Der Arbeitskreis als Sedierungsmittel der Organisation</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Manchmal wirken Arbeitskreise wie ein Beruhigungsmittel für die Organisation. Sie reduzieren den Druck, ohne die Ursache zu behandeln. Ein Problem wird sichtbar. Mitarbeitende melden Überforderung. Angehörige beschweren sich. Qualitätsberichte zeigen Risiken. Vielleicht gibt es schlechte Bewertungen. Dann entsteht zumindest kurzfristig Handlungsdruck. Die Organisation reagiert: Wir gründen einen Arbeitskreis.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit ist der Druck zunächst kanalisiert. Es gibt einen Ort, an dem gesprochen wird. Die Empörung hat ein Protokoll. Die Kritik bekommt eine Tagesordnung. Die Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern. Das kann sinnvoll sein. Aber es kann auch dazu führen, dass Verantwortung verdünnt wird. Am Ende weiß jeder etwas. Viele haben mitgeredet. Niemand hat irgendwas entschieden, was im Krankenhausalltag eine echte Rolle spielt. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Krankenhäuser ist das besonders riskant, weil sie ohnehin komplexe Organisationen sind. Es gibt Berufsgruppen, Hierarchien, Bereiche, Schichtsysteme, Fachabteilungen und wirtschaftliche Zwänge. Wenn ein Querschnittsthema wie Demenz in dieser Struktur nicht klar geführt wird, versandet es fast automatisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenz ist ein ideales Thema, um im Arbeitskreis stecken zu bleiben.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es betrifft viele Bereiche. Niemand fühlt sich allein zuständig. Es ist fachlich komplex. Es kostet Zeit. Es erzeugt Konflikte. Es passt schlecht in standardisierte Abläufe. Es berührt Pflege, Medizin, Ethik, Kommunikation, Angehörigenarbeit, Entlassmanagement und Wirtschaftlichkeit. Genau deshalb kann jeder sagen: Das müssen wir gemeinsam klären. Und genau deshalb passiert oft zu wenig. Denn was gemeinsam geklärt werden soll, braucht am Ende trotzdem Entscheidung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was stattdessen nötig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Alternative zum Arbeitskreis ist nicht Alleingang. Krankenhäuser brauchen Abstimmung. Aber Abstimmung muss geführt werden. Ein wirksames Gremium braucht einen klaren Auftrag. Nicht „Demenz verbessern“, sondern eine konkrete Aufgabe: Aufnahmeprozess ändern, Angehörigeninformation standardisieren, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/08/19/delir-im-krankenhaus-warum-menschen-mit-demenz-besonders-gefaehrdet-sind/">Delirprävention</a> implementieren, Entlassmanagement anpassen, Pilotstation begleiten, Beschwerdemuster auswerten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Manchmal belustigt mich es fast, wenn man mir irgendwo erzählt, wie lange es den Arbeitskreis schon gibt und wie hochkarätig er doch besetzt ist. Oftmals schon seit vielen Jahren tagend &#8211; und dann stimmen trotzdem noch nicht einmal die Basics. Der Arbeitskreis hat es dann in X Jahren geschafft, für eine Spielesammlung auf Station zu sorgen, für ein paar Uhren und Kalender &#8211; und da und dort etwas Farbe. <br>Da fehlt es nicht nur am eigenen Anspruch, sondern auch an wirtschaftlicher Vernunft. Mich wundert oft, dass es scheinbar weder im Krankenhaus noch im Pflegeheim oder in sozialen Projekten (Fördergelder!) Leute gibt, die ab und an mal gegenrechnen was in der bezahlten Arbeitszeit der Mitglieder effektiv für Patienten, Mitarbeitende und die Organisation herausgekommen ist. Nicht undbedingt in Euro, aber in tatsächlich umgesetzen Veränderungen. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nochmals: die Alternative zum Arbeitskreis ist nicht automatisch der Alleingang. Die Alternative ist, Effizenz zu ermöglichen &#8211; aber <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/17/unsichtbarer-mehraufwand-demenz-ist-im-krankenhaus-auch-ein-steuerungsproblem/">unbedingt auch führungsseitig</a> zu verlangen und zu überprüfen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3608" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1024x576.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-300x169.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-768x432.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1536x864.png 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50-1320x743.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/ChatGPT-Image-20.-Mai-2026-08_42_50.png 1672w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für das Thema Demenz heißt das: <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/10/22/krankenhausreport-was-besser-werden-muss-in-der-versorgung-von-patienten-mit-demenz/">Krankenhäuser müssen klären, ob Demenzsensibilität ein freiwilliges Zusatzthema bleibt oder Teil der Regelversorgung wird.</a> Ob Demenzbeauftragte nur beraten sollen oder einen echten Auftrag bekommen. Ob Angehörigeninformationen zufällig genutzt oder systematisch erhoben werden. Ob Delirprävention gewollt oder verbindlich organisiert wird. Ob Pflegefachpersonen weiter improvisieren müssen oder Strukturen erhalten, die ihre Arbeit unterstützen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jeder Arbeitskreis muss sich beweisen.</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade im Krankenhaus besteht die Gefahr, dass schwierige Themen nicht offen abgelehnt, sondern endlos bearbeitet werden. Das klingt konstruktiv, ist aber oft nur eine andere Form des Stillstands.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Demenz ist dafür ein besonders deutliches Beispiel. Das Thema ist bekannt. Die Probleme sind beschrieben. Die demografische Entwicklung ist absehbar. Angehörige berichten öffentlich von schlechten Erfahrungen. Pflegefachpersonen tragen die Zusatzbelastung. Trotzdem bleibt in vielen Häusern zu viel unverbindlich.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Tipp aus meiner Erfahrung: Besetzen Sie Arbeitskreise nicht nur mit den üblichen Freiwilligen. Holen Sie bewusst auch Mitarbeitende dazu, die keine Geduld für &#8222;Laberrunden&#8220; haben und Sitzungen nicht als &#8222;sozialen Treffpunkt&#8220; (miss)verstehen. Das sind oft genau die Personen, die nach Auftrag, Entscheidung, Frist und Umsetzung fragen und auch einen entsprechenden Druck mit hineinbringen. Für effiziente Arbeitskreise ist diese Art der Ungeduld Qualitätsmerkmal.<br> </p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/05/20/kampf-dem-arbeitskreis-warum-solche-gremien-oft-mehr-schaden-als-nuetzen/">Kampf dem Arbeitskreis: Warum solche Gremien oft mehr schaden als nützen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 09:53:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Pflegefachperson unterstützt einen Menschen mit Demenz. Plötzlich schlägt die Person um sich, tritt, kratzt, spuckt oder beschimpft sie. Die Kollegin weicht zurück, atmet durch und sagt: „Alles gut, kenne&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/">Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Pflegefachperson unterstützt einen Menschen mit Demenz. Plötzlich schlägt die Person um sich, tritt, kratzt, spuckt oder beschimpft sie. Die Kollegin weicht zurück, atmet durch und sagt: „Alles gut, kenne ich.“ Dann geht sie ins nächste Zimmer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genau hier beginnt das Problem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich gehört es zur Professionalität, krankheitsbedingtes Verhalten einzuordnen. Ein Mensch mit Demenz schlägt meist nicht, weil er gezielt verletzen will. Oft versteht er die Situation nicht, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/">fühlt sich bedroht</a>, hat Schmerzen, Angst oder Scham. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/13/und-dann-schlug-sie-ploetzlich-zu/">Eine Analyse wie es zur Situation gekommen ist</a>, lohnt immer um sie künftig vermeiden zu können. Diese Einordnung schützt vor Schuldzuweisung und Gegenaggression. Aber sie bedeutet nicht, dass der Vorfall an der Pflegefachperson spurlos vorbeigeht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Schlag kann verletzen, auch wenn er krankheitsbedingt ausgelöst wurde. Bespuckt zu werden kann beschämend sein, auch wenn es nicht absichtlich demütigen soll. Eine Drohung kann nachhallen, auch wenn die betroffene Person fünf Minuten später nichts mehr davon weiß.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen „Stell dich nicht so an“ und „Du brauchst Therapie“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach kritischen Ereignissen gibt es in Teams oft zwei Reflexe. Der eine lautet: „Das gehört dazu. Wir sind Profis.“ Der andere lautet: „Wenn dich das belastet, brauchst du professionelle Hilfe.“. Beides greift zu kurz. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ja, Pflegefachpersonen erleben in der Demenzpflege Krisen, Abwehr, Aggression, Sterben, Stürze und Überforderung. Aber Professionalität bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Und ein Buddy-Check ist auch keine Therapie. Er ist eine kurze kollegiale Sicherheits- und Stabilisierungsschleife.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ein Buddy-Check ist</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Buddy-Check ist ein kurzer Blick auf die Kollegin oder den Kollegen nach einem kritischen Ereignis. Nicht als Verhör. Nicht als Schuldsuche. Sondern als einfache Klärung:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bist du verletzt? Kannst du gerade weiterarbeiten? Brauchst du Abstand oder Ablösung? Ist die Versorgung der Person mit Demenz gesichert? Muss jemand informiert werden? Braucht es Dokumentation, Unfallmeldung, Arztkontakt oder später eine Nachbesprechung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check dramatisiert nicht. Er verhindert aber, dass jemand nach Gewalt, Sturz, Tod, Reanimation, Fehler, Angehörigeneskalation oder einer beschämenden Situation allein im Funktionsmodus weiterläuft.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="725" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-725x1024.png" alt="" class="wp-image-3567" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-725x1024.png 725w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-212x300.png 212w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-768x1085.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1.png 1055w" sizes="auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px" /></a></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Wann er sinnvoll ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Buddy-Check sollte angeboten werden nach körperlichen Angriffen wie Schlagen, Treten, Kratzen, Beißen, Stoßen oder Spucken. Ebenso nach Drohungen, massiver verbaler Eskalation, sexualisierten Grenzverletzungen, schweren Stürzen, Todesfällen, Reanimationen, Medikationsfehlern, Weglaufereignissen, Gewalt zwischen Bewohnern oder Patienten und massiven Angehörigeneskalationen. Und immer dann, wenn eine Kollegin / Kollege sagt oder zeigt: „Das geht mir gerade nahe.“. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Verbindlich sollte der Blick auf die Kollegin oder den Kollegen sein. Freiwillig bleibt, wie viel die betroffene Person erzählen möchte, ob sie das Angebot wahrnimmt oder nicht. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>So kann der Buddy-Check aussehen</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Anlass erkennen<br>Nach Gewalt, Drohung, Sturz, Tod, Fehler, massiver Eskalation oder sichtbarer Belastung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Kurz absichern<br>„Bist Du verletzt?“<br>„Kannst Du weiterarbeiten?“<br>„Brauchst Du Abstand, Ablösung oder Hilfe?“</li>



<li class="has-medium-font-size">Versorgung ordnen<br>Wer kümmert sich jetzt um die Person mit Demenz? Wer übernimmt Dokumentation, Leitungskontakt, Arztkontakt oder Angehörigeninformation?</li>



<li class="has-medium-font-size">Belastung ernst nehmen<br>Kein „Stell dich nicht so an“. Kein Verhör. Kein Schuldgespräch. Ein Satz reicht oft: „Das war gerade viel. Wir schauen jetzt, was nötig ist.“. </li>



<li class="has-medium-font-size">Weiteren Bedarf prüfen<br>Reicht der kurze Check? Oder braucht es Entlastungsgespräch, Unfallmeldung, Gefährdungsanzeige, Supervision, Betriebsarzt oder sogar professionelle Hilfe?</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich hab doch Erfahrung &#8211; das macht mir nichts mehr aus.&#8220; </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele erfahrene Pflegefachpersonen entwickeln eine hohe Belastungsroutine. Sie bleiben ruhig, wenn jemand schreit, abwehrt oder schlägt. Diese Routine ist wertvoll und gerade in einem Beruf mit hohem Druck auch unabdingbar. Aber Routine ist nicht Unverletzlichkeit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wiederholte Gewalt, Demütigung und Bedrohung können sich leise ablagern: als Erschöpfung, Gereiztheit, Zynismus, Schlafproblem, Rückzug oder Verlust an Mitgefühl. Manchmal merkt man die Belastung nicht sofort. Sondern daran, dass man härter im Ton wird, weniger Geduld hat, bestimmte Personen meidet oder nach Diensten schlechter abschaltet. Und für Leitungskräfte und Institutionen wird am Ende oftmals eine Stundenreduzierung oder sogar eine &#8222;Kündigung aus dem Nichts&#8220; daraus. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check unterstellt niemandem Schwäche. Er fragt nur: Hat diese Situation gerade etwas mit Dir gemacht – körperlich, innerlich oder für die nächsten Arbeitsschritte? Er kann ein festes, entlastendes Element der Teamroutine werden, dass in einem spannungsreichen Arbeitsfeld tätig ist. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jeder ist als Buddy geeignet</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#eaf6ff; border-left:6px solid #2f80c9; padding:22px 24px; margin:28px 0; border-radius:10px; font-size:18px; line-height:1.55; color:#1f2933;">
  <h3 style="margin-top:0; margin-bottom:14px; font-size:24px; line-height:1.25; color:#174a7c;">
    Buddy-Check für Führungskräfte
  </h3>

  <p style="margin:0 0 14px 0;">
    So machen Sie aus einer guten Idee einen verlässlichen Ablauf:
  </p>

  <ol style="margin:0; padding-left:24px;">
    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Standard festlegen:</strong><br>
      Der Buddy-Check wird als kurzer Pflichtschritt nach definierten kritischen Ereignissen eingeführt – nicht als freiwillige Nettigkeit.
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Zuständigkeit klären:</strong><br>
      Pro Dienst muss klar sein: Wer startet den Buddy-Check? Wer kann kurz ablösen? Wer informiert bei Bedarf die Leitung?
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Zeitfenster ermöglichen:</strong><br>
      Führungskräfte erlauben ausdrücklich, dass eine Pflegefachperson nach einem Vorfall kurz aus der Situation genommen wird.
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Schlank dokumentieren:</strong><br>
      Nicht Gesprächsinhalte dokumentieren, sondern nur: Buddy-Check angeboten, Weiterleitung nötig, Ablösung organisiert.
    </li>

    <li style="margin-bottom:0;">
      <strong>Nachsteuern:</strong><br>
      Leitung prüft regelmäßig: Wird der Buddy-Check genutzt? Gibt es Häufungen? Braucht das Team Schulung, Entlastung oder klarere Abläufe?
    </li>
  </ol>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für einen Buddy-Check braucht es ein Mindestmaß an Vertrauen und Vertraulichkeit. Geeignet sind Kolleginnen und Kollegen, die ruhig, diskret und nicht wertend sind. Die zuhören können, ohne sofort zu belehren. Die entlasten, ohne zu verharmlosen.<br>Ungeeignet sind Personen, die Vorfälle weitererzählen, Schuld verteilen, andere beschämen oder alles mit einem „Das ist doch normal bei Demenz!“ abtun. Eine einfache Faustregel lautet: Buddy ist nicht, wer am meisten redet. Buddy ist, wem andere auch nach einem schlechten Moment noch vertrauen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check richtet sich zunächst an die Pflegefachperson. Aber er schützt auch die Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz nehmen Anspannung, Ärger, Angst, Hast und Unsicherheit oft sehr deutlich wahr. Ein angespannter Tonfall, ein schneller Griff oder eine gekränkte Reaktion können neue Abwehr auslösen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein kurzer Buddy-Check kann verhindern, dass aus einem Vorfall eine Eskalationskette wird. Eine Kollegin kann übernehmen, Abstand schaffen und mitdenken: Was hat die Person mit Demenz gerade erlebt? Was braucht sie jetzt? Und was braucht die Pflegefachperson, um wieder ruhig und sicher handeln zu können?</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich braucht nicht jeder nach einem kritischen Ereignis Therapie. Das wäre lebensfremd. Aber jedes kritische Ereignis verdient einen kurzen professionellen Blick auf die betroffenen Kollegen. Der Buddy-Check macht Teams auch nicht empfindlicher. Er macht sie professioneller. Er schließt die Lücke zwischen Vorfall und Weiterarbeiten – genau dort, wo Pflegefachpersonen oft funktionieren müssen, obwohl sie innerlich noch nicht wieder stabil sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Pflege gelingt besser, wenn auch die Helfenden nach belastenden Momenten nicht allein gelassen werden. Ein Buddy-Check als Teamroutine lässt sich vergleichsweise einfach und schnell implementieren. Er hat zudem den niedrigschwelligen Vorteil, dass jene die ihn brauchen bestenfalls auf jene treffen, die tägliches Arbeitsumfeld, Umstände und Situation kennen, statt als Dritte von Außen Dinge (er)klären zu wollen. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/">Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 08:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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		<category><![CDATA[schreien und rufen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhe bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen von Schreien]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten bei Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/">Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird das Phänomen schnell als massive Störung erlebt. Gerade darin liegt ein Teil des Problems: Das Verhalten erzeugt Druck. Möglichst schnell soll wieder Ruhe einkehren. Doch wer Schreien und Rufen nur als Lärm oder gar als bloßes Fehlverhalten versteht, übersieht oft, worum es eigentlich geht und schränkt die eigenen Handlungsoptionen ein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn anhaltendes Schreien ist ein hochbelastendes Dauersignal. Es kann Ausdruck von Not, Überforderung, Schmerz, Angst, Stress, innerer Unruhe oder misslingender Kommunikation sein. In der Fachliteratur wird dieses Verhalten meist unter Begriffen wie „persistent vocalizations“ oder „disruptive vocalizations“ beschrieben. Zugleich zeigt die Forschung: Die Studienlage ist begrenzt und uneinheitlich, gerade deshalb ist im Alltag ein systematisches pflegefachliches Vorgehen so wichtig.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/SchreienKurzSketchFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/channel/UCBkAPMP0XeRVcd9TA2WlY-w">Weitere kurze, informative Filme zum Thema Demenz finden Sie auf dem Youtubekanal: Demenz: Aufmerksam gemacht. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur Lärm, sondern ein Signal</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schreien und Rufen ist bei Demenz nicht automatisch absichtsvoll, aggressiv oder „charakterbedingt“. Es kann zwar auch mit der Hirndegeneration selbst zusammenhängen, etwa als Teil neuropsychiatrischer Symptome. Fachlich wäre es aber zu kurz gegriffen, das Verhalten allein darauf zu reduzieren. Häufig ist es sinnvoller, von einem Zusammenspiel aus Hirnveränderungen, körperlichen Belastungen, Umweltreizen, Interaktion und unbefriedigten Bedürfnissen auszugehen. Genau deshalb lohnt es sich, hinter das Verhalten zu schauen, statt nur gegen das Symptom anzukämpfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist ein Perspektivwechsel: Nicht sofort fragen „Wie kriegen wir das weg?“, sondern zuerst „Was könnte hier gerade dahinterstecken?“ Diese Frage löst nicht alles. Aber sie schützt davor, vorschnell nur das Symptom zum Schweigen zu bringen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#dff1fb; padding:18px 20px; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  Schreien und Rufen lässt sich nicht immer vollständig beenden. Aber oft lässt sich die Situation besser verstehen, eingrenzen oder abschwächen. Dafür braucht es ein gemeinsames Vorgehen. Angehörige sollten nicht mit dem Eindruck alleinbleiben, sie hätten einfach „nicht genug beruhigt“. Pflegefachpersonen wiederum brauchen Rückhalt dafür, dass systematische Beobachtung und kleinschrittiges Ausprobieren keine Nebensache, sondern Kern der Versorgung sind.
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anhaltendes Schreien und Rufen bei Demenz ist so belastend, weil es fast nie nur Lärm ist. Es ist meist ein Signal für Not, Überforderung oder misslingende Kommunikation und trifft zugleich auf ein Versorgungssystem, in dem genau die nötige intensive Ursachenarbeit oft schwer umzusetzen ist. Gerade deshalb braucht es mehr als Beruhigen. Es braucht Beobachtung, Geduld, Dokumentation und den Mut, auch kleine Hinweise ernst zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie in anderen Artikeln zum <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/01/27/schreien-und-rufen-als-extremphaenomen/">Thema Schreien und Rufen</a> auf dieser Webseite. Ein <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/06/06/verhalten-im-grenzbereich-schreien-und-rufen-bei-demenz/">Interview mit einem Experten </a>finden Sie hier. </p>



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<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(Amazon Affiliate-Link): <a href="https://amzn.to/4meL4Np">Eine etwas umfangreichere Beschreibung des Phänomens und mögliche Lösungsschritte für die Pflege finden Sie in dieser Praxishilfe</a> (Amazon-Affiliate-Link). </p>
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		<title>Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:14:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen kennen solche Situationen: Ein Mensch mit Demenz zieht bei der Körperpflege die Decke hoch, dreht den Kopf weg oder sagt entschieden: „Lassen Sie mich in Ruhe.“ Beim Essen wird der Löffel abgewehrt, beim Aufstehen die Hand zurückgezogen, beim Wechseln von Inkontinenzmaterial steigt plötzlich die Spannung. Schnell entsteht dann der Eindruck, jemand „mache nicht mit“ oder sei „schwierig“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Oft steckt dahinter Reaktanz: ein verständlicher innerer Widerstand gegen erlebten Druck, Fremdbestimmung oder Überrumpelung. Gerade bei Menschen mit Demenz ist dieses Thema im Pflegealltag zentral. Denn gute Pflege muss nicht nur fachlich richtig sein. Sie muss auch so gestaltet werden, dass ein Mensch sich nicht ausgeliefert fühlt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine kompakte Information bietet dieser Film:</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/ReaktanzFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=J7IMldNCI08">Diesen und weitere Info-Filme zum Thema Demenz können Sie auch über Youtube anschauen.</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was Reaktanz bedeutet</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz ist Widerstand, der entsteht, wenn Menschen sich gedrängt oder in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt fühlen. Einfach gesagt: Wenn jemand den Eindruck hat, „ich soll hier zu etwas gebracht werden“, kommt oft eine Gegenreaktion. Man will dann gerade nicht tun, was verlangt, empfohlen oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Psychologisch ist das gut nachvollziehbar. Menschen haben ein Grundbedürfnis nach Selbstbestimmung, Kontrolle und eigener Entscheidung. Sobald dieses Gefühl bedroht ist, entsteht innerer Widerstand. Dieser richtet sich oft nicht einmal gegen die Sache selbst, sondern gegen die Art, wie sie vermittelt oder durchgesetzt wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Je stärker der Druck, desto größer oft die Reaktanz.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Reaktanz bei Menschen mit Demenz besonders wichtig ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz erleben den Alltag häufig als unsicher, verwirrend oder schwer durchschaubar. Vieles ist unklar, manches fremd, manches beängstigend. Umso wichtiger wird das Gefühl, wenigstens über den eigenen Körper, den eigenen Abstand oder den aktuellen Moment <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">noch mitentscheiden zu können.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn dann jemand schnell, bestimmt, korrigierend oder ohne ausreichende Anbahnung auftritt, kann das leicht als Übergriff erlebt werden. Die betroffene Person kann ihr Unbehagen oft nicht mehr differenziert erklären. Stattdessen zeigt sich der Widerstand über Verhalten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Reaktanz zeigt sich im pflegerischen Alltag besonders häufig in Situationen, die körpernah, schambesetzt oder mit Zeitdruck verbunden sind. Dazu gehören vor allem die Körperpflege, das Anreichen von Essen und Trinken, das Aufstehen oder Umsetzen, die Medikamentengabe, das Wechseln von Inkontinenzmaterial oder Maßnahmen, die gegen den erkennbaren Willen der Person „durchgesetzt“ werden sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade dort, wo Nähe, Tempo und Fremdbestimmung zusammenkommen, steigt das Risiko für Widerstand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jede Ablehnung ist Reaktanz</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So wichtig das Konzept ist: Nicht jede Ablehnung bei Demenz ist automatisch Reaktanz. Hinter Abwehr können auch Schmerzen, Angst, Scham, Kälte, Überforderung, Missverständnisse, Hörprobleme, eine ungünstige Tagesform oder eine depressive Stimmung stehen. Auch Hunger, Durst, Müdigkeit, eine ungewohnte Pflegeperson oder eine zu laute Umgebung können eine Rolle spielen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#dff3ff; border-left:6px solid #5aa9d6; padding:18px 20px; margin:20px 0; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  <p style="margin:0 0 12px 0;">
    Reaktanz ist deshalb nicht vorschnell eine Erklärung, sondern eher ein Hinweis: Die Person erlebt gerade etwas als zu viel, zu nah, zu schnell oder zu fremdbestimmt.
  </p>
  <p style="margin:0;">
    Für Pflegefachpersonen ist genau das entscheidend. Sie sollten Widerstand nicht vorschnell als „schwieriges Verhalten“ bewerten, sondern als Signal verstehen, dass die Situation anders gestaltet werden muss.
  </p>
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Was Pflegefachpersonen besser nicht tun sollten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Reaktanz sichtbar wird, verschärft sich die Lage häufig durch gut gemeinte, aber ungünstige Reaktionen. Dazu gehören vor allem Drängen, Diskutieren, Korrigieren, mehrfaches Auffordern in kurzer Folge oder das Weitermachen gegen erkennbaren Widerstand.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch Sätze wie „Sie müssen jetzt“, „Stellen Sie sich nicht so an“ oder „Das haben wir doch eben erklärt“ erhöhen meist den Druck. Gleiches gilt, wenn Zeitnot sichtbar gemacht wird oder die betroffene Person vor anderen korrigiert wird.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Je deutlicher die Person das Gefühl bekommt, dass über sie hinweg entschieden wird, desto größer wird oft die Gegenreaktion.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was stattdessen sofort hilfreich sein kann</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In akuten Situationen ist nicht die perfekte Erklärung entscheidend, sondern ein ruhiger, klarer und entlastender Umgang.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist zunächst, kurz innezuhalten. Nicht sofort weiterarbeiten. Abstand und Tempo prüfen. Blickkontakt suchen, ohne zu bedrängen. Die Situation mit einem einfachen Satz entschärfen. Und, wenn möglich, eine kleine Wahlmöglichkeit anbieten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zum Beispiel:<br>„Ich mache langsam.“<br>„Sie entscheiden mit.“<br>„Wir können kurz warten.“<br>„Möchten Sie erst das Gesicht oder erst die Hände waschen?“<br>„Ich sehe, dass Ihnen das gerade unangenehm ist.“</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Solche Sätze wirken nicht deshalb, weil sie besonders raffiniert sind. Sie wirken, weil sie (das Gefühl von) Kontrolle zurückgeben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erst Beziehung, dann Handlung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine der wichtigsten pflegerischen Regeln im Umgang mit Reaktanz lautet: Erst Beziehung, dann Handlung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das heißt konkret: nicht einfach anfangen, sondern erst ankommen. Mit Namen ansprechen. Sich bemerkbar machen. Die Situation knapp erklären. Nur einen Schritt auf einmal ankündigen. Den Menschen nicht sofort anfassen. Und auf Mimik, Körperspannung und Unruhe früh achten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele eskalierende Situationen entstehen nicht, weil eine Maßnahme grundsätzlich unmöglich wäre, sondern weil der Einstieg misslingt. Pflege gelingt häufig besser, wenn sie angebahnt statt befohlen wird. Wie viele andere Dinge übrigens auch &#8211; nicht nur bei Menschen mit Demenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/01/reaktanz-bei-menschen-mit-demenz-wenn-hilfe-als-druck-erlebt-wird/">Reaktanz bei Menschen mit Demenz: Wenn Hilfe als Druck erlebt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
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