<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Pflegeheim Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<atom:link href="https://demenz-zeitung.de/tag/pflegeheim/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/pflegeheim/</link>
	<description>Informationen rund um Demenz, Pflege und Versorgung</description>
	<lastBuildDate>Sun, 27 Sep 2026 08:29:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2025/01/cropped-LeitbildFremdmeldungen-32x32.jpg</url>
	<title>Pflegeheim Archive - Demenz-Zeitung</title>
	<link>https://demenz-zeitung.de/tag/pflegeheim/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>FTD: Verhaltensveränderungen mit früherem Heimeinzug verbunden</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/27/ftd-verhaltensveraenderungen-mit-frueherem-heimeinzug-verbunden/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/27/ftd-verhaltensveraenderungen-mit-frueherem-heimeinzug-verbunden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 08:24:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigenbelastung]]></category>
		<category><![CDATA[demenzforschung]]></category>
		<category><![CDATA[emantische Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[frontotemporale demenz]]></category>
		<category><![CDATA[ftd]]></category>
		<category><![CDATA[häusliche versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[heimeinzug]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive Tests]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[svPPA]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensveränderungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3862</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie lange kann ein Mensch mit Demenz zu Hause versorgt werden? Eine aktuelle französische Studie deutet darauf hin, dass bei Menschen mit semantischer Demenz nicht vor allem kognitive Testergebnisse ausschlaggebend&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/27/ftd-verhaltensveraenderungen-mit-frueherem-heimeinzug-verbunden/">FTD: Verhaltensveränderungen mit früherem Heimeinzug verbunden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie lange kann ein Mensch mit Demenz zu Hause versorgt werden? Eine aktuelle französische Studie deutet darauf hin, dass bei Menschen mit semantischer Demenz nicht vor allem kognitive Testergebnisse ausschlaggebend sind. Deutlich stärker war der Zusammenhang mit Verhaltensveränderungen, die bereits bei der Diagnosestellung bestanden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie lange kann ein Mensch mit Demenz noch zu Hause versorgt werden? Eine aktuelle französische Studie deutet darauf hin, dass bei Menschen mit semantischer Demenz nicht vor allem kognitive Testergebnisse ausschlaggebend sind. Deutlich stärker war der Zusammenhang mit Verhaltensveränderungen, die bereits bei der Diagnosestellung bestanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht der kognitive Testwert war entscheidend</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der zentrale Befund: Weder kognitive Testergebnisse noch Geschlecht, Bildungsstand oder die Seite der Hirnatrophie sagten den Zeitpunkt des späteren Heimeinzugs besonders gut voraus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deutlich stärker hing dieser mit Verhaltensveränderungen zusammen. Zu den erfassten Veränderungen gehörten unter anderem zunehmende Starrheit bei Routinen, starke Selbstbezogenheit, Enthemmung oder andere soziale Auffälligkeiten. Schwerere Ausprägungen konnten auch Selbst- oder Fremdaggression umfassen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">78 Prozent der untersuchten Personen zeigten bereits bei Diagnosestellung zumindest gewisse Verhaltensveränderungen. Bei rund 30 Prozent waren diese so ausgeprägt, dass sie den Alltag merklich beeinflussten. Menschen ohne oder nur mit minimalen Verhaltensauffälligkeiten wurden im Median erst etwa 9,3 Jahre nach der Diagnose in ein Pflegeheim aufgenommen. Bei Menschen mit zumindest mild ausgeprägten Verhaltensveränderungen waren es etwa 6,3 Jahre – rund drei Jahre früher.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Belastung im Alltag rückt stärker in den Blick</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#f7f4ef; border-left:5px solid #9a7652; padding:18px 20px; margin:24px 0;">
  <h3 style="margin-top:0;">Ergebnisse nicht auf Alzheimer übertragbar</h3>

  <p>
    Die Ergebnisse dürfen nicht ohne Weiteres auf Menschen mit Alzheimer-Demenz übertragen werden.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Die semantische Demenz gehört zum Spektrum der frontotemporalen Demenzen
    (genauer: semantische Variante der primär progressiven Aphasie, svPPA).
    Während bei der typischen Alzheimer-Krankheit häufig zunächst das Lernen und Behalten neuer Informationen beeinträchtigt ist,
    stehen bei der semantischen Demenz vor allem Sprache, Wortbedeutungen und begriffliches Wissen im Vordergrund.
    Im weiteren Verlauf können Veränderungen von Persönlichkeit und Verhalten hinzukommen.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind auch deshalb relevant, weil kognitive Testwerte im klinischen Alltag häufig als Maß für den Schweregrad einer Demenz herangezogen werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie zeigt jedoch, dass solche Werte allein wenig darüber aussagen müssen, wie lange eine Versorgung zu Hause tatsächlich gelingt. Gerade Verhaltensveränderungen können den gemeinsamen Alltag erheblich belasten. Die von den Forschenden verwendete Verhaltensskala berücksichtigte deshalb auch, wie stark Veränderungen Auswirkungen auf Angehörige und das soziale Umfeld hatten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Autoren sehen darin einen möglichen Grund dafür, warum ausgeprägtere Verhaltensveränderungen mit einem früheren Heimeinzug verbunden waren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Studie selbst hat Grenzen. Sie war retrospektiv angelegt, umfasste nur 90 Personen und kann nicht zeigen, dass bestimmte Verhaltensveränderungen den Heimeinzug unmittelbar verursachen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Sie weist aber auf einen wichtigen Punkt hin: Wie lange häusliche Versorgung gelingt, hängt offenbar nicht nur davon ab, wie jemand in einem kognitiven Test abschneidet. Mindestens ebenso wichtig kann sein, wie stark sich Verhalten und gemeinsamer Alltag verändern.</p>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quelle:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Melkonian M, Lucas W, Merck C, Salmon A, Eustache F, Laisney M, Belliard S. <em>Behavior determines times to care home admission and death in semantic dementia: Insights from a cohort of 90 cases.</em> Alzheimer’s &amp; Dementia. 2026; e71859. DOI: 10.1002/alz.71859.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/27/ftd-verhaltensveraenderungen-mit-frueherem-heimeinzug-verbunden/">FTD: Verhaltensveränderungen mit früherem Heimeinzug verbunden</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/27/ftd-verhaltensveraenderungen-mit-frueherem-heimeinzug-verbunden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der unterschätzte Alltag – warum Alltagsarbeit viel wichtiger sein kann als die nächste Betreuungsrunde</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/25/der-unterschaetzte-alltag-warum-alltagsarbeit-viel-wichtiger-sein-kann-als-die-naechste-betreuungsrunde/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/25/der-unterschaetzte-alltag-warum-alltagsarbeit-viel-wichtiger-sein-kann-als-die-naechste-betreuungsrunde/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 20:09:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsaktivitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagskompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Beschäftigung bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Böhm]]></category>
		<category><![CDATA[Normalitätsprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[personzentrierte Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[prozedurales Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[teilhabe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3844</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gedächtnisrunde am Vormittag, Bastelangebot am Nachmittag. In vielen Pflegeeinrichtungen gehört diese Form der Beschäftigung fest zum Alltag. Gut gemeint ist das immer. Doch die Frage ist: Nutzt sie tatsächlich die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/25/der-unterschaetzte-alltag-warum-alltagsarbeit-viel-wichtiger-sein-kann-als-die-naechste-betreuungsrunde/">Der unterschätzte Alltag – warum Alltagsarbeit viel wichtiger sein kann als die nächste Betreuungsrunde</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gedächtnisrunde am Vormittag, Bastelangebot am Nachmittag. In vielen Pflegeeinrichtungen gehört diese Form der Beschäftigung fest zum Alltag. Gut gemeint ist das immer. Doch die Frage ist: Nutzt sie tatsächlich die Fähigkeiten, die Menschen mit Demenz noch haben?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Forschung legt nahe, Beschäftigung anders zu denken. Denn gerade vertraute Tätigkeiten aus dem normalen Alltag können bei Menschen mit Demenz an Fähigkeiten und eingeübte Handlungsmuster anknüpfen, die teilweise länger verfügbar bleiben als bewusst abrufbares Wissen und Erinnerungen. Vielleicht muss deshalb nicht immer eine neue Beschäftigung erfunden werden. Ein großer Teil guter Aktivierung steckt bereits im Alltag selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Erinnern schwerfällt, Handeln aber noch möglich ist</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#eef6fb; border-left:6px solid #2f6f9f; padding:18px 20px; border-radius:10px; margin:20px 0; box-shadow:0 2px 6px rgba(0,0,0,0.06);">
  <div style="display:flex; align-items:flex-start; gap:12px;">
    <div style="font-size:28px; line-height:1;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f4a1.png" alt="💡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></div>
    <div>
      <div style="font-size:22px; line-height:1.3; color:#1f4e73; margin-bottom:10px;">
        <strong>Der entscheidende Perspektivwechsel</strong>
      </div>
      <div style="font-size:19px; line-height:1.6; color:#2b2b2b;">
        Nicht zuerst fragen:<br>
        „Was können wir heute mit den Bewohnerinnen und Bewohnern machen?“
        <br><br>
        Sondern:
        <span style="font-size:21px; color:#1f4e73;"><strong>„Was können sie hier selbst tun?“</strong></span>
      </div>
    </div>
  </div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gedächtnis besteht aus unterschiedlichen Systemen. Bei einer Alzheimer-Erkrankung ist insbesondere das bewusste Erinnern an Ereignisse und neue Informationen früh beeinträchtigt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb kann schon die scheinbar harmlose Frage „Welcher Wochentag ist heute?“ für einen Menschen mit Demenz schwierig sein. Anders sieht es teilweise bei über lange Zeit eingeübten Handlungen aus. Das sogenannte prozedurale beziehungsweise implizite Gedächtnis ist an automatisierte Fertigkeiten und Bewegungsabläufe beteiligt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Betroffener kann möglicherweise nicht mehr sagen, welcher Tag heute ist – aber noch einen Tisch decken. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist kein Widerspruch.</p>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Übersichtsarbeit über 23 Studien zum motorischen Lernen bei Menschen mit Alzheimer zeigte, dass implizite Lernfähigkeiten trotz der Erkrankung erhalten sein können. Die Autoren folgerten daraus, dass praktische Fertigkeiten auch für Rehabilitation und den Erhalt von Selbstständigkeit genutzt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz durch gezieltes Üben alltäglicher Handlungen ihre Ausführung verbessern konnten. Das bedeutet nicht, dass solche Fähigkeiten unbegrenzt erhalten bleiben. Aber es bedeutet: Es lohnt sich, gezielt nach ihnen zu suchen. Erfahrungsgemäß sind Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten hier hervorragende Ratgeber die die Suche und den Perspektivwechsel unterstützen können. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Alltag verlangt mehr, als man ihm ansieht</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Einen Tisch zu decken wirkt zunächst banal. Tatsächlich müssen Gegenstände erkannt, gegriffen und richtig platziert werden. Bewegung, Wahrnehmung und vertraute Handlungsabläufe greifen ineinander.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vor allem aber hat die Tätigkeit einen Sinn. Am Ende ist der Tisch gedeckt. Genau darin unterscheidet sich eine solche Aufgabe von manchen künstlich geschaffenen Beschäftigungsangeboten. Beim Alltag wird nicht nur eine Aufgabe erledigt, damit jemand beschäftigt ist. Die Tätigkeit ist Teil des gemeinsamen Lebens. Und so können wir die Chance nutzen, dass aus „Wir beschäftigen Herrn Müller“ etwas anderes wird: „Herr Müller hilft beim Tischdecken.“. Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Tatsächlich verändert es die Rolle des Menschen. Und gerade an dieser Stelle wird auch deutlich, wie viel Pflegende beitragen können, statt dies auf Betreuungskräfte allein zu übertragen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Beschäftigung muss zur Person passen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch die Forschung zu individuell angepassten Aktivitäten weist in diese Richtung. Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2023 untersuchte Aktivitäten in Pflegeeinrichtungen, die an persönliche Interessen und Vorlieben von Menschen mit Demenz angepasst wurden. Solche Angebote können Unruhe leicht vermindern. Allerdings ist die Evidenz insgesamt noch begrenzt und die Studienqualität teilweise niedrig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Trotz dieser Einschränkungen ist die Richtung für die Praxis relevant: Nicht irgendeine Aktivität ist entscheidend, sondern die Passung zum Menschen. Auch die britische NICE-Leitlinie empfiehlt ausdrücklich Aktivitäten, die sich an den individuellen Vorlieben von Menschen mit Demenz orientieren. Zudem nennt sie Ergotherapie und kognitive Rehabilitation mit dem Ziel, Fähigkeiten im Alltag zu erhalten oder zu unterstützen.</p>



<div style="background:#fff8e8; border-left:6px solid #d8a23a; padding:18px 20px; border-radius:10px; margin:20px 0; box-shadow:0 2px 6px rgba(0,0,0,0.05);">
  <div style="display:flex; align-items:flex-start; gap:12px;">
    <div style="font-size:27px; line-height:1;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></div>
    <div>
      <div style="font-size:22px; line-height:1.3; color:#8a5a00; margin-bottom:10px;">
        <strong>Alltagsnah bedeutet nicht automatisch passend</strong>
      </div>
      <div style="font-size:19px; line-height:1.65; color:#333;">
        Wer früher nie gern gekocht hat, wird nicht allein wegen einer Demenz plötzlich Freude am Kartoffelschälen entwickeln. Entscheidend bleiben Biografie, Interessen, Fähigkeiten und Tagesform.
      </div>
    </div>
  </div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was heißt das für Gedächtnis- und Bastelgruppen?</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es bedeutet natürlich nicht, dass solche Angebote grundsätzlich falsch oder überflüssig sind. Eine gute Gruppe kann soziale Kontakte fördern und Freude machen. Für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz empfiehlt NICE beispielsweise strukturierte kognitive Stimulation ausdrücklich. Standardisiertes kognitives Training zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz wird dagegen nicht empfohlen. Genau diese Unterscheidung ist wichtig.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine gemeinsam erlebte, passende Aktivität ist etwas anderes als das routinemäßige Abfragen von Wochentagen, Sprichwörtern oder Erinnerungen. Und eine Bastelgruppe ist nicht automatisch eine gute Aktivierung, nur weil anschließend alle etwas in der Hand halten.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn der Beschäftigungsplan zum Selbstzweck wird, lohnt sich deshalb eine kritische Frage: Wird hier gerade eine vorhandene Fähigkeit genutzt – oder lediglich Zeit gefüllt?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Alltag statt Sonderprogramme</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade in Einrichtungen wird der Alltag häufig möglichst effizient organisiert. Pflege- und Hauswirtschaftskräfte erledigen Aufgaben, während für Bewohnerinnen und Bewohner anschließend eigene Beschäftigungsangebote geplant werden. Dabei könnte ein Teil der Aktivierung genau dort stattfinden, wo das Leben ohnehin stattfindet.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dieser Gedanke ist in der Pflege keineswegs neu. Erwin Böhm stellte mit seinem psychobiographischen Pflegemodell schon früh die individuelle „Alltagsnormalität“ eines Menschen in den Mittelpunkt. Sein Normalitätsprinzip geht davon aus, dass Menschen durch ihre Biografie, ihre Gewohnheiten und ihre frühere Lebensweise eine ganz persönliche Vorstellung davon entwickeln, was für sie normal und vertraut ist. Die Versorgung sollte daran anknüpfen – statt einen künstlichen Heimalltag darüberzulegen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für Böhm gehörte dazu auch die Kritik, älteren Menschen Tätigkeiten vollständig abzunehmen. Genau hier berührt sein Ansatz die heutige Diskussion um Aktivierung: Nicht alles, was Mitarbeitende schneller erledigen können, muss einem Menschen mit Demenz automatisch aus der Hand genommen werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bedeutet nicht, Menschen zu Hilfskräften zu machen oder ihnen Arbeit aufzuzwingen. Es bedeutet, ihnen nicht automatisch jede Aufgabe abzunehmen. Wer noch etwas beitragen kann, sollte Gelegenheit dazu bekommen. Für Angehörige gilt dasselbe. Auch zu Hause muss Beschäftigung nicht bedeuten, neue Spiele oder Übungen zu kaufen. Manchmal ist die bessere Aktivierung eine vertraute Aufgabe, die gemeinsam erledigt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alltag ist keine Pause zwischen zwei Angeboten</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen Aktivität, Anregung und soziale Kontakte. Aber dafür muss nicht ständig eine eigene „Demenzbeschäftigung“ erfunden werden. Die Forschung zum prozeduralen Lernen, zu individuell angepassten Aktivitäten und zur alltagsorientierten Rehabilitation zeigt vielmehr: Vertraute Fähigkeiten können Ressourcen darstellen, die im normalen Alltag genutzt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Vielleicht sollten Einrichtungen und Angehörige deshalb häufiger darauf schauen, was noch möglich ist – statt sofort nach dem nächsten Angebot zu suchen oder ein solches einzufordern. Denn der Alltag ist nicht die Pause zwischen zwei Betreuungsrunden. Er kann selbst die beste Gelegenheit zur Teilhabe sein.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und Weiterführendes</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Zanetti O. et al. (1997): Procedural memory stimulation in Alzheimer&#8217;s disease: impact of a training programme. Acta Neurologica Scandinavica, 95(3), 152–157.</li>



<li class="has-medium-font-size">Zanetti O. et al. (2001): Effectiveness of procedural memory stimulation in mild Alzheimer&#8217;s disease patients: A controlled study. Neuropsychological Rehabilitation, 11(3–4), 263–272.</li>



<li class="has-medium-font-size">van Halteren-van Tilborg I.A.D.A., Scherder E.J.A., Hulstijn W. (2007): Motor-skill learning in Alzheimer&#8217;s disease: a review with an eye to the clinical practice. Neuropsychology Review, 17(3), 203–212.</li>



<li class="has-medium-font-size">Möhler R. et al. (2023): Personally tailored activities for improving psychosocial outcomes for people with dementia in long-term care. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 3, CD009812.</li>



<li class="has-medium-font-size">National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Dementia: assessment, management and support for people living with dementia and their carers. Guideline NG97.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/25/der-unterschaetzte-alltag-warum-alltagsarbeit-viel-wichtiger-sein-kann-als-die-naechste-betreuungsrunde/">Der unterschätzte Alltag – warum Alltagsarbeit viel wichtiger sein kann als die nächste Betreuungsrunde</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/25/der-unterschaetzte-alltag-warum-alltagsarbeit-viel-wichtiger-sein-kann-als-die-naechste-betreuungsrunde/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 20:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[entlassmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[klinik]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhausaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhausentlassung]]></category>
		<category><![CDATA[Maßnahmenplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Medikationsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeplanung]]></category>
		<category><![CDATA[qpr]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsprüfungs-Richtlinien]]></category>
		<category><![CDATA[stationäre pflege]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3820</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Krankenhausaufenthalt endet pflegefachlich nicht mit der Rückkehr ins Pflegeheim oder nach Hause. Gerade bei Menschen mit Demenz können sich innerhalb weniger Tage Mobilität, Selbstversorgung, Aufmerksamkeit, Nahrungsaufnahme, Medikation oder die individuelle Risikosituation verändern.<br></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-819x1024.png" alt="" class="wp-image-3821" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-819x1024.png 819w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-240x300.png 240w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz-768x960.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/09/Grafik1ZahlenKHDemenz.png 1122w" sizes="(max-width: 819px) 100vw, 819px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb reicht es nicht, Entlassungsbrief und Medikamentenplan entgegenzunehmen und anschließend die bisherige Versorgung fortzusetzen. Nach der Rückkehr muss geklärt werden: Was ist noch wie vorher – und was hat sich verändert? Aus aktuellem Anlass der mit reichlich Ärger und auch womöglich vermeidbarem Leid verbunden war ein Artikel zum Thema Rückkehr nach dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn auch die Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) nehmen diese Schnittstelle ausdrücklich in den Blick. Krankenhausaufenthalte gehören für viele Menschen mit Demenz zur Versorgungsrealität. Rechnerisch kommen auf 100 Menschen mit Demenz rund 90 Krankenhausaufenthalte pro Jahr. Das bedeutet natürlich nicht, dass 90 von 100 Betroffenen jedes Jahr ins Krankenhaus kommen: Manche Menschen werden mehrfach aufgenommen, andere gar nicht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bis 2040 könnte die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenz nach der Projektion des BARMER Krankenhausreports von 1,04 Millionen auf rund 1,36 Millionen steigen.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Die wichtigste Frage nach der Rückkehr: Was ist jetzt anders?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Herr M. hat im Krankenhaus stark abgebaut.“ &#8211; ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen: welche Information bietet das? Auch schon gefunden: &#8222;Kam völlig verändert aus dem KH zurück.&#8220;.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Klar, ein solcher Satz fällt im Pflegealltag schnell. Ganz kurz die nächste Schicht auf eine veränderte Lage hinweisen &#8211; okay. Aber das hilft für die weitere Versorgung wirklich nur sehr begrenzt, oder? Pflegefachlich entscheidend ist der konkrete Vergleich mit dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bsp.: vor der Einweisung ging Herr M. mit seinem Rollator selbstständig vom Zimmer in den Speiseraum. Nach der Rückkehr benötigt er Unterstützung beim Aufstehen und Begleitung über die gesamte Gehstrecke.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Erst ein solcher Vergleich macht sichtbar, wo neuer Unterstützungs-, Beobachtungs- oder Abklärungsbedarf entstanden ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In der stationären Pflege verlangt die QPR eine erneute Einschätzung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für vollstationäre Pflegeeinrichtungen ist die Überleitung bei Krankenhausaufenthalten ein eigener Qualitätsaspekt der QPR. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die innerhalb der vergangenen sechs Monate im Krankenhaus behandelt wurden, wird unter anderem geprüft, ob nach der Rückkehr die Bedarfseinschätzung aktualisiert und die Maßnahmenplanung bei Bedarf angepasst wurde.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Unmittelbar nach der Rückkehr soll beurteilt werden,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">ob sich der Pflegebedarf verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob sich die Risikosituation verändert hat,</li>



<li class="has-medium-font-size">ob die individuelle Maßnahmenplanung angepasst werden muss und</li>



<li class="has-medium-font-size">ob notwendige Folgetermine beziehungsweise die Information behandelnder Ärztinnen oder Ärzte organisiert wurden.</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine feste Frist von beispielsweise 24 Stunden nennen die QPR hierfür nicht. Die Formulierung „unmittelbar nach Rückkehr“ macht jedoch deutlich, dass erkennbare Veränderungen zeitnah aufgegriffen werden müssen, nicht irgendwann wenn die Pflegeplanung gerade turnusgemäß überarbeitet werden soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zum neuen Assessment gehört auch körperliches Hinschauen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR schreiben nach einer Krankenhausrückkehr keine standardisierte Ganzkörperuntersuchung vor. Die geforderte erneute Einschätzung des Pflegebedarfs und der Risiken kann jedoch eine gezielte körperliche Einschätzung notwendig machen. Das gilt beispielsweise bei neuer Immobilität, Schmerzen, Wunden oder Hämatomen, Ödemen, Atemproblemen oder neu hinzugekommenen Kathetern, Verbänden und anderen Versorgungen. Auch Mobilität und Transfers lassen sich nicht allein aus dem Entlassungsbrief beurteilen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz reicht zudem eine reine Befragung häufig nicht aus. Beschwerden können möglicherweise nicht zuverlässig benannt oder Veränderungen nicht selbst eingeordnet werden. Beobachtung und – soweit erforderlich und von der Person akzeptiert – gezielte körperliche Inspektion gehören dann zur pflegefachlichen Einschätzung. Eine besondere „Ganzkörperkontrolle nach Krankenhausaufenthalt“ schreiben die QPR also nicht vor. Die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs gehört nach § 4 Pflegeberufegesetz jedoch ausdrücklich zu den vorbehaltenen Aufgaben von Pflegefachpersonen. Wie umfassend dabei körperlich eingeschätzt werden muss, richtet sich nach dem aktuellen Zustand und den erkennbaren Risiken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Anpassungen ausbleiben, wird es zum Qualitätsproblem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die QPR unterscheiden zwischen verspäteter Dokumentation und einer tatsächlich fehlenden Reaktion auf veränderten Pflegebedarf. Wird eine notwendige Anpassung zwar umgesetzt, aber erst später dokumentiert, kann dies als Auffälligkeit ohne erwartbare negative Folgen bewertet werden. Bleibt die Maßnahmenplanung trotz verändertem Bedarf unverändert, liegt dagegen ein Defizit mit Risiko negativer Folgen vor. Wird auch die tatsächliche Versorgung nicht angepasst, können bereits negative Folgen eingetreten sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht die Menge der Dokumentation, sondern dass Veränderungen erkannt und in die Versorgung übernommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch ambulant ist die Krankenhausrückkehr Prüfthema</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die seit 30. Juli 2026 geltenden QPR für ambulante Pflegedienste erfassen die Rückkehr aus dem Krankenhaus im Qualitätsaspekt „Aufnahmemanagement“. Bei einer Wiederaufnahme müssen die wesentlichen Informationen zur aktuellen Pflegesituation erhoben und für die weitere Versorgung berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere aktuelle Einschränkungen, Ressourcen und Fähigkeiten, die Sicht der betroffenen Person beziehungsweise ihrer An- und Zugehörigen sowie relevante Angaben zu Diagnosen, Medikation, Folgen der Krankenhausbehandlung und anderen beteiligten Versorgern.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade ambulant muss zusätzlich geprüft werden, ob die bisherige Versorgung zu Hause unter den veränderten Bedingungen noch ausreicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht alles neu schreiben – aber Veränderungen nachvollziehbar erfassen</h2>



<div style="
  max-width: 900px;
  margin: 28px 0;
  padding: 26px 28px;
  background: #f5f8f9;
  border-left: 5px solid #3f7f8d;
  border-radius: 6px;
  font-family: inherit;
  color: #2d3436;
">

  <div style="
    font-size: 1.35em;
    font-weight: 700;
    margin-bottom: 6px;
    color: #244f59;
  ">
    Nach der Rückkehr konkret prüfen
  </div>

  <div style="
    margin-bottom: 22px;
    color: #5d686b;
    line-height: 1.5;
  ">
    Die wichtigsten Punkte für die pflegefachliche Einschätzung nach einem Krankenhausaufenthalt:
  </div>


  <div style="display: grid; gap: 12px;">

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Unterlagen</strong><br>
        Sind Entlassungsbrief, Befunde, Verordnungen und Nachsorgetermine vorhanden?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Medikation</strong><br>
        Was wurde neu angesetzt, abgesetzt, anders dosiert oder nur vorübergehend verordnet?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Kognition und Aufmerksamkeit</strong><br>
        Bestehen neue Verwirrtheit, Unaufmerksamkeit, Schläfrigkeit, Unruhe oder deutliche Schwankungen?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Mobilität</strong><br>
        Haben sich Aufstehen, Transfer oder Gehen verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Essen und Trinken</strong><br>
        Haben sich Selbstständigkeit, Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, Kauen oder Schlucken verändert?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Schmerzen und Beschwerden</strong><br>
        Gibt es neue oder verstärkte Schmerzen, Fieber, Atemnot oder andere Auffälligkeiten?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Ausscheidung</strong><br>
        Bestehen Veränderungen bei Kontinenz, Miktion oder Stuhlgang?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Selbstversorgung</strong><br>
        Wird mehr Unterstützung bei Körperpflege, Ankleiden oder Toilettengang benötigt?
      </div>
    </div>

    <div style="display:flex; gap:12px; align-items:flex-start; padding:12px 14px; background:#ffffff; border-radius:5px;">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Neue Versorgungserfordernisse</strong><br>
        Gibt es neue Wunden, Katheter, ein Stoma, Hilfsmittel oder andere medizinisch-pflegerische Anforderungen?
      </div>
    </div>

    <div style="
      display:flex;
      gap:12px;
      align-items:flex-start;
      padding:14px;
      background:#e8f1f3;
      border-radius:5px;
    ">
      <div style="font-size:1.25em; color:#3f7f8d;">☐</div>
      <div>
        <strong>Konsequenzen</strong><br>
        Was muss abgeklärt, weitergegeben oder in der Maßnahmenplanung verändert werden?
      </div>
    </div>

  </div>

</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dokumentiert werden sollten vor allem konkrete Veränderungen gegenüber dem Zustand vor dem Krankenhausaufenthalt. Pauschale Formulierungen wie „deutlich abgebaut“, „verwirrter“ oder „Mobilität schlechter“ helfen dabei wenig. Aussagekräftiger ist eine Beschreibung dessen, was aktuell nicht mehr, anders oder nur mit zusätzlicher Unterstützung möglich ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dabei gilt nicht: Jede fehlende Einzelangabe ist automatisch ein Pflegefehler. Die QPR bewerten auch, ob relevante Informationen vorlagen und angemessen auf den tatsächlichen Bedarf reagiert wurde. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn wesentliche Veränderungen nicht erfasst werden und deshalb keinen Eingang in Planung und Versorgung finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch das Krankenhaus trägt Verantwortung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Krankenhäuser sind nach § 39 Abs. 1a SGB V zu einem Entlassmanagement verpflichtet. Ziel ist ein möglichst nahtloser Übergang in die medizinische, rehabilitative oder pflegerische Anschlussversorgung. Fehlen nach der Rückkehr dennoch Informationen, die für eine sichere Versorgung notwendig sind, müssen Pflegefachpersonen diese Lücke erkennen und eine Klärung anstoßen. Die Verantwortung für ein unvollständiges Entlassmanagement liegt damit nicht allein bei Pflegeheim oder Pflegedienst – die sichere Weiterführung der Pflege darf daran aber ebenfalls nicht scheitern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach dem Krankenhaus beginnt nicht einfach wieder die alte Pflege</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Rückkehr ist ein pflegefachlicher Übergang. Neu beurteilt werden müssen Pflegebedarf, Risiken, erhaltene Fähigkeiten und möglicher weiterer Abklärungsbedarf. Ebenso muss geprüft werden, ob die bisherige Maßnahmenplanung die aktuelle Situation noch abbildet. Gerade bei Menschen mit Demenz sollte deshalb nicht bei der Feststellung stehen geblieben werden, jemand habe „im Krankenhaus abgebaut“. Die entscheidende Frage lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was konnte dieser Mensch vor dem Krankenhausaufenthalt – und was braucht er jetzt? Aus diesem Vergleich ergeben sich die nächsten pflegerischen Schritte.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen &amp; weitere Infos</p>



<p class="wp-block-paragraph">BARMER: Krankenhausreport 2025 – Demenzerkrankungen in Deutschland.<br><a href="https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf">https://www.barmer.de/resource/blob/1402256/0c434f16f2c20c0f2204e4d7d58566c9/dl-krankenhausreport-2025-data.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege, insbesondere Qualitätsaspekt 4.2 „Überleitung bei Krankenhausaufenthalten“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/richtlinien/grundlagen-fuer-begutachtungen-und-qualitaetspruefungen/qualitaetspruefungen.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinischer Dienst Bund: Qualitätsprüfungs-Richtlinien ambulante Pflege Teil 1a – Ambulante Pflegedienste, gültig ab 30. Juli 2026, insbesondere Qualitätsaspekt 1.1 „Aufnahmemanagement“.<br><a href="https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html">https://md-bund.de/richtlinien-publikationen/pflegequalitaet/qualitaetspruefungen-rechtliche-grundlagen-ambulante-pflegedienste.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pflegeberufegesetz, § 4: Vorbehaltene Aufgaben.<br><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html">https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__4.html</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bundesministerium für Gesundheit: Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V.<br><a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/entlassmanagement</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/">Nach dem Krankenhaus: Was Pflegefachpersonen prüfen und dokumentieren müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/21/nach-dem-krankenhaus-was-pflegefachpersonen-pruefen-und-dokumentieren-muessen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stille Aspiration bei Demenz: Wenn niemand hustet</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/08/stille-aspiration-bei-demenz-wenn-niemand-hustet/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/08/stille-aspiration-bei-demenz-wenn-niemand-hustet/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 18:13:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Aspirationspneumonie]]></category>
		<category><![CDATA[Aspirationsrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Dysphagie]]></category>
		<category><![CDATA[Dysphagiescreening]]></category>
		<category><![CDATA[ernährung bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Essen und Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegedienst]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[pflegende angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Schluckstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Stille Aspiration]]></category>
		<category><![CDATA[stille Aspiration erkennen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-zeitung.de/?p=3765</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie Pflege Auffälligkeiten beim Essen und Trinken erkennen, zusammenführen und rechtzeitig weitergeben kann. Ein Mensch mit Demenz hustet beim Mittagessen mehrfach nach dem Trinken. Das fällt auf. Eine Pflegende wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/08/stille-aspiration-bei-demenz-wenn-niemand-hustet/">Stille Aspiration bei Demenz: Wenn niemand hustet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie Pflege Auffälligkeiten beim Essen und Trinken erkennen, zusammenführen und rechtzeitig weitergeben kann. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Demenz hustet beim Mittagessen mehrfach nach dem Trinken. Das fällt auf. Eine Pflegende wird genauer hinsehen und möglicherweise eine Schluckstörung vermuten. Schwieriger wird es allerdings, wenn niemand hustet. Wenn das Offensichtliche ausbleibt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei einer stillen Aspiration gelangt Speichel, Flüssigkeit oder Nahrung in die Atemwege, ohne dass die betroffene Person mit einem erkennbaren Husten- oder Räusperreflex darauf reagiert. Gerade darin liegt das Problem: Das Ausbleiben von Husten ist deshalb kein Beweis dafür, dass sicher geschluckt wird.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz ist diese Problematik relevant. Schluckstörungen treten insbesondere in fortgeschrittenen Stadien gehäuft auf. Die deutsche S3-Leitlinie Demenzen weist ausdrücklich darauf hin, dass Dysphagien die Nahrungsaufnahme erschweren und Aspirationen mit entsprechenden medizinischen Risiken, beispielsweise einer Pneumonie, begünstigen können. Bei einem Verdacht soll eine Dysphagiediagnostik erfolgen. Eine ältere deutsche Leitlinie zur neurogenen Dysphagie nennt für Menschen mit Demenz einen Anteil von etwa 20 bis 30 Prozent mit schwerer Dysphagie und stiller, von den Betroffenen selbst nicht bemerkter Aspiration. Diese Zahl sollte nicht so verstanden werden, dass jeder vierte Mensch mit einer Demenz still aspiriert. Erkrankungsstadium, Begleiterkrankungen und untersuchte Population spielen eine erhebliche Rolle. Sie zeigt aber zumindest, dass stille Aspiration kein exotisches Phänomen ist.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 5px solid #4f7f9a; background: #f3f7f9; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 4px;">

  <div style="font-size: 1.15em; font-weight: 700; margin-bottom: 12px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f441.png" alt="👁" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stille Aspiration kurz erklärt
  </div>

  <p style="margin: 0 0 10px 0;">
    <strong>Aspiration</strong> bedeutet, dass Material unterhalb der Stimmlippen in die Atemwege gelangt.
  </p>

  <p style="margin: 0 0 10px 0;">
    Bei einer <strong>stillen Aspiration</strong> fehlt eine erkennbare Schutzreaktion wie Husten oder Räuspern.
  </p>

  <p style="margin: 14px 0 6px 0;">
    <strong>Deshalb gilt:</strong>
  </p>

  <p style="margin: 0 0 6px 0;">
    ➜ Kein Husten bedeutet nicht keine Aspiration.
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    ➜ Eine stille Aspiration lässt sich durch reine Beobachtung nicht sicher ausschließen.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege kann eine stille Aspiration nicht „sehen“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Damit stellt sich für die Pflege ein scheinbares Dilemma. Wenn das entscheidende Symptom gerade darin besteht, dass die typische Reaktion ausbleibt: Worauf soll man dann achten? Die Antwort liegt früher im Prozess: Pflege kann Veränderungen erkennen, einzelne Beobachtungen miteinander verbinden und daraus einen begründeten Verdacht auf eine Schluckstörung ableiten. Das ist ein wichtiger Unterschied dazu, auf ein plötzlich auftretendes Symptom zu reagieren.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gerade bei Menschen mit Demenz besitzt Pflege hierfür eine besondere Ausgangsposition. Pflegepersonen erleben die Betroffenen nicht nur in einer kurzen Untersuchungssituation, sondern während zahlreicher Mahlzeiten, beim Trinken zwischendurch, bei der Medikamenteneinnahme, bei der Mundpflege und zu unterschiedlichen Tageszeiten. <br>Das Problem ist allerdings offensichtlich: Selten erlebt eine einzelne Pflegeperson alle diese Situationen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das eigentliche Problem heißt Schichtwechsel</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Pflegefachperson bemerkt beim Frühstück, dass Herr Müller ungewöhnlich lange braucht. <br>Mittags stellt eine Kollegin fest, dass Nahrung in einer Wangentasche verbleibt. <br>Im Spätdienst fällt auf, dass er nach dem Trinken zeitweise anders klingt.<br>In der Nacht wird eine stärkere Verschleimung dokumentiert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jede Beobachtung für sich muss noch keine Dysphagie bedeuten. Zusammen entsteht jedoch ein Muster, das eine Abklärung notwendig macht. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob professionelle Beobachtung funktioniert: Die Informationen müssen zusammenkommen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hier könnte auch KI unterstützen: Sie könnte dokumentierte Beobachtungen aus verschiedenen Schichten zusammenführen und auf wiederkehrende Veränderungen oder auffällige Kombinationen hinweisen. Die klinische Bewertung bliebe dabei Aufgabe der Fachpersonen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Beobachtungen überhaupt konkret und strukturiert dokumentiert werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein allgemeiner Hinweis wie „beim Essen beobachten“ reicht dafür kaum aus. Erst recht nicht im Alltag unter Zeitdruck. Pflege benötigt deshalb eine definierte Logik dafür,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">was als relevante Veränderung gilt,wann gezielt beobachtet wird,</li>



<li class="has-medium-font-size">welche Beobachtungen über Schichten weitergegeben werden,</li>



<li class="has-medium-font-size">wer die Informationen zusammenführt</li>



<li class="has-medium-font-size">und ab welchem Punkt weitere Diagnostik erforderlich wird.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jeder Mensch muss bei jeder Mahlzeit überwacht werden</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein System, bei dem Pflegende jede Mahlzeit ausführlich auf mögliche Schluckstörungen beobachten, wäre unrealistisch. Sinnvoller ist ein Trigger-System.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die S1-Leitlinie „Geriatrisches Assessment der Stufe 2“ nennt unter anderem häufiges Verschlucken, Husten nach Essen oder Trinken, veränderte Stimme, geringere Ess- und Trinkmengen, Gewichtsverlust, veränderte Kopfhaltung sowie wiederholt ungeklärte Fieberschübe und Pneumonien als mögliche Hinweise. Das RCSLT-Kompetenzmodell bezieht zusätzlich Faktoren wie Wachheit, Atmung, Körperhaltung, Mundhygiene, Ernährungs- und Flüssigkeitszustand sowie Ermüdung ein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die Praxis entscheidend ist deshalb nicht nur ein einzelnes Symptom, sondern vor allem die Frage:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Was ist neu oder anders als bisher?“. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Veränderung gegenüber gestern kann wichtiger sein als die Norm</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit fortgeschrittener Demenz essen häufig ohnehin langsam. Manche benötigen seit Monaten Unterstützung, andere kauen sehr lange oder müssen immer wieder zum nächsten Handlungsschritt aufgefordert werden. Eine reine Checkliste kann deshalb schnell zu Fehlinterpretationen führen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="border-left: 5px solid #4f7f9a; background: #f3f7f9; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 4px;">

  <div style="font-size: 1.15em; font-weight: 700; margin-bottom: 12px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f50e.png" alt="🔎" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Die vielleicht wichtigste Frage
  </div>

  <p style="margin: 0 0 10px 0; font-size: 1.08em;">
    <strong>Was ist anders als sonst?</strong>
  </p>

  <p style="margin: 0 0 10px 0;">
    Bei Menschen mit Demenz sollte eine Schluckbeobachtung immer den individuellen Ausgangszustand berücksichtigen.
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Neu auftretende oder zunehmende Veränderungen sind häufig wichtiger als ein einzelnes isoliertes Merkmal.
  </p>

</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Frau Schmidt seit einem Jahr 45 Minuten für ihr Mittagessen benötigt, ist dies zunächst ihr bekannter Zustand.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn dieselbe Frau innerhalb weniger Tage plötzlich 70 Minuten benötigt, zunehmend ermüdet, wiederholt Nahrung im Mund behält und weniger trinkt, ist die Veränderung wesentlich aussagekräftiger.<br>Pflege sollte deshalb nicht nur fragen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Ist dieses Verhalten auffällig?“, sondern zusätzlich: „Ist dieses Verhalten neu und / oder deutlich stärker als bisher?“</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Vier Bereiche für die pflegerische Beobachtung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für die gezielte Beobachtung lassen sich vier Bereiche unterscheiden:</p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size">1. Orale Phase und Schluckvorgang</h3>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hinweise können neu auftretende orale Residuen oder Pocketing, verlängerte Kauphasen, mehrfaches Nachschlucken, Probleme beim Speichelmanagement oder eine veränderte Kopfhaltung beim Schlucken sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size">2. Stimme, Husten und Respiration</h3>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Relevant sind Husten oder Räuspern während bzw. nach der Nahrungsaufnahme, eine veränderte Stimmqualität sowie neue respiratorische Auffälligkeiten oder Probleme mit dem Sekretmanagement. Fehlender Husten schließt eine Aspiration nicht aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size">3. Mahlzeitenverlauf und Vigilanz</h3>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Zu beachten sind eine deutlich verlängerte Essdauer, zunehmende Ermüdung, Mahlzeitenabbrüche, reduzierte orale Aufnahme sowie Veränderungen von Vigilanz und Aufmerksamkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-medium-font-size">4. Klinischer Verlauf</h3>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch unbeabsichtigter Gewichtsverlust, rezidivierende ungeklärte Fieberschübe, Pneumonien oder eine allgemeine klinische Verschlechterung können Anlass sein, eine bislang unerkannte Dysphagie in die Ursachenklärung einzubeziehen.</p>



<div style="border-left: 5px solid #4f7f9a; background: #f3f7f9; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 4px;">

  <div style="font-size: 1.15em; font-weight: 700; margin-bottom: 12px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f3e0.png" alt="🏠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Für pflegende Angehörige
  </div>

  <p style="margin: 0 0 10px 0;">
    Achten Sie vor allem auf <strong>Veränderungen</strong>: Verschluckt sich die Person häufiger? Bleibt Nahrung im Mund? Dauert Essen oder Trinken plötzlich länger? Klingt die Stimme danach feucht oder „gurgelnd“? Wird weniger gegessen oder getrunken, tritt ungeklärtes Fieber auf oder kommt es wiederholt zu Atemwegsinfekten?
  </p>

  <p style="margin: 0 0 10px 0;">
    Solche Beobachtungen sollten Sie der Pflegefachperson des Pflegedienstes und/oder dem behandelnden Arzt mitteilen – <strong>auch dann, wenn kein Husten auftritt.</strong>
  </p>

  <p style="margin: 0 0 12px 0;">
    Hilfreich ist eine konkrete Beschreibung: <strong>Was ist neu, seit wann und wie häufig tritt es auf?</strong>
  </p>

  <p style="margin: 0 0 6px 0;">
    <strong>Bei akuter Atemnot oder schwerem Verschlucken mit Atemproblemen: Notruf 112.</strong>
  </p>

  <p style="margin: 0;">
    Bei dringenden gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten, die nicht lebensbedrohlich sind, hilft der <strong>ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117</strong> weiter.
  </p>

</div>



<h2 class="wp-block-heading">Pflege: eine Beobachtung muss mindestens die nächste Schicht erreichen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der entscheidende Schritt erfolgt anschließend in Dokumentation und Übergabe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">„Hat schlecht gegessen.“ hilft wenig. Auch „weiter beobachten“ reicht als Information kaum aus. Wichtig ist, möglichst konkret festzuhalten und weiterzugeben, was sich verändert hat, seit wann die Auffälligkeit besteht und worauf die folgenden Kolleginnen und Kollegen gezielt achten sollen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das RCSLT-Kompetenzmodell macht diesen Punkt ausdrücklich zum Bestandteil professioneller Dysphagieversorgung: Informationen sollen zeitnah und klar an das Team weitergegeben und Beobachtungen nachvollziehbar dokumentiert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wann reicht Beobachten nicht mehr?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine gezielte Beobachtungsphase darf nicht dazu führen, eine notwendige Abklärung aufzuschieben. Wenn sich Auffälligkeiten wiederholen, mehrere Hinweise zusammenkommen oder der klinische Eindruck eindeutig für eine Schluckstörung spricht, muss aus der Beobachtung ein Dysphagieverdacht werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die S3-Leitlinie Demenzen formuliert dazu knapp und eindeutig: Bei Verdacht auf eine Dysphagie sollte eine Dysphagiediagnostik durchgeführt werden. Damit schließt sich der Kreis. Pflege kann sehr viel erkennen – aber gerade stille Aspiration zeigt die Grenze der klinischen Beobachtung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Person kann aspirieren, ohne zu husten. Wenn trotz klinisch wenig spektakulärer Mahlzeiten ein begründeter Dysphagieverdacht besteht, sind weiterführende Untersuchungen erforderlich.</p>



<div style="border-left: 5px solid #4f7f9a; background: #f3f7f9; padding: 20px; margin: 28px 0; border-radius: 4px;">

  <div style="font-size: 1.2em; font-weight: 700; margin-bottom: 18px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9ed.png" alt="🧭" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Eine mögliche pflegerische Praxis-Matrix
  </div>

  <div style="margin-bottom: 18px;">
    <div style="font-weight: 700; font-size: 1.08em; margin-bottom: 6px;">
      <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f440.png" alt="👀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stufe 1 – Allgemeine Aufmerksamkeit
    </div>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      Keine neue Veränderung. Essen und Trinken entsprechen dem bekannten individuellen Zustand.
    </p>
    <p style="margin: 0;">
      ➜ Normale pflegerische Alltagsbeobachtung.
    </p>
  </div>

  <hr style="border: 0; border-top: 1px solid #c9d8df; margin: 18px 0;">

  <div style="margin-bottom: 18px;">
    <div style="font-weight: 700; font-size: 1.08em; margin-bottom: 6px;">
      <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f50e.png" alt="🔎" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stufe 2 – Beobachtungstrigger
    </div>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      Eine neue oder zunehmende Auffälligkeit wird festgestellt.
    </p>

    <ul style="margin: 8px 0 10px 20px; padding: 0;">
      <li>Mundreste / Pocketing</li>
      <li>auffällig längere Kau- oder Essdauer</li>
      <li>Husten oder Räuspern</li>
      <li>veränderte Stimme</li>
      <li>geringere Ess- oder Trinkmenge</li>
      <li>neue Ermüdung</li>
      <li>veränderte Atmung</li>
      <li>veränderte Kopfhaltung</li>
      <li>deutlich veränderte Vigilanz</li>
    </ul>

    <p style="margin: 0;">
      ➜ Gezielte Beobachtung aktivieren und für die Folgeschicht sichtbar dokumentieren und übergeben.
    </p>
  </div>

  <hr style="border: 0; border-top: 1px solid #c9d8df; margin: 18px 0;">

  <div style="margin-bottom: 18px;">
    <div style="font-weight: 700; font-size: 1.08em; margin-bottom: 6px;">
      <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f9e9.png" alt="🧩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stufe 3 – Muster erkennen
    </div>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      Die Auffälligkeit tritt wiederholt auf oder mehrere Hinweise kommen zusammen.
    </p>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      ➜ Beobachtungen schichtübergreifend zusammenführen.
    </p>
    <p style="margin: 0;">
      <strong>Leitfrage:</strong> Ein einzelnes Ereignis – oder eine konsistente Veränderung?
    </p>
  </div>

  <hr style="border: 0; border-top: 1px solid #c9d8df; margin: 18px 0;">

  <div style="margin-bottom: 18px;">
    <div style="font-weight: 700; font-size: 1.08em; margin-bottom: 6px;">
      <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stufe 4 – Dysphagieverdacht
    </div>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      Das Muster spricht für eine mögliche Schluckstörung.
    </p>
    <p style="margin: 0;">
      ➜ Standardisiertes Screening durch entsprechend geschulte Personen bzw. direkte fachliche Abklärung nach einrichtungsinternem Verfahren.
    </p>
  </div>

  <hr style="border: 0; border-top: 1px solid #c9d8df; margin: 18px 0;">

  <div style="margin-bottom: 18px;">
    <div style="font-weight: 700; font-size: 1.08em; margin-bottom: 6px;">
      <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1fa7a.png" alt="🩺" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Stufe 5 – Weitere Diagnostik
    </div>
    <p style="margin: 0 0 8px 0;">
      Das Screening ist auffällig oder der klinische Verdacht besteht trotz unauffälligem Screening weiter.
    </p>
    <p style="margin: 0;">
      ➜ Dysphagiediagnostik sowie logopädische und ärztliche Abklärung, ggf. FEES oder VFSS.
    </p>
  </div>

  <div style="margin-top: 20px; padding-top: 14px; border-top: 1px solid #c9d8df; font-size: 0.92em;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2139.png" alt="ℹ" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Hinweis:</strong> Diese Matrix ist eine redaktionell abgeleitete Praxishilfe und kein validiertes Screening- oder Diagnoseinstrument.
  </div>

</div>



<h2 class="wp-block-heading">Dienste und Einrichtungen sind gefordert</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Es reicht ganz klar nicht, einzelnen Pflegenden zu sagen, sie müssten „besser beobachten“. Damit strukturierte Beobachtung funktioniert, braucht es klare Abläufe.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Wer darf ein Dysphagiescreening durchführen?</li>



<li class="has-medium-font-size">Wo wird ein Beobachtungstrigger dokumentiert?</li>



<li class="has-medium-font-size">Wie erkennt die nächste Schicht, dass gezielt beobachtet werden soll?</li>



<li class="has-medium-font-size">Wer führt die Beobachtungen zusammen?</li>



<li class="has-medium-font-size">Wann werden Logopädie und ärztlicher Dienst einbezogen?</li>
</ul>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der DNQP-Expertenstandard „Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ ist zwar kein eigener Dysphagiestandard. Er unterstreicht aber die Verantwortung der Pflege für die frühzeitige Erfassung ernährungsrelevanter Probleme und deren Ursachen sowie die Notwendigkeit geeigneter Strukturen und Dokumentation. Auch die internationale ESPEN-Leitlinie zur Ernährung und Flüssigkeitsversorgung bei Demenz betont die systematische Einschätzung von Ernährungsproblemen und empfiehlt eine erneute Bewertung insbesondere dann, wenn sich Gesundheitszustand, Ess- und Trinkfähigkeit oder Ess- und Trinkverhalten verändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jeder Husten ist eine Aspiration – und nicht jede Aspiration führt zur Pneumonie</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei aller notwendigen Aufmerksamkeit darf aus dem Thema keine permanente Alarmdiagnostik werden.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Husten beim Trinken beweist keine Aspiration. Eine veränderte Stimme beweist keine Aspiration. Eine Pneumonie beweist keine Aspiration. Und auch eine nachgewiesene Aspiration führt nicht zwangsläufig zu einer Aspirationspneumonie. Die einzelnen Beobachtungen müssen immer im Zusammenhang betrachtet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Professionelle Beobachtung heißt, aus Einzelheiten ein Muster zu machen</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Stille Aspiration macht deutlich, wo die Stärke professioneller Pflege liegt. Nicht darin, beim Essen neben jedem Menschen zu sitzen und auf Husten zu warten. Sondern darin, kleine Veränderungen wahrzunehmen, sie mit dem bisherigen Zustand einer Person zu vergleichen, Beobachtungen anderer Mitarbeitender einzubeziehen und rechtzeitig zu erkennen, wann aus einer Auffälligkeit ein abklärungsbedürftiger Verdacht geworden ist.</p>



<div style="height:61px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="border-left: 5px solid #4f7f9a; background: #f3f7f9; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 4px;">

  <div style="font-size: 1.15em; font-weight: 700; margin-bottom: 12px;">
    <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2139.png" alt="ℹ" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Hinweis zur Veröffentlichung
  </div>

  <p style="margin: 0;">
    Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und pflegerischen Sensibilisierung. Die vorgeschlagene Beobachtungsmatrix ist <strong>kein validiertes medizinisches Screening-Instrument</strong> und ersetzt weder ein standardisiertes Dysphagiescreening noch die fachärztliche oder therapeutische Diagnostik.
  </p>

</div>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen und weiterführende Literatur</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) &amp; Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) (Hrsg.): S3-Leitlinie Demenzen – Living Guideline, Version 6.0 vom 24.02.2026. AWMF-Registernummer 038-013.</li>



<li>Dziewas R, Allescher HD, Aroyo I et al.: Diagnosis and treatment of neurogenic dysphagia – S1 guideline of the German Society of Neurology. Neurological Research and Practice 3, 23 (2021). DOI: 10.1186/s42466-021-00122-3.</li>



<li>Krupp S für die AG Assessment der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG): S1-Leitlinie „Geriatrisches Assessment der Stufe 2 – Living Guideline“. AWMF-Registernummer 084-002LG, aktuelle Fassung 2026.</li>



<li>Royal College of Speech and Language Therapists (RCSLT): Eating, Drinking and Swallowing Competency Framework (EDSCF) for non-SLTs. Kompetenzrahmen für Pflegende, Betreuungspersonen und andere Berufsgruppen im Umgang mit Ess-, Trink- und Schluckstörungen.</li>



<li>Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP): Expertenstandard „Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“, 1. Aktualisierung 2017.</li>



<li>Volkert D, Beck AM, Faxén-Irving G et al.: ESPEN guideline on nutrition and hydration in dementia – Update 2024. Clinical Nutrition 43 (2024), 1599–1626. DOI: 10.1016/j.clnu.2024.04.039.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/08/stille-aspiration-bei-demenz-wenn-niemand-hustet/">Stille Aspiration bei Demenz: Wenn niemand hustet</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/08/stille-aspiration-bei-demenz-wenn-niemand-hustet/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 07:07:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik und Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Briefwahl]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[politische Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlassistenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlfälschung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3734</guid>

					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz dürfen wählen. Auch eine fortgeschrittene Demenz führt nicht automatisch zum Verlust des Wahlrechts. Gleichzeitig verlangt das Wahlrecht eines eindeutig: Die Entscheidung muss die Entscheidung des wahlberechtigten Menschen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/">Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz dürfen wählen. Auch eine fortgeschrittene Demenz führt nicht automatisch zum Verlust des Wahlrechts. Gleichzeitig verlangt das Wahlrecht eines eindeutig: Die Entscheidung muss die Entscheidung des wahlberechtigten Menschen selbst sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie wichtig diese Grenze ist, zeigt ein aktueller Verdachtsfall aus Sachsen-Anhalt – wenige Tage vor der Landtagswahl am 6. September 2026.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der aktuelle Fall</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/exklusiv-wahlbetrug-mit-der-stimme-einer-dementen-95-jaehrigen-bevollmaechtigter-stellt-strafanzeige-10353231">Die „Ostdeutsche Allgemeine“ </a>berichtet über eine 95-jährige Bewohnerin einer Seniorenresidenz in Dessau, die seit mehreren Jahren an Demenz erkrankt sein soll.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach Darstellung ihres Bevollmächtigten wurde ihm zunächst von einer Mitarbeiterin mitgeteilt, Wahlunterlagen von Bewohnerinnen und Bewohnern seien aus Zeitgründen eingesammelt und vernichtet worden. Als er später beim Wahlbüro nachfragte, habe er jedoch erfahren, dass für seine Tante bereits am 10. August Briefwahlunterlagen beantragt worden seien und sie bereits gewählt habe. Der Bevollmächtigte hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Stadt Dessau-Roßlau bestätigte der Zeitung, dass ihr der Vorgang bekannt sei. Die betroffene Einrichtung äußerte sich gegenüber der Zeitung zunächst nicht. Damit handelt es sich derzeit um einen Verdachtsfall – nicht um einen nachgewiesenen Wahlbetrug.<br><strong><a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a9ad741dde98c9236181f5c/dessau-rosslau-staatsanwaltschaft-findet-keine-belege-fuer-wahlmanipulation-im-seniorenheim.html?source=puerto-reco-2_ABC-V50.5.B_schlagzeilen">UPDATE v. 04.09.: Laut der Tageszeitung Welt hat sich der Versdcht auf Wahlbetrug im genannten Fall NICHT erhärtet und die Ermittlungen sind eingestellt worden. </a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f3f6f8; border-left:6px solid #2f5f78; padding:22px; margin:28px 0; font-size:18px; line-height:1.6;">
<p style="font-size:22px; font-weight:bold; margin:0 0 15px 0;"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f5f3.png" alt="🗳" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Wahlrecht und Demenz – die wichtigsten Punkte</p>

<p>• Eine Demenzdiagnose bedeutet nicht, dass ein Mensch sein Wahlrecht verliert.</p>

<p>• Die Wahlentscheidung trifft ausschließlich die wahlberechtigte Person selbst.</p>

<p>• Eine andere Person darf niemals stellvertretend entscheiden, welche Partei oder welcher Kandidat gewählt wird.</p>

<p>• Auch eine rechtliche Betreuung oder eine Vollmacht berechtigt nicht dazu, anstelle des Betroffenen eine politische Wahlentscheidung zu treffen.</p>
</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch eine gut gemeinte Motivation ändert daran nichts. Pflegepersonen sind Unterstützende – keine politischen Stellvertreter.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wenn keine Wahlentscheidung mehr möglich ist</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Kann ein Mensch aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen keine eigene Wahlentscheidung mehr treffen oder äußern, darf niemand diese Entscheidung für ihn übernehmen. Das bedeutet nicht, dass ihm aufgrund seiner Demenz formal das Wahlrecht abgesprochen wird. Es bedeutet lediglich, dass eine andere Person seine Stimme nicht stellvertretend abgeben darf. Genau diese Grenze schützt sowohl das Wahlrecht des Menschen mit Demenz als auch die Freiheit und Geheimhaltung der Wahl.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mögliche strafrechtliche Folgen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Strafgesetzbuch ist an dieser Stelle ausgesprochen eindeutig. Nach § 107a StGB macht sich wegen Wahlfälschung strafbar, wer unbefugt wählt.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Gesetz stellt ausdrücklich klar, dass auch derjenige unbefugt wählt, der bei einer eigentlich zulässigen Assistenz entgegen der Wahlentscheidung eines Wahlberechtigten oder ohne dessen geäußerte Wahlentscheidung eine Stimme abgibt. Darauf stehen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Auch der Versuch ist strafbar.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ob im aktuellen Fall in Dessau tatsächlich eine solche Straftat begangen wurde, müssen nun die Ermittlungen klären.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Fall zeigt jedoch bereits jetzt, wie sensibel Wahlunterstützung in Pflegeeinrichtungen ist: Unterstützung darf Teil guter Pflege sein. Die politische Entscheidung eines Bewohners zu ersetzen, darf es niemals sein.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/">Verdacht auf Wahlbetrug bei 95-Jähriger mit Demenz: Was Pflegepersonen bei Wahlen dürfen – und was nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/09/03/verdacht-auf-wahlbetrug-bei-95-jaehriger-mit-demenz-was-pflegepersonen-bei-wahlen-duerfen-und-was-nicht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 18:24:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[klinik]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisation]]></category>
		<category><![CDATA[nonverbale Schmerzzeichen]]></category>
		<category><![CDATA[painad]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[pflegepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzassessment]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen erkennen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzskala]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3720</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schmerzen bei Menschen mit Demenz zu erkennen, ist häufig schwierig. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwerer kann es Betroffenen fallen, Schmerzen zuverlässig zu benennen, ihre Stärke einzuschätzen oder zu erklären, wo genau etwas wehtut.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Dann gewinnt die Beobachtung an Bedeutung: Verzieht der Mensch das Gesicht? Stöhnt er? Schützt er einen Körperteil? Verändert sich seine Haltung oder sein Verhalten? Für die Schmerzbeurteilung sind in der Pflege verschiedene Skalen etabliert. Doch dabei gibt es ein Problem: oftmals werden Schmerzskalen in relativer Ruhe benutzt. Konkret: die Pflegefachperson setzt sich neben den sitzenden oder liegenden Pflegebedürftigen und füllt das Formular aus.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aber: es reicht möglicherweise nicht, sich neben einen ruhig sitzenden oder liegenden Menschen zu setzen und ihn einige Minuten zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In Ruhe unauffällig – bei Bewegung Schmerzen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie groß der Unterschied sein kann, zeigte eine britische Untersuchung mit 230 älteren Menschen mit Demenz, die ungeplant in ein Akutkrankenhaus aufgenommen worden waren. Während ihres Krankenhausaufenthaltes wurde wiederholt auf Schmerzverhalten geachtet – sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das Ergebnis ist bemerkenswert:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Bei 19 Prozent wurde mindestens einmal Schmerzverhalten in Ruhe beobachtet. Bei Bewegung waren es 57 Prozent.</strong> Das bedeutet nicht, dass alle diese Menschen dauerhaft Schmerzen hatten. Es zeigt aber sehr deutlich, wie stark die Situation beeinflussen kann, ob Schmerz überhaupt erkennbar wird. Eine spätere wissenschaftliche Auswertung derselben Patientengruppe kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die beobachteten Schmerzwerte waren während Aktivität deutlich höher als in Ruhe. Die Forschenden sprechen dabei von einem möglichen Floor-Effekt: In Ruhe sammeln sich die Werte am unteren Ende einer Beobachtungsskala. Der Mensch erscheint unauffällig – obwohl sich bei Bewegung durchaus Schmerzzeichen zeigen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Schmerz entsteht nicht erst beim Aufstehen</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Man kann sich das an einer alltäglichen Situation vorstellen. Eine Person sitzt ruhig in ihrem Sessel. Sie stöhnt nicht, ihr Gesicht wirkt entspannt, die Körperhaltung erscheint unauffällig. Dann soll sie aufstehen. Beim Vorbeugen verzieht sie plötzlich das Gesicht. Beim Hochkommen hält sie das rechte Bein steif. Sie klammert sich an der Armlehne fest und stöhnt. Der naheliegende Gedanke wäre: Jetzt hat sie Schmerzen. Genauer wäre jedoch:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jetzt werden die Schmerzen sichtbar.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Bewegung muss den Schmerz nicht verursacht haben. Möglicherweise bestand beispielsweise bereits eine schmerzhafte Arthrose, eine Verletzung, eine Druckstelle oder ein muskuloskelettales Problem. Solange der betroffene Körperbereich nicht belastet oder bewegt wurde, war davon im Verhalten kaum etwas zu erkennen. Gerade bei Menschen, die ihre Beschwerden nicht mehr zuverlässig mitteilen können, kann dieser Unterschied entscheidend sein. Also auch bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png" alt="" class="wp-image-3723" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1024x768.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-300x225.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-768x576.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher-1320x990.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/08/textunterbrecher.png 1448w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Studien zeigen höhere Schmerzwerte bei Bewegung. Bereits 2010 untersuchten Forschende 60 Pflegeheimbewohner mit Demenz und bekannten Schmerzproblemen. Die Bewohner wurden sowohl in Ruhe als auch während standardisierter Bewegungen beobachtet. Bei unterschiedlichen Verfahren zur Schmerzbeobachtung zeigten sich während der Bewegung signifikant mehr Schmerzzeichen als in Ruhe.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch andere Forschungsgruppen haben deshalb gezielt Bewegungen in die Schmerzerfassung einbezogen. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Wer wissen möchte, ob beispielsweise Hüfte, Knie, Schulter oder Rücken Schmerzen verursachen, erhält möglicherweise mehr Informationen, wenn diese Körperbereiche bei einer ohnehin notwendigen Alltagshandlung bewegt oder belastet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Beobachtung in Ruhe ist trotzdem nicht falsch</strong></h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Aus den Forschungsergebnissen sollte allerdings nicht der umgekehrte Schluss gezogen werden, Menschen müssten ausschließlich bei Bewegung beobachtet werden. Auch Schmerzen in Ruhe sind wichtig. Manche Erkrankungen verursachen gerade dann Beschwerden, wenn ein Mensch liegt oder längere Zeit dieselbe Position einnimmt.Sinnvoller ist deshalb die Kombination:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie verhält sich der Mensch in Ruhe – und was verändert sich bei Bewegung? </p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#f4f8fb; border-left:5px solid #3b82a0; padding:18px 20px; margin:24px 0; border-radius:6px; line-height:1.6;">
  
  <div style="font-size:1.15em; font-weight:700; margin-bottom:8px;">
    <span style="margin-right:7px;" aria-hidden="true"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/26a0.png" alt="⚠" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span>
    Bewegung beobachten heißt nicht, Schmerzen zu provozieren
  </div>

  <p style="margin:0 0 8px 0;">
    Ein wichtiger Punkt darf dabei nicht missverstanden werden:
    Niemand sollte einen Menschen absichtlich in eine schmerzhafte Bewegung zwingen, nur um herauszufinden, ob etwas wehtut.
  </p>

  <p style="margin:0;">
    Es geht vielmehr darum, <strong>notwendige und ohnehin stattfindende Bewegungen bewusster zu beobachten</strong>.
  </p>

</div>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch internationale Empfehlungen zur Schmerzerfassung bei Demenz weisen darauf hin, dass Beobachtungen sowohl in Ruhe als auch während Transfers und Aktivitäten des täglichen Lebens erfolgen sollten. Der Vergleich kann zusätzliche Informationen liefern, die eine einzelne Momentaufnahme nicht bietet.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Unauffälliges Verhalten in Ruhe beweist keine Schmerzfreiheit.</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wo eine verständliche Selbstauskunft noch möglich ist, sollte sie weiterhin genutzt werden. Fremdbeobachtung ergänzt diese Einschätzung insbesondere dann, wenn Kommunikation zunehmend schwierig wird. Vielleicht müssen wir nicht nur anders beobachten – sondern im richtigen Moment. In der Pflege wird viel darüber gesprochen, welches Instrument zur Schmerzerfassung verwendet werden sollte. Diese Frage ist wichtig. Aber möglicherweise beginnt das Problem noch früher.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn eine Pflegefachperson einen Menschen nur ruhig im Bett oder im Sessel erlebt, fehlen unter Umständen genau die Situationen, in denen sich Schmerzen bemerkbar machen. Die Forschung zeigt inzwischen recht deutlich, dass Schmerzverhalten bei Menschen mit Demenz während Bewegung wesentlich häufiger sichtbar werden kann als in Ruhe.</p>



<p class="has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb lohnt sich im Pflegealltag eine zusätzliche Frage. Nicht nur: <strong>„Welche Schmerzzeichen sehe ich?“, s</strong>ondern auch: <strong>„Wann schaue ich eigentlich hin?“</strong>.<br> Denn manchmal reicht Beobachten im Sitzen schlicht nicht aus.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><br><br>Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Quellen und zum Weiterlesen:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Sampson EL, White N, Lord K et al. (2015):</strong> Pain, agitation, and behavioural problems in people with dementia admitted to general hospital wards: a longitudinal cohort study. <em>Pain</em>.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25790457/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Dunford E et al.</strong> <strong>(2022):</strong> Psychometric evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in an acute general hospital setting.<br><a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/">https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9828226/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Ersek M et al. (2010):</strong> Comparing the psychometric properties of the Checklist of Nonverbal Pain Behaviors and the Pain Assessment in Advanced Dementia scale in persons with dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088854/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Husebø BS et al.</strong> <strong>(2007):</strong> Mobilization-Observation-Behavior-Intensity-Dementia Pain Scale (MOBID): development and validation of a nurse-administered pain assessment tool for use in dementia.<br><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/">https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17509814/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>International Association for the Study of Pain (IASP):</strong> Pain Assessment in Dementia.<br><a href="https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/">https://www.iasp-pain.org/resources/fact-sheets/pain-assessment-in-dementia/</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Lautenbacher S, Schreiber V, Grupp C et al.</strong> <strong>(2026):</strong> Pain differences in cognitive impairment appear only during active motor tasks. <em>Frontiers in Pain Research</em>.<br><a href="https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full">https://www.frontiersin.org/journals/pain-research/articles/10.3389/fpain.2026.1849507/full</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/">Schmerzen bei Demenz: Warum Beobachten im Sitzen nicht reicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/08/16/schmerzen-bei-demenz-warum-beobachten-im-sitzen-nicht-reicht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Demenz: Wer hat hier eigentlich das Problem?</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 12:39:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Biografiearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[demenz verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[demenzimkrankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege]]></category>
		<category><![CDATA[demenzzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte vermeiden]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[personzentrierte Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegealltag]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeimpuls]]></category>
		<category><![CDATA[pflegepraxis]]></category>
		<category><![CDATA[stationäre pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Stress in der Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Umgang mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Validation]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten bei Demenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3641</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine einfache Frage kann im Umgang mit Menschen mit Demenz viel Stress herausnehmen. Sie lautet: Wer hat hier eigentlich das Problem? Diese Frage wirkt zunächst fast zu schlicht. Im Pflegealltag&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/">Demenz: Wer hat hier eigentlich das Problem?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine einfache Frage kann im Umgang mit Menschen mit Demenz viel Stress herausnehmen. Sie lautet: Wer hat hier eigentlich das Problem?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Frage wirkt zunächst fast zu schlicht. Im Pflegealltag kann sie aber verhindern, dass Verhalten vorschnell als Störung bewertet wird. Denn nicht alles, was von unserer Routine abweicht, ist für den Menschen mit Demenz ein Problem. Manchmal ist es vor allem ein Problem für unsere Ordnungsvorstellungen, unseren Zeitplan oder unser Bedürfnis, eine Situation sofort zu korrigieren. Wenn ich mit Teams arbeite, ist das daher für mich eine Leitfrage. Denn häufig eröffnet sie die Möglichkeit, Druck und Stress im Alltag zu verringern – und davon haben Pflegeprofis meist mehr als genug.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Pflegefachpersonen wegsehen sollen. Es bedeutet: Erst prüfen, dann eingreifen. Und letztlich: öfter einfach machen lassen, statt im eigenen Arbeitsalltag Menschen mit Demenz ständig korrigierend hinterherzuhechten.<br></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Wann müssen Sie wirklich handeln?</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eingreifen müssen wir immer dann, wenn Gefahr besteht, ein Mensch leidet, Gesundheit gefährdet ist oder andere Menschen beeinträchtigt werden. Grenzen und Rechte anderer Menschen dürfen und müssen geschützt werden. Das steht nicht in Frage – eher manchmal, wie wir das machen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anders sieht es aus, wenn ein Verhalten vor allem ungewohnt, unordentlich oder störend wirkt, aber niemandem schadet. Dann lohnt sich ein kurzer innerer Stopp: Muss ich jetzt wirklich handeln? Oder halte ich gerade nur schwer aus, dass etwas nicht so ist, wie ich es gewohnt bin? Diese Unterscheidung ist besonders wichtig bei Menschen mit Demenz. Viele Handlungen haben für Außenstehende keinen erkennbaren Sinn, können für die betroffene Person aber beruhigend, vertraut oder orientierend sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kleiderschrank wird immer wieder ausgeräumt</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein typisches Beispiel aus einer Pflegeeinrichtung: eine Bewohnerin räumt ihren Kleiderschrank aus. Eine Pflegefachperson kommt ins Zimmer, sieht die Unordnung und räumt alles wieder ein. Beim nächsten Rundgang ist der Schrank erneut ausgeräumt. Wieder wird aufgeräumt. Nach dem dritten oder vierten Mal entsteht Ärger, Zeitdruck und die Einschätzung: Die Bewohnerin ist unruhig, schwierig oder kaum zu bremsen, agitiert – obwohl bei ihr kein erkennbarer Leidensdruck vorhanden ist. Im Gegenteil: wechselt man die Perspektive, ist sie beschäftigt, schafft ihre eigene Ordnung, kümmert sich um ihre eigenen Sachen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hier hilft die Frage: Wer hat das Problem? Und für Kolleginnen und Kollegen die Unordnung besonders schlecht aushalten können: natürlich heißt das nicht, alles so lassen zu müssen. Aber statt den Schrank viermal pro Schicht aufzuräumen, kann das Team festlegen: der Schrank wird einmal täglich zu einem geeigneten Zeitpunkt überprüft und geordnet. Alles andere darf (vorübergehend) unordentlich sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das spart Zeit, reduziert Konflikte und verhindert, dass aus einem harmlosen Verhalten ein Dauerthema wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbstverursachter Stress entsteht oft durch Korrekturreflexe</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele belastende Situationen entstehen nicht nur durch das Verhalten des Menschen mit Demenz. Sie entstehen auch dadurch, dass Pflegefachpersonen immer wieder korrigieren, zurückräumen, erklären oder umlenken, obwohl die Situation objektiv nicht gefährlich ist. Das kostet Zeit, schafft Stress – und es entstehen neue Risiken: z.B. der unangemessene Einsatz von Bedarfsmedikation gegen „Unruhe“.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die praktische Leitfrage lautet deshalb: Entsteht gerade Schaden, Gefahr oder Leidensdruck? Oder stört es vor allem mich? Wenn es vor allem mich stört, ist Innehalten oft die bessere Intervention.</p>



<figure data-wp-context="{&quot;imageId&quot;:&quot;6ad9c6bee4eab&quot;}" data-wp-interactive="core/image" data-wp-key="6ad9c6bee4eab" class="wp-block-image size-large wp-lightbox-container"><img decoding="async" width="1024" height="576" data-wp-class--hide="state.isContentHidden" data-wp-class--show="state.isContentVisible" data-wp-init="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--click="actions.showLightbox" data-wp-on--load="callbacks.setButtonStyles" data-wp-on--pointerdown="actions.preloadImage" data-wp-on--pointerenter="actions.preloadImageWithDelay" data-wp-on--pointerleave="actions.cancelPreload" data-wp-on-window--resize="callbacks.setButtonStyles" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3644" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-1024x576.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-300x169.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-768x432.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-1536x864.png 1536w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen-1320x743.png 1320w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/teamfragen.png 1672w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><button
			class="lightbox-trigger"
			type="button"
			aria-haspopup="dialog"
			data-wp-bind--aria-label="state.thisImage.triggerButtonAriaLabel"
			data-wp-init="callbacks.initTriggerButton"
			data-wp-on--click="actions.showLightbox"
			data-wp-style--right="state.thisImage.buttonRight"
			data-wp-style--top="state.thisImage.buttonTop"
		>
			<svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="12" height="12" fill="none" viewBox="0 0 12 12">
				<path fill="#fff" d="M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z" />
			</svg>
		</button></figure>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage „Wer hat hier eigentlich das Problem?“ eignet sich gut für Fallbesprechungen, Übergaben und kurze Teamreflexionen. Sie hilft, eingefahrene Reaktionsmuster zu erkennen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wichtig ist: Nicht-Eingreifen bedeutet nicht Nichtstun. Es kann eine bewusste fachliche Entscheidung sein. Dazu gehört, Risiken einzuschätzen, Grenzen zu setzen, Alternativen anzubieten und die Situation weiter zu beobachten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angehörige brauchen Erklärung, nicht perfekte Ordnung</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein häufiges Gegenargument lautet: Die Angehörigen beschweren sich, wenn das Zimmer unordentlich ist oder Dinge herumliegen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-3646" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech-1024x1024.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech-300x300.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech-150x150.png 150w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech-768x768.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/06/angehoerigengespraech.png 1254w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das kann passieren. Oft entsteht die Beschwerde aber nicht wegen der Unordnung. Angehörige haben häufig Angst, dass niemand hinsieht, dass zu wenig Personal da ist oder dass es den Pflegefachpersonen egal ist. Wenn sie nur die Unordnung sehen, aber die fachliche Entscheidung dahinter nicht kennen, wirkt die Situation schnell wie eine Art Vernachlässigung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb ist Erklärung entscheidend. Pflege wird auch deshalb häufig unterschätzt, weil Sie nicht gut kommuniziert, was sie macht. Oder eben bewusst nicht macht. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen können Angehörigen ruhig und klar vermitteln:</p>



<ul class="wp-block-list has-medium-font-size">
<li>Wir sehen die Situation.</li>



<li>Wir lassen Ihre Mutter oder Ihren Vater nicht allein damit.</li>



<li>Wir unterscheiden zwischen Menschen und Dingen.</li>



<li>Zuerst achten wir darauf, ob es dem Menschen gut geht.</li>



<li>Wenn keine Gefahr besteht, greifen wir nicht jedes Mal sofort ein.</li>



<li>Wir kümmern uns zu einem geeigneten Zeitpunkt um Ordnung, Wäsche und Sicherheit.</li>
</ul>
</div>
</div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">So wird aus „Die kümmern sich gar nicht!“ eine andere Wahrnehmung: Das Team handelt bewusst. Es setzt Prioritäten. Es schützt den Menschen vor unnötigen Konflikten und kümmert sich trotzdem. Gerade diese Erklärung schafft Vertrauen. Angehörige erleben dann nicht Gleichgültigkeit, sondern fachliches Vorgehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Frage „Wer hat hier eigentlich das Problem?“ ist keine Ausrede fürs Wegsehen. Sie ist ein Werkzeug für bewusstes Handeln. Sie hilft Pflegefachpersonen, zwischen echter Gefahr und eigener Irritation zu unterscheiden. Sie verhindert unnötige Konflikte. Und sie gibt Menschen mit Demenz mehr Raum, sich in ihrer Umgebung auf ihre Weise zu beschäftigen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nicht alles, was uns stört, ist auch ein Problem für den Menschen mit Demenz. Manchmal beginnt gute Pflege genau dort, wo wir „nichts“ machen.</p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/">Demenz: Wer hat hier eigentlich das Problem?</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/06/05/demenz-wer-hat-hier-eigentlich-das-problem/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 21:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[ambulante pflege]]></category>
		<category><![CDATA[angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Biografiearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[delir]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenzversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[existentielle bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[körperliche Not]]></category>
		<category><![CDATA[langzeitpflege]]></category>
		<category><![CDATA[palliativ care demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Palliative Care]]></category>
		<category><![CDATA[palliativversorgung bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[religion und demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schmerz bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[spirituelle bedürfnisse bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[sterbephase demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Symptomdeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Validation]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[würde]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3579</guid>

					<description><![CDATA[<p>Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz brauchen in jeder Phase der Versorgung besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur am Lebensende. Nicht nur im Rahmen von Palliative Care. Und nicht nur dann, wenn eine Situation bereits eskaliert ist.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Grund ist einfach: Viele Menschen mit Demenz können Beschwerden, Bedürfnisse, Ängste oder Überforderung nicht mehr zuverlässig in Worte fassen. Schmerzen, Atemnot, Hunger, Durst, Scham, Harndrang, Kälte, Erschöpfung, Einsamkeit oder spirituelle Not zeigen sich dann häufig anders: durch Rückzug, Unruhe, Abwehr, Rufen, Weinen, Erstarren, Aggression, veränderte Mimik oder Körperspannung. Für Pflegefachpersonen bedeutet das: Sie müssen Verhalten nicht nur registrieren, sondern deuten. Sie sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Und sie sind häufig diejenigen, die zwischen körperlicher Not, psychischer Belastung, Beziehungsgestaltung, Angehörigen und ärztlichen Entscheidungen vermitteln.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verhalten doppelt lesen: Bedürfnis und körperliche Not</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In der Versorgung von Menschen mit Demenz sollte Verhalten immer doppelt gelesen werden: als möglicher Ausdruck eines Bedürfnisses – und als möglicher Hinweis auf körperliche Not.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Beispiel: Ein Heimbwohner ruft wiederholt, schlägt die Decke weg und lässt keine Unterstützung bei der Körperpflege zu. Das kann Angst sein. Es kann Scham sein. Es kann Überforderung sein. Es kann aber auch Schmerz, Harndrang, Atemnot, Kälte, Schwindel, Infekt, Obstipation oder ein beginnendes Delir sein.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="border-left: 6px solid #b00020; background: #fff4f4; padding: 18px 20px; margin: 24px 0; border-radius: 8px; font-family: Arial, sans-serif; color: #2b2b2b; box-shadow: 0 2px 8px rgba(0,0,0,0.08);">
  <div style="font-size: 18px; font-weight: 700; margin-bottom: 10px; color: #8a0018;">
    Klare Haltung statt Pflege-Romantik
  </div>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0 0 12px 0;">
    Aus einer Infektion kann man niemanden „hinausvalidieren“. Schmerzen, Delir, Harndrang, Atemnot, Exsikkose oder Stoffwechselentgleisungen verschwinden nicht durch warme Worte.
  </p>

  <p style="font-size: 16px; line-height: 1.55; margin: 0;">
    Wertschätzung bleibt wichtig. Aber sie ersetzt keine professionelle Beobachtung, keine pflegefachliche Einschätzung und keine medizinische Abklärung. Pflegefachpersonen dürfen und müssen körperliche Warnzeichen ernst nehmen – auch dann, wenn Laien das Verhalten vorschnell nur psychologisch oder biografisch (ver-)erklären.
  </p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Deshalb braucht gute Demenzversorgung eine systematische Beobachtung. Hilfreiche Fragen sind:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Was ist heute anders als sonst?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gab es einen Auslöser?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie sind Mimik, Atmung, Hautfarbe, Körperhaltung und Körperspannung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gibt es Hinweise auf Schmerz, Infekt, Harndrang, Obstipation, Hunger, Durst, Übelkeit oder Atemnot?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird die Situation besser durch Ruhe, langsamere Ansprache, vertraute Personen, Lagerung, Wärme, Musik, Nähe oder Abstand?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Deutung bleibt manchmal unsicher. Aber sie wird professioneller, wenn sie nicht zufällig geschieht, sondern im Team besprochen, dokumentiert und überprüft wird.</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ein &#8222;palliativer Blick&#8220; nicht erst am Lebensende beginnt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Palliative Care wird oft erst mit Sterben, Schmerztherapie oder der letzten Lebensphase verbunden. Für Menschen mit Demenz ist das zu eng gedacht. Ein palliativer Blick bedeutet nicht automatisch: „Es wird nichts mehr getan.“ Er bedeutet vielmehr: Die Versorgung fragt frühzeitig nach Lebensqualität, Belastung, Würde, Symptomlinderung, Beziehung, Sicherheit, Halt und dem mutmaßlichen Willen des Menschen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Demenz ist dieser Blick besonders wichtig, weil der Verlauf schleichend ist. Es gibt oft keinen klaren Wendepunkt. Die Versorgung verändert sich Schritt für Schritt: mehr Stürze, mehr Infekte, mehr Schluckprobleme, Gewichtsverlust, weniger Belastbarkeit, mehr Erschöpfung, zunehmende Abhängigkeit, mehr Unruhe oder Rückzug. Gerade deshalb gehört eine palliative Haltung nicht nur in spezialisierte Palliativteams. Sie gehört in die stationäre Langzeitpflege, in die ambulante Versorgung, in die Tagespflege, ins Krankenhaus und in die Angehörigenberatung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Leitfrage lautet nicht: „Ist dieser Mensch schon palliativ?“ Sondern: „Was braucht dieser Mensch jetzt, damit Belastung reduziert, Würde geschützt und Lebensqualität erhalten wird?“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Entscheidungen werden schwieriger, wenn Sprache fehlt</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz können häufig nicht mehr zuverlässig erklären, was sie möchten, was sie belastet oder welche Behandlung sie wünschen. Gleichzeitig bleiben Wille, Vorlieben, Abneigungen, Würde und Selbstbestimmung bedeutsam.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das macht Entscheidungen anspruchsvoll. Soll ein Mensch ins Krankenhaus eingewiesen werden? Ist eine Untersuchung noch hilfreich oder vor allem belastend? Wird eine Behandlung den Zustand verbessern oder zusätzlichen Stress verursachen? Was war früher wichtig? Was passt zum mutmaßlichen Willen? Was sagen Angehörige? Was beobachtet das Team?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie erleben den Menschen im Alltag. Sie sehen, was beruhigt, was belastet, was Abwehr auslöst, was Nähe ermöglicht und wann sich ein Zustand verändert.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Diese Beobachtungen sind keine Nebensache. Sie sind entscheidungsrelevante Informationen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Mehr zu Thema <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/03/14/warum-sie-krankenhauseinweisungen-abwaegen/">lesen Sie hier</a> und <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2026/01/21/verlegungsstress-nach-umzug-oder-heimaufnahme-was-ist-normal-und-was-ist-zu-tun/">hier</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Selbstbestimmung bleibt auch bei fortgeschrittener Demenz bedeutsam</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Auch wenn Entscheidungen schwieriger werden, verschwindet das Bedürfnis nach Einfluss auf das eigene Leben nicht. Menschen möchten sich nicht ausgeliefert fühlen. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/02/08/unterstuetzen-statt-uebernehmen/">Sie möchten nicht nur Objekt von Pflegehandlungen sein.</a></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wird Autonomie nicht beachtet, kann das Folgen haben: Abwehr, Rückzug, Passivität, Frustration oder Aggression. Umgekehrt können kleine Entscheidungsmöglichkeiten viel bewirken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Religiöse, spirituelle und existenzielle Bedürfnisse gehören zur Versorgung dazu</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz haben nicht nur körperliche Bedürfnisse. Sie brauchen auch Halt, Trost, Zugehörigkeit, Würde, Vertrautheit, Sinn, Versöhnung, Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Das ist nicht nur ein Thema für das Lebensende. Existenzielle Bedürfnisse können während der gesamten Versorgung sichtbar werden und ihren Ausdruck auch in Verhalten finden: bei Angst, Heimweh, Unruhe, Abschieden, Schmerzen, Krankenhausaufenthalten, Verlusten oder zunehmender Abhängigkeit. Dabei darf Religiosität nicht automatisch vorausgesetzt werden. Aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Gerade bei hochaltrigen Menschen können Gebete, Lieder, Feste, Segenszeichen, Kirchenbesuche oder religiöse Rituale biografisch bedeutsam gewesen sein – auch wenn sie heute nicht mehr erklärt werden können.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine bessere Frage als „Sind Sie religiös?“ lautet deshalb oft an Angehörige: „Gab es früher Gebete, Lieder, Rituale, Feste, Musik, Orte, Symbole oder Gewohnheiten, die diesem Menschen Halt gegeben haben?“. Genauso wichtig ist die Frage: „Was sollte vermieden werden?“. Denn auch religiöse oder biografische Impulse können unpassend sein, wenn sie nicht zur Person passen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png" alt="" class="wp-image-3586" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-1024x576.png 1024w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-300x169.png 300w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1-768x432.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/05/Beduerfnisbild1.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Biografiearbeit muss Konsequenzen haben</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/26/biographiearbeit-alptraum-oder-segen/">Biografiearbeit ist nur dann sinnvoll</a>, wenn aus ihr konkrete Folgen entstehen. Eine Sammlung von Informationen ohne praktische Konsequenz hilft wenig. Entscheidend ist die Frage: Was verändert sich dadurch in der Versorgung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn bekannt ist, dass ein Mensch früher gern gesungen hat, kann Musik gezielt eingesetzt werden. Wenn ein bestimmter Name vertrauter ist, sollte er verwendet werden. Wenn jemand Berührungen am Kopf ablehnt, muss das Team es wissen. Wenn ein früheres Abendritual beruhigt, sollte es eingeplant werden. Wenn jemand auf bestimmte religiöse Zeichen positiv oder negativ reagiert, gehört auch das in die Dokumentation. Biografiearbeit wird nur wirksam, wenn sie in Alltagshandeln übersetzt wird. Ansonsten ist sie nicht mehr als eine Sammlung an Informationen, die letztlich überflüssig Zeit gebunden hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit: Demenzversorgung braucht Haltung, Deutung und vorausschauendes Handeln</strong></h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Versorgung von Menschen mit Demenz beginnt nicht erst, wenn Symptome eskalieren. Und ein palliativer Blick beginnt nicht erst in der Sterbephase. Über die gesamte pflegerische Versorgung hinweg geht es darum, Belastung zu erkennen, Bedürfnisse zu verstehen, Würde zu schützen, Selbstbestimmung so weit wie möglich zu erhalten und körperliche Not nicht zu übersehen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Pflegefachpersonen leisten dabei weit mehr als Unterstützung im Alltag. Sie beobachten, übersetzen, beruhigen, schützen, erklären, vermitteln und geben Halt. Der zentrale Satz für die Praxis lautet:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bei Menschen mit Demenz müssen wir Verhalten doppelt lesen: als Ausdruck von Bedürfnissen – und als möglichen Hinweis auf körperliche Not.<br></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/">Menschen mit Demenz versorgen: Verhalten doppelt lesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/05/07/menschen-mit-demenz-versorgen-verhalten-doppelt-lesen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 09:53:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[Abwehrverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[aggression bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörigeneskalation]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsschutz Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Belastung in der Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Belastungsroutine]]></category>
		<category><![CDATA[Buddy-Check]]></category>
		<category><![CDATA[Deeskalation]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz und Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[demenzpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Gefährdungsanzeige]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt in der pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[kollegiale Unterstützung]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiterfürsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegealltag]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegefachpersonen]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[professionelle pflege]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Belastung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstschutz in der Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Sturzereignis]]></category>
		<category><![CDATA[Teamkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfallmeldung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3562</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Pflegefachperson unterstützt einen Menschen mit Demenz. Plötzlich schlägt die Person um sich, tritt, kratzt, spuckt oder beschimpft sie. Die Kollegin weicht zurück, atmet durch und sagt: „Alles gut, kenne&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/">Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Eine Pflegefachperson unterstützt einen Menschen mit Demenz. Plötzlich schlägt die Person um sich, tritt, kratzt, spuckt oder beschimpft sie. Die Kollegin weicht zurück, atmet durch und sagt: „Alles gut, kenne ich.“ Dann geht sie ins nächste Zimmer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genau hier beginnt das Problem</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich gehört es zur Professionalität, krankheitsbedingtes Verhalten einzuordnen. Ein Mensch mit Demenz schlägt meist nicht, weil er gezielt verletzen will. Oft versteht er die Situation nicht, <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2025/11/02/huerden-und-stellungsfehler-das-provoziert-taetliche-uebergriffe-von-menschen-mit-demenz/">fühlt sich bedroht</a>, hat Schmerzen, Angst oder Scham. <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2023/01/13/und-dann-schlug-sie-ploetzlich-zu/">Eine Analyse wie es zur Situation gekommen ist</a>, lohnt immer um sie künftig vermeiden zu können. Diese Einordnung schützt vor Schuldzuweisung und Gegenaggression. Aber sie bedeutet nicht, dass der Vorfall an der Pflegefachperson spurlos vorbeigeht.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Schlag kann verletzen, auch wenn er krankheitsbedingt ausgelöst wurde. Bespuckt zu werden kann beschämend sein, auch wenn es nicht absichtlich demütigen soll. Eine Drohung kann nachhallen, auch wenn die betroffene Person fünf Minuten später nichts mehr davon weiß.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen „Stell dich nicht so an“ und „Du brauchst Therapie“</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Nach kritischen Ereignissen gibt es in Teams oft zwei Reflexe. Der eine lautet: „Das gehört dazu. Wir sind Profis.“ Der andere lautet: „Wenn dich das belastet, brauchst du professionelle Hilfe.“. Beides greift zu kurz. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ja, Pflegefachpersonen erleben in der Demenzpflege Krisen, Abwehr, Aggression, Sterben, Stürze und Überforderung. Aber Professionalität bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Und ein Buddy-Check ist auch keine Therapie. Er ist eine kurze kollegiale Sicherheits- und Stabilisierungsschleife.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ein Buddy-Check ist</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Buddy-Check ist ein kurzer Blick auf die Kollegin oder den Kollegen nach einem kritischen Ereignis. Nicht als Verhör. Nicht als Schuldsuche. Sondern als einfache Klärung:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Bist du verletzt? Kannst du gerade weiterarbeiten? Brauchst du Abstand oder Ablösung? Ist die Versorgung der Person mit Demenz gesichert? Muss jemand informiert werden? Braucht es Dokumentation, Unfallmeldung, Arztkontakt oder später eine Nachbesprechung?</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check dramatisiert nicht. Er verhindert aber, dass jemand nach Gewalt, Sturz, Tod, Reanimation, Fehler, Angehörigeneskalation oder einer beschämenden Situation allein im Funktionsmodus weiterläuft.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="725" height="1024" src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-725x1024.png" alt="" class="wp-image-3567" srcset="https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-725x1024.png 725w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-212x300.png 212w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1-768x1085.png 768w, https://demenz-zeitung.de/wp-content/uploads/2026/04/buddycheck1.png 1055w" sizes="auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px" /></a></figure>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Wann er sinnvoll ist</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein Buddy-Check sollte angeboten werden nach körperlichen Angriffen wie Schlagen, Treten, Kratzen, Beißen, Stoßen oder Spucken. Ebenso nach Drohungen, massiver verbaler Eskalation, sexualisierten Grenzverletzungen, schweren Stürzen, Todesfällen, Reanimationen, Medikationsfehlern, Weglaufereignissen, Gewalt zwischen Bewohnern oder Patienten und massiven Angehörigeneskalationen. Und immer dann, wenn eine Kollegin / Kollege sagt oder zeigt: „Das geht mir gerade nahe.“. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Verbindlich sollte der Blick auf die Kollegin oder den Kollegen sein. Freiwillig bleibt, wie viel die betroffene Person erzählen möchte, ob sie das Angebot wahrnimmt oder nicht. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>So kann der Buddy-Check aussehen</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-medium-font-size">Anlass erkennen<br>Nach Gewalt, Drohung, Sturz, Tod, Fehler, massiver Eskalation oder sichtbarer Belastung.</li>



<li class="has-medium-font-size">Kurz absichern<br>„Bist Du verletzt?“<br>„Kannst Du weiterarbeiten?“<br>„Brauchst Du Abstand, Ablösung oder Hilfe?“</li>



<li class="has-medium-font-size">Versorgung ordnen<br>Wer kümmert sich jetzt um die Person mit Demenz? Wer übernimmt Dokumentation, Leitungskontakt, Arztkontakt oder Angehörigeninformation?</li>



<li class="has-medium-font-size">Belastung ernst nehmen<br>Kein „Stell dich nicht so an“. Kein Verhör. Kein Schuldgespräch. Ein Satz reicht oft: „Das war gerade viel. Wir schauen jetzt, was nötig ist.“. </li>



<li class="has-medium-font-size">Weiteren Bedarf prüfen<br>Reicht der kurze Check? Oder braucht es Entlastungsgespräch, Unfallmeldung, Gefährdungsanzeige, Supervision, Betriebsarzt oder sogar professionelle Hilfe?</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich hab doch Erfahrung &#8211; das macht mir nichts mehr aus.&#8220; </h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Viele erfahrene Pflegefachpersonen entwickeln eine hohe Belastungsroutine. Sie bleiben ruhig, wenn jemand schreit, abwehrt oder schlägt. Diese Routine ist wertvoll und gerade in einem Beruf mit hohem Druck auch unabdingbar. Aber Routine ist nicht Unverletzlichkeit.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wiederholte Gewalt, Demütigung und Bedrohung können sich leise ablagern: als Erschöpfung, Gereiztheit, Zynismus, Schlafproblem, Rückzug oder Verlust an Mitgefühl. Manchmal merkt man die Belastung nicht sofort. Sondern daran, dass man härter im Ton wird, weniger Geduld hat, bestimmte Personen meidet oder nach Diensten schlechter abschaltet. Und für Leitungskräfte und Institutionen wird am Ende oftmals eine Stundenreduzierung oder sogar eine &#8222;Kündigung aus dem Nichts&#8220; daraus. </p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check unterstellt niemandem Schwäche. Er fragt nur: Hat diese Situation gerade etwas mit Dir gemacht – körperlich, innerlich oder für die nächsten Arbeitsschritte? Er kann ein festes, entlastendes Element der Teamroutine werden, dass in einem spannungsreichen Arbeitsfeld tätig ist. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht jeder ist als Buddy geeignet</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="background:#eaf6ff; border-left:6px solid #2f80c9; padding:22px 24px; margin:28px 0; border-radius:10px; font-size:18px; line-height:1.55; color:#1f2933;">
  <h3 style="margin-top:0; margin-bottom:14px; font-size:24px; line-height:1.25; color:#174a7c;">
    Buddy-Check für Führungskräfte
  </h3>

  <p style="margin:0 0 14px 0;">
    So machen Sie aus einer guten Idee einen verlässlichen Ablauf:
  </p>

  <ol style="margin:0; padding-left:24px;">
    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Standard festlegen:</strong><br>
      Der Buddy-Check wird als kurzer Pflichtschritt nach definierten kritischen Ereignissen eingeführt – nicht als freiwillige Nettigkeit.
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Zuständigkeit klären:</strong><br>
      Pro Dienst muss klar sein: Wer startet den Buddy-Check? Wer kann kurz ablösen? Wer informiert bei Bedarf die Leitung?
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Zeitfenster ermöglichen:</strong><br>
      Führungskräfte erlauben ausdrücklich, dass eine Pflegefachperson nach einem Vorfall kurz aus der Situation genommen wird.
    </li>

    <li style="margin-bottom:10px;">
      <strong>Schlank dokumentieren:</strong><br>
      Nicht Gesprächsinhalte dokumentieren, sondern nur: Buddy-Check angeboten, Weiterleitung nötig, Ablösung organisiert.
    </li>

    <li style="margin-bottom:0;">
      <strong>Nachsteuern:</strong><br>
      Leitung prüft regelmäßig: Wird der Buddy-Check genutzt? Gibt es Häufungen? Braucht das Team Schulung, Entlastung oder klarere Abläufe?
    </li>
  </ol>
</div>

</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Für einen Buddy-Check braucht es ein Mindestmaß an Vertrauen und Vertraulichkeit. Geeignet sind Kolleginnen und Kollegen, die ruhig, diskret und nicht wertend sind. Die zuhören können, ohne sofort zu belehren. Die entlasten, ohne zu verharmlosen.<br>Ungeeignet sind Personen, die Vorfälle weitererzählen, Schuld verteilen, andere beschämen oder alles mit einem „Das ist doch normal bei Demenz!“ abtun. Eine einfache Faustregel lautet: Buddy ist nicht, wer am meisten redet. Buddy ist, wem andere auch nach einem schlechten Moment noch vertrauen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Buddy-Check richtet sich zunächst an die Pflegefachperson. Aber er schützt auch die Versorgung.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Menschen mit Demenz nehmen Anspannung, Ärger, Angst, Hast und Unsicherheit oft sehr deutlich wahr. Ein angespannter Tonfall, ein schneller Griff oder eine gekränkte Reaktion können neue Abwehr auslösen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Ein kurzer Buddy-Check kann verhindern, dass aus einem Vorfall eine Eskalationskette wird. Eine Kollegin kann übernehmen, Abstand schaffen und mitdenken: Was hat die Person mit Demenz gerade erlebt? Was braucht sie jetzt? Und was braucht die Pflegefachperson, um wieder ruhig und sicher handeln zu können?</p>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Natürlich braucht nicht jeder nach einem kritischen Ereignis Therapie. Das wäre lebensfremd. Aber jedes kritische Ereignis verdient einen kurzen professionellen Blick auf die betroffenen Kollegen. Der Buddy-Check macht Teams auch nicht empfindlicher. Er macht sie professioneller. Er schließt die Lücke zwischen Vorfall und Weiterarbeiten – genau dort, wo Pflegefachpersonen oft funktionieren müssen, obwohl sie innerlich noch nicht wieder stabil sind.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gute Pflege gelingt besser, wenn auch die Helfenden nach belastenden Momenten nicht allein gelassen werden. Ein Buddy-Check als Teamroutine lässt sich vergleichsweise einfach und schnell implementieren. Er hat zudem den niedrigschwelligen Vorteil, dass jene die ihn brauchen bestenfalls auf jene treffen, die tägliches Arbeitsumfeld, Umstände und Situation kennen, statt als Dritte von Außen Dinge (er)klären zu wollen. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/">Nach dem Vorfall nicht einfach weitermachen: Warum Sie in der Pflege einen Buddy-Check etablieren sollten</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/04/27/nach-dem-vorfall-nicht-einfach-weitermachen-warum-sie-in-der-pflege-einen-buddy-check-etablieren-sollten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</title>
		<link>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/</link>
					<comments>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jochen Gust]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 08:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein & Speziell]]></category>
		<category><![CDATA[altenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Angst bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[anhaltendes Schreien]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz im Pflegealltag]]></category>
		<category><![CDATA[geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[herausforderndes verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[jochen gust]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[pflege]]></category>
		<category><![CDATA[pflegefachliche Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeheim]]></category>
		<category><![CDATA[praxishilfe demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schmerz bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[schreien und rufen bei demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhe bei Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen von Schreien]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten bei Demenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://demenz-im-krankenhaus.de/?p=3519</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/">Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wenn Menschen mit Demenz anhaltend schreien oder rufen, ist das für alle Beteiligten eine Belastungsprobe. Angehörige geraten an ihre Grenzen, Pflegefachpersonen erleben Hilflosigkeit, und auch in Kliniken oder Pflegeheimen wird das Phänomen schnell als massive Störung erlebt. Gerade darin liegt ein Teil des Problems: Das Verhalten erzeugt Druck. Möglichst schnell soll wieder Ruhe einkehren. Doch wer Schreien und Rufen nur als Lärm oder gar als bloßes Fehlverhalten versteht, übersieht oft, worum es eigentlich geht und schränkt die eigenen Handlungsoptionen ein.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Denn anhaltendes Schreien ist ein hochbelastendes Dauersignal. Es kann Ausdruck von Not, Überforderung, Schmerz, Angst, Stress, innerer Unruhe oder misslingender Kommunikation sein. In der Fachliteratur wird dieses Verhalten meist unter Begriffen wie „persistent vocalizations“ oder „disruptive vocalizations“ beschrieben. Zugleich zeigt die Forschung: Die Studienlage ist begrenzt und uneinheitlich, gerade deshalb ist im Alltag ein systematisches pflegefachliches Vorgehen so wichtig.</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="720" style="aspect-ratio: 1280 / 720;" width="1280" controls src="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/SchreienKurzSketchFinal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><a href="https://www.youtube.com/channel/UCBkAPMP0XeRVcd9TA2WlY-w">Weitere kurze, informative Filme zum Thema Demenz finden Sie auf dem Youtubekanal: Demenz: Aufmerksam gemacht. </a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur Lärm, sondern ein Signal</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Schreien und Rufen ist bei Demenz nicht automatisch absichtsvoll, aggressiv oder „charakterbedingt“. Es kann zwar auch mit der Hirndegeneration selbst zusammenhängen, etwa als Teil neuropsychiatrischer Symptome. Fachlich wäre es aber zu kurz gegriffen, das Verhalten allein darauf zu reduzieren. Häufig ist es sinnvoller, von einem Zusammenspiel aus Hirnveränderungen, körperlichen Belastungen, Umweltreizen, Interaktion und unbefriedigten Bedürfnissen auszugehen. Genau deshalb lohnt es sich, hinter das Verhalten zu schauen, statt nur gegen das Symptom anzukämpfen.</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hilfreich ist ein Perspektivwechsel: Nicht sofort fragen „Wie kriegen wir das weg?“, sondern zuerst „Was könnte hier gerade dahinterstecken?“ Diese Frage löst nicht alles. Aber sie schützt davor, vorschnell nur das Symptom zum Schweigen zu bringen.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div style="background:#dff1fb; padding:18px 20px; border-radius:8px; font-size:18px; line-height:1.6; color:#1f2d3d;">
  Schreien und Rufen lässt sich nicht immer vollständig beenden. Aber oft lässt sich die Situation besser verstehen, eingrenzen oder abschwächen. Dafür braucht es ein gemeinsames Vorgehen. Angehörige sollten nicht mit dem Eindruck alleinbleiben, sie hätten einfach „nicht genug beruhigt“. Pflegefachpersonen wiederum brauchen Rückhalt dafür, dass systematische Beobachtung und kleinschrittiges Ausprobieren keine Nebensache, sondern Kern der Versorgung sind.
</div>
</div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Anhaltendes Schreien und Rufen bei Demenz ist so belastend, weil es fast nie nur Lärm ist. Es ist meist ein Signal für Not, Überforderung oder misslingende Kommunikation und trifft zugleich auf ein Versorgungssystem, in dem genau die nötige intensive Ursachenarbeit oft schwer umzusetzen ist. Gerade deshalb braucht es mehr als Beruhigen. Es braucht Beobachtung, Geduld, Dokumentation und den Mut, auch kleine Hinweise ernst zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie in anderen Artikeln zum <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2024/01/27/schreien-und-rufen-als-extremphaenomen/">Thema Schreien und Rufen</a> auf dieser Webseite. Ein <a href="https://demenz-im-krankenhaus.de/2021/06/06/verhalten-im-grenzbereich-schreien-und-rufen-bei-demenz/">Interview mit einem Experten </a>finden Sie hier. </p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph">Jochen Gust</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(Amazon Affiliate-Link): <a href="https://amzn.to/4meL4Np">Eine etwas umfangreichere Beschreibung des Phänomens und mögliche Lösungsschritte für die Pflege finden Sie in dieser Praxishilfe</a> (Amazon-Affiliate-Link). </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/">Schreien und Rufen bei Demenz: Beruhigen allein reicht nicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-zeitung.de">Demenz-Zeitung</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://demenz-zeitung.de/2026/04/05/schreien-und-rufen-bei-demenz-beruhigen-allein-reicht-nicht/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://demenz-im-krankenhaus.de/wp-content/uploads/2026/04/SchreienKurzSketchFinal.mp4" length="56388616" type="video/mp4" />

			</item>
	</channel>
</rss>
